RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#1 von sunshine , 04.09.2007 11:40

Hallo Freunde,
hier mein (von HD sehnlichst erwarteter... ) Reisebericht "Bretagne 2007".
Ich will euch gleich warnen: Ich habe mal wieder extrem viel geschrieben, ich hatte ja Zeit dazu...

Ziemlich viel habe ich vom Wetter erzählt und speziell das Wort "Regen" kommt sehr häufig vor.
Am besten vor dem Lesen eine warme Jacke anziehen und einen heißen Tee bereitstellen...

Voila- Bretagne 2007:





Wir starten am Sonntag den 12. August gegen 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, durchfahren Nebelfelder im Rheintal und das schlafende Strasbourg. Auf der Autobahn fahren wir Richtung Paris und von dort aus Richtung Rennes. Es herrscht wenig Verkehr und wir kommen zügig vorwärts – die Maut für diese Strecke ist allerdings horrend.
Nach Chartres machen wir eine Pause und beschließen dabei, in Laval, das zwischen Le Mans und Rennes liegt, eine Zwischenübernachtung zu machen.

Wir suchen den Municipal „Camping Du Potier“, was mangels Beschilderung nicht ganz einfach ist. Aber schließlich sind wir erfolgreich. Der Platz liegt am Hang oberhalb des Flusses Mayenne, der als Maine in Angers in die Loire mündet. Wir dürfen selbst einen Platz aussuchen und wählen einen mit Blick auf den 100 Meter entfernten Fluss hinunter. Es ist schön ruhig hier, man hört nur das Brausen des Stauwehrs und gelegentlich ein auf dem Ufersträßchen fahrendes Auto. Wir bezahlen gleich (10 € mit Strom) – ein preiswerter und hübscher Platz mit gepflegten Sanitäranlagen.

Mit den Fahrrädern fahren wir nach Laval. (Kleiner Tipp: Am besten den Fahrweg nehmen. Alle Stichstraßen zum Fluss hinunter enden als Sackgassen *schwitz*.)
Laval wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar – erst auf den zweiten Blick entpuppt es sich als recht hübsches Städtchen. Der Fluss Mayenne fließt mitten hindurch und schöne steinerne Brücken überspannen ihn. An der ersten Brücke steht direkt am Flussufer eine schöne romanische Kirche. Wir radeln am Flussufer entlang ins „Centre Ville“: Enge, kopfsteingepflasterte Gassen und alte Stadthäuser, Schlösschen und Kirchen am Flussufer – ein schöner Anblick!
Wir finden eine Creperie zum „draußen sitzen“, verspeisen dort das erste Bretonische Galette und trinken dazu Cidre – stilecht in der Bolèe, der bauchigen Keramiktasse serviert.
Nach dem Essen radeln wir die 6 Kilometer zum Campingplatz zurück. Es ist noch hell – die Tage sind hier länger. Vor dem Wohnwagen sitzend schauen wir noch etwas in die nach und nach auftauchenden Sterne und genießen den lauen Abend.

Tja, Frankreich birgt viele, unentdeckte Kleinode am Wegrand.



Montag 13. August:
Sonne und lockere Wolken. Wir starten nach dem Frühstück gegen 10 Uhr in Richtung Rennes, St. Malo. Die Schnellstraße ist fast durchgängig vierspurig und kostenfrei.

Ab Dinard geht es an der Küste entlang Richtung Cap Frehel. Gegen 13 Uhr erreichen wir den Municipal „Le Pont De`l Etang“, ein weitläufiger Platz hinter und in den Dünen am Pléherél Plage. Wir können sofort einchecken und uns selbst einen Platz suchen. Also stellen wir das Gespann ab und laufen los – eine geschlagene Stunde lang. Dann sehen wir es endlich ein – die Plätze in der ersten Reihe sind alle belegt. So begnügen wir uns mit einem Plätzchen weiter hinten – Meerblick ist natürlich Bedingung. Wir richten uns ein und dann muss natürlich erst mal eingekauft werden. Den restlichen Tag vertrödeln wir im Sonnenschein, speisen zu Abend und hören ein wenig Musik.
Nachts werden wir vom Regen wach und auch der Wind hat aufgefrischt.





Tja, Bretagne- Wetter eben!

Dienstag 14. August.
Morgens ist es wieder trocken, aber es bläst ein heftiger, ablandiger Wind, so dass Wolfgang zuerst unser Sonnensegel mit zusätzlichen Schnüren verspannt.
Nach dem Frühstück (drinnen) machen wir einen ausgedehnten Spaziergang am Strand entlang Richtung Cap Frehel. Wir lassen uns ordentlich vom Wind durchpusten und die Sonne schafft es immer wieder, durch die Wolken zu dringen. Am Strand ist nicht viel los – einige Spaziergänger mit Hunden, ein paar Väter, die mit ihren Kindern Drachen steigen lassen und ein paar Muschelsucher.
Um die Mittagszeit gibt es wieder Regenschauer, so dass wir die angedachte Radtour zum Cap Frehel fallen lassen. Das ist nicht weiter schlimm, weil wir schon dort waren. Eindrucksvoll ist es allemal – über 70 Meter hohe Klippen – rötlich schimmernd, weil alles mit Heidekraut bewachsen ist und tief unten donnert die Brandung.



Also nehmen wir das Auto und fahren auf der Küstenstraße Richtung Dinard. In St. Briac sur Mer halten wir an und schauen auf die Bucht hinunter, die bunt gesprenkelt ist. Windsurfer und Kitesurfer, soweit das Auge reicht. Eine ganze Weile schauen wir dem Treiben zu.
In Dinard suchen wir einen Parkplatz und laufen zum Hafen. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Korsarenstadt St. Malo, zu der man auch von hier aus mit dem Boot fahren kann. Ein überaus heftiger Regenschauer hält uns jedoch davon ab und so kehren wir (trotz Regenjacke und Schirm) völlig durchnässt zu unserem mühsam eroberten Parkplatz zurück. Na ja, macht nichts – in St. Malo waren wir ja schon.



