RE: Die Weininsel - Sommerach

#1 von ben ( gelöscht ) , 05.08.2008 19:15

Sommerach – die Weininsel

Etwa 20 Kilometer östlich von Würzburg liegt Sommerach. Hier macht der Main eine Schleife, die dadurch entstandene Halbinsel mit dem „Katzenkopf“ ist ein bekanntes Weinbaugebiet. Volkach ist der wohl bekannteste Ort in der „Bocksbeutelregion“. Allerdings hat Volkach auch etwas von Rüdesheim. Wir beschließen daher nach Sommerach zu fahren, um die Weinvorräte ein wenig aufzustocken.

In fünf Stunden reiner Fahrtzeit, meist über die Autobahn erreichen wir flott unser Ziel. Diesmal lassen wir uns auf den letzten Kilometern vor Sommerach vom Navi leiten. Und das nimmt den kürzesten Weg. Kurz vor Volkach sagt die nette Stimme „links abbiegen“. Genau, da unten am Main liegt Eschendorf, auf der anderen Mainseite Nordheim. Wir müssen also mit unserem Gespann auf eine Mainfähre. Sie tuckert uns gerade entgegen. Genau drei Autos passen da drauf. Oder ein Scénic, ein Bürstner und ein Kleinwagen. Millimeterarbeit ist angesagt. Zwischen dem Bürstner und dem Unterstand des „Kapitäns“ bleiben gerade mal zehn Zentimeter Platz. Vorher macht es allerdings noch einmal heftig „kratsch“, weil die hinteren Wohnwagenstützen aufsetzen beim Auffahren auf die Fähre. 2,50 Euro nimmt er für das Gespann.

Eine Viertelstunde später kurven wir auf der großen Wiese vor der Schranke des Campingplatzes Katzenkopf ein (2 Pers + Hund, ohne Strom: 20,20 Euro/Nacht) Nach weiteren 15 Minuten Aufbau geht es zu Fuß los ins nur wenige hundert Meter entfernte Sommerach mit seinen Stadttoren und den Gärten an der Stadtmauer. Unser Ziel ist der Bioland-Winzer Norbert Drescher. Im Hof seines Weinbaubetriebs probieren wird einige Tropfen und sind begeistert. Vier Kisten 2007-er kaufen wir auf der Stelle (Rotling, halbtrocken; Cuvee Weiss, trocken; Silvaner, trocken und Julius, Silvaner, sehr alte Reben, die ihre Mineralien aus bis zu sechs Meter Tief holen). Ich bezahle und hole anschließend die liebliche Fracht mit dem Auto ab. Wir sprechen dann noch über die günstigsten Gebinde für den Versandt. Der Winzer erklärt uns die Besonderheiten des Bioland-Weinanbaus. Vor elf Jahren hat er umgestellt.

An der Stadtmauer kennen wir noch ein hübsches Weinlokal. Da das Auto nun nicht mehr gebraucht wird, probieren wir dort noch weitere Sommeracher Tropfen. Dazu gibt es Schnitzel und Bratkartoffeln – nun ja.

Der nächste Tag beginnt mit einem Gewitter. Als er weggezogen ist, wandern wir durch endlose Weinberge zu einem Aussichtsturm mit schönem Blick auf Sommerach. Unterwegs bekommen wir noch eine heftige Dusche ab. Gabi reicht es erst einmal, ich fahre mit dem Auto zur Abtei Münsterschwarzach. Hier leben 160 Benediktiner. Das Kloster wurde 816 gegründet und musste 1803 aufgegeben werden. 1913 wurde es wiederbegründet. Als ich die Kirche betrete, haben sich die Mönche dort gerade zu einem Gottesdienst versammelt. Ich höre ihnen ein wenig zu.

Nachmittags besuchen wir Prichsenstadt. Es sind nur 15 Kilometer dorthin. In dem mittelalterlichen Städtchen wohnt meines Wissens unser alle Wirtschaftsminister Glos. Er läuft mir nicht über dem Weg. Ich würde ihm sonst mal was erzählen. Prichsenstadt ist in seiner mittelalterlichen Form sehr gut erhalten, hofft auf Touristen, ist aber keineswegs überlaufen wie beispielsweise Quedlinburg. Wir trinken einen Cappuccino. Dazu gibt es Zwetschenkuchen. Abends zurück in Sommerach suchen wir uns ein besseres Lokal. Wir verbringen den Abend in einem historischen Innenhof eines ehemaligen Weingutes, das jetzt als Hotel und Gasthaus fungiert. Dort erfahren wir, dass Sommerach gerade mal 1400 Einwohner hat, gleichzeitig aber immerhin 150 aktive Winzer.

Pfifferlinge mit Gemüserösti
Schäufele mit Knödel und Salat

Der Campingplatz Katzenkopf dient vielen Holländern als Zwischenstation auf ihrem Weg in oder aus dem Süden. Hier gibt es etliche Stellplätze, die so gestaltet sind, dass der WW nicht einmal vom Fahrzeug getrennt werden muss. Irgendwie wirken die Camper aus den Niederlanden auf mich wieder sehr professionell. Selbst mit ihren Halbwüchsigen läuft der Auf- und Abbau völlig reibungslos. Aber irgendwie sind sie alle ein wenig gehetzt. Sie futtern ihre Fritten im CP-Restaurant (gehobene Imbissbude) und bekommen nichts mit von den Schönheiten Sommerachs nur wenig hundert Meter vom Platz entfernt. Und außerdem frage ich mich, ob sie ihre WW während der Tour überhaupt nutzen können. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die WW innen mehr eine Rumpelbude sind mit Vorzelt mitten im Gang und Zweitküche für das Vorzelt auf dem Bett. Aber vielleicht täusche ich mich da auch.

Dann geht es auch schon wieder nach Hause. Fünf Stunden langweilige Fahrt. Aber einen anständigen Wein gibt es eben nicht beim Aldi...

Gruß
ben

ben

RE: Die Weininsel - Sommerach

#2 von sunshine , 05.08.2008 19:49

Hallo Ben,
liest sich nett, deine Weinreise...
Da könntest du auch mal zu uns reisen - ich bin hier quasi von Weinbergen umzingelt.
Die Treffenwiese scheint allerdings nicht überfüllt gewesen zu sein, oder?

 
sunshine
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RE: Die Weininsel - Sommerach

#3 von ben ( gelöscht ) , 05.08.2008 20:01

Hallo,

ja, es war eher ein kleines Treffen. Aber immerhin haben wir jetzt das Südtreffen über die Bühne, so dass sich Killerdackel nach zwei Jahren Organisation nun zurücklehnen kann.

Gruß
ben

ben

RE: Die Weininsel - Sommerach

#4 von Hugo21 ( gelöscht ) , 05.08.2008 21:47

Hallo Ben,

schön ist es da. Ich suche nur den Wein auf dem Bild mit dem Titel, Wein so weit das Auge reicht, wo denn.

Hugo21

RE: Die Weininsel - Sommerach

#5 von Killerdackel , 05.08.2008 23:06

Dackel darf mal den Herbert Wehner in abgewandelter Form zitieren:
Den benji ignorier ich noch nicht mal.

 
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RE: Die Weininsel - Sommerach

#6 von ben ( gelöscht ) , 06.08.2008 11:46

Hallo KD,

...jedenfalls gab es hinterher keine Meinungsverschiedenheiten wegen S, G, F oder O.

Gruß
ben

ben

RE: Die Weininsel - Sommerach

#7 von morgenröte , 06.08.2008 16:28

Sieht toll aus die Weininsel, der Name macht ja schon betrunken. Da hätte ich aber gleich mehr gesunden Wein mitgenommen damit sich der Weg lohnt.

Sicher gibt es auch Brücken rüber oder?

Viele Grüße ANdrea

 
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RE: Die Weininsel - Sommerach

#8 von ben ( gelöscht ) , 06.08.2008 21:52

Hallo Morgenröte,

selbstverständlich gibt es auch Brücken. Das die sind fahrerisch aber keine Herausforderung und auch nicht so romantisch.

Gruß
ben

ben

RE: Die Weininsel - Sommerach

#9 von Killerdackel , 06.08.2008 22:04

Genau, sonst hättest den vino ja bei Euch ums Eck beim FeinkotzLidl kaufen können.
(Komischerweise ham die gute Tröpfchen - sagen die, die ihn trinken - Dackel kann da ja nicht mitreden.)

 
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RE: Die Weininsel - Sommerach

#10 von beisl01 , 15.08.2008 20:07

Hallo ben,

seit vier Stunden sind Claudi und ich von Escherndorf - wir waren 14 Tage auf dem CP - zurück. Du bist wohl während wir auf dem Platz waren mit der Fähre über den Main gefahren. Wir hätten uns zurufen können. Unseren Stellplatz hatten wir unterhalb des großen Baumes unmittelbar am Mainufer.

Übrigens, den besten Wein dieser Ecke gibts im Weingut von Horst Sauer in Escherndorf. Die Lage heist Escherndorfer Lump. Da kommen die Lagen von Nordheim und Sommerach nicht so ganz mit.

 
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RE: Die Weininsel - Sommerach

#11 von NambaWan ( gelöscht ) , 15.08.2008 20:19

Zitat von beisl01
. . . - wir waren 14 Tage auf dem CP - . . .



Hallo Beisl.

Schön zu lesen. Ich schließe daraus, daß es aus "gesundheitlicher Sicht" "gut funktioniert" hat.

Freut mich!

Gruß
NambaWan

NambaWan

RE: Die Weininsel - Sommerach

#12 von ben ( gelöscht ) , 15.08.2008 21:03

"Wir hätten uns zurufen können. Unseren Stellplatz hatten wir unterhalb des großen Baumes unmittelbar am Mainufer. "

Hallo Beisl,

hättest du einen Camperfriends-Aufkleber auf deinem WW gehabt, hätte ich auch gewunken oder mich zum Kaffee eingeladen.

Wie ist denn der Platz dort?

Gruß
ben

ben

RE: Die Weininsel - Sommerach

#13 von beisl01 , 15.08.2008 23:02

Hallo ben und NambaWan,

uns freut es auch, dass es sogut klappt. Wir verbinden die Urlaubstage am Main immer mit Behabdlungstagen in Würzburg.

Ben, der CP in Escherndorf ist um einiges kleiner als der Katzenkopf. Auch sind die Stellplätze nicht so eingeschattet wie in Sommerach. Das hat Vor- und Nachteile. An zwei Tagen war es unerträglich heiß und schwül, da wünschten wir uns etwas mehr Schatten unter Bäumen. Andererseits gab es auch Tage, da suchten wir die Sonne geradezu.

Die Sanitäranlagen sind allererste Sahne. Im ADAC-Führer erhält der Platz zwar "nur" eine 3er-Bewertung. Meiner Ansicht nach aber nur deswegen, weil die Duschen und die Einzelwaschkabinen im Verhältnis zur Platzgröße knapp bemessen sind.

Ungefähr 12 bis 14 Stellplätze sind unmittelbar am Mainufer gelegen. Sie alle sind den Touristencampern vorbehalten. Die Dauercamper stehen alle mehr in Richtung der Sanitäranlagen. Was auffällt, auf den Dauercamperplätzen gibt es keine Einzäunungen, Blummenrabatten und sonstige Anbauten. Es kommt wirklich keinerlei Schrebergartenambiente vor.

Was vielleicht ein Nachteil ist - ich habe es nicht so empfunden - es gibt nur zwei zentrale Waseerzapfstellen. Eine nahe den Sanitärhäusern und eine weitere, kleinere, unterhalb der Gaststätte.

Auch preislich lagen die CP-Gebühren sehr im Rahmen. Wir zahlten ( 2 Personen ) für 15 Übenachtungen inklusive Strom 250 EUR in der Hochsaison.

 
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