RE: Donaudelta in Rumänien

#1 von morgenröte , 01.06.2018 21:08

Blühende Landschaften und Hundegebell

Schon die Vorbereitung der Reise beim ADAC hat Spaß gemacht, denn auch die Mitarbeiterin dort war angetan von unseren Zielen. Leider konnte mir niemand sagen, wie mit unserem 4,8 t Zug, die Autobahngebühr in Polen korrekt abgerechnet wird. Mit einer dicken Mappe Informationsmaterial für 7 Länder und einem ausgezeichnetem Rumänien-Reiseführer von Diana Stanescu (Michael Müller Verlag) sind wir unterwegs. Schon daheim ist klar, dass wir unzählige Naturschönheiten nur passieren werden. Zusätzlich sind Bücher im Gepäck, die Bezug zu unserer Reise haben. Noch ahnen wir nicht, wie oft uns Rumänien, Pilgern, Grand Tour im Buch oder in Reisebekanntschaften begegnen werden.
Karfreitag 30.3.18 starten wir zu unserer bis heute längsten Tour. Schon nach 4,5 Std sind wir in Polen. Trucker Feeling kommt auf, ich suche in einem Gebäude die Möglichkeit die Autobahngebühren zu entrichten. Unser PKW und Wohnwagen sind schwerer als 3.5 t, ich benötige 45 min und 8 Unterschriften für eine viatoll Box. Der anfängliche 30 km Autobahnabschnitt ist extrem nervig, der Wohnwagen besteht den ersten Rütteltest innerhalb seiner Garantiezeit. Seit dem Tankstopp in Polen leuchtet die Abgaskontrollleuchte im Touareg. Gut dass sie nicht blinkt, so dürfen wir weiterfahren. Nach 750 km und 65 Rehen am Wegesrand bereiten wir uns ein Abendessen auf dem Rastplatz.
An manchen Abschnitten muss die Autobahn zusätzlich bar bezahlt werden. Meine neue Revolut (prepaid credit card) leistet hervorragende Dienste. Ohne Bankgebühr kann ich damit in fast jeder Währung bezahlen, selbst Kleinstbeträge.

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Samstagvormittag erreichen wir den Campingplatz Smok in Krakau, das Hundegebell beginnt. Der VW-Händler hat leider geschlossen, aber nebenan das Outlet-Center nicht. Gewerbegebiete im Osten sind eine Welt für sich. Modern mit Bordsteinen, Asphalt und übersichtlicher Fahrbahnmarkierung ähneln sie denen im Westen. Gezielt erstehe ich zwei Lee Jeans und schon sind wir wieder draußen. In der Innenstadt gibt es einen Ostermarkt mit echten Krakauern und anderen polnischen Leckereien. Die Marktplätze und die umliegenden Straßenzüge sind vorbildlich restauriert. Hauptmarkt, Marienkirche, Wawel (der königliche Schlossberg), Kazimierz usw. wollen besichtigt werden.
Am Sonntag wollen wir das Salzbergwerk Wieliczka besuchen. Es hat nur an 2 Tagen im Jahr geschlossen, heute und an Weihnachtstag. Also zurück nach Krakau und den Wawel besichtigt. Bei Eiseskälte und Regen bekommen wir einen Parkplatz direkt vor der Königsresidenz. Auffällig viel Geld und Können wird in Sakralbauten, Burgen, Schlösser und alte Fabrikbauten gesteckt wird. Die Wohnhäuser dagegen sind oft ärmlich und nur mit einfachsten Fenstern ausgestattet. Es braucht Zeit alles zu sanieren, gewerkelt wird fleißig, besonders in ländlichen Gebieten. Die polnischen Maurer sind in Europa sehr angesehen. Unterwegs entdecke ich einen gemauerten „Lattenzaun“ aus roten Ziegeln. Gebellt wird immer noch. Wir unterhalten uns am CP mit einer Familie aus Deutschland, die mit dem Wohnwagen unterwegs ist. Auch sie sind berührt von den Gegensätzen im Land. Auf der ganzen Reise werden wir von Polen bis ans Schwarze Meer und zurück nach Budapest nur drei reisende Wohnwagen sehen.