Als wir wieder am Campingplatz ankommen, hat es aufgehört mit regnen. Es gibt aber immer wieder Schauer, erst nach 11 Uhr reißt die Wolkendecke auf und erlaubt einen Blick zum Sternenhimmel. Ratet mal, was wir uns bei der ersten Sternschnuppe gewünscht haben…

Wir beschließen, am nächsten Tag zur Cote de Granit Rose weiterzufahren. Der Campingplatz hat uns von der Lage her super gefallen. Leider sind die Sanitäranlagen dem Andrang zu den Stoßzeiten nicht gewachsen, so dass ich ihn zur Hauptsaison nicht guten Gewissens empfehlen kann. Es waren viele Jugendliche und eine Kindergruppe in unserer Ecke des Platzes – vielleicht hatten wir ja einfach nur Pech. (Preis ca. 14 Euro mit Strom).

Tja, die Tagespläne bestimmt in der Bretagne das Wetter!

Mittwoch 15. August:
Frühstück in der Morgensonne! Trotz der Regenschauer sind die Temperaturen bisher moderat und bewegen sich zwischen 20 und 24 Grad.
Nach dem Frühstück packen wir zusammen – bis auf das Ankuppeln schaffen wir es trocken. Wir fahren zuerst nach St. Brieuc und wählen von dort aus nicht die Schnellstraße sondern die Küstenstraße nach Paimpol. Hier beginnt die Cote de Granit Rose. Wir durchfahren kleine Dörfer mit granitgrauen, geduckten Häusern mit riesigen Hortensienbüschen davor. In fast jedem Dorf wird ein „Fest Noz“ angekündigt: Das Fest des Cidre, das Muschelfest, das Blumenfest, das Feuerwehrfest…

Von Paimpol aus geht es in Richtung Tregastel. Zum ersten Mal versagt hier unser Navi (Modell „sunshine“). Es wählt einen Campingplatz in Trelevern und leitet den Fahrer irrtümlich nach Tregastel. Erst in Tregastel bemerke ich diesen Irrtum. Nun gut – Gelegenheit, die Campingplätze in Tregastel zu besichtigen. Der Municipal liegt etwas außerhalb, von der Küste nur durch ein kleines Sträßchen getrennt. Fast direkt daneben liegt der „Le Port“ in Blickrichtung zum Hafen. Beide sagen uns nicht so zu, so dass wir wieder zurück fahren. Zwischen Tregastel und Ploumanach liegt der CP „Le Ranolien****, den wir schon von der Straße aus gesehen haben. Hier halten wir noch einmal an. Alles wirkt unheimlich betriebsam und vorne zum Meer hin stehen nur Mobilhomes. Hier ist uns zu viel los – nichts wie weg hier. Zum zweiten Mal wendet mein Mann das Gespann, wo eigentlich kein Platz zum Wenden ist. Ich schwitze Blut und Wasser – ich glaube aber, ihm macht das Spaß...

Nun fahren wir weiter nach Trelevern zum Municipal „Le Palud“. Schon von weit oben sehen wir ihn liegen, direkt an der felsigen Bucht. Wir erkennen sofort: Das ist unser Platz!
Wir dürfen uns selbst ein Plätzchen suchen und stellen uns natürlich ganz vorne an die Mauer. (Wolfgang besichtigt später noch den Nachbarplatz „Port L`Epin“ – aber 32 € für zwei Personen pro Nacht sind schon ein Wort. Und der „Le Palud“ hat alles, was wir brauchen: Ordentliche Sanitärs und einen schönen Blick und das Ganze für ca. 19 € pro Nacht – inklusive Strom.)




Also richten wir uns häuslich ein. Es ist im Moment Ebbe, die Boote liegen auf dem Sand und die Muschelsucher sind unterwegs. Wolfgang verschnürt unser Sonnensegel wegen des heftigen Windes mit unzähligen Schnüren – der Verhüllungskünstler Christo hätte es nicht besser hingekriegt. Im Windschatten in der Sonne ist es aber angenehm.
Gegen Abend gibt es dann mal wieder heftige Regenschauer und der Wind frischt noch mehr auf.

Später kommt aber noch einmal die Sonne hervor und zaubert einen herrlichen Sonnenuntergang, bevor uns dann der nächste Regenschauer endgültig in den Wohnwagen zwingt. Tja, so ist sie eben, die Bretagne!
In der Nacht werden wir mehrmals vom Prasseln des Regens und vom Rütteln des Windes am Wohnwagen wach.




Tja, wir taufen unser Sonnensegel wohl besser in « Regensegel » um !

Donnerstag 16. August:
Vom Bett aus können wir die Boote sehen, die jetzt in der Flut in den Wellen schaukeln.
Wir frühstücken in der Morgensonne und fahren anschließend in den Nachbarort Perros Guirrec zum Plage Trestraou. Hier beginnt der alte Zöllnerpfad, „Le Sentier des Douaniers“, ein ungefähr drei Kilometer langer Panoramaweg, der an der Küste entlang nach Ploumanach führt. Von hier aus hat man immer wieder traumhafte Ausblicke auf die leuchtendrote Granitküste und die Inseln am Horizont. Der Weg führt mitten durch eine blühende Heidelandschaft mit riesigen Granitblöcken, die das Meer zu gigantischen Skulpturen geformt hat. Vorbei am Leuchtturm und am Chateau spazieren wir im strahlenden Sonnenschein bis zum kleinen Hafen von Ploumanach, einem beschaulichen, ursprünglichen Fischerort mit einem von Hortensienbüschen umstandenen, kleinen Granitkirchlein direkt am Strand. Auch hier liegen riesige Granitblöcke in der Bucht, mitten darin das malerische Schlösschen Costaeres.








