RE: Gruß aus Usedom

#1 von NambaWan ( gelöscht ) , 06.09.2007 13:57

Endlich ist es Freitagmorgen und wir wollen uns auf den Weg nach Freest machen. Freest ist ein kleines Fischerdorf an der Ostsee mit einem Campingplatz, der uns einen direkten Blick auf die Ostsee verspricht.

Als Reiseroute schlägt das Navi uns Bremen, Hamburg und dann immer Richtung Osten vor. Wir sind damit einverstanden und Wilma hat für uns einen Campingplatz zwischen Bremen und Hamburg ausgesucht. Ca. 750 km liegen vor uns. Es ist unsere erste Fahrt mit dem Mazda und so bin ich auch auf die Fahrt besonders gespannt. Der Mazda zieht prächtig. Gegenüber dem Omega habe ich die Automatik verloren und dafür einen Tempomat gewonnen. Ein wirklicher Gewinn! Ich stelle den Tempomat auf genau 100 laut Tacho ein. Das Navi misst 95. Und diese Geschwindigkeit hält das Auto auch problemlos ein, allerdings zwingen mich Baustellen und ein paar kleinere Staus öfter mal dazu, das Tempo zu regulieren. Und zu allem Unglück verspricht uns der Verkehrsfunk, als wir uns kurz vor Bremen befinden, einen 15 km langen Stau zwischen Bremen und Hamburg. Nun muss Wilma mal wieder beweisen wie schnell sie einen neuen Übernachtungsplatz finden kann. Den Campingführer auf den Schoß und nach kurzer Zeit hat sie die Lösung. Wir machen Schluss für heute und fahren nach Oyten bei Bremen auf einen Campingplatz. Super Idee! Also runter von der Autobahn und auf nach Oyten. Was wir nicht so berücksichtigt hatten, war Tag und Uhrzeit. Freitagnachmittag! Ich vermute mal, für den 15 km Stau hätten wir auch nicht länger gebraucht als durch halb Bremen. Der Campingplatz ist so gut wie leer, Petrus lässt es regnen und ich drehe die Stützen runter. Der Regen hört auf und wir machen noch einen kleinen Spaziergang über den Platz zum See und zurück. So endet unser erster Tag.

