RE: Eine Woche CP Wesselburener Koog, Dithmarschen

#1 von voke , 13.11.2009 13:31

Eine Woche Dithmarschen im August 2009

Mittwoch Morgen, wir sind früh aufgestanden um unsere Sachen zu packen und uns endlich um unseren Urlaub zu kümmern. Den Abend vorher habe ich noch bis Mitternacht am Rechner gesessen und die letzten Aufträge erledigt, daher hatte ich bis dahin dafür keine Zeit
.
Da wir zelten wollen und ein altes, schweres Hauszelt im Gepäck haben, bin ich froh, dass wir Nachbars Transporthänger wieder nutzen dürfen. Platz und Zuladung, der Hänger darf 1.200 kg laden, sind also ausreichend. Daher wird jetzt auch nicht mehr so genau darauf geachtet, was mit darf und/oder soll. Rein damit und gut ist. Es dauert trotzdem bis Mittag, bis wir fertig zur Abreise sind. Noch schnell bei meinen Eltern eine Tasche mit meinem Laptop und der externen Festplatte abgegeben und dann endlich auf die Autobahn. Es ist gerade Mittagszeit, also dauert es nicht mal bis Remscheid, dass der gesamte Reiseproviant bereits vertilgt ist.
Die Autobahn ist überwiegend frei und da wir den etwas längeren Weg über Hannover gewählt haben, haben wir uns auch die rd. 180 km Baustelle auf der A1 gespart. Mein Vorschlag, unterwegs noch eine weitere Mahlzeit an einem Autohof oder Raststätte zu uns zu nehmen, wird abgewiesen, da wir ja das Zelt später noch aufbauen müssen. Wir kommen gegen 18.30 Uhr auf dem CP Wesselburener Kogg an, bauen unser Zelt auf und räumen das Wichtigste ein. Das Wetter ist herrlich, strahlender Sonnenschein bei Ende 20°C und fast keinem Wind. Wir sparen uns das Abspannen des Zeltes und verlassen uns darauf, dass diese Nacht kein Sturm einsetzten wird.

Ein Abendessen haben wir uns jetzt verdient, am besten von jemand anderem serviert. Milch für den Kaffee am nächsten Morgen brauche ich auch noch. Auf dem CP gibt es leider kein Kiosk oder Restaurant o.ä. Aber ein Imbiss ist fußläufig zu erreichen. Der hat auch um 20.15 Uhr noch auf, aber nur als Bierausschank, die Küche ist bereits kalt. Also fahren wir in das ca. 6 km entfernte Wesselburen um dort an der Tankstelle die noch benötigte Milch und etwas Bier zu kaufen. Auf die Frage wo wir hier noch etwas zu Essen bekämen, kam dann die Antwort “Heute ist doch auf dem Marktplatz Straßenfest, geht doch da hin“. Das haben wir dann auch gemacht. Dort gab es leckere Fischbrötchen und mittelmäßige, dafür teuere Currywurst. Donna ist kein Hund für große Menschenmengen, daher verlassen wir das Fest auch bald wieder um festzustellen, dass wir ein paar Meter vom Straßenfest entfernt, zum ähnlichen Preis wie an der Currywurstbude, halbwegs vernünftig in einem Restaurant hätten Essen können.

Donnerstag Morgen haben wir immer noch herrliches Wetter und fast keinen Wind. Wir spannen jetzt doch unser Zelt noch ordentlich ab, denn wir befinden uns ja an der Nordsee, unmittelbar hinterm Deich. Da kann man schon mal mit etwas mehr Wind rechnen.
Und sag noch mal einer mit dem Zelt campen wäre kein Luxus. Wir haben 2 Schlafzimmer, Küche mit Induktionsplatten, Kühlschrank und Kaffeemaschine, (die Sicherung ist nicht einmal rausgeflogen), einen begehbaren Schrank, Hundeecke, Lagerraum und Terrasse mit Freisitz. Aber gegen ein festes Bett und festen Boden hätte ich auch nichts einzuwenden.