Auf dem Rückweg erwischt uns mal wieder ein Bretonischer Regenschauer – schnell die Regenjacken aus dem Rucksack gekramt! Dieser hier dauert aber nur fünf Minuten. Als wir das Auto erreichen, schwitzen wir schon wieder in den Regenjacken.

Auf dem Campingplatz angekommen, scheint wieder die Sonne, aber es bläst ein kalter Wind. Wolfgang kraxelt ein wenig auf den Ebbefelsen herum und läuft Richtung Insel und ich setze mich mit meinem Buch in die Sonne.



Nach dem Abendessen setzen wir uns noch ein wenig auf die Mauer in die Abendsonne. Nach Sonnenuntergang wird es aber recht frisch und in der Nacht wecken uns wieder Regenschauer.

Tja, die Cote de Granit Rose ist die Ansichtskarten- Bretagne schlechthin!

Freitag 17. August:
Pünktlich zum Frühstück kommt die Morgensonne und taucht das Meer in ein warmes Licht. Jeden Tag sind wir aufs Neue wieder fasziniert von dem immensen Tidenhub in der Bretagne.



Nach dem Frühstück fahren wir los, zuerst nach Tregastel- Bourg, dem alten, ursprünglichen Ort. Sehenswert sind hier die Kirche aus dem 12. Jahrhundert und ein kleiner Calvaire am Ortsrand.



Danach geht es weiter in Richtung Pleumeur-Bodou. Habe ich es doch tatsächlich geschafft, meinen Mann für ein Museum zu interessieren...
Hier steht das „Citè des télécoms“. Wer sich für die Entwicklung der Telekommunikation interessiert, ist hier genau richtig. Und wer schon immer mal wissen wollte, wie die armdicken Kabel aussehen, die durch den Atlantik gezogen werden und wie die Schiffe aussehen, die dies tun, der kann hier seinen Wissensdurst stillen. Interessant auch die Ausstellungen zur Entwicklung des Telefonapparats und des Mobiltelefons.

Die Attraktion ist natürlich das „Radôme“. Hier steht eine riesige Hornantenne, die mit einem Parabolspiegel von 30 m Durchmesser Signale aufzeichnet. Diese riesige Antenne steht in einem ballonförmigen, 50 m hohen Zelt, das 200m Umfang hat. Schon von weitem sieht man diese gigantische weiße Kuppel. In einer Film- und Lightshow erfährt man, wie die erste Satellitenübertragung aus den USA 1962 vonstatten ging. (Der Vortrag ist in Französisch, aber man bekommt den deutschen Text in Papierform ausgehändigt).





Im angrenzenden Planetarium gibt es Panoramafilme zu verschiedenen Themen (nur in Französisch). Und in der Cyberspace- Ecke kann man kostenlos surfen und beispielsweise Grüße an die Camperfriends schicken…
So verbringen wir einen interessanten und kurzweiligen Nachmittag und fahren anschließend die Küste entlang zurück. Wir unterbrechen unsere Fahrt am „Menhir de St. Uzec“ in Penvern. Dieser imposante Menhir wurde christianisiert, indem in seine Spitze ein Kreuz und Reliefs mit christlichen Symbolen eingemeißelt wurden.
Heute gibt es mal wieder einen trockenen Abend.



Tja, Megalithen und Satelliten leben in der Bretagne einträchtig beieinander.


Samstag 18. August:
Nach dem Frühstück in der Morgensonne starten wir gegen 18 Uhr ins „Finistere“. Zuerst fahren wir die Küstenstraße „Corniche Bretonne“. Über Trebeurden und Lannion fahren wir in Richtung Morlaix.

Das „Finistere“ (Bretonisch für „Das Ende der Welt“ empfängt uns mit tief hängenden Wolken und atlantischen Sprühregenschauern.
Von Morlaix fahren wir in Richtung St. Pol de Léon und Roscoff, das wir schon kennen. Unser Ziel heißt Brignogan Plage. Hier waren wir vor vielen Jahren mit unseren Kindern. Der Campingplatz liegt direkt einer Bucht, die von Felsen und einem malerischen Leuchtturm, der wie ein Kirchlein aussieht, flankiert wird. Dort zieht es uns wieder hin. Zuerst schauen wir uns noch den CP “De la Cote des Legendes“ an, der uns aber nicht so zusagt: Fast nur Mobilhomes und zu eingewachsen. Also fahren wir weiter zum Municipal „Camp du Phare“. Auch dieser Platz ist inzwischen ziemlich eingewachsen und nicht mehr so schön, wie wir ihn in Erinnerung hatten. Also fahren wir weiter in Richtung „Aber- Küste“. Wir schauen auf dem Weg noch zwei Municipals an, aber beide sind uns zu weit vom Meer weg. Wenigstens Meerblick wollen wir haben.

Im betriebsamen Örtchen Plouguerneau entdecken wir ein Schild „Camping La Greve Blanche“, dem wir folgen. Wir werden von den Wegweisern buchstäblich ans Ende der Welt geleitet – jedoch – es lohnt sich! Der Platz liegt auf einer kleinen Anhöhe an der gleichnamigen Bucht. Von den meisten Plätzen aus hat man einen weiten Blick. Die Sanitärs sind sehr gepflegt – einziger Wermutstropfen: Duschmarken. Aber damit können wir leben, zumal der Platz nur 13 € mit Strom für uns beide kostet.