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Am Montag, den 2. Ostertag ist das Bergwerk geöffnet. Menschenmassen stehen Schlange und mit 2 Jacken übereinander reihen wir uns ein. Immerhin parken wir direkt vor dem Eingang, ein Vorteil der zweimaligen Anreise. In über 300 m Tiefe gibt es 300 km Weg unter Tage. 700 Jahre hat man hier Salz gefördert. Dabei wurden Hallen, Kapellen und Skulpturen in den Berg gehauen. Heute ist alles für Touristen hergerichtet, wenig erinnert an die harte Arbeit früherer Zeiten. 8000 Menschen werden hier täglich in der Hochsaison durchgeschleust. Heute fahren wir auf dem Rückweg ins jüdische Viertel von Krakau, zufällig landen wir in einem israelischen Restaurant und überlassen dem engagierten Kellner die Auswahl des Menüs. Ein Spaziergang in die Siedlung am Hang hinter dem CP wird von wütendem Gebell begleitet. Selbst nachts hört man die Hunde der Anwohner kläffen. Wir brechen auf nach Zakopane einem polnischen Wintersportort im Norden der Hohen Tatra. Verzierte Holzhäuser und Weltcup-Skispringen prägen den Ort. Meine Mutter war als Kind einmal hier und hat heute noch Bilder im Kopf von den schneebedeckten Bergen und Blockhäusern.

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morgenröte
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RE: Donaudelta in Rumänien

#2 von morgenröte , 01.06.2018 21:15

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Der CP Harenda hat eigentlich geschlossen, es wird renoviert. Da wir autark sind, dürfen wir bleiben und bekommen von der Hausherrin im Malerdress einen Stadtplan und jede Menge Informationen. Das Grundstück ist eine große Wiese am leichten Hang, der Blick schweift über den Ort auf die schneebedeckte Bergkette der Hohen Tatra. Schnell sind wir eingerichtet und erkunden das Villenviertel hin zur Sprungschanze. Souvenirs-Shops und Parkplatzwärter liegen in der Sonne, es ist schön, aber nervig. Besser gefällt uns die City mit ihrer Fußgängerzone. Nichts geht ohne Parkplatzwächter. Skepsis macht sich breit, vielleicht sollte man auch eine Warnweste überziehen. Zwei Tage später sind wir schon zu dritt auf dem CP und eine luftige Dusche wird geöffnet. Hühner laufen frei umher, beim Fotografieren ist mir dauernd ein Franzose im Weg, obwohl der Platz riesig ist. Mittwoch besuchen wir die Slowakei, um die andere Seite des kleinen Hochgebirges zu sehen. Hier geht es bei der der Seilbahn ähnlich zu wie in Zakopane, also weg. Entlang der Landstraße gibt es eine romantische Streckenführung der Schmalspurbahn, die den Nahverkehr abdeckt. Die polnische Seite gefällt uns besser.

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Am Abend führe ich einen klärenden Chat mit einer Britischen Bank. Vor dem Urlaub habe ich ein REVOLUT Konto eröffnet, alles online. Zu Hause schon mal die Prepaid-Karte ausprobiert, klappte prima. Daher habe ich aufgestockt und 500 € überwiesen. Nichts passierte. Sinn dieser Karte ist es alle Zahlungen unterwegs in der jeweiligen Währung zu tätigen. Ohne Kosten! Geniale Sache für Autobahn, Bäcker oder Tankstelle. Im Wohnwagen mit zwei Handys Karte geknipst, Bankauszüge kopiert usw. Der Mitarbeiter ist höflich, gibt Ratschläge und nach einer Std stellt er fest, alles ok. Es wurde ein IBAN-Nr geändert, nun sollte alles funktionieren. Erleichtert genießen wir wieder den Luxus stets passendes Geld zu haben. In Krakau wurde für Bargeldabheben mit der EC-Card 6 € am Automaten berechnet.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#3 von morgenröte , 01.06.2018 21:22

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Wir fahren über die Slowakei nur Landstraße weiter nach Ungarn. Diesel und Autobahn habe ich mit der Revolut Karte bezahlt. Dabei musste ich mich durchsetzen, um wegen der zGM von über 3,5 t, nicht als Nutzfahrzeug angesehen zu werden. Also eine Tür weiter und dort die Gebühr entrichtet. (30 € für einen Monat, Kennzeichen werden hier gescannt.) Die ungarische Autobahn ist gut, zu sehen gibt es nichts, außer glänzende Kirchtürme im Sonnenschein.
Nur 4 km von der Autobahn entfernt habe ich den Platz Hajdúböszörményi Castrum mit Thermalbadnutzung entdeckt, der Dank ADAC Card nur 17 € kostet. Angemeldet wird sich am nächsten Tag, wenn jemand im Büro ist. Die Sanitäranlagen sind die sehr gut. Allgäuer Stammgäste geben uns alle nötigen Auskünfte. Zu Fuß gehen wir zum Zentrum, einem restaurierten Marktplatz mit Kirche. Drumherum ist die Zeit stehen geblieben. Zwei Nächte bleiben wir und gehen an beiden Tagen ins Thermalbad. Unterschiedlich warmes braunes Wasser sprudelt und braust in mehreren Becken. Schwimmen will man da nicht, es gibt einen Ruheraum und viele Liegen. Mancher Gast verbringt hier den Tag, wir bleiben keine Stunde.

