RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#1 von Aragorn1513 , 11.11.2009 12:11

Wie schon angekündigt folgt nun der Reisebericht über Bali

Nach 4 wunderschönen Tagen in Singapore, wurde es Zeit, weiterzureisen nach Bali. Der Flug dorthin dauert von Singapore aus 2,5 Stunden. Die Flüge haben wir alle mit Singapore-Airlines gebucht, eine der größten Fluggesellschaften weltweit. Eine Fluggesellschaft mit erstklassigem Service, wie wir später auf dem Rückflug noch erfahren sollten. Aber einstweilen waren wir ja mal erst unterwegs nach Bali. Auf Bali kamen wir kurz nach 19 Uhr an, was bedeutete, dass es auch schon dunkel war. Bevor man dann am Flughafen durch den Zoll geht, muss man erst einmal an einem Schalter ein Visum kaufen, da ist man mit 25 US-$ pro Person dabei. Man kann aber problemlos auch in Euro bezahlen, bekommt sein Wechselgeld dann allerdings in indonesischen Rupia zurück. Damit hatte ich erstmals 8.000 Rupia in der Hand. Nach den üblichen Zollformalitäten, gings weiter zum Gepäckband, wo unsere Trollys schon auf uns warteten. Dazu muss man wissen, dass das mit dem Gepäck in Asien deutlich schneller geht als bei uns. An diesem Gepäckband standen Männer in Uniform, die uns das Gepäck aus den Händen nahmen und mit uns zu einer weiteren Gepäckkontrolle gingen. Die Uniformen erinnerten uns an unsere deutechen Zolluniformen, sodass wir davon ausgingen, dass es sich hier um Zollbeamte handelt. Dass es sich hier um gewöhnliche Gepäckträger handelt, wurde uns erst später klar. Denn deren Dienste hättten wir nicht benötigt, da unser Gepäck Rollen hatte und wir das auch so bequem hinter uns herziehen konnten. Der Gepäckträger rannte jedenfalls mit unserem Gepäck dann schnurstracks auf eine der Wechselstuben zu, wo er uns dann nötigen wollte, Geld zu wechseln. Diese Wechselstuben befanden sich hinter der Zollkontrolle in einem Gang, ca. 20 Stuben auf jeder Seite und alle brüllten dort aus den Stuben raus, man solle doch Geld wechseln. Das ganze gleicht einem Spießrutenlauf, ganz furchtbar. Als unser Gepäckräger aber merkte, dass wir nicht wechseln wollten (wir hatten eine Kreditkarte und haben später an einem Automaten Geld geholt) machte er dann deutlich, dass er für seine "Serviceleistung" Geld seehn wollte. Jetzt hatte ich als einziges indonesisches Geld die 8.000 Rupia, die ich noch vom Visumkauf erhalten hatte. ich kuckte in mein Portomonaie und sah, dass sich dort ein 5.000, ein 2.000 und ein 1.000 Rupia-Schein befanden. Den Tausender gab ich dem Mann, da deutete der frech auf en 5.000, dass er gerne diesen Schein hätte. Da hatte es eine sehr großen vorteil, dass ich zum einen einen Kopf größer als dieser Mensch war und zum anderen recht kräftig gebaut bin und hab ihm deutlich zu verstehen geben, dass es nichts mehr gibt. Einen Versuch machte er dann noch, in dem er mir zu verstehen gab, dass er ja zwei Gepäckstücke getragen hätte. DA hab ich ihm in einem sehr scharfen Ton in Englisch gesagt. dass machen sollte, dass er Land gewinnt, weil es sonst einen Satz heisse Ohren gegeben hätte. Der Mann war fast an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.