Bei dem CP Wesselburener Koog handelt es sich um einen kleinen, einfachen Campingplatz unmittelbar hinter dem Deich zum Wattenmeer, rd. 1,8 km südlich des Eidersperrwerkes, in der Region Dithmarschen an der Nordsee. Er ist quasi wie ein 4-blättriges Kleeblatt aufgeteilt, nur mit schmalen, eckigen Quadranten. In der Mitte im Norden befinden sich Einfahrt und Anmeldung, Zentral gelegen das Waschhaus und in 3 Quadranten die Wohnwagenstellplätze. Im südwestlichen Quadranten befindet sich die große Zeltwiese und der Spielplatz. Dort haben auch wir unser Zelt aufgebaut. Die Sanis sind einfach aber überwiegend sauber gehalten. Warmes Wasser in den Duschen gibt es über Duschmarken, die gab es aber in beliebiger Anzahl bei der Betreiberfamilie ohne dass wir dafür etwas bezahlen mussten. In einem Container an der Rezeption stehen die Leihfahrräder und einige alte, aber saubere Kühlschränke, die wir auch kostenfrei nutzen durften.
Auf dem, meiner Meinung nach, ordentlich ausgestatteten Spielplatz gab es ein großes Spielzelt, in welchem sich Tische und Bänke und Schränke mit Gesellschaftsspielen befanden. Dort können die Kinder bei Regen spielen. Bei der Anmeldung befindet sich ein kleiner Raum mit einer kleinen Bibliothek, in dem sich von den Gästen zurückgelassene bzw. gespendete Bücher befanden.
Die kleine Sensation bestand beim CP Wasselburener Koog darin, das wir für 2 Erwachsene, 1 Kind, 1 großen Hund, Hauszelt, Auto mit Anhänger, Strom, Duschmarken, extra Kühlschrank, etc. pauschal 10 Euro am Tag bezahlt haben. “Dafür haben wir keine Kinderanimation“ war der Kommentar des Betreibers. Die Kinder haben sich selbst animiert, die brauchten keinen Vortänzer. Max war meistens in einer Gruppe von ca. 10 Kindern unterwegs.

Was uns wirklich ein wenig gefehlt hat war ein Kiosk o.ä.. Die nächste Möglichkeit für einen Einkauf ist ca. 6 km vom CP entfernt. Auf Nachfrage hieß es, dass so was kommt. Nicht nächstes Jahr, aber im Laufe der kommenden fünf Jahre.

Donnerstag, nach dem Frühstück sind wir nach Sankt-Peter Ording und treffen uns dort mit Bekannten. Sie wohnen in einem Ferienbungalow am CP “Camping Rönkendorf“ in St. Peter Ording. Camping käme für sie nicht in Frage, so eng wie auf dem CP wollten sie nicht aufeinander hocken. Das können wir nicht ganz nachvollziehen, wir haben Platz satt.

Mittags fahren wir dann in den Ortsteil Bad, parken im Parkhaus und Essen beim Gosch. Danach wollen wir an den Strand, um halb vier ist z. Zt. Flut. Wir haben jedoch über 30 °C im Schatten und es ist uns viel zu heiß um sofort nach dem Essen an den Strand zu gehen. Daher geht es erstmal auf einen Spielplatz und danach zum Strand. Vom Ortskern aus führt eine rd. 1 km lange Seebrücke zu den Pfahlbauten am Strand und von da aus sind es noch ca. 500 m bis zum Wasser. Normalerweise muss als Eintritt zum Strand eine Tagesgästekarte von 3 Euro pro Person und einen Euro für den Hund gelöst werden. Uns kommen aber schon Menschenmengen vom Strand entgegen und die Kassenhäuschen sind nicht mehr besetzt.
Der Strand ist schön, man sollte nur den Gezeitenkalender beachten sonst läuft man dem Wasser hinterher. Des Weiteren wimmelte es von Maikäfern.
Im Parkhaus durfte ich dann noch 12 Euro Parkgebühren bezahlen. Üblicherweise hätte mich dann der Strandbesuch 22 Euro gekostet.
Abends dann wieder Straßenfest. Das findet jeden Mittwoch in St. Peter Bad und jeden Donnerstag in St. Peter Dorf statt. Wir finden einen kostenfreien Parkplatz und ein Lokal in dem es sogar Kölsch gibt. Jedoch Sion Kölsch. Da verzichten wir lieber und trinken Einheimisches. Man ist ja doch etwas verwöhnt.

