RE: Thale 1. MAI 2009

#1 von morgenröte , 03.05.2009 19:49

Thale 1. Mai 2009

Morgens um 8 Uhr 30 starten wir Richtung Harz zum Klostercamping Thale. Es sind zwar keine 90 km, aber nach 20 min machen wir Frühstückspause und zwar in Halchter beim Wolfenbüttler Backhaus. Die Station kennen wir schon aus mehreren Harzburg – Aufenthalten. Eine ganze Stunde futtern wir und genießen die frischen Brötchen aus der hauseigenen Bäckerei. Noch einige nette Worte mit der Chefin und wir fahren weiter. Am späten Vormittag suchen wir den CP in Thale, er versteckt sich hinter hohen Klostermauern und fügt sich unauffällig in das Ortsbild ein.


Klosterhoftor

Der Tipp ist von Winni, dem der Platz zu viele Schickimicki-Camper hat. Uns gefällt er, alles wirkt gepflegt und der Empfang ist nett. Mein Mail liegt ausgedruckt auf dem Tisch und der Chef zeigt uns wie wir auf den gegenüberliegenden Klostergarten kommen. Es muss rückwärts in die Platzeinfahrt gesetzt werden und dann schnurgerade in ein enges Tor, das nur halbseitig offen steht. Da unser Gespann zu lang ist muss der Rest gemovert werden, nachdem abgekuppelt ist. Mit frisch der geladenen Batterie ist das zu schaffen. Für die Unannehmlichkeiten sollen wir unbedingt auf einen Kaffee vorbeikommen. Der Platz scheint fast ausgebucht, es ist Walpurgisfest, der ganze Harz feiert und das Wetter ist klasse. Und wir haben mal wieder die engsten Stellen gemeistert, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.




Nachdem wir uns eingerichtet haben, erkunden wir den liebevoll mit viel Holz möblierten Platz. Danach treffen wir im Klostergarten jemanden vom Förderverein des Wendhusener Klosters, sehr nett legt er uns ans Herz die Führung um 14 Uhr mitzumachen. Draußen werden zwei Ritterzelte im Museumhof aufgebaut und ein mittelalterlich gekleideter Bogenschütze macht sich bereit, denn auch den Jugendlichen soll die Geschichte näher gebracht werden. Unter einer uralten Kastanie wird ein Biergarten aufgebaut.
Nach den Anmeldungsformalitäten laufen wir eine Viertelstunde zurück zum Straßenfest. Gleich am Kopf der Fußgängerzone plätschert ein Brunnen mit Odin und einigen Trollen. (Das Zeichen für Camper – hier sind wir richtig, obwohl wir keinen Odin fahren sondern einen anderen Hymer, und in den Camperforen benehmen wir uns auch nicht wie die Trolle.)



Anschließend setzen wir uns vor den Wohnwagen in die Sonne und beschließen abends nochmal in den Ort zu gehen, um etwas zu essen. An jeder Ecke könnte man fotografieren, aber mir reicht es, die Knipse bleibt im Wohnwagen. Kaum zu glauben wie viele Touris hier rumlaufen, die meisten Autos kommen aus der näheren Umgebung zu Kurzurlauben.



Am Samstag gibt es ein ausgiebiges Frühstück und wir beschließen eine Fahrt nach Quedlinburg zu machen, um uns Weltkulturerbe anzuschauen. Den Titel hat die kleine Stadt wirklich verdient. Das Fotografieren macht wieder Spaß. Wir parken direkt neben einem Busparkplatz und strömen mit den Mengen in die Innenstadt. Mehr ist in Rotenburg o.T. auch nicht los. Mir tun die Einheimischen fast leid, aber wie man bald feststellt, leben viele Menschen hier von den Touristen.




Beschreiben kann man den Ort nur schwer, selber schauen wäre am besten. Fachwerk, Türmchen, schmale Gassen wohin man schaut. Leider gibt es noch unbewohnbare Häuser dazwischen, aber sicher werden die noch ihre Liebhaber finden. Einiges dazu haben wir gerade am Frühstückstisch in der Mitteldeutschen Zeitung über das Münzberg - Viertel gelesen. Wir sind begeistert und lassen uns treiben von einem herrlichem Blick zum nächsten, dabei sind viele Höhenmeter zu überwinden.



Anschließend fahren wir zur Rosstrappe von Thale, es gibt noch viel zu sehen, sodass wir auf eine Pause am Wohni verzichten. Wir fahren eine kurvenreiche Straße hoch zum Hotel an der Bergstation des Sessellifts.