Nach diesem Erlebnis sind wir dann erst einmal weiter raus aus dem Flughabafen, wo wir von einem Hotelangestellten schon erwartet wurden. Vom Flughafen ging es dann mit so einem Kleinbus zum Hotel. Und dieses Hotel war schon echt der Hammer. Wir hatten mit Absicht ein Hotel der höhreren Sternekategorie gebucht, weil die hygienischen Verhältnisse in solcehn Ländern nicht den unseren entsprechen. Ich bin weiss Gott keiner, der seinen Urlaub in Luxushotels verbringen muss und absoluten Luxus im Urlaub haben muss, aber dieses Hotel sollte noch zu einer Ruheoase für uns werden, denn Erholung ausserhalb des Hotels ist auf Bali fast nicht machbar, jedenfalls nich in den Küstenorten Legian und Kuta. Von daher war ich heilfroh, dass wir uns den Luxus erlaubt haben, ein 4,5 Sterne Hotel zu buchen. Auf der Fahrt zum Hotel fiel uns schon auf, dass die Häuser auf Bali alle in einem sehr bedauernswerten zustand waren. Gleiches galt für die Straßen. Überall Schlaglöcher und Gehwege (wenn vorhanden) in schlechtem Zustand. Der krasse Gegensatz waren die Hotels. Dei waren alle in pikobello Zustand und gepflegt.
Vor jedem Hotel waren Sicherheitsdienste postiert, die jeden Besucher kontrollierten. Das war wohl ein Resultat der Anschläge auf eine Disco auf Bali vor einigen Jahren. Uns waren diese Sicherheitsvorkehrung aber recht, denn so hatte man wenigstens das Gefühl, das nur Leute, die zum Hotel gehörten, auch tatsächlich im Hotel waren. Denn ausserhalb des Hotels sich zu bewegen, empfanden wir als ganz schrecklich. Man war Freiwild für die balinesishce Bevölkerung. Andauernd wurde man gefragt, ob man was kaufen will, ob man was essen will oer auch nur einen Transport per Taxi haben möchte. Sich einfach mal nur umschauen oder in einem Laden mal zu kucken, war nicht möglich, ohne direkt angesprochen zu werden, man soll doch kaufen. Diese penetrante Art der Balineser ist uns jedenfalls ziemlich auf den Zeiger gegangen. Denn man sucht ja auf so einer Insel Erholung und Ruhe. Hier hatten wir genau das Gegenteil. Von daher haben wir die himmlische Ruhe in unserem Hotel so oft und so lange wie möglcih genossen. Vor allem abends haben wir viel und lange am Strandende des Hotels gesessen und über den Strand hinweg dem Meer gelauscht. Deisee Stunden dort innerhalb der hotelanlage mit Blick zum meer im Dunkeln waren wirlich die schönesten Stunden dort auf der Insel. Hier hatten wir das, was wir gesuct haben, Ruhe und Erholung.

WEnn man dann so weit weg in Urlaub fährt, dann will man ja auch was von seinem Urlaubsbiet was sehen. Und das haben wir sehr ausgiebig mit drei Tagestouren getan. Denn landschaftlich und kulturell hat Bali so einiges zu bieten. Bali ist von der Größe her etwas größer als Teneriffa, besteht auch wie die die Kanaren vorwiegend aus Vulkangestein. Auf Bali gbit es auch aktiven Vulkanismus. Da wir uns hier in den Tropen befanden gab es auch streckenweise tropischen Regenwald zu sehen, sofern dieser nicht den nicht enden wollenden Reisterrassen weichen musste. Diese Reisterrassen und der Regenwald sind das typische Landschaftsbild von Bali, wenn man einmal aus den Touristenhochburgen rausfährt. Wobei man sich gut überlegen sollte, auf Bali selbst Auto zu fahren. Denn auf Bali Auto fahren ist eine Sache für sich. Denn hier gibt es nur eine Regel: Hauptsache ich komme weiter! Da wird an stellen überholt, wo es bei uns schon längst gekracht hätte. Aber das System funktioniet, weil alle es so machen. Aber man muss höllisch daauf achen was vor einem und hinter einem so los ist. Vor allem die Fahrrad und Mopedfahrer, die es dort in Horden gibt. Hab noch nie soviele Mopedfahrer auf einen Haufen erlebt wie auf Bali. Da sind selbst die bekannten Eifelstrecken harmlos gegen.