In St. Peter Ording haben die Geschäfte in der Saison bis 22.00 Uhr geöffnet. So sind wir dann auf dem Heimweg noch zum Einkaufen gekommen.


Freitag Morgen. Immer noch schönes Wetter. Wir machen heute Gammeltag. Frühstücken in Ruhe, Max spielt mit den Kindern auf dem CP und wir genießen es. Am Nachmittag gehen wir zur Badestelle auf der anderen Seite des Deiches. Es ist der Strand des CP und eines kleinen Feriendorfes aus Holzhäusern neben dem CP. Er ist fußläufig zu erreichen, wir sind mit dem Rad hingefahren. Der Strand ist in Wirklichkeit ein in 2 Teile geteiltes Stück Salzwiese. Ein Stück Wattwiese ist Hundestrand, das andere, etwas größere ist für den Rest und hat einen kleinen Spielplatz. Ins Wasser kommt man über 2 kleine Stege. Wir haben nichts dagegen auf einer Wiese zu liegen oder zu sitzen. Der Strand am CP kostet nichts, keine Parkgebühren, keine Tagekarte und auf dem CP zahlen wir auch keine Kurtaxe.

Abends werden lecker Nudeln gekocht und wie der restliche Tag wird auch der Abend gemütlich gestaltet.

Samstag Morgen. Wetter stark bewölkt aber trocken, windiger. Wir frühstücken draußen.
Telefon, unsere Bekannten. Sie wollen in den Westküstenpark in St. Peter Ording, eine Art Zoo u.a. mit Robben. Aber es regnet vor Ort. O.k. wir verabreden uns im Ferienbungalow von unseren Bekannten einen Kaffee zu trinken und die Kinder spielen zu lassen. Ich bin zu gut für diese Welt. Warum fahre ich doof vom Trockenen in den Regen? Keine Ahnung, auf jeden Fall ist es so. Unterwegs fängt der Regen an und bleibt uns bis St. Peter-Ording erhalten. Der Ferienbungalow liegt zwischen einem CP und dem Deich zum Strand. Um zu den Bungalows zu gelangen fährt man mitten durch den CP.
Jetzt weiß ich auch was unsere Bekannten meinten mit “Beim Camping wäre uns das zu eng“. Die Wohnwagen stehen wie die Sardinenbüchsen nebeneinander, hinter dem Vorzelt steht der nächste Wohnwagen. So könnte ich mich auch nicht fürs Campen begeistern. Aber da muss ich ja auch nicht hin.
Nachmittags wandern wir etwas durch die Dünen. Das Wetter hat sich aufgeklart, die Sonne scheint. Entspannung.


Sonntag. Es ist wieder stärker bewölkt, aber warm und trocken. Mittags geht es nach Büsum zu einer Kutterregatta. Im Hafen ist wieder Straßenfest, die Kutter sind festlich geschmückt und fahren mit Touristen besetzt aus dem Hafen.
Auf dem Rückweg gibt es noch einen Liter frische Krabben. Die werden auf dem CP erstmal gepult und dann lecker mit Knoblauch und Olivenöl angebraten. Sie dienen als Soße zu Spaghetti.


Montag. Das Wetter ist wieder schön und ich mache eine größere Hunderunde durch das Kattinger Watt. Vor dem Bau des Eidersperrwerkes war der Zufluss der Eider zur Nordsee ca. 5 km breit und das Kattinger Watt gehörte zum Wattenmeer. Jetzt ist es nahezu trockengelegt und dient als Naturpark. Es ist eine schöne Wanderung, da ich auch auf kaum Jemanden treffe. Abends wird grilliert.


