RE: Gruß aus Oberstdorf

#26 von morgenröte , 02.09.2008 13:43

Da hast du sicher den Antrag auf Erteilung eines Antragformulars zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars.......gebraucht. Da hat Reinhard Mey schon ein Lied drüber geschrieben, das ein echter Hit wurde.
Ich frage mich warum es den Behindertenausweis gibt.

Gruß Andrea

 
morgenröte
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RE: Gruß aus Oberstdorf

#27 von Susanne , 02.09.2008 14:14

... entweder war der kopierer kaputt oder sie haben halt gar keinen ...

ist doch ne echte arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sonst wär das mädel im dirndl arbeitslos, hätt sich kein dirndl kaufen können, damit wär der dirndl-laden insolvent und müsst schließen, seine mitarbeiter entlassen, dem schneider keine aufträge mehr erteilen, keine stoff mehr kaufen usw usw usw

 
Susanne
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RE: Gruß aus Oberstdorf

#28 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 02.09.2008 18:39

Teil 3

Die bayerische Grillfete gestern Abend hat Spaß gemacht. Der Alleinunterhalter konnte zwar keine so rechte Stimmung aufkommen lassen, war aber ein sehr netter und sympathischer Typ. Der eigentliche Alleinunterhalter war der Grillmeister, seines Zeichens Vater des Kochs. Eine Stimmung hoch drei hatte der ältere Herr. Er tanzte und sang beim Wenden der Steaks mit den Fleischstücken zwischen der Zange zur Musik. Ein herrlicher Geselle. Auf zwei Biertischen standen Kartoffel-, Kraut-, Tomatensalat sowie Gemüsezwiebeln in riesigen Schüsseln. Alles selbst hergestellt. Da konnte man sich nach Herzenslust bedienen. Im nachhinein ist mir auch klar, warum die Teller so enorm groß waren. Weil der singende Grillmeister viel Platz brauchte, um auf jedem einzelnen Teller das ganze Sortiment seiner gegrillten Leckereien zu platzieren. Alles in allem kann man diese Gaststätte nur empfehlen. Die machen immer alles frisch und sehr lecker.

Es ist gleich 10.00 Uhr, und wir haben immer noch nicht gefrühstückt. Vielleicht sollte ich das Schreiben erst mal einstellen und was vorbereiten. Sonst wird das nie was. Ich sehe gerade, da rennt er wieder rum mit einem seiner Eimerchen – unser Nachbar. Dieses Eimerchen oder wie immer man das bezeichnen sollte, ist aus Weichplastik und irgendwie zusammenfaltbar. Das muss ich mir bei Gelegenheit mal näher Anschauen. Das Teil kann man in sich zusammendrücken, ähnlich wie bei einer Ziehharmonika, so stelle ich mir das jedenfalls vor. Auf jeden Fall spart es Platz. Dafür kann man dann mehr Klamotten mitnehmen. Besagter Campingnachbar füllt gerade frisches Leitungswasser in so ein Eimerchen und stellt ein Getränk zur Kühlung rein. Vielleicht mag er ja keine eiskalten Getränke aus dem Kühlschrank oder die Kühlschrankkapazität im Wohnwagen gibt das nicht her. Was weiß denn ich. Was ich weiß ist, dass ich jetzt endlich mal unter die Dusche springen sollte, sonst ist der Tag zu Ende, bevor ich richtig wach bin. Seit dem Frühstück trödeln wir hier nur rum. Dabei wollen wir heute wieder Oberstdorf unsicher machen und vorher schon mal den Salat für heute Abend vorbereiten. Ich mach’s jetzt, ich fang an, ich geh duschen.

Mein Schatzi ist doch wohl das allerletzte. Bevor wir heute zum Einkaufen gehen wollten habe ich ihn gebeten, ein schöneres T-Shirt anzuziehen mit der Bemerkung: „Ich will ja schließlich mit dir angeben.“ Daraufhin antwortete dieser Knilch doch glatt: „Ach Zuckerchen,“ - auf meine erhöhten Zuckerwerte gemünzt - „meinste, mit uns beiden könnte man noch angeben?“ Hab ihm natürlich sofort die liebevoll für ihn gewaschenen Trauben wieder abgeholt, und irgendwie hab ich dabei an das Ehepaar gedacht, das kürzlich im Fernsehen ein Interview gegeben hat. Sie waren 70 Jahre verheiratet. Genau so kam ich mir vor.