Wir stellen unseren Wohnwagen so, dass unser Sitzplatz im Windschatten liegt. Dazu bastelt mein Schatz abenteuerliche Konstruktionen, um unser rollendes Heim gerade zu stellen. Nach dem Aufbau mal wieder – ihr könnt es euch vielleicht schon denken – ein Regenschauer! So fahren wir zuerst einmal einkaufen.

Wir essen draußen, aber es ist nicht wirklich gemütlich. Auf der Fahrt haben wir in der Nähe ein Bretonisches „Fest Noz“ gesehen, dorthin wollen wir einen Spaziergang machen. Als wir gerade loslaufen wollen, kommt der nächste Regenschauer. Wenn der Regen von oben gekommen wäre, wäre ich ja mitgegangen, aber durch den Wind kommt er horizontal. Also verzichte ich dankend auf den Spaziergang und verkrieche mich mit meinem Buch in den Wohnwagen. Also geht mein Schatz alleine los, hört etwas Bretonische Lifemusik und benutzt auf dem Rückweg ein Stückchen des GR 34, der komplett an der Bretonischen Küste entlang führt. Natürlich erwischt ihn dabei ein heftiger Regenschauer und er kommt nass wie eine Wasserratte zurück.
Wir gehen früh zu Bett und lauschen dem Prasseln des Regens und dem Brausen des Sturms.

Tja. Schlechtwettercamper erholen sich auch!

Sonntag 19. August:
Ein grauer stürmischer Morgen. Vom Bett aus schauen wir zu, wie die Flut kommt und riesige Brecher an den Felsen in der Bucht ihre Gischtfontänen versprühen.



Obwohl es trocken ist, frühstücken wir wegen des Sturms und der Kälte drinnen.
Auf dem Rückweg vom Supermarkt besichtigt Wolfgang noch den CP „Meledan“ ganz in der Nähe, aber unser Platz liegt eindeutig schöner. Danach rückt Wolfgang den Fensterdichtungen auf der Wetterseite mit Silikon zuleibe, die den horizontalen Wassermassen nicht ganz gewachsen waren.

Der Tag bleibt weiterhin grau und wir fahren ein wenig mit dem Auto los. Zuerst geht es die Küste entlang nach Lilia. Hier steht auf einer kleinen vorgelagerten Insel der der höchste Leuchtturm Frankreichs, den wir auch vom Fenster des Wohnwagens aus sehen können. Mit kleinen Personenbooten kann man von hier aus zur Leuchtturminsel übersetzen (14,50 €). Angesichts des stolzen Preises begnügen wir uns mit einem Blick aus der Ferne.

Danach fahren wir weiter zum „Aber- W`rach“, der Hexenmündung. „Aber“ ist das bretonische Wort für eine Trichtermündung, die das vordringende Meer tief ins Land geschnitten hat. Bei Ebbe schlängeln sich schmale Rinnsaale durch ein breites Schlickbett, die sich bei Flut in breite Ströme verwandeln. Die Hexenmündung ist mit 2 Kilometer Breite und 10 Kilometer Länge die größte der drei Trichter.
Wir überqueren den „Aber- W`rach“ bei Ebbe und fahren über Lanilis nach Landeda. Hier wollen wir uns den CP „Des Abers“ anschauen und nachsehen, ob Andrea „Morgenröte“ hier Urlaub macht. Wir fragen an der Rezeption nach – negativ.
Wir schlendern noch ein wenig über den Platz. Von der Lage im Dünengelände her schön und durch hohe Hecken windgeschützt. Der Platz ist immer noch gut gefüllt – vorwiegend Autos mit deutschen Kennzeichen sieht man hier. Hier braucht man auch Duschmarken.

Zurück am CP schreibe ich dann eine SMS an Andrea und erfahre, dass sie in Benodet im „Camping du Letty“ gelandet sind, ca. 100 Kilometer entfernt. Schade.

Da es immer noch trocken ist, klettert Wolfgang ein wenig in den Ebbefelsen herum und ich lese ein wenig in „Die Fliege und die Ewigkeit“. Später essen wir, in dicke Pullis gehüllt, sogar draußen. Nach dem Essen gesellt sich unser junger Nachbar Bruno zu uns unter das Sonnensegel, einen Becher Rosè in der Hand, dem er wohl schon eifrig zugesprochen hat. Bruno ist Bretone und klagt uns sein Leid, das wir nur in Bruchstücken verstehen. Er macht hier mit seiner Frau und dem 3 Monate alten Bébé Urlaub in einem gemieteten Wohnwagen. Es ist alles ein bisschen schwierig, denn das Kleine schreit viel, weil es Fieber hat. Bruno ist fast nicht zu bewegen, unser Vordach zu verlassen, obwohl seine Frau es mehrmals versucht. Nur ungern zieht er schließlich mit seiner Gattin ab, nicht ohne sich zuvor mit Wolfgang zu einer Partie Boule zu verabreden.
Und wir verziehen uns nach drinnen zu Büchern und Musik.

Tja, zu viel Sonne verursacht ohnehin Falten!

Montag 20. August:
Der einsetzende Regen weckt uns und wir haben keine große Lust, aufzustehen. Es ist definitiv kein Boule- Wetter!

Als wir am Frühstückstisch sitzen, sagt mein Schatz: "Nächstes Jahr bist du reif für Griechenland – oder zumindest Korsika."
Die Wettervorhersage in der Zeitung löst tatsächlich Frustrationen aus: Erst am Wochenende kehrt die Sonne in die Bretagne zurück – wir aber leider nach Hause.