Es ist recht voll, der Wanderweg geht praktischer Weise direkt über die Terrasse des Hotels. Viele Tische sind besetzt und trotzdem machen sich viele Wanderer auf den Weg, der kurz vor dem Ziel von Geländern eingerahmt ist.




Verlaufen ist unmöglich, aber es zeigt sich, dass die Geländer ihre Berechtigung haben. Steiler geht es kaum. Neben uns geht es steil 400 Meter in die Tiefe. Unter uns fließt die Bode und glitzert wunderschön in der Sonne.




Diesen Wanderweg entlang der Bode ist ein Naturwunder, das man auch erwandern sollte. Dieses Mal sehen wir uns das Tal aber von oben an. Bald sind die Menschen vergessen und wir sind begeistert von dem Bild, das sich uns bietet. Am Ende des Weges geht es einer Familie ähnlich, sie bittet uns sie zusammen zu fotografieren. Natürlich machen wir das sofort, obwohl es dem Sohn furchtbar peinlich ist.




Anschließend fahren wir faul mit dem Wagen weiter nach Treseburg, wo ich endlich meinen Käsekuchen mit Erdbeeren bestellen kann. Der Blick von der Cafeterrasse geht direkt zum Ausgang des Bodetals und viele Wanderer kehren hier ein.

Danach fahren wir langsam zum Wohni und wollen den Tag auf uns wirken lassen. Vor uns rangiert ein langes WoMo mit einigen Zügen in unseren Klosterhof. Die Beifahrerin kommt mir bekannt vor. Auf einer Tafel wird ab 19 Uhr Soljanka angepriesen, prima denken wir. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, gehen wir rüber und nehmen an den gemütlichen Tischen im Hof des CPs Platz. Hier kommt man mit anderen Campern ins Gespräch, auch Einheimische sitzen dabei und wir erfahren viel vom verpassten Event am 30. April. Den Abend hatten wir noch zu Hause in Ölper am Kirchplatz verbracht zusammen mit der halben Nachbarschaft.

Etwas später sitzen sie neben uns die Leute, die wir auf der Rosstrappe geknipst haben, die Dame aus dem Wohnmobil. Sympathisch sind sie und Sohnimann erholt sich vom Schreck uns setzt sich dazu.

Die Suppentöpfe sind um kurz vor 19 Uhr noch nicht da, "naja wir sind wohl drüben" rutscht mir raus…"Die Brötchen gibt es auch erst ab 8 Uhr und nicht vorher, weil das nicht richtig wäre"…erfahren wir von anderen Campern. Aber niemand nimmt etwas krumm und wir warten brav bis es soweit ist. Lange sitzen wir dort, bis es kalt wird und die Sonne untergeht.




Am Sonntag bekommt Jürgen die Brötchen geschenkt, weil wir den Kaffee nicht getrunken haben, den wir für die schwierige Einfahrt angeboten bekamen. 45,40 € bezahlen wir für zwei Nächte mit Kurtaxe und lassen den Wohnwagen noch stehen, um uns Blankenburg anzusehen. Nach allem was wir vorher schon gesehen hatten, fiel der Ort etwas ab. Hätten wir ihn zu Beginn des Wochenendes besucht, hätten wir es vielleicht anders empfunden. Quedlinburg dagegen sollte man besucht haben.

 
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RE: Thale 1. MAI 2009

#2 von Ini ( gelöscht ) , 05.05.2009 14:49

hallo Morgenröte,

leider war kein Platz mehr frei, sonst wären wir auch am 30.4./1.5. auf dem Klostercamp gewesen. So sind wir in die sächsische Schweiz gefahren.

naja - vielleicht nächstes Jahr

liebe Grüße

Ini

Ini

RE: Thale 1. MAI 2009

#3 von Tenere ( gelöscht ) , 05.05.2009 16:04

Hallo Andrea,
Danke für deinen Bericht. Das Camp steht auch bei uns auf der 'Müssen -wir-noch-hin' Liste.

Gruß Ulf

Tenere

RE: Thale 1. MAI 2009

#4 von sunshine , 05.05.2009 18:13

Schöner Bericht und prima Fotos, Andrea!
Ich kam jetzt erst dazu, ihn in Ruhe zu lesen.
Ich hoffe, die Soljanka hat dann auch geschmeckt nach der langen Wartezeit!

 
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