Dienstag. Das Wetter ist immer noch schön, heute allerdings auch sehr windig. Wir machen eine Wanderung zum Eidersperrwerk und gehen zur Aussichtsstelle auf die Robbenbänke. Es sind jedoch keinerlei Robben zu sehen und es sieht auch nicht so aus als würden welche kommen.
Abends gibt es Restegrillen.


Mittwoch Morgen. Nach dem wir die ganze Woche über Glück mit dem Wetter gehabt haben, regnet es an diesem Morgen. Wir frühstücken in Ruhe und packen unsere sieben Sachen. Leider bekommen wir das Zelt nicht trocken, so dass wir es einfach nur in den Hänger legen und zu Hause noch mal zum Trocknen auslegen müssen. Zum Schluss müssen uns dann doch noch beeilen damit wir noch pünktlich vor der Mittagsruhe um 13.00 Uhr vom Platz kommen.
Die Heimreise verläuft ruhig, die Sonne scheint auch bald wieder. Da wir zu Hause kein Zelt mehr aufbauen müssen, können wir auch unterwegs eine Rast mit Verpflegung machen. Das einzig Negative: Kaum sind wir an Bückeburg vorbei und auf Nordrheinwestfälischem Gebiet wird es grau und dunkel und es fängt tierisch an zu schütten. So kommen wir dann, bei strömenden Regen gegen 22.00 Uhr zu Hause an. Jetzt heißt es nur noch die Kaffeemaschine für den nächsten Morgen raussuchen. Ansonsten verschieben wir das Auspacken auf den nächsten Tag und Beenden unseren kleinen Urlaub an der Nordsee.

Der Campingplatz hat uns in Bezug auf Preis und Leistung sehr gut gefallen, so dass wir gerne wieder dorthin fahren werden. Man muss allerdings Abstriche in der Infrastruktur in Kauf nehmen, Behinderten gerechte Sanitäranlagen sind z.B. auch nicht vorhanden.
Wir konnten uns aber trotz der kurzen Zeit gut erholen und hatten einen sehr schönen Urlaub. Denn, ist das Kind zufrieden sind es die Eltern auch und Max hätte wohl noch Wochen auf dem Platz verbringen können.

Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt.













 
voke
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RE: Eine Woche CP Wesselburener Koog, Dithmarschen

#2 von GSB ( gelöscht ) , 13.11.2009 15:04

Hallo Voke,

schöner Bericht. Das Eider-Sperrwerk muss ich mir auch mal ansehen.
Da ist der CP ja gut geeignet als Basis.

Gruß GSB, Günter

GSB

RE: Eine Woche CP Wesselburener Koog, Dithmarschen

#3 von HDI Falter , 13.11.2009 15:19

Moin, sagt man da so.

Habt ihr auch nen bis'chen Bernstein gefunden?
Ist ne gute Ecke dafür.

Gruß Jürgen

 
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RE: Eine Woche CP Wesselburener Koog, Dithmarschen

#4 von voke , 13.11.2009 15:25

Zitat von HDI Falter
Moin, sagt man da so.

Habt ihr auch nen bis'chen Bernstein gefunden?
Ist ne gute Ecke dafür.

Gruß Jürgen



Hallo Jürgen,

ehrlich gesagt, hätte ich gar nicht richtig gewußt, wo ich danach suchen sollte. "schäm"

 
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RE: Eine Woche CP Wesselburener Koog, Dithmarschen

#5 von voke , 13.11.2009 15:27

Zitat von HDI Falter
Moin, sagt man da so.

Habt ihr auch nen bis'chen Bernstein gefunden?
Ist ne gute Ecke dafür.

Gruß Jürgen



Hallo Jürgen,

ehrlich gesagt, hätte ich gar nicht richtig gewußt, wo ich danach suchen sollte. "schäm"

 
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RE: Eine Woche CP Wesselburener Koog, Dithmarschen

#6 von grischa , 13.11.2009 15:31

Hallo Volker.

Gell, doppelt genäht hält besser, oder spinnt eventuell mein Browser ? Danke für den schönen Bericht.

 
grischa
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