Es regnet ununterbrochen, man kann nicht einmal mehr zum Leuchtturm sehen. In kurzen Abständen ertönt der dumpfe, klagende Ton eines Nebelhorns. Vermutlich stößt der Leuchtturm dieses Signal aus, da er im Bretonischen Landregen auch von den Schiffen aus nicht mehr zu sehen ist.

Gegen Mittag hört es dann doch auf zu regnen und wir brechen zu einer Calvaire- Tour auf. Der Calvaire ist eine bretonische Besonderheit, sozusagen eine in Stein gehauenen Bilderbibel, wobei die Kreuzigungsszene immer vorkommt – daher der Name.
In der Bretagne, speziell im Finistere zwischen Morlaix und Brest findet man viele dieser eingefriedeten Kirchhöfe (Enclos Paroissial) bestehend aus einer Kirche, einer Umfassungsmauer mit Triumphpforte, einem Beinhaus und einem Calvaire. Diese Ensembles entstanden im Spätmittelalter während der wirtschaftlichen Blütezeit der Bretagne, wo die, durch Tuchhandel zu Wohlstand gekommenen Gemeinden regelrecht untereinander wetteiferten, um den schönsten und prächtigsten „Enclos“.

Wir starten unsere Tour in ST. Thegonnec, einer der beeindruckendsten Anlagen in der Bretagne. Gleich in der Nachbargemeine Guilmiliau steht ein ebenso prächtiger Enclos, genau so in Lampaul- Guimiliau und in La Martyre.





Die restlichen Anlagen lassen wir dann aus und bummeln noch ein wenig in Landerneau, denn es ist wider Erwarten bisher trocken geblieben. Der Fluss Elorn teilt die Stadt und die beiden Ufer werden durch die „Rohan- Brücke“ verbunden, eine der zwei einzigen bewohnten Brücken in Frankreich. Das Städtchen ist hübsch, leider sind montags alle Geschäfte geschlossen und so kommen wir uns etwas verloren vor. Mein Mann grinst – ist er doch einem Einkaufsbummel entronnen...

Wir fahren weiter nach Lesneven. Hier ist um einiges mehr los, denn es ist gerade Markttag. Obwohl die Stände zum Teil schon abgebaut werden, herrscht noch einiger Trubel in den Gässchen und so komme ich doch noch zu einem kleinen Bummel durch die Geschäfte. (Jetzt grinse ich... )

Am Campingplatz angekommen ist es – welch ein Wunder – immer noch trocken aber ein heftiger Wind bläst. Und er hat die Richtung gewechselt und fährt frontal unter unser Sonnensegel. Die Firststange liegt am Boden aber durch die Abspannung hat das Segel gehalten. Wir bauen es ab, denn bei diesem Wind ist nicht an draußen sitzen zu denken. Von Bruno erfahren wir dann, dass das Vorzelt des leer stehenden Mietwohnwagens neben uns dem Wind nicht standgehalten hat und er die Besitzer alarmierte, die es dann abbauten.

Um halb zehn geht die Sonne als blutroter Feuerball unter, davor die schwarzen Silhouetten der beiden Leuchttürme. Ein schöner Anblick!




Der Abend bleibt trocken aber stürmisch und kalt.

Tja, le Campeur est optimiste! (…stand heute in der Tageszeitung)

Dienstag 21. August:
Abends haben wir beschlossen, etwas weiter in den Süden zu fahren, eventuell in Richtung Carnac. Von dort aus ist der Heimweg dann auch nicht mehr so weit.

Morgens gibt es Sonne und Wolken aber nach wie vor heftigen Wind.
Wir packen, bezahlen und machen uns gegen halb elf auf den Weg in Richtung Brest. Auf der N165 brausen wir mit dem Wind in Richtung Süden. Die fast durchweg vierspurig ausgebaute Straße führt von Brest nach Quimper und dann nach Lorient.

Kurz vor Auray fahren wir ab nach Erdeven, das in der Nähe von Carnac liegt. Erdeven kennen wir gut, da wir schon mehrmals dort waren. Es gibt dort einen sehr weitläufigen Municipal in den Dünen am Plage Kerhillio. Diesen steuern wir an und staunen – es gibt immer noch keinen Strom dort. Als wir vor 15 Jahren mal mit dem VW- Bus dort waren, durften wir Strom von der Rezeption nehmen.
Wir überlegen kurz – Wasserpumpe und eine Lampe könnten wir mit den 12 Volt vom Auto betreiben und den Kühlschrank mit Gas. Ach nein, zu umständlich – wir fahren weiter.

Wir passieren das umtriebige Carnac mit seinem Menhirfeld am Straßenrand und fahren weiter nach La Trinite sur Mer. Hier steuern wir den CP „La Plage“ an. „Complet“ erfahren wir – einen einzigen Platz hätten sie noch. Wir bedanken uns, wenn es so voll ist, reizt uns das nicht. Nun beginnt es auch wieder zu regnen und – ich will es nicht verschweigen- das Thermometer fällt auf 15 Grad...

So verabschieden wir uns stillschweigend vom Meer und fahren nach La Roche Bernard, das östlich von Vannes an der Vilaine am Felsufer liegt. Der CP „La Patic“ liegt direkt am Vilaineufer am Jachthafen. Leider steht eine Hecke im Blickfeld zu unseren neuen Nachbarn, den Jachten. Wir stellen den Wohnwagen ab, verzichten auf das Sonnensegel und lassen die Räder auf dem Dach. Wir kaufen einen kleinen Imbiss, vespern im strömenden Regen ein wenig (im geheizten Wohnwagen natürlich) und laufen dann, als es aufhört zu regnen, zur Innenstadt, die nur einen Katzensprung vom Campingplatz entfernt liegt.