Am nächsten morgen habe ich nicht so den rechten Frühstückshunger. Irgendwie ist mir nicht so wohl. Aber was solls. Stützen wieder hoch und weiter geht's. Es läuft sehr gut auf der Autobahn und wir erreichen so etwa um 15:00 Uhr Freest. Den Campingplatz finden wir auf Anhieb. Wir melden uns an und der Platzverwalter weist uns den Weg zu den Plätzen mit Seeblick. Oh, was waren wir enttäuscht. Es ist richtig, man(n)/frau sieht die Ostsee. Aber davor befindet sich ein gaaaanz langes Feld mit Schilf und in der Ferne sieht man einen kleinen grauen Streifen Meer. Und Ausstrahlung hatte der Platz auch keine, überhaupt keine. So hatten wir es uns nicht vorgestellt. Nach einer kurzen Lagebeurteilung fassen wir den Entschluss, den Platz wieder zu verlassen. Unterstützt werden wir dabei von den uns heftig begrüßenden Stechmücken. Wilma wieder den Campingführer auf den Schoß, das Handy in die Hand und ich schau ihren Aktivitäten zu. Dann bekomme ich die Order: "Wir fahren auf die Insel Usedom." Wir kommen auf einem Campingplatz direkt am Wasser an. Es sind auch noch Stellplätze am Wasser frei. Die nette Platzherrin lässt uns mit dem Gespann ohne Anmeldung die Schranke passieren und beschreibt uns den Weg zu den Plätzen direkt am Wasser. Sie hat allerdings Zweifel, ob wir für uns was passendes finden. Ihre Zweifel sollten sich bestätigen. Es gibt wirklich Plätze direkt am Wasser aber die sind so im Wald gelegen, dass Wilma mit dem Rollstuhl keine Chance gehabt hätte. Irgendwo auf dem Campingplatz habe ich dann geparkt und den Platz noch ein wenig zu Fuß inspiziert, in der Hoffnung doch noch ein für uns passendes Eckchen zu finden. Vergebens. Als ich zum Auto zurück komme, unterhält sich Wilma mit einem netten Ehepaar aus Berlin. Wie sich herausstellt, Usedom-Kenner. Und die finden, wir wären eh auf der falschen Seite der Insel. "Hier sind Sie am Achterwasser. Auf der anderen Seite, an der Ostsee spielt sich alles ab." Sie empfehlen uns die Ostseebäder. Ganz besonders sei der Platz in Karlshagen für uns geeignet. Unser Campingführer kennt ihn nicht. Aber was soll's. Auf nach Karlshagen. Der Ort und der Platz sind schnell gefunden. Ein Dünencampingplatz! Ich bin skeptisch. Dünen sind Sand. Und Sand und Rolli ist auch nicht so das Wahre. Wir beschließen, uns den Platz anzusehen und auf jeden Fall eine Nacht zu bleiben, um dann von hier aus unser endgültiges Domizil zu finden. An der Anmeldung sind noch einige vor mir und ich beobachte das Geschehen. Vor der Anmeldung ist ein Warteplatz. Dort parkt man und geht zur Anmeldung und evtl. über den Platz. Ist das passende Plätzchen gefunden, hängt man noch vor der Anmeldung den WoWa ab und es kommt ein kleiner Traktor, schnappt sich den Wohni und zieht ihn an die gewünschte Stelle. Dies ist auch erforderlich. Mit einem PKW hätte man abseits der befestigten Wege auch keine Chance, den WoWa durch den Sand zu ziehen. Ich schildere der netten Dame am Empfang unsere Wünsche und sie ist sehr optimistisch dass sie für uns ein Plätzchen hat. Ich solle draußen auf den Herrn mit dem Trecker warten. Der kommt auch nach ein paar Minuten, steigt ab und geht mit mir ein Stück über den Platz und zeigt mir ein Plätzchen für uns. Direkt an der befestigten Straße, also für den Rolli kein Problem. Etwas höher gelegen als die anderen Plätze und somit mit Meerblick, zwar nicht so viel, weil ein paar Bäume und Sträucher "stören" aber dafür zum Greifen nah. Zum Strand sind es keine 100 Meter. Also eine Entfernung, die für Wilma auch mal ohne Rollstuhl zu bewältigen ist. Ich bin begeistert. Zurück zur Rezeption und die Anmeldung erledigen. Dort habe ich mir von der sehr netten Dame auch gleich einen Anpfiff eingehandelt, weil ich keine ACSI-Karte hatte. Das wäre doch viel billiger. 14,00 € die Nacht incl. Strom und Duschen. Und mit den Worten: "Ich nehm Sie jetzt mal nur so auf. In den nächsten Tagen fahren Sie in die Buchhandlung und kaufen sich für 8,50 € einen ACSI-Campingführer und dann machen wir die Anmeldung fertig!" entließ sie mich. Waren doch klare Worte! Ich war natürlich froh, ein Plätzchen gefunden zu haben, aber irgendwie fühlte ich mich nicht gut. Da ich auch keinen Hunger hatte, ging ich nach dem Beziehen des Platzes auch gleich ins Bett.

Schon alleine bei dem Gedanken an Essen drehte sich mir der Magen. Und dieser Zustand hielt auch die ersten beiden Tage an. Mir war einfach nur schlecht. Irgend etwas hatte ich mir eingefangen. Aber am Tag drei war es wie weggeblasen. Ich habe wieder Hunger und das Bier mit dem netten Platzwart schmeckt auch wieder. Jeden Abend kam er vorbei, erkundigte sich nach unserem Wohlbefinden und ließ sich zu einem Fläschchen Bier einladen. Und als Gegenleistung brachte er einheimisches Bier mit und versorgte uns mit Tipps für unsere Unternehmungen. Leider ist er seit gestern selbst in Urlaub.

