RE: Hooge inspiriert

#1 von ben ( gelöscht ) , 08.03.2008 18:55

Hallo,

für die Süddeutschen gehört Hallig Hooge gefühlt wahrscheinlich nicht mehr zu Deutschland. Für uns liegen die Halligen mit einer Entfernung von 300 Kilometern vor der Haustür. Kein Wunder, dass wir immer mal wieder einen Abstecher in das Biosphären-Reservat unternehmen. Und wir müssen seit 30 Jahren immer wieder mal hin. Deshalb wird es auch mal langsam Zeit, etwas darüber zu schreiben.

Hooge liegt im Wattenmeer in Schleswig-Holstein in Höhe von Husum. Auf der Insel gibt es keine offiziellen Campingmöglichkeiten. Auf der Halbinsel Nordstrand und auch in Husum kann man jedoch gut mit WW oder Wohnmobil unterkommen. Wir haben sowohl auf Nordstrand als auch in Husum gestanden. Die CPs sind ausreichend. Von Husum aus geht es in 20 Minuten über den Damm nach Nordstrand, wo die Schiffe nach Hooge abfahren. Schlüttsiel ist eine weitere Möglichkeit überzusetzen.

Verkehrsmittel auf der Hallig ist das Fahrrad. Das mieten wir uns für wenige Euro gleich am Hafen. Die Räder sind nicht High-Tech, aber auf der völlig ebenen Hallig braucht das auch niemand. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, in eine Pferdekutsche zu steigen und sich über die Insel fahren zu lassen.

Die eigentliche Sensation ist der Himmel über Hooge (wenn es nicht gerade regnet). Dänemarkfahrer kennen das. Der Westwind treibt immer wieder Wolken über die Inseln. Sie verschwinden aber meist so schnell wie sie gekommen sind. Und dann das Gras auf den Weiden zwischen den Warften.

Wichtigste Sehenswürdigkeiten auf Hooge ist wohl die Inselkirche auf der Kirchwarft. Die Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat bei Sturmfluten schon einiges miterlebt. Die Kirchenbänke stehen im Sand, damit das Wasser nach Sturmfluten schnell wieder ablaufen kann. Hinter der Kirche liegt der Friedhof. Nicht alle dort Bestatteten haben wirklich ihre letzte Ruhe dort gefunden. Bei Sturmfluten wurden schon mal Särge freigespült und aufs Meer hinausgetragen.

Pflicht auf Hallig Hooge ist die Hanswarft. Hier ist im Grunde das Zentrum der Insel. Im Königspesel gibt es Einblick in die Wohnkultur der früheren Seefahrer. Wir haben natürlich auch bereits das Heimatmuseum dort mehrfach besucht. Auf der Hanswarft haben sich auch einige Künstler niedergelassen und versuchen dort, mit Hilfe der Touristen zu überleben.

Problem auf Hooge sind in der Hauptsaison die Tagestouristen. Aber die bemerkt man nur auf der Hanswarft und an der Inselkirche. Wenn wir auf dem Deich ein wenig herumlaufen, sind wir meist allein. Wir besuchen die Insel gerne bei Kurzausflügen haben uns aber dort auch schon mal für mehrere Tage auf einem Bauernhof weitab vom Schuss eingemietet.

An einen etwas länger zurückliegenden mehrtägigen Aufenthalt auf Hooge kann ich mich noch gut erinnern. Ich hatte da nach mehr als 20 Jahren keinen Bock mehr darauf, bei meinem damaligen Arbeitgeber zu schuften. Im Aufenthaltsraum unseres Ferienbauernhofes auf Hooge entstand mein Konzept für die Selbstständigkeit. Nach vier Flaschen Jever war es fertig. Kann die Insel also nur empfehlen. Hooge inspiriert.

Gruß
ben

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