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Samstag ist wieder Reisetag und wir haben 400 km nach Rumänien vor uns. Klingt nicht viel, wird es aber. Die Nationalstraße von Oradea nach Deva fehlt mal rechts mal links, führt aber durch die Berge. Es ist Wochenende und wenig Gegenverkehr. Teilweise fahren wir nur Schrittgeschwindigkeit und wechseln von Schotter zu Matsch oder Asphalt. Es vergehen 9 Stunden bis wir Camping Ananas Sibiu bei Einbruch der Dunkelheit erreichen. Telefonisch erfahre ich, dass eigentlich geschlossen ist, aber es gibt schon Wasser. Die Chefin lässt das Tor auf für uns, sie wohnt im Dorf. Die letzte Straße ist ein enger Feldweg, Gegenverkehr kommt nicht.

Mit dem langen Zug durch die Einfahrt wird schwierig. Dafür liegt der Platz herrlich auf einer Obstwiese mit Fernblick. Frank aus Bremen lebt hier im Sommer und bietet uns Strom aus seiner Kabeltrommel an. So versorgen wir uns selber, noch ein junges Paar freut sich über das offene Tor und Strom aus dem angezapften Ferienhaus. Es werden vier wunderschöne Tage, Frank gibt Infos, Celine und Lukas kommen gerade aus Aserbaidschan und Georgien mit einem historischen Wohnmobil. Aufgedreht und zufrieden fallen wir ins Bett.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#4 von morgenröte , 01.06.2018 21:49

Wir befinden uns in Siebenbürgen bzw. Transilvania, ein Landstrich mit bewegter Geschichte, sieben Gemeinden bilden eine Verwaltungseinheit in der Hermannstädter Provinz. Es ist das Land jenseits der Wälder, Transsilvanien nennen es die deutschstämmigen Rumänen.

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Am Sonntag, es ist wieder Ostern, parken wir direkt an der Stadtmauer von Hermannstadt. Der Weg dorthin führt durch den Wald, am Zoo und am Hilton vorbei, durch ein blühendes Villenviertel bis zur Altstadt. Es ist unglaublich schön, gepflegte Plätze, Grünanlagen führen zum Zentrum. Eine Bimmelbahn lädt ein zur Stadtrundfahrt, aber wir laufen lieber durch die Stadt. Auch hier gibt es einen großen Ostermarkt. Wir besteigen den Kirchturm und sind überwältigt. Die Stadt ist bunt und schön, die Landschaft blüht und grünt soweit man schauen kann. Die Treppe hinunter gelangt man in den 2. Ring der Stadt. Hier muss noch viel saniert werden, aber wie eine Ausstellung zeigt, gibt es fähige Handwerker.

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RE: Donaudelta in Rumänien

#5 von morgenröte , 02.06.2018 07:31

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Auf dem Rückweg fahren wir durch Michelsberg Cisnadioara und besichtigen eine Kirchenburg. Der Kirchenvogt heißt uns willkommen, und es entwickelt sich ein langes Gespräch über die deutschsprachige Bevölkerung. Leider wandern zu viele Menschen aus und es gibt Schwierigkeiten Lehrer und Schüler für das Deutsche Gymnasium zu bekommen. Zurück am Campingplatz verabreden wir uns mit den anderen zum Lagerfeuer. Es gibt einen Feuerplatz mit Bänken und Lukas sammelt Holz. Wir wollen Reisetipps austauschen und zusammen essen. Frank weiß wie man ohne Baustellen nach Murighol fährt. Das Paar kommt gerade von dort, leider ohne Pelikane gesehen zu haben. Überdies wissen sie wie Frank am besten Georgien mit dem Fahrrad bereist. Ihre Schwarz- Meer- Karte zeigt das gegenüber liegende Ufer, was mich erst verwirrt. Klar, sie kommen von Baku. So endet ein perfekter Tag.
Montag gibt es noch ein Ständchen mit Gitarre und selbstgeschriebenen Songs, dann fahren sie weiter und wir besteigen die gegenüberliegende Burg, um den CP mal von oben zu sehen.

