RE: Schottland Reise - 1. Fortsetzung

#1 von Canadafan ( gelöscht ) , 14.03.2006 16:37

Bald schon entdecke ich einen Grund: die sanitären Anlagen. Hier sollte man besser die Toilette im Womo benutzen – Duschen sollten hier auch nicht benutzt werden. Es ist alles sehr schmuddelig. Dabei, ich wiederhole mich, ist der Platz sehr schön am Ufer des Loch Ken gelegen.
Da es kalt und ungemütlich ist ziehen wir uns in unser Wohnmobil zurück. Ist eh kaum jemand zu sehen auf dem Platz..

02.07.
Sehr früh schon verlassen wir diesen unwirtlichen Platz und fahren einganzes Stück am Loch Ken entlang. Wir kommen nun in das Tal der Glenkens, einer Hügelkette nördlich des Sees und durchfahren auf der A712 auf 25 km den mit 650 km² größten Waldpark von Great Britain. Es ist der Galloway Forest Park. Früher diente er den Viehdieben von der Küste als Versteck. Gelegentlich sieht man große Schneisen. Die Ursache waren heftige Stürme, die ganze Waldstriche vernichteten. Heute versucht man sie wieder aufzuforsten.
Nachdem wir den Wald verlassen haben, sind wir schon bald in dem sehr gemütlich wirkenden 2.500 Einwohner zählenden Ort Newton Stewart. Hier ist der Ausgangs-punkt für Wanderungen in den nahen Geloway Forest und die Heimat für Angler die Lachs und Forellen fischen. Aber von all dem sehen wir nichts , denn es ist kalt und es regnet leicht.
Also geht es weiter bis zur hektischen kleinen Hafenstadt Stranraer. Hier legen die Fährschiffe mehrmals täglich nach Irland und zur Isle of Man ab. Sonst ist hier nichts sehenswertes.
Nun geht’s auf der A77 ständig an der Küste zur Irischen See entlang. Die erste größere Ortschaft, die wir erreichen ist Ballantrae. Auffallend sind die vielen bunten Häuschen entlang der Hauptstraße.
Weiter fahren wir der Küste entlang nach Norden. Gelegentlich wird der Blick auf kleine vorgelagerte Inselchen frei. Hier wurde zu früheren Zeiten Tee und Brandy an Land geschmuggelt. Dier Strand jedoch sieht nicht sehr einladend aus. Überall liegen glibbrige, faul stinkende Algen herum.
Anders sieht es da schon in Girvan aus. Es ist der Badeort der Glasgower und bietet zahlreiche Vergnügungseinrichtungen und einen malerischen Yachthafen. Das ist aber dann auch alles.
30 km vor Ayr, unserem heutigen Etappenziel liegt etwas nördlich von Turnberry die Hauptattraktion der gesamten Gegend. Es ist Culzean Castle. Erbaut von 1777 – 1792 liegt es auf einem steilen Klippenvorsprung zwischen zwei Buchten . Dieses Schloß wollen wir besichtigen. Auf dem Parkplatz vor dem Schloß bekomme ich keine Einstellmöglichkeit. Dann sehen wir die Preise für das Schloß und den Park. € 12,00 pro Person ist mir etwas zu happig. So wild bin ich nicht darauf, zu wissen, wann Heirich der Verschleimte oder Justus der Geräucherte hier gelebt hat. Also weiter...
Wir entscheiden uns weiter an der Küste entlang zu fahren und verlassen die A 77. Ein paar kleine Fischerdörfchen, dann erreichen wir Ayr.
Auch hier, in der 50.000 Einwohner zählenden Stadt,werden wir mit dem „Helden“ Robert Burns konfrontiert. In Alloway, einem Vorort von Ayr wurde er am 25.01.1759 geboren. Was den „BurnsTourismus“ anbbelangt stehen die beiden Städte Ayr und Dumfries in harter Konkurrenz: Beide erheben den Anspruch auf „Burns-Stadt“, und beide wollen so viel wie möglich an Andenken verkaufen.
Wir haben genug von Burns und der eigentlich unattraktiven Stadt Ayr und fahren auf der A 70 ostwärts, bis wir nach ein paar Minuten 5 km vor Coylton den Sundrum Castle Holiday Park finden. Dieser Campingplatz ist mit Hallenbad, abendlichen Veranstaltungen, Kinderclub, Abenteuerspielplatz usw. bestückt. Alles was wir nicht brauchen. Aber irgendwie habe ich heute die Schnauze voll. Also bleiben wir und bezahlen ca. € 34,00 für eine Nacht (!). Gut, hier sind die san. Anlagen vom Feinsten. Caravan oder Wohnmobile sind nur ganz wenige hier anzutreffen. Überwiegend Familien mit Kindern bewohnen hier die unzähligen festen Häuschen.
Den Stellplatz erhalte ich direkt neben dem großen Spielplatz, wo weit bis nach Mitternacht auch viel Getöse ist. All das trägt natürlich nicht zur Anhebebung meiner Stimmung bei.

03.07.
Auf der A 70 geht’s zurück in Richtung Ayr. Hier stoßen wir auf die A 77 die uns zunächst nach Kilmarnock führt. Auch hier lebte Burns vor einiger Zeit.
In 2003 war ich hier, als die U 21 – Nationalmannschaft gegen Schottland spielte. Schon damals gefiel mir nichts an der Stadt (außer vielleicht, daß hier der berühmte Whisky Johnnie Walker herkommt), also lassen wir es links liegen und fahren nach Glasgow. Sie ist mit 612.000 Einw. die größte Stadt Schottlands.
Einst war es eine unattraktive Industriestadt. In den letzten Jahren hat sich aber ein strikter Wandel vollzogen und wurde 1999 als Kulturhauptstadt Europas gewählt.
Durch den nun dichten Straßenverkehr kämpfen wir uns von Südwest quer durch die gesamte Metropole, bis wir im Nordosten der Stadt im Vorort Stepps den Craigendmuir Caravan Park finden, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen wollen.
Auf einem Hügel finden wir unseren Stellplatz. Auch hier ist der Campingplatz sehr dünn besiedelt. Heute ist etwas Sonne da und wir sitzen zum Kaffe trinken zum ersten mal draußen.
Ein deutscher Wohnmobilfahrer kommt etwas später an. Ohne Gruß stellt er sein Fahrzeug ab, nippelt die Anschlüsse an , um gleich danach alle Jalousien herabzulassen. Auch gut!!!!!
(Fortsetzung folgt)


Canadafan

   

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