Neben der Landschaft ist natürlcih die Kultur der Balinesen interessant. über 90 % der Balinesen sind Hinduisten. Allerdings unterscheidet sich der Hinduismus auf Bali von dem in Indien. Die Balinesen glauben an einen gott, sind somit Moneteisten, der sich aber in verschiedenen Gestalten den Menschen zeigt. Das wird dann auch sehr deutlich in den verschiedenen Tempelanlagen. Bali ist ja die Insel der Tempel. Es gibt tausende von Tempeln in jeder Größe. Die größten und bekanntesten haben wir besichtigt. Das ist schon serh beeindruckend, weil man hier auf eine Religion trifft, die uns Europäern sehr fremd ist. Aber es lohnt sich, sich diese Tempelanlagen einmal anzuschauen, damit man mal eine ungefähre vorstellung vom Hinduismus bekommt. Leider wurden auch diese Tempelbesuche an manchen Tempeln vor allem durch Gruppen von Kindern gestört, die einem in penetranter Weise versuchten, postkarten zu verkaufen. Erst wenn man wieder in den Bus einstieg, um weiter zu fahren, ließen diese Kinder von den Touristen ab.

Aber diese drei bustouren, die wir über die Insel gemacht haben, waren das, warum man eigentlich nach Bali färhr. Denn da öffnet sich so ein wenig die uns doch manchmal fremde Welt anderer Kulturen und Völker.
Wenn man dann nochmal so am Schluß darüber nachdenkt, was man so alles auf Bali erlebt hat, kommt man zu dem Schluß, ja wir sind ein sehr reiches Land und wir sollten Dankbar sein, dasss wir die Möglichkeiten haben, solche Reisen wie nach Bali machen zu können. Dei Balinesen sind ein sehr armes Volk, was teilweise auch ihr Verhalten uns Touisten erklärt, denn die Schere zwischen arm und reich ist auf Bali noch viel größer als bei uns. Deutlich geworden ist das für mich an der Bildung. Die Hotelangestellten beispielsweise sprachen alle ausnahmslos gutes Englisch. Ausserhalb des Hotels jedoch gab es kaum Menschen die vernünftig Englisch sprachen. Sie verstanden zwar das meiste, aber sprechen konnten sie meist nur das wirlich allernötigste. Dei Menschen dort müssen täglich um ihr Überleben kämpfen. Ich denke einerseits sind die Menschen dort vom Tourismus teilweise abhängig, andererseits wären sie froh, wenn nicht soviele Touris dort wären, denn sie geben einem das Gefühl, als Europäer gehört man nicht dorthin. So haben wir es zumindestens empfunden. Und das ist so eine Erkenntnis, die man so nach 10 Tagen Bali mit nach Hause nimmt.

Als Fazit kann ich eigentlich nur sagen, es ist interessant dort gewesen und ich bin froh, einmal da gewesen zu sein, aber ich muss kein 2. Mal nach Bali reisen. Diese Art des Urlaub ist nichts für mich.

Zum Abschluss wollte ich noch einmal ein paar Worte zu Singapore-Airlines sagen. Der Rückflug ging wieder über Singapore und dann zurück nach Frankfurt. In Singapore sind wir mit einer halben Stunde verspätung abgeflogen, weil das Flugzeug noch nicht fertig betankt war. Und beim Anflug auf Franktfurt sagte der Pilot dann durch, dass wir noch Warteschleifen fliegen müssten, weil in Frankfurt soviel los ist, dass wir nicht landen konnten. Da einige Passagiere noch Anschlußflüge hatten, haben die sich an die Stuardessen gewandt. Die haben sofort mit Frankfurt Airport Kontakt aufgenommen und haben nach einer Lösung gesucht. Frankfurt Airport hat dann gemeldet, dass aufgrund des Verkehrs die meisten Anschlußflüge auch verspätung hätten und das im Flughafen mitarbeiter der Anschlussfluglinien bereits stehen würden, die die Passagiere in Empfang nehmen würden und zu ihren Anschlußflügen begleiten würden. Sollte jemand seinen Anschluss ncith bekommen, könnte man in Frankfurt am Flughafen auf Kosten von Singapore-Airline auch übernachten. Das nenn ich mal wirklich Service. Wir hatten zum Glück keinen Anschlußflug, sondern sind mit dem ICE richtun Köln gefahren und später weiter bis nach Hause, wo wir dann glücklich in unser Bett fielen.

