RE: Atlantik 2007

#1 von Tenere ( gelöscht ) , 21.08.2007 09:06

Atlantik 2007

Auch dieses Jahr haben wir unseren großen Urlaub wieder auf dem Campingplatz ........ in der Nähe von Soulac verbracht. Da die geplante Reisezeit mit den Sommerferien in NRW kollidierte und eine befreundete, wohnwagenlose Familie eine Unterkunft mieten musste, wurde sogar fest gebucht.
Als Abreisetag wählten wir einen Freitagmorgen direkt nach Elinas Übernachtungskindergartenabschlussfest. Um 09:00 Uhr wollten wir starten.
Leider ergaben sich am Vortag noch ein paar Hindernisse. Aus meinem latenten Zahnschmerz entwickelte sich über Tag ein echtes Problem, welches mich noch in den Genuss einer Wurzelbehandlung kommen ließ. So ein Glück! Damit sich nach der Zahnarztsitzung auch garantiert kein Schmerz mehr einstellen konnte, haben wir auf der abendlichen Elternparty ordentlich nachgespült. Es kam wie es kommen musste. Die Abfahrt verzögerte sich doch merklich nach hinten. Erst gegen Mittag kamen wir los.
Über Köln und Aachen ging es Richtung Westen. Die Fahrt durch Belgien zog sich wie immer und ebenso ‚wie immer’ fragten wir uns ob Belgien auch schöne Ecken hat. Von der Autobahn aus betrachtet, beschleicht einen das Gefühl schnell wieder verschwinden zu wollen. Merkwürdig wie sich ein einmal gemachter Eindruck festsetzen kann.

Ein paar Stunden später lag die französische Grenze vor uns, endlich. Zu lange waren wir schon nicht mehr in der ‚Grande Nation’. So fuhren wir von Gewitter zu Gewitter weiter in Richtung Paris. Angeschlagen durch die kurze Nacht, gaben wir unseren Plan auf über Amiens und Rouen soweit zu fahren, wie wir konnten. Mein Großhirn motivierte mich tapfer für weitere 150km. Schließlich und endlich verließen wir bei Olliviers de Sorrel die Autobahn und steuerten den als Übernachtungsplatz gut gelegenen Camping de Sorrel an.
Da wir am Samstagmorgen möglichst früh Paris durchqueren wollten, haben wir nicht mal abgekuppelt. Umzingelt von freundlichen Holländern verbrachten wir eine laute Nacht. Was nicht an den Holländern lag. Praktisch durchgehend zogen die Gewitter, begleitet von starken Regen, über uns hinweg.



Und dann kam es zu einer absoluten Premiere. Da wir Paris ja sehr früh durchqueren wollten, klingelte der Wecker bereits wieder um 05:30 Uhr. Nach einer kurzen Dusche und einem Kaffee, haben wir Elina noch im Schlafanzug ins Auto gesetzt und pünktlich um 06:00 Uhr standen wir vor der am Vorabend noch offenen Schranke, die aber nun geschlossen war. Super! Was tun sprach Zeus, ich sah mich schon von unseren Mitcampern verhöhnt, bis 07:00 Uhr wartend vor der Schranke stehen. Meine Frau forderte mich auf, davon überzeugt es eine automatische Schranke, näher heranzufahren. Ich nuschelte noch irgendwas von: „das ist doch totaler Blödsinn“, und rollte noch näher an die Schranke. Und genau wie befürchtet öffnete sie sich. Das freudige Grinsen meiner Frau verschwand erst in Paris.