Es ist ein hübscher Ort. Im alten Stadtviertel haben sich in den winzigen Häuschen Künstler aller Art niedergelassen. Auch im „Centre Ville“ gibt es nette Plätzchen und Winkel. Liebevoll herausgeputzte Lokale warten darauf, von hungrigen Jachtbesatzungen geentert zu werden – oder auch von hungrigen Campern. Bei diesem Wetter sind die Straßenlokale natürlich leer. Viele Briten sind hier unterwegs. Auf dem Felsen über dem Flussufer stehen zwei alte Kanonen und erinnern daran, dass dies früher ein gut befestigtes Städtchen war. Von hier aus hat man einen tollen Rundblick über den Fluss, den Hafen und die Brücke. Man blickt direkt auf den Campingplatz und wir sehen unseren Wohnwagen mal von oben.
Wir setzen uns noch eine Weile auf ein Bänkchen ans Flussufer, schauen den Schiffen zu und überlegen gerade, ob wir uns ein Gläschen Rotwein aus dem Wohnwagen holen, als – ihr ahnt es sicher schon – der nächste Regenschauer uns in den Wohnwagen treibt.



Tja, Bretagnewetter eben!

Mittwoch 22. August:
Wolfgang spaziert in den Ort und ich decke den Frühstückstisch im Wohnwagen. Die Campingmöbel haben wir noch nicht mal aus dem Kofferraum geholt. Beim Frühstück dann wieder das vertraute Plätschern auf dem Wohnwagendach!
Wir haben schnell zusammengepackt und beschließen, an der Loire entlang in Richtung Heimat zu fahren. Kurz vor elf bezahlen wir (14,50€ und machen uns auf den Weg. Über Nantes und Angers fahren wir Richtung Tours. Wir durchfahren auf Landstaßen den ausgestorben wirkenden Landstrich Loire- Atlantique, über dem eine einzige, fette, bleigraue Regenwolke zu hängen scheint, die alle Bewohner in ihre Häuser getrieben hat.

Wir machen unsere letzte Station in Amboise im „Camping de`l Ille d`Or“, wo wir uns direkt am Ufer der Loire niederlassen. Das Städtchen liegt in Spaziernähe, so dass wir gegen Abend ein wenig bummeln gehen. Durch das berühmte Schloss ist dort natürlich alles auf Touristen eingestellt. Wir schlendern über die Loirebrücke hoch zum Schloss und durch die Gässchen. Es ist einiges los und da es gerade mal trocken ist, sieht man sogar einige Menschen in den Straßencafes.
Wir essen eine Kleinigkeit, Galette, Salat und Cidre und spazieren dann zum Campingplatz zurück. Dort können wir tatsächlich mit einem Gläschen Rosé noch draußen sitzen und auf das Wasser schauen, in dem sich die Lichter spiegeln.
Nachts hören wir dann wieder das vertraute Plätschern…





Tja, wir ahnten es ja bereits im Voraus.
Und bei schönem Wetter kann jeder campen!




Donnerstag 23. August:
Heimfahrtstag – im strömenden Regen zuckeln wir die Loire entlang über Blois, Orleans, durchqueren die Champagne (trocken, Sonne mit Wolken) und fahren ein Stück durch die Vogesen über Epinal, St. Die, Schirmeck nach Strasbourg, wo wir dann fast schon zu Hause sind.

Tja, das war unser Bretagne- Urlaub!
Trotz des vielen Regens und Sturms haben wir ihn sehr genossen.

 
sunshine
Beiträge: 9.824
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#2 von Taubi , 04.09.2007 12:24

Moin,
schöner Reisebericht.Danke für das "mitnehmen". e

Regen...na und,da habt ihr die richtige Einstellung zum campen.

 
Taubi
Beiträge: 2.033
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#3 von HD , 04.09.2007 12:31

Danke, Iris für den schönen und leider etwas feuchten Bretagnebericht.
Manches kannte ich, einiges war neu, Trequier habt Ihr leider wohl "übersehen", wie ich auch dort wohl noch so Einiges bisher übersehen habe. Der Zöllnerpfad gefiel uns auch.

Die Sternschnuppe und der Wunsch? - nun, ich denke warmes Wetter und Sonne. Die Bretagne ist eben etwas Glückssache.

Trelevern hab ich auch in sehr schöner Erinnerung - der Platz, die Küste, sowie auch den Ort - eine eher "graue Maus" dort unter den schönen weissen Mäusen von Orten - aber vielleicht gerade deswegen und wegen der Ruhe und Beschaulichkeit des Ortes.
Er mag vielleicht nicht jedem gefallen, deswegen war ich etwas "in Sorge" wegen der Empfehlung, normalerweise empfehle ich ungern Plätze - Geschmacksache eben, mancher schwärmt vom "du Letty", für mich reicht der Muni in Trelevern - und viel günstiger.

Und Korsika? - das steht möglicherweise wieder bei uns nächstes Jahr an, im Juni. Aber eben bei uns NICHT mit dem WW, das rechnet sich für uns nicht und da habe ich auch meinen bevorzugten Ort, Lumio bei Calvi.
(hat aber an der Küste keinen CP - im Übrigen, nur etwas entfernt von Calvi kommend kurz vor Ile Rousse, der Camping "Bodri" wäre vielleicht was, wenn Ihr dort mal vorbeikommt. Von Calvi nach Ile Rousse und zurück fährt übrigens eine "Bimmelbahn" ein Triebwagenzug alle Stunde, der hält an allen Stränden zwischen Calvi und Ile Rousse und man braucht das Auto nicht - er hält auch am Bodri, wen ich mich richtig erinnere, jedenfalls auch am Strand Arinella in Lumio - direkt bei meiner Ferienwohnung. Das Strandrestaurant dort "Matahari" ist empfehlenswert.

