RE: Schottland - Reise

#1 von Canadafan ( gelöscht ) , 05.03.2006 16:15

Schottland –Reise vom 29.06. – 20.07.2004 mit Hymer Tramp Maxi



Mit dem Reisebus war ich als Fahrer im Jahr zuvor in Glasgow. Diese Woche in Schottland hatte mich inspiriert, einmal für längere Zeit und ohne Touristen im Rücken diesen Teil von Great Btitain zu bereisen. Als ich im Januar des selben Jahres mich einer Hüftoperation unterziehen mußte, war ich unsicher wie es ausgeht und wollte daher keine Übersee – Reise buchen. Wozu habe ich selbst ein Womo?
Also bot sich mein Vorhaben mit Schottland an.

29.06.
Morgens gegen 09:00 Uhr starten wir hier im Vogelsberg und fahren auf die A 45 (Sauerlandlinie) Richtung Dortmund. Über die A40 erreichen wir am Kreuz Recklinghausen die A2, die uns an Arnhem, Utrecht vorbei nach Amsterdam bringt.
Südlich fahren wir daran vorbei und erreichen schließlich den Fährhafen Ijmuiden, wo das Schiff der DFDS Seaways auf uns wartet.
Hier stehen wir in der Warteschlange zunächst bei herrlichem Sonnenschein. Dann wird es zusehends dunkler und ein kräftiges Gewitter prasselt pünktlich zum Einschiffen nieder. Der Hammer dabe ist, daß ich das Womo rückwärts in den Schiffslaib rangieren muß. An und für sich kein Problem, aber hier waren die Spiegel vom Platzregen wie blind. Irgendwie war ich froh als ich meinen Standplatz erreicht hatte.
Nun ein wenig Handgepäck und erst einmal unsere Kabine aufsuchen. Hier legen wir unser Gepäck ab und mischen uns unter das muntere Treiben an Bord.
Pünktlich um 18.00 legt das große Fährschiff ab. Das Gewitter ist vorbei und wir haben klare Sicht, als wir den hafen verlassen.
Wir nehmen im Bordrestaurant Platz und beteiligen uns bei der Schlacht am üppigen Buffett. Hier bleiben keine Wünsche offen!
Nun heißt es die vielfältigen Einrichtungen an bord zu erkunden. Schließlich landen wir im großen Saal, wo die Bordband zum tanz aufspielt und eine Show dargeboten wird.
Nach einigen Bier und ein paar Tänzchen fallen wir müde in unsere Kojen.

30.06.
Gegen 07:30 Uhr werden wir geweckt. Ein gutes Frühstück, und bald schon legt die Fähre pünktlich um 09:00 Uhr in Newcastle upon Tyne an.
Als sich der Schiffsrumpf öffnet, sehen wir, daß es auch hier wie aus Kübeln gießt.
Ziemlich als erste verlassen wir die Fähre. Am Zoll sind die Fomalitäten sehr schnell erledigt und wir sind auf der Insel. Ab sofort heißt es: „Keep left – bleib links“. Vom Hafen aus müssen wir Newcastle komplett durchqueren, um Richtung Westen zu kommen. Es ist bei dem strömenden Regen sehr anstregend und teilweise verwirrend. Claudia ist als Beifahrerin hier sehr gefragt – sie macht ihre Sache sehr gut. Endlich sehe ich in einem Roundabout (Kreisverkehr) den Wegweiser Richtung Hexham. Wir sind nun auf der A69. Kurz hinter Hexham velassen wir diese Straße und fahren bei Chollerford auf die sehr schmale B 6318 ab. Dieses Landsträßchen verläuft fast parallel zum Hadrians Wall. Gott sei Dank hat der Regen aufgehört. Aber es ist kühl und teilweise sehr windig.
Hadrians Wall zeugt als eines der größten Denkmäler vonder Macht und Stärke der Römer. Ein Steinwall verläuft auf ca. 117 km durch das offene Land.
Hadrian war 117 n. Chr. römischer Kaiser und Befahl 122 n. Chr. bei einem Besuch in Britannien einen Wall von Solway Firth im Westen bis zum River Tyne im osten zu bauen, um die Römer vor den „Barbaren“ zu trennen.
Bei Housesteads ist dieser Wall am besten erhalten. Viele Wanderer sehen wir. Entlang des Hadrians Wall führt einer der berühmtesten Wanderwege in Großbritannien.
Wir haben jetzt genug Steine gesehen und fahren hinter Greenland wieder auf die A 69. Kurz vor Carisle gelangen wir zur M6/A 74, die nach Norden führt.
Nur noch ein paar km, und wir sind an der Grenze zwischen England und Schottland. Außer einem Hinweiszeichen und einem großen Grenzstein würde man es nicht bemerken.
Kurz hinter der Grenze biegen wir nach links ab und befinden uns unmittelbar danach im weltberühmten Gretna Green. Hier Checken wir auf Braids Caravan Park ein und müssen feststellen, daß die Campingplätze sehr teuer sind (Ca. € 35 ,00 pro Nacht mit Strom und Wasseranschluß).
Hier machen wir es uns gemütlich, nehmen unser Abendessen ein und schauen noch ein wenig (deutsches) Fernsehen.