Am ersten Tag nach meiner "Auferstehung" sind wir zu Fuß in den Ort spaziert. Ein kurzer Spaziergang. Der Platz liegt direkt am Ortsrand von Karlshagen. Dort gibt es eine Reihe von kleinen Geschäften und eine größere Anzahl von Restaurants und Cafés und einen schönen Strandvorplatz, der zum Verweilen einlädt. Wir kehren bei einem Italiener ein, befriedigen unser Hungergefühl und schlendern mit einem Eis in der Hand noch ein wenig durch die Gegend und dann wieder zurück zum Platz.

Sehr überrascht sind wir von den Preisen. Dass wir hier auf einer Insel und mitten im Touristenzentrum sind, merkt man den Preisen nicht an. Wir haben hier z. B. einen preiswerteren Espresso als zu Hause getrunken. Auch das Essen in den Restaurants ist nicht teurer als zu Hause. Nur beim Tanken merkt man, wo man ist. Den Liter Diesel gibt es nicht unter 120,9.

Vorgestern waren wir in Zinnowitz. Ein typisches kleines Ostseebad. Viele Touristen, viele kleine Geschäfte und noch mehr Restaurants. Und eine Seebrücke. An deren Ende befindet sich eine Tauchglocke. Mit dieser kann man sich in die Tiefen der Ostsee hinablassen. An diesem Tag wurde aber auf Grund des Seeganges nicht getaucht. So haben wir uns eine Weile am Ende der Brücke den Wind um die Nase wehen lassen und haben anschließend den "Auftrag" der netten Dame vom Campingplatz erledigt und spazierten in die Buchhandlung, um einen ACSI-Führer zu erstehen.

Gestern sind wir einem Tipp unseres Platzwartes gefolgt und auf den polnischen Teil der Insel gefahren, bzw. nur bis zur Grenze. Der Grenzübergang auf der Insel ist nämlich nur für Fußgänger bzw. Radfahrer. Auf deutscher Seite ist ein großer Parkplatz (5,00 € für den ganzen Tag) und auf polnischer Seite stehen Pferdekutschen und Taxis zur Fahrt in die Stadt bereit. Wegen dem Rollstuhl beschließen wir, den Weg zu Fuß zu bewältigen. Eine gute Entscheidung, zumindest für Wilma. Von der Grenze bis zur Stadtmitte ist ein einziger Markt. Ein Stand neben dem anderen. Zigaretten, Kleidung, Werkzeug und eigentlich alles, was man(n)/frau braucht oder auch nicht. Und zwischendurch Essbares. So werden die etwa 2 km bis zur Stadt für Wilma ein Vergnügen und ich laufe halt so hinterher. Irgendwann sind wir im Zentrum und am Hafen angekommen. Da wir auf dem Markt das ein oder andere schon genascht haben, begnügen wir uns mit einem Espresso und einem Mineralwasser gegen den Durst. Übrigens hatten wir hier nur am ersten Tag Regen. Seitdem ist es leicht bewölkt oder sonnig. Zurück zum Hafen. Wilma hat doch ein kleines Hüngerchen und bestellt sich eine Suppe. Irgendwie hat man das Gefühl, die Kellnerin zu belästigen, wenn man etwas bestellt. Auf Wilmas Frage, was das für eine Suppe sei, sagte sie ziemlich unhöflich: "Das müssen Sie probieren." Eine seltsame Brühe war das, Wir haben noch ein wenig die Stadt erkundet und uns wieder auf den Rückmarsch gemacht. Von Grenzstädten sind wir gewohnt, dass das Leben hüben wie drüben in etwa gleich ist. Die Leute sind zweisprachig und man fühlt sich noch nicht so recht im Ausland. Hier kam uns dies anders vor. Viele Leute in der Stadt konnten kein Deutsch oder nur ein paar Brocken. Für Rollstuhlfahrer ist Polen eine Qual. Nirgends sind Bürgersteige abgeflacht und Wilma ist wegen den schlechten Gehwegen zwei mal ein Reifen vom Rolli abgesprungen (kein Witz!).

Heute legen wir einen Ruhetag ein. Lange geschlafen, spät gefrühstückt. Mittagessen gibt es nach Bedarf und wir lassen uns einfach so treiben. Zwischendurch ein wenig für die Camperfriends tippen und sicher gibt es bei einem kleinen Spaziergang noch ein "Leckerchen". Ich denke da an die hier allgegenwärtigen Fischbuden, oder ein Eis oder auch an beides? Ich werde berichten!

NambaWan

RE: Gruß aus Usedom

#2 von sunshine , 06.09.2007 14:10

Hallo NambaWan und Quasselmienchen,

schöner Urlaubszwischenbericht - danke dafür und auch für die Grüße.
Ich wünsche euch noch weiterhin schöne und erholsame Tage!

Sag mal: Sollen wir das nicht in Reiseberichte verschieben?

 
sunshine
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RE: Gruß aus Usedom

#3 von HD , 06.09.2007 14:24

Hallo Wilma und Dietmar -
Schöner aussagefähiger Bericht - gehört aber in Reiseberichte.
Vielen Dank dafür und viele Grüsse von der Saar.
HD

 
HD
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RE: Gruß aus Usedom

#4 von wollfröschin ( gelöscht ) , 06.09.2007 15:41

habt ihr das alles mit dem HosentaschenPC getippt.... is ja Hölle!!!

RESPEKT!!!


...und viel Spaß weiter noch

Gruß us Kölle von der Fröschin

wollfröschin

RE: Gruß aus Usedom

#5 von Hugo21 ( gelöscht ) , 06.09.2007 16:23

#

Hugo21

RE: Gruß aus Usedom

#6 von ben ( gelöscht ) , 06.09.2007 20:03

Hallo NambaWan,

schön, dass es euch da oben gutgeht. Ich sage ja immer: Nord- und Ostsee sind so nah.

Gruß
ben

ben

RE: Gruß aus Usedom

#7 von Quasselmienchen ( gelöscht ) , 06.09.2007 20:11

hey, ihr habt recht. schiebt das einfach rueber in die reiseberichte.

und danke fuer die netten urlausgruesse.

gruss vom quasselmienchen

Quasselmienchen

RE: Gruß aus Usedom

#8 von GT-PETRI ( gelöscht ) , 06.09.2007 20:15

Hallo ihr zwei,

ein schöner Bericht und weiterhin schönen Urlaub!!


Grüße, Thomas


@ ben

Nah ist relativ, 750 km sind schon ´ne Ansage, aber schön ist´s an Nord-und Ostsee schon!

Grüße, Thomas

PS: hab grade nachgesehen, von uns sind es bis Usedom auch noch 570km, aber für eine Woche oder länger...........

GT-PETRI

RE: Gruß aus Usedom

#9 von sunshine , 06.09.2007 20:18

">Ich habe den Thread zu den Reiseberichten verschoben.
Gruß Mod Iris

 
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RE: Gruß aus Usedom

#10 von NambaWan ( gelöscht ) , 06.09.2007 22:17

Der Gott der Urlauber war gut zu mir. Es gab nicht nur ein Leckerchen an der Fischbude und ein Eis an der Promenade. Nein, es gab auch noch einen Espresso im Strandcafe. Zuvor haben Quasselmienchen und ich bei schönem Wetter am Strand gesessen und das rege Treiben beobachtet. Vielleicht sollte ich bei der Gelegenheit ein wenig vom Strand und dem Campingplatz berichten. Der Strand ist einfach super. Egal an welcher Stelle man ihn betritt, er ist rechts und links so weit, wie das Auge sehen kann. Es gibt am Strand jedoch keine Buden, wie man sie vielleicht von Italien kennt. Außer den kleinen Hütten der Strandkorbverleiher. Hier gibt es Kaffee, ein Bier und wie kann es anders sein - auch Fischbrötchen. Und Strandkörbe wie Sand am Meer. Ansonsten nur Meer und Sand. Kilometerlange Spaziergänge am Strand entlang sind überhaupt kein Problem. Und zwischen den Ortschaften ist der Strand leer. Bis auf die Spaziergänger eben. Aber zu dieser Jahreszeit sind es nicht mehr allzu viele. Und nun zum Campingplatz. Der Platz zieht sich am Strand entlang. Ich schätze mal, so etwa 300 Meter breit und dann gaaaaaanz laaaaaaang. Achtung, liebe "Naturcamper", jetzt kommt ein kleiner Schreck: Er ist parzelliert! Und nun wieder etwas zur Beruhigung: Aber nicht durch Zäune oder Hecken. Die Natur hat die Parzellen selbst geschaffen. Vielleicht hat der Mensch ein wenig nachgeholfen, aber man merkt es nicht. Die Grenzen der Parzellen werden durch Bäume und Sandhügel gebildet. Hier steht der linke Nachbar evtl. einen Meter höher und der rechte einen Meter tiefer und der hintere Nachbar auf gleicher Höhe. Ganz, wie der Sand es vorgibt. Die Sanitäranlagen sind neu und sehr gepflegt. Auf dem Platz gibt es eine kleine Bude, die Brötchen verschiedener Art und die Tageszeitung anbietet. Und daneben steht eine Fischbude. Eine Fischbude sag ich euch, also so was von eine Fischbude - einfach super. Das nette Berliner-Ehepaar, das uns diesen Platz empfohlen hat, sagte, wir sollten am Ende des Platzes zu der Fischbude gehen. Der Fisch dort sei einfach prima. Recht hatten sie! Wilma hat heute dort ein Seelachsfilet gegessen und kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Nimmt man einen Stellplatz direkt an der befestigten Strasse, die längs durch den Platz führt, ist der Platz sehr gut für Rollifahrer geeignet. In jedem Waschhaus gibt es behindertengerechte Bäder, die mit einem besonderen Schlüssel zugänglich sind. Auch alle anderen Einrichtungen des Platzes sind barrierefrei zu erreichen.

Wilma hat sich gestern Erdbeeren gekauft, geputzt, in kleine Stücke geschnitten und in den Kühlschrank gestellt. Und jetzt badet sie diese Erdbeeren in einem Glas Prosecco und lässt es sich schmecken. So lassen wir diesen Tag ausklingen und freuen uns auf den morgigen.

NambaWan

RE: Gruß aus Usedom

#11 von Hugo21 ( gelöscht ) , 06.09.2007 23:26

#

Hugo21

RE: Gruß aus Usedom

#12 von NambaWan ( gelöscht ) , 09.09.2007 20:54

Da sind wir wieder. Was ist in den letzten Tagen geschehen? Das Wetter war durchweg zu gebrauchen. Bis auf einen Tag. Der war schon vormittags nicht sehr einladend. Also haben wir beschlossen, einen Relaxtag einzulegen. Einfach nur zum Faulenzen. Was Leckeres essen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Am Tag zuvor wollten wir uns eine ostdeutsche Stadt ansehen. Wilma war noch nie in den neuen Bundesländern. Ein Blick auf die Landkarte - und die Auswahl war nicht sehr groß. Die Stadt sollte nicht zu klein sein, aber wir hatten auch keine Lust, stundenlang zu fahren. Greifswald war der Kompromiss und wie sich herausstellte, eine gute Wahl. Wir sind also runter von der Insel und haben uns auf die etwa 45 km lange Reise gemacht. Wilma hätte gerne etwas mehr City gespürt. Ich aber, den Blick nicht von Kauflust und Gier nach großen Kaufhäusern verblendet, kam voll auf meine Kosten. Greifswald ist eine sehr hübsche Universitätsstadt. Viele alte Gebäude im Stadtkern sind liebevoll renoviert. Ein Marktplatz, umgeben von historischen Gebäuden und reichlich Restauration, lädt geradezu zum Verweilen ein. Ein sehr hübscher Hafen befindet sich fast im Zentrum. Hier fehlt für meinen Geschmack leider die eine oder andere Möglichkeit zum Einkehren und Genießen des Anblicks. Leider war auch hier zu spüren, dass die Infrastruktur in der Gegend in der wir uns befinden, nicht sonderlich gut für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Sicher, in den neu erbauten Gebäuden, Geschäften oder Gehwegen hat man an die Rollifahrer gedacht. Aber mir stellt sich schon die Frage, ob es in der DDR keine Rollsfahrer gab. Insgesamt aber ein schöner Tag und die gefahrenen Kilometer wert.

Wir hatten uns überlegt, evtl. ein oder zwei Tage früher als geplant die Rückreise anzutreten und dafür einen Zwischenstop in Berlin einzulegen. Diesen Plan haben wir aber wieder verworfen und stattdessen beschlossen, die restlichen Tage hier zu faulenzen. Heute hatten wir Bilderbuchwetter. Also haben wir lecker gefrühstückt. Es gab "Strammer Max". Brot mit gekochtem Schinken, Spiegeleiern und sauren Gurken. Zugegeben, nicht jedermanns Sache zum Frühstück, aber wir lieben es und deshalb gibt es das mindestens einmal in jedem Urlaub. Danach haben wir ausgiebig Körperpflege betrieben. Habe ich erwähnt, dass die Sanitärräume hier neu und sehr einladend sind? Anschließend sind wir ins Herz dieses kleinen Ortes hier gewandert und haben uns erst mal einen Espresso gegönnt. Anschließend ging es zum Strand. Die Strahlen der Sonne kamen zwar an, aber der Wind hat sie merklich abgekühlt. Einfach ein herrliches Wetter. Die Strandkorbverleiher hatten heute sicherlich nicht den schlechtesten Tag der Saison. Das alles machte auch Hunger. Also sind wir bei einem Griechen eingekehrt, der uns empfohlen wurde. Das essen war Okay, aber leider nicht so, dass wir sagen würden: "Da gehen wir morgen wieder hin.". Auf dem Nachhauseweg sind wir noch einmal zum Strand und irgendwie fühlten wir uns verpflichtet, das dortige Eiscafé noch ein weinig zu unterstützen.

Wieder am Wohni angekommen, hatte Wilma eine prima Idee. "Für morgen ist doch Regen gemeldet. Jetzt ist das Sonnendach doch so schön trocken." Recht hatte sie. Ich scheue das Einpacken von nassen Sachen wie der Teufel das Weihwasser. Und ruck zuck war das Sonnendach abgebaut und im Staukasten verschwunden.

Morgen werden uns ein wenig um so lebensnotwendige Dinge wie Nussschokolade, Bier und Gas kümmern. Für den Rest des Tages wird uns sicherlich etwas einfallen, was die Seele und den Körper ein wenig streichelt. Da draußen ja schon alles verstaut ist, haben wir ja dann den Rest des Tages frei.

Am Dienstagmorgen machen wir uns auf den Rückweg. Wir planen, den Campingplatz, den wir auf der Hinfahrt wegen des Staus nicht genommen haben, für eine Zwischenübernachtung zu nutzen. Und irgendwann am Mittwochnachmittag werden wir dann hoffentlich von unseren Töchtern freudig begrüßt.

NambaWan

RE: Gruß aus Usedom

#13 von GT-PETRI ( gelöscht ) , 09.09.2007 21:03

Geniesst die schönen Tage, hört sich ja gut an, könntet ihr mir in Gedern noch ein wenig mehr erzählen?


Grüße, Thomas

GT-PETRI

RE: Gruß aus Usedom

#14 von NambaWan ( gelöscht ) , 13.09.2007 22:49

Ja, so war es denn auch. In der Nacht zum Montag fing es schon an zu regnen. Wie war ich Wilma dankbar für den Tipp, das Sonnendach schon einen Tag früher einzupacken. Wir haben unseren letzten Tag auf Usedom mehr oder weniger im Regen im Wohni verbracht. Gemütlich war‘s! Am Dienstag haben wir uns dann auf die Heimreise gemacht. Wir sind ja nicht so dir Frühesten. Bis sich die Räder dann endlich drehten, war es schon fast 11:00 Uhr. Unser Ziel war der Campingplatz, den wir eigentlich auf der Hinfahrt schon für eine Zwischenübernachtung nutzen wollten. Ferienzentrum Heidenau. Verkehrsmäßig lief es nicht ganz so gut. Kurz vor dem Ziel sind wir wegen Stau von der Autobahn und die letzten 50 km auf der Landstraße gefahren. Der Campingplatz in Heidenau hat uns sehr überrascht. Zum einen ist es ein ACSI-Platz. Nach dem Vorzeigen meiner neu erstandenen ACSI-Karte zahlten wir 14,-- €. Der netten Dame in Karlshagen sei Dank! Und dafür wurde uns einiges geboten. Wie standen direkt an einem Weiher mit Enten. Die Sanitäranlagen waren allererster Güte. Der Platz verfügt über einige Freizeiteinrichtungen (Minigolf, Pool, Pferdekoppel), die wir allerdings nicht nutzten. Aber im Restaurant haben wir uns es abends gutgehen lassen und am nächsten Morgen frische Brötchen gekauft. Ein sehr empfehlenswerter Platz – nicht nur für eine Nacht!

Am nächsten Morgen haben wir die letzten 400 km unserer Reise in den Angriff genommen. Es ist leider wieder nicht so gut gelaufen. Wir kamen zwar um 10:00 Uhr los, hatten aber verkehrsbedingt erst um ca. 15:00 Uhr die Hälfte der Strecke hinter uns. Die zweite Hälfte lief dann besser und um etwa 18:00 Uhr konnte dann endlich die Begrüßung durch unsere „Weiber“ stattfinden.

Wir haben in den letzten zwei Wochen viele neue Eindrücke gesammelt. Hatten wir doch noch nie einen Urlaub auf einer Insel verbracht, Wilma war noch nie in den neuen Bundesländern und in Polen waren wir beide noch nicht. Für zwei Wochen war es eine weite Strecke, aber die war es wert!

Usedom sagt man nach, daß es dort Millionen von Stechmücken gibt. Das ist falsch! Es gibt unzählige Milliarden Stechmücken! Vielleicht lag es daran, daß wir äußerst akribisch die Fliegenrollos geschlossen hielten, mag auch sein, daß die Usedomer Stechmücken kein Kölsch im Blut mögen, oder es war einfach die falsche Jahreszeit? Unsere ganze Ausbeute waren zwei Mückenstiche. Wilma einen und ich einen. Ist doch gerecht – oder ! ?

NambaWan

RE: Gruß aus Usedom

#15 von Hugo21 ( gelöscht ) , 14.09.2007 01:27

#

Hugo21

RE: Gruß aus Usedom

#16 von Wintercamper , 14.09.2007 08:14

Wir haben Usedom letztes Jahr erradelt, eine schöne Insel! Leider waren wir ohne WW dort, denn die Insel hat ganz tolle Plätze, mitten im Wald und direkt hinter den Dünen.

 
Wintercamper
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