Grundgütiger - ich schweife ab, Korsika ist nicht die Bretagne und vergleichen kann man es nicht. Für mich die schönste und ursprünglichste Mittelmeerinsel.

Gruss HD

 
HD
Beiträge: 12.079
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#4 von GSB ( gelöscht ) , 04.09.2007 12:38

Hallo Iris,

schöner Bericht. Bin virtuell mitgefahren. Danke fürs mitnehmen.

GSB

RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#5 von Susanne , 04.09.2007 12:49

hallo iris,

schöööööner bericht, bin so richtig auf der landkarte mitgefahren. danke.

 
Susanne
Beiträge: 4.621
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#6 von ben ( gelöscht ) , 04.09.2007 13:02

Hallo sunshine,

wieder mal ein sehr schöner Reisebericht. Diesmal aber besonders hautnah und wetterkundig.

Hätte mir zwischendurch fast einen Schirm geholt und den wasserdichten Trappenhut aufgesetzt.

Gruß
ben

ben

RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#7 von sunshine , 04.09.2007 13:06

Hallo Reisebericht- Leser,
wie ihr jetzt wisst, war das eine recht feuchte Angelegenheit.
Aber auf den Fotos sieht man ja, dass es auch schöne Stunden gab - Tage kann ich leider nicht schreiben...
Und der Wind war zum Teil so heftig, dass er einem die Worte in den Mund zurück geblasen hat...

Ja, HD, ich habe meinem Mann offiziell gestattet, nächstes Jahr die Fähre nach Korsika mit Wohnwagen zu buchen.
Davon träumt er schon, seit wir das Ding haben...
Aber ich werde die Route bestimmen und es wird keine "weiße Straße" (mit dem Wohnwagen... ) befahren -
ich werde die Karte auf jeder Fahrt nicht eine Sekunde aus den Augen lassen und aufpassen wie ein Luchs...

Nächstes Jahr sind die Pfingstferien sehr früh, schon Anfang Mai.
Mal sehen, vielleicht geht es dann dort oder aber wieder Mitte August nach Korsika.
Das müssen wir uns noch gut überlegen.

Leider bin ich ja immer auf die Schulferien angewiesen...

@ben:
Ich konnte keinen Hut tragen, die Haare standen mir immer "zu Berge"...

 
sunshine
Beiträge: 9.824
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#8 von HD , 04.09.2007 13:31

Dann, meine Liebe, fahre Anfang Mai - die CP's eröffnen fast alle am 1. Mai. Die Insel, die Machia steht in voller Blüte, die Berge haben Schneehauben, Du fährst den ASCO oder den Restonica hoch IN den Schnee, die Wildbäche tosen vor Wasser aus den Bergen, die Strände sind leer, die Gerüche und das frische Grün bezaubern die Seele, die Insel träumt schon etwas vom hektischen Sommer, die kellner sind galant und zuvorkommend, die Wildschweine nicht importiert, die Strände fast leer, den schon warmen Tagen folgen erholsame Nächte, die Fähren sind noch billig und nicht vollbebucht, die Insel trägt ihr schönstes Kleid, wenn auch das Meer noch kühl ist und Baden eine erfrischende Angelegenheit ist. Such Dir einen schönen CP als Standquartier, Du kannst jeden Punkt der Insel von jedem Punkt aus in einer Tagesreise erreichen - ich empfehle den Garten der Insel, die Balagne mit ihren alten Orten wie z.B. San Antonio oder Pigna, unrahmt von den hohen Bergen der Westküste,
den Wildwasserschluchten des ASCO, dem Wald von Bonifacio oder
der weitgehend unbekannten Schlucht des Tartagine und der Mejala - hier wirst Du allein und erholsam wandern können vorbei an dem brausenden Tartagine. Fahr mal - bitte NUR mit dem Auto - hinunter von Col de Bataglia und den alten Dörfern der haute balagne wie z.B. Speluncato hinunter die 15 km bis zur Schlucht des Tartagine (an Mausoleo vorbei) und dem verfallenen Forsthaus des Tartagine. Die Strasse ist eng und nicht besonders gut,, riesige alte Esskastanien säumen anfangs Deinen Weg, sie weichen später riesigen Laricio Kiefern - aber unten am Tartagine wirst Du dafür belohnt.
Galaria und die Calanche ist nicht weit, Calvi, Ile Rouse lohnen einen Besuch.
Tue es Dir nicht an und fahre im August - Korsikas Schönheit zeigt sich im Frühjahr.
Gruss HD

 
HD
Beiträge: 12.079
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#9 von sunshine , 04.09.2007 13:44

Hallo HD,
ich weiß schon, dass es im Frühjahr dort am schönsten ist, alles ist noch grün und es gibt noch keine Waldbrände!
Leider kann ich dann nur zwei Wochen reisen, im Sommer dagegen länger. Aber dann ist alles verbrannt und voll.

Ich weiß schon genau, wohin es meinen Mann zieht:


Meine bisherigen drei Korsika- Urlaube waren alle drei im Juli, als die Sommerfeien noch ein rollierendes System hatten.
Das Wetter im Mai schreckt mich noch ein wenig.
Im Moment träume ich von Hitze...

 
sunshine
Beiträge: 9.824
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#10 von Michi ( gelöscht ) , 04.09.2007 14:07

Hallo Iris,

danke für deinen schönen Bericht.
Ja das mit dem Wetter ist immer so eine Sache, auch wir hatten letzten August am Bodensee
kein schönes Wetter, dieses Jahr aber war es umso besser.