01.07.
Nach dem Frühstück verlassen wir den Campingplatz und sehen den auf Tourismus getrimmten Ort an. Ca. 500.000 Besucher strömen jährlich in das kleine Kaff. Ein Bummel durch das kleine Shopping Centre wird zuerst unternommen., wo ich mir die zwei schottischen Flaggen kaufe, die ich auf den nächsten Campingplätzen neben der deutschen aufhängen will (wie ich das in Canada auch immer mache).
Jetzt wird das berühmteste Ziel in Gretna Green angefahren: die kleine Schmiede im Norden der Stadt, wo seit Beginn des 18. Jahrhunderts der Schmied „über dem Amboss“ Trauungen vollzog.
Hier erfahren wir, daß einer der letzten Schmiedemeister, Mr. Rennison, in 13 Jahren 5.147 Paare getraut hat. Seit 1940 aber ist auf Druck der Kirche diese Trauung nicht mehr anerkannt. Als Touristenattraktion kann man heute noch „mock weddings – Scheinehen“ vollziehen. Das dazugehörige Dokument kostet 75 Pence.
Trotz alledem sind die gepflegten Gebäude um die Schmiede herum mit seinen obligatorischen Souvenierläden und kleinen Museen sehenswert.
Aber damit soll es auch genügen. Wir fahren auf der A75 40 km nach Dumfries. Diese 34.000 zählende Stadt nennt sich selbst „Königin des Südens“. Am River Nith, gegenüber der TouristInformation parken wir unser Womo und gehen auf Erkundungsgang. Schon bald wird uns klar, daß hier einer der berühmtesten Söhne Schottlands gelebt haben muß.
Es ist Robert Burns (1754 – 1796), der schon als Kind Gedichte in schottischer Mundart geschrieben hat und hier von 1759 – 1796 seine letzten Lebensjahre verbrachte. Eine große Statue dieses schottischen Dichters zeigt ihn an der verkehrsberuhigten Highstreet auf einem Baumstumpf sitzend mit seinem Hund. Ein Stück weiter gelangt man zum Burns House dem emaligen Wohnsitz dieses Barden, das heute als Museeum mit vielen Austellungsstücken vom Leben und Schaffen des Nationalhelden zeigt. Der Eintritt ist frei.
Dert Kerl war schon ein Individuum . Schon früh fing er mit dem Saufen an und hatte viele Liebesaffären, die scheiterten. 1788 heirate er und er hatte neben seinen 6 ehelichen noch 9 (!) uneheliche Kinder. Sein hoher Alkolkonsum, sein schwaches Herz und rhematisches Fieber sorgten dafür, daß er schon im Alter von 37 Jahren verstarb.
In einem Mausoleum auf dem Friedhof der St. Michael’s Church liegt er begraben.
Aber immer noch nicht genug! Im Robert Burns Besucherzentrum erfährt man mittels einer Tonbildshow nochmals viel über den Dichter und seine Verbindung zu Dumfries.
Richtung Süden verlassen wir das kleine, schmucke Städtchen Dumfries. Auf der kurvenreichen und engen A710 kommen wir nach New Abbey. Hier sehen wir schon bald die Reste des des Sweetheart Abbey. Im Jahre 1273 gründete Lady Devorgilla of Gelloway dieses Kloster zur Erinnerung an ihren verstorbenen Gatten John Balliol, dessen einbalsamiertes Herz sie in einer Elfenbeinschatulle 16 Jhre bis zu ihrem Tod in 1289 stets mit sich trug. Das war Liebe!!!!!
Sie ist zusammen mit dem Herz im Kloster beerdigt.
Bei der Weiterfahrt stossen wir auf die Ufer des Solway Firth (Fjord).Vorbei an unzähligen Hecken, Weideland und Schafen biegen wir nach Norden ab. In Dalbeattie, ein kleines Dörfchen mit schmucken Fachwerkhäsern, folgen wir der A745, einer sehr schmalen, wiederum kurvenreichen Strecke nach Castle Douglas.
Hier nehmen wir die A713 Richtung Norden. Schon bald glitzert das Wasser des Loch Ken (eigentlich der River Dee). Wir fahren am Ufer entlang und erreichen Parton, wo wir auf den Loch ken Holiday Park für heute einchecken.
Seltsamerweise findet man kaum Caravaner oder Womos hier. Obwohl der platz direkt am See liegt und dieser bei Wassersportlern sehr beliebt sein soll. Ob es am kühlen Wetter liegt?
(Fortsetung folgt(


Canadafan

RE: Schottland - Reise

#2 von morgenröte , 12.03.2006 18:26

Hallo Canadafan,

dein Bericht ist interessant und gut zu lesen, bin gespnnt wo ihr noch ward.

Gruß Andrea


 
morgenröte
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