Paris, das immer wieder gefürchtete Paris lag vor uns. Ich rechnetet mir guten Chancen aus staufrei durch die französische Hauptstadt zu kommen. Schließlich, so nahm ich an, würden die Pariser am Samstag auch gerne länger schlafen. Genauso war es dann auch. Wir sind das erste Mal völlig stressfrei durchgekommen. Die folgenden Autobahnkilometer saßen wir lässig auf einer Backe ab. Unsere Freunde die erst am Freitagabend in Münster gestartet sind fuhren nicht sehr weit vor uns.
Gegen Mittag wanderte mein Auge immer öfter zum Navi. Das nächste Zwischenziel ‚Royan’ sollten wir gegen 14:20 Uhr erreichen. Die Fähre ab Royan die uns über die Gironde nach Soulac bringen und uns damit ziemlich lästige 200 Km Umweg über Bordeaux ersparen sollte, fuhr aber leider schon um 14:00 Uhr. Mein Ergeiz war geweckt. Also legte ich ein paar Briketts nach und pünktlich um 13:55 Uhr ereichten wir den Fährhafen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei dem Holländer entschuldigen den ich, trotz seiner rasanten 70km/h, überholte. Dank des wilden Gehupes und der Lichtorgel hatten wir viel Spaß. Nachdem wir 57€ für die knapp 25 minütige Überfahrt berappt hatten fuhren wir nach kurzer Wartezeit auf die Fähre. Wir suchten uns einen Sitzplatz auf dem Aussendeck und nachdem Elina von uns ein kleines, total überteuertes Eis erpresst hatte, genossen wir die Seereise. Nun ‚erpresst’ ist vielleicht nicht ganz richtig. Ich wollte sie nur ablenken, da ich keine kluge Antwort auf die Frage hatte, warum Mama an der Fährkasse gesagt hatte Elina wäre erst 4, wo sie doch schon fast 6 Jahre alt sei.
Die letzten Kilometer bis nach Grayan de l’Hopital waren schnell erledigt. Nach der Anmeldung fuhren wir zu unserem reservierten Stellplatz. Leider war dieser so klein, dass es sogar für einen Touring eng geworden war. Dank der Größe des Campingplatzes hatten wir schnell eine für uns angenehme Ecke gefunden. Unsere Parzelle lag recht günstig zur Sonne, war gut 200qm groß und endete in einem Pinienwald. Echt schön.



Die Aufbauzeremonie zog sich wie Gummi. Nicht das wir besonders langsam waren. Viele Installationen wollten erledigt werden. Der Frisch und Abwasseranschluss, Strom, das Vorzelt, die Hängematte und, und, und… ich hatte es dieser Jahr richtig vor.
Genau wie auch schon in 2006 dauerte es ca.1 Stunde bis Elina, verstärkt durch ihre Freundin, andere Kinder zum Spielen gefunden hatte. In den nächsten Tagen bildete sich eine richtige Mädchenbande. Die Damen trafen sich manchmal schon, teilweise noch im Schlafanzug, vor dem Frühstück.

Wer den Landzipfel über Bordeaux zwischen Gironde und Atlantik kennt weiß, dass man dort vergeblich touristische Highlights sucht. Dafür wird man mit einer Natur entschädigt die ich als weites gehend intakt beschreiben würde. Durch die dichten Wälder ziehen sich topfebene Radwege, die sich hervorragend für Radtouren mit Kindern eignen. Auf unseren Touren gab es immer wieder Überraschungen. Mal ein paar freilebende Störche, Windmühlen oder kleine Seen.


Die Tage verbrachten wir entspannt am Wohnwagen und am Strand. Leider war das Wetter nicht so gut, dass man jeden Tag im Meer baden konnte. Aber Wellenbrettfahren ging dank des Neopren-Shorty, zumindest für Elina, immer.
Wahnsinn war aber dann doch das Animationsprogramm, zumindest ab 01.07. Man kann wirklich wochenlang die Angebote nutzen ohne sich wiederholen zu müssen. Na gut, ich gebe zu das wir von jeglicher Animation von je her keinen Gebrauch machen aber für Kinder kann das ganze sehr wichtig werden.
Von unserem Stellplatz ging es über einen kleinen Weg durch den Pinienwald an den Strand. Ein großer Vorteil von Euronat ist der große Hundestrand. Grundsätzlich hatte wir mit unserer Lucy, wie in Frankreich eigentlich immer, kein Problem. Der Strand ist so weitläufig das es selbst in der Hochsaison nicht voll werden dürfte. Man kann kilometerlange Wanderungen unternehmen, Sandburgen bauen oder einfach die Seele baumeln lassen.
Mit dem Auto waren wir dieses Jahr, was ich positiv empfunden habe, fast gar nicht unterwegs. Nur zum Einkaufen und einen Tag nach Archachon und an die Düne von Pyla haben wir das Kraftfahrzeug bewegt.




Nach drei Wochen verabschiedeten sich unsere Freunde. Am nächsten Tag wollten wir an der Dordogne entlang Richtung Hadde bummeln. Und wieder kam es anders. Elina heulte weil sie noch bleiben wollte, Veronika hexte das Wetter gut und ich hatte nicht wirklich Lust den Krempel einzupacken. Schließlich blieben wir noch einen weiteren schönen Tag. Aus diesem Tag ist dann, ehe wir uns versahen, eine weitere Woche geworden.

Die Rückfahrt verlief völlig unspektakulär. Warum uns aber das Navi in Paris im Berufsverkehr über die Peripherique schickte, bleibt mir ein Rätsel. Warum wir Paris trotzdem in ca. 1 Stunde queren konnten, ist zweifellos das größere Rätsel.

Fazit: Es war wie immer ein sehr schöner Familienurlaub. Das Umherziehen haben wir nicht vermisst. Auch Strandurlaub ist schön. Wir für unseren Teil haben uns super erholt und die Dordogne wird noch ein wenig auf uns warten müssen.



Fotos sind in meiner Galerie.

Gruß Ulf

Tenere

RE: Atlantik 2007

#2 von HD , 21.08.2007 09:30

Danke für den schönen Reisebericht, Ulf - bin im Geiste mit durch Paris gefahren, sowie durch Belgien. In Paris war ich schon über 10 Jahre nicht mehr und die belgische Strecke kenne ich garnicht.
Paris werde ich mal ohne Auto und WW mit dem TGV (Train grand vitesse) probieren, der nun vor meiner Haustür abfährt. 2,5 Stunden von Saarbrücken aus.

Wir warteten also auf Euch bei Hadde wegen Veroni's Hexenkünste vergeblich Ob mich meine Liebste hexend von Hadde's Zaubertrannk hätte abhalten können, wage ich mal zu bezweifeln.

Zum Campingplatz eine Frage: Lag er am Atlantikufer oder lag er am Gironde-Ufer? -
Gruss HD

 
HD
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RE: Atlantik 2007

#3 von ben ( gelöscht ) , 21.08.2007 09:34

Hallo Tenere,

danke für den Reisebericht. Schöne Fotos habt ihr geschossen. Wochenlang auf einem Platz bekämen wir nicht hin. Nach ein paar Tagen entsteht bei uns eine gewisse innere Unruhe.

Gruß
ben

ben

RE: Atlantik 2007

#4 von Hugo21 ( gelöscht ) , 21.08.2007 09:34

#

Hugo21

RE: Atlantik 2007

#5 von Tenere ( gelöscht ) , 21.08.2007 11:06

Hallo HD,
der Platz liegt direkt am Atlantik. Warum meine Galerie nicht in der Nickpage auftaucht? Keine Ahnung. Ich frage mal Olli. Ich kann auch keine Bilder hochladen

Ulf

Tenere

RE: Atlantik 2007

#6 von Michi ( gelöscht ) , 21.08.2007 11:19

Hallo Ulf,

schöner Reisebericht und schöne Bilder von eurem Urlaub.
Ich kann das gut nachvollziehen, hatten in den 11 Tagen am Platz auch kaum das Auto bewegt.

Gruß Michi

Michi

RE: Atlantik 2007

#7 von wollfröschin ( gelöscht ) , 21.08.2007 11:31

Hallo Ulf,
netter Reisebericht!!!
Ich wusste gar nicht das Du in Umständen bist.... :lough2
Hat Dir denn keiner Beigebracht den Bauch einzuziehen bei Foto!!! 2
Bis Weihnachten herrscht ja wohl Diät, damit wir uns an den Feiertagen so richtig schön den Bauch vollschlagen können!!!

Grüße us Kölle von einer gestressten Mutter eines Schulkindes!!!

wollfröschin

RE: Atlantik 2007

#8 von helge ( gelöscht ) , 21.08.2007 12:54

Hallo Ulf,

Danke für den schönen Bericht zu Euronat, genau so kennen wir es auch
Leider ist dieses Jahr unser Sommerurlaub wegen Gesundheitsproblemen meinerseits ins Wasser gefallen. Da ist es wenigstens eine kleine Entschädigung so tolle Reiseberichte zu lesen!!

Gruß Helge

helge

RE: Atlantik 2007

#9 von Touringfan ( gelöscht ) , 21.08.2007 14:26

Hallo Ulf,

den Bericht habe ich mit Interesse gelesen, denn auf diesen Platz fahren Freunde von uns jedes Jahr für ein paar Wochen. Als wir den Platz vor Jahren das erste mal besichtigt haben, sah es dort sehr wüst aus - der große Wirbelsturm hatte sich dort mächtig ausgetobt und alles lag kreuz und quer. Wir haben uns dann etwas nördlich, in Soulac, etwas ausgesucht, und fahren seitdem dorthin.
Du hast recht, die Gegend ist ein bischen eintönig aber wie geschaffen zum Ausspannen, und der Markt in Montalivet les Bains mit seinen Austern - köstlich.

Grüße Gerhard

Touringfan

RE: Atlantik 2007

#10 von Tscharlie , 21.08.2007 16:15

Hallo Tenere,

bei allem Blödsinn der nach Deinem Bericht geschgrieben wurde möchte ich herausheben:

Ein sehr interessanter Bericht,

die Gegend werden wir uns bestimmt mal anschaun. Ich mag Gegend unheimlich gerne, auf Touri-Attraktionen kann ich gerne verzichten,

Grüße

Tscharlie

 
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RE: Atlantik 2007

#11 von Wintercamper , 22.08.2007 09:11

">Da unsere Reiseberichte sicherlich mit den größten "Archivcharakter" haben, wurde der Exkurs rund um Teneres Bauch nun von mir ins Blödelforum verschoben. Der Zusammenhang zum Atlantik ist js nicht sooooo augenfällig

 
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RE: Atlantik 2007

#12 von HD , 22.08.2007 10:13

:thum

 
HD
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RE: Atlantik 2007

#13 von conny , 22.08.2007 20:16

Zitat von Tenere
Atlantik 2007
Wer den Landzipfel über Bordeaux zwischen Gironde und Atlantik kennt



ich liebe ihn !!!

Vielen Dank, war echt schön der Trip mit Euch, vor allem, weil ich d. J. auch leider darauf verzichten musste.

 
conny
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RE: Atlantik 2007

#14 von Chap , 23.08.2007 14:39

Schöner Bericht Ulf,

vor fast 20 Jahren waren wir auch einige Male in der Ecke.
Deine Schilderungen machen Lust, die Gegend wieder mal aufzusuchen.
Leider ist bei den paar Tagen Urlaub, die wir am Stück nur haben, die An- und
Abreise für uns zu weit. Dazu kommt noch Birgits Sonnenallergie, die uns immer
etwas fern hält vom Süden.

In Paris Autofahren habe ich immer mit höchstem Vergnügen gemacht, allerdings
noch nie mit einem Gespann. Ich habe einen ganz guten Sinn für Himmelsrichtungen.
Da brauche ich mich dann nicht so nach den Schildern richten. Wenn man mal eine
Abfahrt verpasst hat - egal, kommt schon noch eine. Einfach mit dem Verkehr
mitschwimmen und die Ruhe bewahren.

Gruß Sören

 
Chap
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