Gruß Michi

Michi

RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#11 von ben ( gelöscht ) , 04.09.2007 15:07

"Dann, meine Liebe, fahre Anfang Mai - die CP's eröffnen fast alle am 1. Mai."

Hallo,

wobei, lieber HD, der Mai auch gut für Nord- und Ostsee wäre...

Gruß
ben

ben

RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#12 von HD , 04.09.2007 15:20

ja, vielleicht, wenn man Maischolle mag! Und, wenn sie auch echte Maischolle ist.
Liest man hier kommen starke Bedenken:Der Schummel mit der Maischolle
http://www.sedov-emden.com/diversehtm/maischolle.htm

Und zur Ostsee las ich:
Alarm in der Ostsee: Tiefenregionen ökologisch tot durch Überdüngung.
Meinste, ich wollte an einer Jauchegrube campen?

Gruss HD

 
HD
Beiträge: 12.079
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#13 von Gelöschtes Mitglied , 04.09.2007 15:57

Hallo sunshine,

wir haben deinen interessanten Bericht nun in Ruhe studiert, obschon mir das gar nicht gut tut: Es juckt schon wieder so fürchterlich (aber nur noch ein paar Tage ....).

Korsika solltet ihr schon mal wagen; ich habe euch mal ein paar Überzeugungsdaten rausgesucht (Mai 2007, kann natürlich 2008 das genaue Gegenteil werden):

Nur 2 Tage unter 20 Grad, 18 Tage über 22 Grad, 1 x 30 Grad; nur an 7 Tagen weniger als 4 Stunden Sonne, aber an 17 Tagen mehr als 6 Stunden und nur 5 Tage mit erwähnenswerten Niederschlägen.

Und was die Straßen angeht – keine Bange in der frühen Nebensaison; man nimmt sich halt etwas Zeit. Schade nur, dass man auf diesen Straßen mit Hänger so selten halten kann, wo man sich mit dem PKW allein noch irgendwie verantwortlich kurz mal hin quetschen könnte. Aber der Hänger muss ja nicht immer mit – sooo groß ist die Insel ja nicht.

Gruß HDF


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#14 von Lonestar ( gelöscht ) , 04.09.2007 16:24

Hallo sunshine,
klasse Bericht, mich interessiert noch, ob man bei einem solchen Wetter evtl. Moos ansetzt, wenn man nicht ständig unterwegs ist?
Gruß,
Lonestar

Lonestar

RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#15 von sunshine , 04.09.2007 16:37

Ja, Lonestar, bestimmt setzt man Moos an.
Ich kann es aber nicht mit Sicherheit sagen, weil wir ja ständig unterwegs waren...

Danke, HDF, für die ermunternden Wetterdaten für Korsika vom Mai.
Leider hat es uns ja dieses Mal im Mai/ Juni in der Toscana auch voll erwischt. Wettertechnisch war dies nicht unser Urlaubsjahr, bzw. wir waren zur falschen Zeit am falschen Ort.

Korsika kenne ich recht gut, wir haben die gesamte Insel mit dem VW- Bus bereits dreimal umrundet.
Ich befürchte, mein Mann plant das jetzt mit dem Wohnwagen...

 
sunshine
Beiträge: 9.824
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#16 von hexeannkristin ( gelöscht ) , 04.09.2007 21:41

Wunderschöner bericht!!!

Ich kenne viele dieser Orte aus meiner Kindheit, und eigentlich wollte ich diesen Sommer in die gegend St. Malo - Dinard - St. Brieuc. Ihr wart sogar auf CPs, die wir uns rausgesucht hatten...
In der Bretagne waren wir dann auch, aber in St. Pol de Leon, also bei Roscoff. Auch eine wunderschöne gegend, Bretagne eben. Nur das Wetter war besser bei uns, wir sind im regen heim, quasi da als ihr angereist sind...windig war es auch oft, aber wir hatten von 17 Urlaubstagen nur 3 mit Regen.

hexeannkristin

RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#17 von morgenröte , 05.09.2007 10:42

Liebe Iris,

da habe ich das Ende der Welt wenigstens noch in deinem Bericht erlebt. Wir haben uns deine Bilder eben gemeinsam angesehen. Vielen Dank für deine Reisebeschreibung.

Das Wetter war bei uns auch nicht besonders, aber wir hatten nur einen Regentag und an unserem Abfahrtstag schüttete es bis Belgien. Aber windig war es fast immer, Drachenwetter für die Jungs.

Viele Grüße Andrea

 
morgenröte
Beiträge: 2.047
Registriert am: 05.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#18 von Winni , 05.09.2007 11:31

Moin,
ich kenne in dieser Gegend nur St.Malo, von wo wir mal auf die Kanalinsel Guernsey übersetzten...jetzt sehe ich, dass ich nochmal hin muss. Danke für den Bericht. Und das Wetter? Besser als Hitze!
Winni

 
Winni
Beiträge: 15.093
Registriert am: 04.03.2006


RE: Cidre- rosa Granit - Calvaire : Streifzug durch die Bretagne

#19 von Wintercamper , 09.09.2007 20:59

Schöner und mitreis(s)ender Bericht! Die Begeisterung für die wunderschöne bretonische Küste kann ich nur teilen. Allerdings habe ich mit deinem Gatten was gemeinsam: Zunächst ist beim nächsten Urlaub mal wieder SONNE dran...

 
Wintercamper
Beiträge: 2.956
Registriert am: 06.03.2006


   

Gruß aus Usedom
Fahrradtour auf den Brocken im Harz

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz