RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#1 von morgenröte , 08.09.2007 18:13

Mein Sohn will mit dem Fahrrad auf den Brocken und er findet keinen Kumpel der mitfährt. Das ist mein Glück, denn nun werde ich gefragt. Na klar, ich will mit. Also holen wir den Dachgepäckträger und die Räder, montieren alles auf dem Auto. Flickzeug, Zwetschgenkuchen, Packtaschen ins Auto und auf geht es nach Bad Harzburg zum Großparkplatz. Hier starten wir meist, denn der Parkplatz liegt direkt am Wald und kostet nichts.



Über die Fußgängerbrücke geht es Richtung Molkenhaus, das wieder bewirtet ist. Im Winter ist dieser Anstieg eine herrliche Rodelbahn.
Danach geht es über eine Wiese zum 1141 m hohen Brocken und der Weg ist gut ausgeschildert. Die Karte brauchen wir nicht. Insgesamt sind es ca. 13 km teils sehr steil bis zum kahlem Gipfel, der sich häufig in Wolken hüllt.



Der Weg ist abwechslungsreich und wir kommen zur Staumauer der Eckertalsperre. Statt des Wanderweges, der über Treppen weitergeht, fahren wir verbotener Weise über das Gelände des Wasserwerks und nutzen die Zufahrt.



Es wird steil und ich schiebe mal wieder. Hinter dieser Mauer möchte ich nicht arbeiten und bin froh sie hinter mir zu lassen.



Hier hat man das erste Mal sein Ziel vor Augen. Wir erkennen sogar die Bauten auf dem Brocken. Das Wetter wechselt schnell und oft.



Jetzt stoßen wir auf die alten Panzerstraßen der DDR. Sie sind teils steil und endlos, holperig und stellenweise defekt. Immerhin sieht man kaum noch etwas von der ehemaligen Grenze. Kurz nach Grenzöffnung war ich auch schon mal hier, damls war alles viel trauriger. So langsam wächst Ost und West doch zusammen.



Es wird immer anstrengender. Ab und zu werden wir von richtigen Mountainbikern überholt. Einer von ihnen muss auch eine Pause einlegen. Alles sind Männer mit Helm, einer hat ihn für den Rückweg auf dem Rucksack gebunden. Nur mein Sohn braucht keinen Helm, in mir wächst mal wieder der mütterliche Unmut.



Wir sind fast oben, als es beginnt zu nieseln und der Sendemast oben hüllt sich in Nebel und neigt sich im Sturm. Kalt ist es hier oben.




Von weitem hören wir die Harzquerbahn, sie macht einen Höllenlärm im Naturpark Harz. Manchmal kommt der Zug mit einer Diesellok den Berg rauf, das stinkt schon sehr. Die Dampflok dagegen nimmt einem glatt den Atem, man schmeckt den Rauch. Eisenbahnromatik. Mit Naturschutz hat das nicht zu tun.




Zurück geht es in einem abenteurlichen Ritt mit unseren Rädern die unplattbare Reifen haben sollen. Am Molkenhaus hat mein Sohn dann doch einen Platten, kein Wunder bei der Wucht über Wurzeln, Schotter und spitze Steine. Flicken ließ sich der Reifen dort nicht, so haben die Packtaschen aufs heile Rad gehängt und nach der letzten Steigung haben wir getauscht. Martin raste die Rodelbahn runter und ich ging zu Fuß. Fast ist es schöner langsam zu gehen als zu radeln, frau hat mehr von der Natur. Schön war es!

 
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RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#2 von ben ( gelöscht ) , 08.09.2007 21:58

Hallo,

mit dem Fahrrad auf den Brocken . Auf diese Idee würde ich überhaupt nicht kommen. Ankommen würde ich oben auch nicht. Also ich bin schon etwas neidisch auf eine solche Kondition. Mit dem Zug war ich schon mal auf dem Brocken. Das war konditionsmäßig zu schaffen.

Schöne Bilder hast du gemacht.

Gruß
ben

ben

RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#3 von Lonestar ( gelöscht ) , 08.09.2007 22:04

Guten Abend.
Toller Bericht, super Sache für sportliche Menschen. Ich werde das definitiv nicht machen!!!!!!!!!!!!

Ich wusste nicht, dass man mit dem Fahrrad auf den Brocken kann, ich dachte das geht nur mit dem Besen
Gruß,
Lonestar

Lonestar

RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#4 von Winni , 08.09.2007 22:08

Hi Göttin des Morgens,
meine Frau und ich haben die Tour letztes Jahr von Ilsenburg aus gemacht. Ich persönlich finde das hinterher bergabfahren allerdings sehr viel anstrengender als das Hochfahren. Das gibt ja Muskelkater in den Pfoten vom Bremsen. Wir haben auch keine Helme!!! Teilwies sind die Abfahrten recht steil, da geht einem schon die Düse. Ich glaube, am besten kommt man auf der alten Brockenstrasse von Schierke aus hoch, die geht immer schön gleichmässig bergauf, aber nie wirklich steil, maximal so um die 9 %.
Winni, der immer bergauf, bergab Fahrrad fährt, weil wir so wohnen

 
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RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#5 von r.fuller ( gelöscht ) , 08.09.2007 22:11

Hallo Morgenröte,
tolle Leistung, alle Achtung. :huld:



Hat es sich auch wegen des Essens gelohnt?

Ich brauch immer ein kulinarisches Ziel, beim Brocken kann ich mir das nicht vorstellen.

r.fuller

RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#6 von Winni , 08.09.2007 23:00

hi Fuller,
also das Essen beim Brockenwirt ist nicht soooo das pralle. Eine heisse Suppe aber immer recht gut, aber auch teuer! Da nimmt man sich halt sein Futter selbst mit, wie es bei Bergfahrten üblich ist. Aber zumindest mit dem Bike sollte man auf den Schierker Feuerstein vor der Abfahrt verzichten.....also der Andrang an Bikern auf dem Brocken ist in den letzten drei/vier Jahren schon immens. Ich bin schon alle möglichen Routen hoch gewandert, eine mit dem Rad gefahren, oft mit der Brockenbahn und einmal mit dem Auto ( ja,Privilegien!!!) zum höchsten Gipfel des Harzes gekommen. Für mich der Schönste Weg ist von Schierke aus, wo auch ein netter Berg-CP vorhanden ist.
Winni

 
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RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#7 von morgenröte , 09.09.2007 11:43

Muskelkater hatte ich auch am nächsten Tag, in den Armen vom Schieben

Der schönste Weg ist der Goethe Weg, zu Fuß vom Torfhaus mit Kinderkarre 2 Stunden, der einfachste die Straße von Schierke ohne Feuerstein. Wir haben schon häufiger mal den Brocken besucht, allerdings nie bei schönem Wetter sonntags. Am Geothe Weg stehen sogar verkleidete Dixiclos, weil es am WE so voll ist. Wochentags trifft man wenige Wanderer, oben beim Brockenwirt wird gedrängelt, wenn gerade ein Zug ankommt. Das Essen spricht mich nicht an und teuer ist es auch.


Ansonsten ist es recht leer im Harz, die meisten Menschen kommen mit dem Auto und bleiben in Reichweite der Parkplätze.

 
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RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#8 von Flamencomaus ( gelöscht ) , 09.09.2007 11:54

Halle Andrea,

Respekt, Respekt, kann ich da nur sagen. :thum Mutter-Sohn-Unternehmungen liebe ich auch, aber eine solche Höchstleistung könnte ich nicht vollbringen. Bestimmt ist Dein Sohn stolz auf seine sportliche Mutter.


Ich war mit Rocky im März d.J. auf dem Brocken, allerdings mit der Brockenbahn. Es war lausig kalt da oben, und es lag sogar Schnee auf dem Gipfel. Im Sommer würde ich es vielleicht wagen, zu Fuß auf den Brocken zu wandern oder besser nur den Abstieg. Mit dem Fahrrad aber nie. Dazu fehlt mir einfach die Kondition.
ops:

Flamencomaus








Flamencomaus

RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#9 von Winni , 09.09.2007 13:32

Hi Flamenco,
die Kommunikation muß aber besser werden...wir waren im März in Schierke auf dem Campingplatz und vielleicht hab ich grad die Bahn fotografiert, in der du mit Rocky drin gehockt hast.....wir sind dann noch im Schnee hochgetappst.

 
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RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#10 von wombiroo ( gelöscht ) , 09.09.2007 16:49

Zitat von morgenröte
... stehen sogar verkleidete Dixiclos...



Wie muss man sich sowas vorstellen? So mit Tarnnetz und Tannenzweigen abgedeckt?

Aber allemale besser, als eine Klappspaten-Ausgabestation am Bahnhof... :ggrins

wombiroo

RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#11 von Flamencomaus ( gelöscht ) , 09.09.2007 17:17

Hallo Winni,

so ein Schiet aber auch! In Schierke bin ich natürlich auch gewesen. Von dort aus bin ich mit der Seilbahn zum Hexentanzplatz gefahren.


Flamencomaus

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RE: Fahrradtour auf den Brocken im Harz

#12 von morgenröte , 09.09.2007 17:49

Erst standen die Schei.....dinger quietschblau dort. Ihr glaubt nicht wie nötig die Dixis waren. Seitdem liegen nicht mehr so viele Taschentücher in den Wegesnieschen. Jetzt sehen sie aus wie kleine Holzhaltestellen.

Richtige Haltestellen gibt es übrigens rund ums Molkenhaus, Rabeklippen usw. dort auch. Da verkehrt im Sommer ein Erdgasbus, immerhin nicht weiter hoch.

Mein Sohn war genervt auf der Rücktour, weil ich langsamer sei als bergauf. Dabei haben sich einige Wanderer aufgeregt, wie verrückt die Alte brettert. Immerhin habe ich die Schlaglöcher und losen Kieshaufen umfahren. Die Wurzeln sind auch sehr rutschig und gucken nackt aus dem Weg heraus. Mir war es schnell genug.

Denke aber, Martin hatte sein Vergnügen, schließlich konnte er hin und zurück Auto fahren. Wir waren schon mal oben. Damals sind wir noch weiter nach Göttingerode zum CP geradelt und waren auch nicht schneller.

 
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