Salat gab es natürlich nicht mehr gestern Abend aufgrund traditionell kurzfristiger Essensumplanung. Unsere Nachbarn hier nehmen aber auch keine Rücksicht auf uns. Kochen die Herrschaften doch eine sehr lecker duftende Kartoffelsuppe. Da kann man ja nicht anders als umzuplanen. Wir zogen los, kauften im letzten Moment die Zutaten und schnippelten diese gemeinsam unter dem Sonnendach. Währenddessen fing es zu regnen an, und wir mussten den kleinen einflammigen Gaskocher ebenfalls unter’s Sonnendach holen, sonst wäre die Suppe einfach zu wässrig geworden. 2 ½ Stunden vor Mitternacht war die Suppe samt Würstchen fertig und geschmacklich so gut, dass Schatzi sich anschließend mit einem Verdauungsschnaps vor dem sicheren Tod retten musste. Aber heute haben wir alles durch Wandern wieder abtrainiert, besonders ich im Rolli. Das war vielleicht schön. Nicht unser fußläufiger Einkauf mit mindestens 3 km Streckenbewältigung in glühender Hitze, nein, unsere Erkundung der näheren Umgebung. Ganz in der Nähe des Campingplatzes sahen wir ein Wegeschild „Zum Illerursprung“. Und genau diesen Weg sind wir langgewandert, immer entlang der Trettach. Das ist auch ein Fluss, und zwar ein ganz wilder, der hier zusammen mit noch zwei anderen Flüssen – man höre und staune – zur Iller wird. Ein wunderbares Naturschauspiel. Erst die wilde Trettach entlang und dann der faszinierende Zusammenfluss der drei Flüsse mit kleinen Wasserfällen. Stundenlang hätte ich mir das anschauen können. Das ist einfach ein Muss, wenn man nach Oberstdorf kommt. Wir wussten das nicht, dass hier 3 Flüsse zur Iller werden. Da wandern wir auf jeden Fall noch mal hin. Ist nicht mal weit entfernt von hier. Schade, dass man das Rauschen der kleinen Wasserfälle nicht bis hierher hören kann. Die beiden anderen Flüsse heißen übrigens Stillach und Breitach.

Keine Ahnung, warum ich’s noch nicht erwähnt habe. Kurz nachdem wir hier angekommen sind, haben wir erst mal „unseren“ Bauernhof gesucht, in dem wir vor genau 30 Jahren während unserer Hochzeitsreise untergebracht waren, und tatsächlich gefunden. Immer noch die gleiche Familie, lediglich eine andere Generation betreibt jetzt den Hof, und immer noch werden Zimmer vermietet. Und das mitten in Oberstdorf. Die Frau des Enkels der damals 90jährigen Oma, die uns die Zimmer vermietet hatte, betreibt heute den Bauernhof und war gerade mit Aufräumarbeiten im Hof beschäftigt. Wir haben sie gebeten, uns beide vor dem Anwesen zu fotografieren und ihr erzählt, dass wir vor 30 Jahren in ihrem Hause unseren Hochzeitsurlaub verlebt haben. Das hat sie natürlich gerne gemacht und sich anschließend ein wenig mit uns unterhalten. Wir haben ihr erzählt, dass wir uns heute noch über die Geschäftstüchtigkeit der wirklich netten Oma ihres Mannes amüsieren. Bei der Abreise damals hatten wir sie gebeten, uns einen Zettel mit Adresse und Telefonnummer zu geben mit der Begründung, dass wir gerne mal wiederkommen würden. „Kein Problem, sagte die Oma, da verkaufe ich Ihnen am besten unsere Postkarte für 1 DM, da steht alles drauf.“ So haben wir’s dann gemacht, und die Oma war sehr zufrieden. Wir übrigens auch. Die Schwiegerenkelin nahm unsere Anektote schmunzelnd zur Kenntnis und erklärte uns, dass ihr so was in der Art auch schon von anderen Gästen zu Ohren kam. „Die Oma war ein liebenswerter kleiner Gauner“, sagte sie. Wir waren sehr froh, dass wir unseren Bauernhof wiedergefunden hatten und kehrten anschließend in einem Biergarten ein. Bloß unser Hotel zur Post (ich bin mir fast sicher, dass es so hieß – haben wir nicht mehr gefunden. Es wurde anscheinend abgerissen und ein neues Gebäude errichtet. Wir haben zwar ein Hotel zur Post in Oberstdorf gefunden, aber das Hotel, in dem wir nahezu täglich während unseres Urlaubes vor 30 Jahren mit einem 90jährigen Opa Skat gespielt haben, ist es nicht. Der Opa hatte fantastische Zaubertricks drauf. Er war zwar kein Profi, aber Zaubern war seine große Leidenschaft. Jeden Tag hat er uns neue Tricks gezeigt. Einige davon hat er uns sogar verraten. Damals wollte ich auch unbedingt Zauberer werden, das hat sich aber dann leider zerschlagen. Nicht so schlimm, ich zaubere ja trotzdem irgendwie rum.

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#29 von sunshine , 03.09.2008 09:41

Hallo Wilma,
danke für deinen unterhaltsamen Life- Reisebericht, der zeigt, dass man mit dem richtigen Weggefährten an der Seite auch im Rolli Spannendes erleben kann.
Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie sehr ich euch beide bewundere?

Ich wünsche euch noch weiterhin einen schönen Urlaub!

 
sunshine
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RE: Gruß aus Oberstdorf

#30 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 04.09.2008 13:19

Teil 4

Die Gleitschirmfliegerei habe ich abgehakt. Das geht leider nicht, da muss ich einfach nach außen hin Einsicht signalisieren, bis ich selbst nicht mehr weiß, dass ich es jemals wollte, und die Schwärmerei an den Nagel hängen, sonst mach ich ja mein Umfeld noch ganz kirre. Donnerwetter, jetzt bin ich aber selbst erstaunt, wie problemlos und leicht ich doch zu handlen bin. Mit mir hat mein Schatzi doch wohl den totalen Glücksgriff gemacht, oder? Ob er das allerdings auch so sieht, daran habe ich gewisse Zweifel. Aber es ist ja nicht so, dass die Gleiterei meine einzige Schwärmerei wäre, eine Wanderung zu einem einsamen Bergsee steht auch ganz oben auf meiner Liste. Diesbezüglich haben wir uns bereits erkundigt. Das ist machbar, auch für mich mit Rolli. Wird in den nächsten Tagen in die Tat umgesetzt. Wir waren beide noch nie an einem Bergsee. Wir freuen uns schon sehr und hoffen auf eine ganz besondere Atmosphäre. Vielleicht kann man da oben auch diese Echo-Spielchen machen, das wäre sensationell. Ich hab da schon eine Idee. Jetzt wird aber erst mal gefrühstückt und dann überlegen wir uns mal, wie’s heute so weitergeht.



Hurra, wir waren heute da. Am Bergsee. Bloß war der nicht einsam und eigentlich kein richtiger Bergsee. Das stand zwar auf dem Hinweisschild, aber einen Bergsee habe ich mir ganz anders vorgestellt, nämlich mitten in den Bergen und ohne einen Waldgürtel drum rum. Die Wanderung dorthin durch den kühlen Wald, was bei der anhaltenden Hitze hier eine Wohltat war, vorbei an einer Ziegenkäserei, die leider Ruhetag hatte, an einem Waldgasthof und an der Skiflugschanze, die wir ausgiebig betrachteten, war an sich schon ein Erlebnis. Heiliger Strohsack, ist die hoch, die Flugschanze.




Dagegen sind die zwei „kleinen“ Sprungschanzen in Oberstdorf die reinsten Sprungschänzchen. Möglicherweise liegt es aber auch daran, daß ich diese bisher nur aus der Ferne gesehen habe.

Nach einer gewissen Zeit und einer mir den Atem raubenden Rutschpartie mit dem Rolli auf dem schmalen Schotterweg, der teilweise sehr starkes Gefälle und beeindruckende Steigungen hatte, konnten wir durch eine Schneise den unten liegenden See sehen. Enttäuscht von diesem phantastischen Blick auf den sogenannten Bergsee war ich aber keinesfalls. Eine märchenhafte Landschaft in der Sonne. Schatzi hat wie schon so oft in diesem Urlaub immer wieder gesagt: „Ist das nicht schön hier im Allgäu?“



Eine kleine Seite des Sees ist abgeteilt und wird als öffentliches Waldschwimmbad genutzt. Wenn ich das richtig mitgekriegt habe, sind im See zur Zeit 14° zu beklagen. Huuuuuu, das wäre mir viel zu kalt. Einige Mutige waren jedoch im Wasser. Und mir graute ein wenig vor dem Rückweg. Ich hatte die Befürchtung, dass ich große Abschnitte des Weges ganz langsam zu Fuß hochgehen und Schatzi den unbemannten Rollstuhl hochschieben muss, weil die Rolliräder bei einer solchen Steigung auf den kleinen Steinchen so schlecht greifen. Zu allem Überfluß meldete sich auch noch mein Kirmesbläschen, und weit und breit keine Toilette in Sicht. Da stieg ich kurzerhand aus dem Rolli, schaute mich um, ob auch wirklich kein Wanderer des Weges kam, hockte mich an den Waldesrand und beobachtete dabei Schatzis entsetztes Gesicht. Aber was soll ich denn machen, ging halt nicht anders. Bin heilfroh, dass mich kein Spaziergänger oder gar ein Jäger erwischt hat. Der hätte mir wahrscheinlich mit der Schrotflinte in den Hintern geschossen. Jetzt konnte ich mich auf den Rückweg konzentrieren. Schlimmer als die gefährliche Rutscherei mit Gebrüll auf dem Hinweg kann das Hochfahren nicht werden, dachte ich mir dann. Also gab ich ganz mutig auf Schatzis Geheiß hin mittelmäßig viel Gas und rollte langsam und ziemlich problemlos Richtung Zivilisation.

Nachdem Schatzis Schuhe durch die tägliche Vielrennerei plötzlich Löcher in den Sohlen hatten und ihm furchtbar die Füße brannten und schmerzten und uns der Hunger plagte, haben wir einstimmig beschlossen, einen uns empfohlenen Berggasthof mit Bauernhof aufzusuchen. Das haben wir nicht bereut. Im Gegenteil, im Biergarten sahen wir als erstes eine deftige bayerische Stammtischrunde mit älteren Männlein und Weiblein. Die Herrschaften trugen fast alle Trachtenmode und redeten derart urbayerisch, dass wir kaum ein Wort verstanden. Dazu die wunderbare Aussicht auf die Bergwiesen und die Berge. Urlaubsfeeling pur.




Schatzi hat sich über einen Teller Wurst-/Käsesalat mit Brot hergemacht, von dem er schon tagelang geredet hat, und ich über ein Pfeffersteak aus der hofeigenen Almwiesenviehzucht, außen knusprig, innen rosa und zart, mit Gemüsegarnitur, bestehend aus Blumenkohl, Möhrchen und Brokkoli, mit einem Klecks Sauce Bernaise, goldgelben, knusprigen Bratkartoffeln und gemischtem Salat. Hab Schatzi natürlich was abgegeben von meinem reichlich gefüllten Teller. So ein leckeres Essen habe ich im Leben noch nicht gegessen. Machte wahrscheinlich zum Teil auch die Atmosphäre aus. Espresso gab’s auch noch, und wir zahlten mit zufriedenen Gesichtern und Lob an die Küche, was nicht heißen soll, dass wir die Zeche geprellt haben. Auf dem Weg zum Auto sahen wir die schon sehr betagte Bäuerin, die zuvor im schnicken Outfit mit am Stammtisch gebechert hatte, wie sie in Gummistiefeln und Arbeitsdress die von der Weide kommenden Kühe in den Stall geleitete. Wir warteten geduldig, bis die Kühe die Straße wieder freigaben. Mittlerweile waren wir so schlapp wie ein Elch nach dem Liebesspiel. Auf dem Heimweg mussten wir noch mal eine Herde Kühe über die Straße lassen. Die Kühe haben in Bayern halt Vorfahrt.




Ein rundum gelungener Tag - wenn da nicht noch zum Abschluss der notwendige Aldi-Einkauf auf dem Programm gestanden hätte.

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#31 von voke ( gelöscht ) , 04.09.2008 13:39

Hallo Mienchen, tolles Reisetagebuch.

Als ich gelesen habe "einsamer Bergsee" dachte ich bei mir, die meinen doch nicht etwa?. Doch Sie meinten. Auf dem Freiberger See hättest du dich aber auch schön von No.1 im Tret- oder Ruderboot über den See schippern lassen können.

Ich bin auf die weiteren Berichte gespannt.

Schöne Tage

Voke

voke

RE: Gruß aus Oberstdorf

#32 von NambaWan ( gelöscht ) , 04.09.2008 13:51

@Voke

Ich glaube, ich habe auf der Terrasse des Cafe Mayer auf Deinem Stuhl gesessen.

Vielen Dank für den Tipp!

Gruß
NambaWan

NambaWan

RE: Gruß aus Oberstdorf

#33 von voke ( gelöscht ) , 04.09.2008 14:12

Hallo No.1 und QM,

gern geschehen.

Daher noch einen:

Die Pizzeria Inizio in Tiefenberg. Ne Pizzeria soll ein Tipp sein? Ja, Sie hat nämlich eine kleine Besonderheit. Dort gibt es sehr leckere Pizza und Fleischgerichte bei nettem, modernen Ambiente zu sehr kleinem Preis. Mann muss eigentlich immer vorab reservieren wenn man einen Tisch bekommen will.

Dies ist folgendermaßen begründet: Vom Cafe Mayer aus habt ihr das Sport- und Golfhotel "Sonnenalp" gesehen. Ein riesen Kasten mit entsprechendem Klientel. Und die Pizzeria "Inizio" wird ausschließlich von den Lehrlingen des Hotels Sonnenalb betrieben. Die geben sich da größte Mühe alles richtig zu machen, bei wirklich sehr geringem Preis.

Aber in eurer CP-Gaststätte zu speisen, könnte ich mir auch gut vorstellen.

Schöne Tage

Voke

voke

RE: Gruß aus Oberstdorf

#34 von Ini ( gelöscht ) , 04.09.2008 14:17

hört sich nicht schlecht an...

auch wir möchten mal irgendwann auch mit dem WW ins Allgäu...

dankefein!

Ini

RE: Gruß aus Oberstdorf

#35 von Aragorn1513 , 04.09.2008 16:50

Hallo Nambawan und Quasselmienchen,

ihr schreibt da einen wirklich schönen Reisebericht und ich geh gerne mit euch auf die viertuelle Reise, bin auch schon in Oberstdorf gewesen und kann eigentlich nur euren Eindruck bestätigen, dass es dort sehr gemütlich zugeht.

Gruß - Alex

 
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RE: Gruß aus Oberstdorf

#36 von Hugo21 ( gelöscht ) , 04.09.2008 18:06

Hallo Mienchen,

sehr schön euer Bericht, wenn du wieder da bist, unterhalten wir uns mal über Geländereifen mit groben Stollen für den Rolli.

Hugo21

RE: Gruß aus Oberstdorf

#37 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 06.09.2008 09:58

Teil 5

Heute ist kein schöner Tag – bis jetzt. Wir haben nicht mal zusammen gefrühstückt. Schatzi hatte den ganzen Morgen seinen PC vor der Nase und das Handy am Ohr zwecks Computerproblemlöungen für die Firma, die er computermäßig betreut. Die haben da offensichtlich den großen Twist ins Netzwerk gebracht. Es ist bereits nach 13.00 Uhr, und die Telefoniererei hört einfach nicht auf. So was könnte man natürlich besser und schneller klären, wenn man selber vor Ort wäre. Na, egal, wir haben soeben beschlossen, uns in wenigen Minuten auf den Weg zu machen, um den uns beschriebenen Kristallsee zu suchen, was immer das für ein See sein möge. Telefonieren können wir unterwegs schließlich auch. Wenn Schatzi bloß nicht immer so schreien würde beim Telefonieren. Das hat der glaube ich bei der Bundeswehr gelernt. Fürchterliche Angewohnheit. Mal im Ernst, ich glaube, dass mein Schatzi was an den Ohren hat, er hört irgendwie nicht gut. Das habe ich schon des öfteren bemerkt. Wahrscheinlich schreit er deswegen so. Ich muss das mal unter Beobachtung halten. Da kriegt man ja Kopfschmerzen, wenn er längere Zeit telefoniert. Ich muss dann das Zimmer verlassen, was momentan unser Wohni ist. Ich hatte bereits von ein, zwei Jahren den Verdacht, dass er nicht gut hört und ihm als Überraschung bei eBay ein Hörgerät gekauft. Er hat das „Spielding“, wie er es nannte, sofort in die Tonne gekloppt. Es rauschte aber auch wirklich schrecklich. Mein Schatzi ist auf jeden Fall der Meinung, er könne wunderbar hören, auf jeden Fall das, was er möchte, und dass er so was gar nicht bräuchte. Wat willste da machen?

Nach morgendlicher Bewölkung ist es inzwischen sonnig warm. Ein wunderbares Wetter für einen Spaziergang zum Kristallsee. Ich hoffe sehr, dass wir irgendwo dort unseren obligatorischen Espresso bekommen werden. Lavazza und Alfredo wären meine absoluten Lieblingsmarken. Aber so viel Glück kann ich ja gar nicht verlangen, wo doch die Sonne schon so schön scheint. Schaumermal.

Es ist bereits Abend, und wir sind gerade mit dem Bauch voll Hunger und frischen Lebensmitteln im Gepäck wieder „zu Hause“ angekommen.



Im Lebensmittelladen war eine Kräuterschnapsverkostung. Und ich habe mich überreden lassen, das Zeugs zu probieren. Ich muss von allen guten Geistern verlassen gewesen sein. Ich und Schnappes, grauenhaft. Voll widerlich war das Gesöffs, aber der Präsentator war so nett, dass ich ihm nicht widerstehen konnte. Jetzt aber mal zum eigentlichen Ereignis des Tages. Vor unserem kurzen Einkauf haben wir den sehr schön gelegenen Kristallsee, der in Wirklichkeit Christlesee heißt, erwandert und fleißig dabei fotografiert.



Ein Feuerwerk von Landschaften kann man hier beobachten. In jeder Ecke eine schönere. Die Einheimischen hier tun mir fast leid. Für sie ist das Landschaftsbild hier normal, und was Normales weiß man in aller Regel gar nicht mehr zu schätzen bzw. nimmt es nicht mehr wahr. Und dieses herrliche Panorama hier ist nur schwer zu toppen. Der Christlesee ist verhältnismäßig klein und ebenfalls kein richtiger Bergsee in meinem Sinne. Das Wasser schimmert türkisfarben, die Kulisse ist herrlich, die Enten fühlen sich im See offensichtlich sehr wohl, obwohl er im Sommer nur um die 5° hat. Gestärkt durch Leberknödelsuppe und Waldpilztopf und Espresso im Christlesee-Gasthof,



machten wir uns erneut auf die Suche nach unserem Gasthof, in dem wir während unserer Hochzeitsreise immer mit dem zauberhaften 90jährigen Opa getroffen haben. Möglicherweise, haben wir uns überlegt, wurde der Gasthof doch nicht abgerissen, und in Wirklichkeit befindet er sich doch ein Stückchen mehr links oder rechts, als wir es vermuten. Da sich hier nahezu in jedem dritten oder vierten Gebäude eine „Kneipe“ zu finden ist, fällt die Suche natürlich um so schwerer. Also machten wir uns auf zu dem neuen Geschäftshaus, das vielleicht mal unsere ehemalige Gaststätte war. Die müssen es ja wissen, so dachten wir. In dem jetzigen noblen Bekleidungsgeschäft fanden wir zwei sehr junge Verkäuferinnen vor, und wir sahen unsere Chancen schwinden, dass die beiden uns weiterhelfen können. Unser Befragen hat sich aber gelohnt. Eine der beiden holte sofort eine bebilderte Mappe mit Vorher-/Nachherfotos über die Entstehung des Ladens herbei. Jetzt hatten wir es schwarz auf weiß. Es handelte sich hier nicht um unser ehemaliges Hotel bzw. unsere Gaststätte. Wir bedankten uns bei den netten Damen und waren froh, doch noch eine Chance zu haben, unsere Gaststätte, die, wie ich glaube und bereits erwähnte, Hotel zur Post hieß, zu finden.

Wir liefen/rollten die Straßen rauf und runter. Wieder ohne Erfolg. Aber der Akkordeonspieler neben der Kurparkwiese hat uns für unseren Misserfolg entschädigt.



Wir haben ihm eine zeitlang zugehört und uns anschließend ein wenig mit ihm unterhalten. Zum Schluss hat er auf meinen Wunsch hin noch ein temperamentvolles, lustiges bayerisches Lied gespielt. Es ist beachtlich, was man mit einem einzigen Musikinstrument für eine dolle Stimmung verbreiten kann. Heute haben wir zu unserem Erstaunen mitten in Oberstdorf einen Kellner mit einem Ich-kann-mich-selber-nicht-leiden-und-euch-alle-schon-gar-nicht-Gesichtsausdruck angetroffen. Der passt überhaupt gar nicht in dieses Bayern hier. Na ja, eine kleine Laune der Natur. Trinkgeld haben wir ihm jedenfalls nicht gegeben. Auf dem Heimweg habe ich mir überlegt, als nächstes sollten wir das jetzige Hotel zur Post in der Stadtmitte aufsuchen und den Wirt ein wenig aushorchen. Er muss doch wissen, wenn es vor 30 Jahren bereits ein Hotel gleichen Namens in unmittelbarer Nähe gegeben haben sollte. Wir haben uns vorgenommen, nicht eher hier wegzufahren, bis wir in unserer Kneipe ein Bier getrunken haben. Schade, dass man sich nach 30 Jahren nicht mehr so gut an die Örtlichkeiten erinnern kann, aber wir bleiben am Ball.

Zum Freiberg- sowie zum Christlesee sind wir übrigens jeweils ein paar Kilometer verbotene Straßen gefahren. Die Wege, die in die umliegenden Täler von Obstdorf führen, dürfen nur mit Berechtigungsausweis des Marktamtes befahren werden. Wir haben uns einfach darüber hinweggesetzt und so getan, als wäre der Behindertenausweis eine solche Genehmigung. Ganz wohl war uns nicht dabei, aber so weit konnten wir unmöglich wandern. Da hätte mein Rolli ja den Geist aufgegeben. Wir haben das Auto geparkt, meinen Behindertenausweis an die Windschutzscheibe gelegt und sind jeweils das letzte Stück gelaufen/gerollt. Probleme hatten wir diesbezüglich aber keine. Vielleicht Glück, vielleicht hat auch der Ausweis geholfen. Keine Ahnung. Mein Rolli hat ganz schön gelitten hier im Allgäu. Schatzi musste bereits eine Inspektion durchführen. Ich fürchte, so langsam verfällt der in Einzelteile. Also der Rolli jetzt. Eine Schraube ist zum wiederholten Male abgebrochen, und der Reifen ist auch schon sehr abgefahren. Ich brauche unbedingt ein neues Profil. Das Reifengewebe kommt schon zum Vorschein. Schatzi hat eine neue Schraube besorgt, sogar gleich mehrere, und den Rolli wieder repariert. Trotzdem muss mein Gefährt gleich zur Inspektion und zum Reifenwechsel in die Werkstatt, wenn wir zu Hause sind. Öl- und Zündkerzenwechsel können die dann auch gleich mitmachen. Hmmmm..., möglicherweise verwechsle ich da auch was. Wie auch immer, jedenfalls leidet der Rolli hier in Oberstdorf ganz schön. Oberstdorf ist eine alte Stadt, teilweise mit Kopfsteinpflaster und nicht überall rollstuhlgerecht. Ein paar mal musste ich aussteigen, damit Schatzi den Rolli über den Bordstein oder in ein Geschäft fahren konnte. Aber das ist ja für uns nicht das große Problem. Durch ein paar kleine Umwege käme man auf den Straßen sicher auch ohne Absteigen klar.

Resümee: Heute war doch ein schöner Tag.

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#38 von macashark ( gelöscht ) , 06.09.2008 12:35

Hallo Ihr zwei Frischverliebten, Bitte weitermachen mit den Berichten

NumeroUno sieht ja schon fast wie ein Einheimischer aus. Willste da nich nachlegen liebes Mienchen? Du in Tracht, hmm, das hätte was, oder?

Wir warten dann mal auf die Bilders und die weiteren Berichte.

Lieben Gruß von macashark

und von littlecarfee, schreit sie gerade

und von den Mädels, die schreien auch gerade....

macashark

RE: Gruß aus Oberstdorf

#39 von ben ( gelöscht ) , 06.09.2008 12:56

Hallo Quasselmienchen,

ja, wirklich schön hast du das geschrieben. Vielleicht fahren wir da auich mal hin. Gibt es eine unparzellierte Wiese?

Aber diesen Satz verstehe ich nicht:

Wenn Schatzi bloß nicht immer so schreien würde beim Telefonieren.

Was soll er denn sonst machen? Vermutlich handelt es sich doch um ein Ferngespräch.

Gruß
ben

ben

RE: Gruß aus Oberstdorf

#40 von NambaWan ( gelöscht ) , 06.09.2008 13:49

Hallo Camperfriends.

Nun ein paar Sätze zu den Campingplätzen hier in Oberstdorf.

Es bieten sich drei Möglichkeiten an:

Campingplatz Oberstdorf
rubi-camp
WoMo-Stellplatz

Alle drei Plätze haben gemeinsam, daß man das Oberstdorfer Zentrum fußläufig erreichen kann.

Am wenigsten gibt es zu dem WoMa-Stellplatz zu sagen. Einfach ein Firmenhof. Ich kann nicht verstehen, wie man sich so etwas antun kann.

Rubi-Camp und der Oberstdorfer Campingplatz liegen in direkter Nachbarschaft.

Der Rubi-Campingplatz ist ein neu (2001) eingerichteter Platz. Und darin liegt sicher die Begründung, daß dieser Campingplatz keinen Charme hat bzw. den Charme eines neu von einem Architekten angelegten Platzes. Die Sanitaranlagen sind vorbildlich. Sehr gut für Behinderte geeignet. Am Eingang befindet sich eine kleines Bistro. Die Stellplätze sind alle parzelliert und mit Strom sowie Wasserver- und -entsorgung versehen. Vollkommen schattenlos.

Wir haben uns für den Oberstdorfer Campingplatz entschieden. Und das, obwohl er keine behindertengerechte Sanitäreinrichtungen hat. Direkt am Eingang befindet sich die Camperkneipe, die auch gerne von Einheimischen und Spaziergängern genutzt wird. Vor der Kneipe ist ein Biergarten und dies verleiht dem Platz schon beim Betreten die bayrische Gemütlichkeit. Die Sanitäranlagen sind sehr gepflegt. Der Platz ist mit Ausnahme der Zeltwiese parzelliert und bietet nur wenig Schatten. Die Parzellierung ist jedoch unauffällig und verschwindet optisch dadurch, daß Dauercamper und Touristen in den unterschiedlichsten Richtungen durcheinander stehen. Die Dauercamper erkannt man lediglich am zweiten Dach. Ein Teil der Stellplätze ist mit Wasserver- und -entsorgung versehen. Allerdings darf man die Eisenbahn nicht unerwähnt lassen. Zu sagen, man hört sie nicht, wäre gelogen. Uns stört sie wirklich nicht. Da der Oberstdorfer Bahnhof in der Nähe ist, fahren die Züge langsam. Nachts haben wir noch keine Züge gehört. Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit. Im vorderen Bereich des Platzes ist WLAN-Empfang möglich (3,--€ pro Tag). Der DVB-T Empfang von 12 öffentlich-rechtlichen Programmen ist sehr gut.

An Kurtaxe wird für Erwachsene 2,60 €/Tag berechnet.

Gruß
NambaWan

NambaWan

RE: Gruß aus Oberstdorf

#41 von Hugo21 ( gelöscht ) , 06.09.2008 15:48

Hallo Mienchen,

mach weiter mit den Berichten, es ist so schön mit euch im Urlaub zu sein.
Achtung mit den Reifen, nicht über 100 km/h fahren, und halte dich von den Bärtigen Hut tragenden Männern fern.

Hugo21

RE: Gruß aus Oberstdorf

#42 von Rattennase ( gelöscht ) , 06.09.2008 16:15

Hallo ihr Urlauber,

Wenn ich eure Berichte lese habe ich immer das Gefühl live dabei zusein,
also bloß weiter schreiben.

Ich hoffe ihr findet euren Gasthof noch, meine Daumen sind jedenfalls gedrückt.

LG Sabina, die in 7 Tagen auch endlich wieder auf Fahrt geht

Rattennase

RE: Gruß aus Oberstdorf

#43 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 06.09.2008 17:01

Zitat von Hugo21
... Achtung mit den Reifen, nicht über 100 km/h fahren, und halte dich von den Bärtigen Hut tragenden Männern fern...



mach ich, hugo, das mach ich. ist beides seeeeehr gefäääährlich.

edit:
halt, stopp, war noch gar nicht fertig.

@ macashark
nee, laß mal gut sein, in einer bayerischen tracht würde ich ganz schön blö wirken. aber der nambawan macht sich gut hier.

@ rattennase
danke für's daumendrücken.

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#44 von Hugo21 ( gelöscht ) , 06.09.2008 17:07

Hallo Mienchen,

Der Gefahr soll man ausweichen.

Suche das Hotel zur Post doch mal in einem Nachbarort, man vergisst so vieles.

Hugo21

RE: Gruß aus Oberstdorf

#45 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 06.09.2008 17:17

huuuuuuugoooooooo!!!
du kommst in die suppe.

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#46 von Killerdackel , 06.09.2008 21:03

Miiiinechen - den Huuuuugo kannst doch garnimmernicht in die Suppe schmeißen:
1. Verdirbt den Geschmack der leckeren Suppe tooootaaaal !
2. Suppe mitm Huuugooo drin kannst nur noch teuer als Sondermüll entsorgen !

 
Killerdackel
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RE: Gruß aus Oberstdorf

#47 von Hugo21 ( gelöscht ) , 06.09.2008 21:31

Hallo Hagickel,

Riiichtiiiiig.

@ Mienchen, warum komm ich in die Suppe, dieses Verg......... kommt im A..... oft vor.

Hugo21

RE: Gruß aus Oberstdorf

#48 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 07.09.2008 09:48

Teil 6

Schönen guten Morgen allerseits. Gestern Abend hat Schatzi seinen ehemaligen Kollegen angerufen, der hier in Oberstdorf wohnt. Der Junge hat sich sehr gefreut, als Schatzi ihm mitteilte, dass wir momentan hier in Oberstdorf unseren Urlaub verbringen. Heute Abend besuchen er und seine Frau uns auf dem Campingplatz. Walter ist ein lustiger, urbayerischer Bayer, der nach wie vor hier in Oberstdorf wohnt, obwohl er beruflich vor vielen Jahren nach Bonn versetzt wurde. Allein der bayerische Dialekt und seine Lachfalten machen ihn für mich schon sympathisch. Er pendelt am Wochenende hin und her und würde nie von hier wegziehen. Im Winter schickt er uns ab und an Fotos, die er vor seiner Haustür aufgenommen hat, auf denen meterhoher Schnee zu sehen ist. Tolle Aufnahmen, da kann man gar nicht genug von kriegen. Es ist für mich sehr gut nachzuvollziehen, dass er und seine Familie nicht mit Sack und Pack nach Bonn ziehen möchten, obwohl Bonn eine sehr schöne Stadt ist. Seine Frau kennen wir noch nicht, aber das wird sich ja heute ändern. Wir werden mit den beiden in die Kneipe hier auf dem Campingplatz gehen. Als heutiges Tagesgericht steht Schweinshaxe mit dunkler Biersauce, Sauerkraut und Püree auf der Hinweistafel, aber nicht für mich. Schatzi indes reibt sich schon fleißig den Bauch, leckt sich dabei über die Lippen und strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Aber jetzt hüpfen wir erst mal ins Bett und schlafen uns fit für heute Abend. Wir müssen ein wenig Schlaf nachholen. War reichlich spät die letzten Abende.

Heute Morgen regnet es. Nach den sommerlich warmen Temperaturen in dieser Woche ist es nun nicht nur regnerisch, sondern auch noch lausig kalt. Wir werden wohl zum ersten Mal in diesem Urlaub im Wohnwagen frühstücken müssen. WLan funktioniert heute Morgen auch wieder nicht. Sobald ein Camper, der WLan genutzt hat, abgereist ist, wird vom Platzwart eine neue Einloggnummer vergeben. Eben kam sie wieder, die Ich-laßich-nicht-ins-Netz-Meldung. Schatzi ist bereits unterwegs, um das Nümmerchen und gleichzeitig unsere vorbestellten Brötchen abzuholen. Inzwischen ein morgendliches Ritual. Heute Morgen bin ich froh, dass ich mich am gestrigen Abend mit Mineralwasser amüsiert habe. Ich habe einen wunderbar klaren Kopf und kann ganz relaxt dem Regen zuschauen.

Der gestrige Abend verlief sehr lustig und schön. Ein paar mal musste ich mir die Tränen von den Wangen wischen. Sind aber auch herrlich, die beiden Oberstdorfer, die in Wirklichkeit in Sonthofen wohnen. Da habe ich mal wieder was durcheinandergebracht. Schon öfter habe ich den Spruch gehört, dass Bier für die Bayern ein Grundnahrungsmittel ist. Inzwischen glaube ich das auch. Schweinshaxe war leider aus. Gerade, als wir in die Kneipe kamen, wurde die letzte verkauft. Und das war um 18.30 Uhr. Armer, enttäuschter Schatzi. Hätten wir bloß daran gedacht, vorzubestellen. Das gleiche Drama spielte sich bereits ein paar Wochen vorher anlässlich unseres heimatlichen Sängerfestes ab, genau so. In zwei Tagen machen wir uns bereits wieder auf den Heimweg. Bis dahin werden wir hier wohl noch eine knusprig gebratene Schweinshaxe auftreiben können. Sind ja schließlich in Bayern. Ich nehme das jetzt mal in den Griff. Nichts desto Trotz, das Essen hat meinem Gemahlsgatten letztendlich doch noch geschmeckt. Meins indessen war leider nicht so lecker. Aber jetzt freue ich mich erst mal auf das Frühstück.

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#49 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 07.09.2008 15:07

heute mittag habe ich folgende email erhalten:

"Betr.: Ihr toller Oberstdorfbericht im Camperforum

Hallo Frau Lanz, alias Frau Quasselmienchen,

durch Zufall bin ich vor einigen Tagen auf das Camperforum gestoßen und seitdem sitze ich schmunzelnd vor dem PC und verfolge Ihr herzerfrischenden Berichte!!!

Leider bin ich sehr PC-unerfahren, kann nur das Nötigste und schreibe deshalb an diese "private " Mailadresse, da ich das mit dem Schreiben im Computerforum nicht hinbekomme. Bitte also um Entschuldigung, wenn ich in Privatsphäre eindringe!

Wollte Ihnen nur sagen, daß ich es toll finde, wie lustig Sie immer schreiben, und es begeistert mich, daß auch bei Ihnen noch diese tiefe Verbundenheit /Liebe zu Ihrem Mann zu spüren ist, und das nach sicher auch einigen Jährchen Eheleben ....

Leider gehören wir wohl zu einer aussterbenden Kategorie Paare an!

Wir haben uns einen gebrauchten Wohnwagen gekauft, nachdem nun mein Mann in den Vorruhestand ging und ich hoffe auf schöne Urlaube.....

Ich wünsche Ihnen noch zwei herrliche Tage ohne Regen und , daß Sie dann einen sicheren Nachhauseweg haben!!!

Herzlichst
Ilona"


und hier meine antwort an ilona:

"hallo frau"> XXXXX,

über ihre mail habe ich mich sehr gefreut. nie im leben hätte ich damit gerechnet, daß einer, der durch zufall auf's camperforum gestoßen ist, mich per email anschreibt. um so größer ist nun die freude. ich habe gar nicht weiter darüber nachgedacht, daß nichtmitglieder ja auch die reiseberichte lesen können und bin froh, daß ich ihnen damit eine freude machen konnte. das camperfriends-forum ist einfach herrlich und auch sehr informativ. besonders die tagesfreds, die nur für mitglieder gedacht sind, haben es mir angetan. eine wirklich nette runde, diese camperfriends-gemeinschaft. falls interesse besteht, anmelden ist kein problem. man freut sich immer über nette camper in diesem kostenlosen forum.

und jetzt möchte ich mich noch für ihre netten wünsche bedanken und wünsche ihnen und ihrem mann allzeit viel spaß beim campen. Vielleicht hört man ja wieder voneinander. ich würde mich freuen.

liebe grüße
vom quasselmienchen"


">________________________
Hallo Quasselmienchen,
habe mal den Namen unkenntlich gemacht.
Gruß Mod Iris

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Oberstdorf

#50 von Killerdackel , 07.09.2008 19:22

Miiiienchen - daaaas ist doch puuure Absicht von Dir, daß Dein Schatzi garnimmernienichtmehr ne Haxe von der Sau kriegen soll.
Und daaas auch noch im HochzeitsUrlaubRevival !!!!

DackelHaxen laufen einige einfach so frei rum bei uns hier. *grins*

 
Killerdackel
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Registriert am: 05.03.2006


   

Nord und Ostseetour Sept. 2008
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