Viele Grüße
Alex

PS. Ich hoffe, euch hat der Reieebericht ein wenig gefallen.
PPS. Leider hab ich keine Bilder, die ich hier einstellen könnte.

 
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RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#2 von sunshine , 11.11.2009 12:41

Danke, Aragorn - ja dein Reisebericht hat mir gefallen, vor allem auch wegen deiner persönlichen Eindrücke und der Rückschlüsse, die du daraus gezogen hast.
Schon die Überschrift deutet dein persönliches Empfindungen an.

Vermutlich wäre Bali auch nichts für mich.
Ich glaube, viele von uns Campern sind einfach nicht dazu geschaffen, eine Woche faul in einem Hotel (und sei es noch so schön) herumzuhängen...

Aber sag mal, warum hast du denn keine Fotos, die du hier einstellen kannst?

 
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RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#3 von daf43 , 11.11.2009 14:53

Hallo Aragorn,
es ist nun schon 15 Jahre her, dass wir Sumatra und Bali bereist haben. Bis auf die damals noch nicht vorhandenen extremen Sicherheitsmaßnahmen hat sich im Verhalten der Balinesen nichts geändert. Zum Glück hatten wir ein Hotelressort ganz im Süden gewählt, wo man "von den Einheimischen abgeschirmt ist". Fast hätten wir wegen dieser zynischen Bemerkung damals das Hotel nicht gebucht. Als wir dann dort waren, kam es uns wegen der extremen Bedrängung durch die einheimischen Verkäufer als Paradies vor.
Ein älteres Ehepaar, welches außerhalb des Ressorts ein nettes Hotel hatte, bekam dann unterwegs auf der Rundreise einen Nervenzusammenbruch, diese dichte Bedrängung war zuviel für sie.

Aber trotzdem, auf der Rundreise selbst war die Belästigung akzeptabel. Das Schöne, wa wir sehen konnten, hat das Ärgerliche aufgewogen. Insofern kann ich Bali empfehlen, aber wie Du schon geschrieben hast, ein zweites Mal muss es nicht sein.
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RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#4 von Aragorn1513 , 11.11.2009 15:29

Hallo Iris,

ich müsste erst einmal die CD finden, wo ich die Bilder drauf hab. Als Foto auf Papier hab ich an die 300 Bilder von Bali. Wenn ich die CD gefunden hab, stell ich nachträglich mal welche rein.

Gruß - Alex

 
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RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#5 von sunshine , 11.11.2009 16:19

Tja, Alex, 300 Fotoabzüge kann man eben nicht so leicht verlegen, wie so einen kleinen Silberling...
Vielleicht findest du deine CD ja wieder.

 
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RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#6 von Evi ( gelöscht ) , 10.01.2014 11:19

Hallo Alex,

ich habe gerade mal deinen kompletten Reisebericht gelesen, auch wenn er schon mehrere Jahre alt ist, hört sich deine Reise echt spannend an.
Hast du die CD mit deinen Urlaubsbildern mittlerweile gefunden? Würde mich aber über Bilder sehr freuen.

Gruß Evi

Evi

RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#7 von Aragorn1513 , 04.02.2014 14:43

Hallo Evi,
ja, die Bilder von Bali hab ich!! Mal schauen, vielleicht kann ich sie mal hier einstellen!

Gruß - Alex

 
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RE: Bali - Wirklich ein Paradies???

#8 von Evi ( gelöscht ) , 04.02.2014 15:15

Hallo Alex,

sehr schön, dass die CD mit deinen Urlaubsbildern wieder aufgetaucht ist .

Grüße
Evi

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