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Montag gibt es noch ein Ständchen mit Gitarre und selbstgeschriebenen Songs, dann fahren sie weiter und wir besteigen die gegenüberliegende Burg, um den CP mal von oben zu sehen. Eine Familie mit englischsprechender Tochter will wissen wie es uns hier gefällt, ob Ungarn oder Rumänien schöner sei. Woher wir kommen und ob wir alleine reisen, werden wir noch oft gefragt werden. Am Dienstag füllen wir den Kühlschrank auf und gönnen uns einen faulen Tag mit Buch auf der Sonnenliege. „Die Köchin von Bob Dylan“. Dieses Buch wurde vom DLF empfohlen und handelt von einem verschollenen Großvater, der in Siebenbürgen gelebt hat. Ein unglaublich dramatisches Schicksal, betrachtet aus dem heutigem Blickwinkel.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#6 von morgenröte , 02.06.2018 07:38

Pferdefuhrwerke, Porsche Panamera und Pelikane

Es ist der 11. April und wir fahren weiter nach Bran. Erstmal Stützen runter auf dem Vampire Camping, einem schönen teuren Platz. Begrenzt von einem Flüsschen und der Einfallstraße, liegt der Platz zentral. Schaf weiden hier. Die Sanis sind sehr luftig, Marke Eigenbau, aber der Empfang ist nett. Die Törzburg besichtigen wir noch am selben Tag. Unser Reiseführer hat uns vorgewarnt, gruselig sei nur die Vermarktung des Schlosses. Als Grenzburg zwischen Transsilvanien und der Walachei hat sie ausgedient, im 18 Jahrhundert wandelte sie sich zum Schloss. Im Jahr 1920 bekam die Königin Maria von Rumänien das Schloss von der Stadt Bran zum Geschenk. Sie ließ Fenster einbauen und ein Wasserkraftwerk errichten für die Stromversorgung. Heute ist es ein gemütliches Wohnschloss mit Holzterrasse zwischen den Dächern und Brunnen im Hof. Bekannt wird das Schloss durch die Dracula-Verfilmung. Am Parkplatz verkauft jemand Selbstgekochtes in Gläsern. Die Beratung erfolgt mit Tafeln, Händen und Füßen und zum Schluss mit dem Handydolmetscher ganz modern. Nur die Gläser müssen abgestaubt werden, schließlich sei man hier in Rumänien, erklärt der Verkäufer uns mit Augenzwinkern. Nebenan ist ein noch Schlachter, bei dem wir etwas einkaufen. Ansonsten bevorzugen wir in Rumänien Supermärkte. Abends lernen wir den einzigen rumänischen Camper unserer Reise kennen. Hinter uns steht ein Mercedes mit Wohnwagen, genau wie wir über 8 Stellplätze.

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Brasov Kronstadt besichtigen wir, obwohl wir denselben Weg weit zurückfahren müssen. Wir irren durchs Univiertel auf einem Berg gelegen, bis wir einen Parkplatz nahe der schwarzen Kirche finden. Eine schöne Stadt erwartet uns, der Marktplatz und die umliegenden Straßen sind saniert und voller Menschen. Überall kann man draußen in der Sonne sitzen. Den Hausberg lassen wir aus. Wir machen auf dem Rückweg lieber in Rasnov Rosenau halt, um die Ruine eines deutschen Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert anschauen. Es ist 30° C heiß geworden, für uns die Ausrede den gläsernen Aufzug zu nehmen. Alte Männer eilen herbei, um uns Deutsch willkommen zu heißen. Der Ausblick auf die Karpaten in der Sonne lohnt sich mehr als die Ruine selber. Ein Weg um die bewaldete Außenmauer endet am Haupttor, wo auch eine Bimmelbahn hält. Die Anlage erstreckt sich über eine weite Bergkuppe und für Souvenirshops hat man kleine Räume mit Dach wiederhergestellt. Das Panorama ist grandios. Völlig erschöpft erreichen wir den CP und genießen ein Abendessen im Freien. Der Hinterausgang über den Zaun lädt zum Zigarettenspaziergang ein. Angeblich ist draußen das Rauchen verboten. Tolle neue Häuser wurden hier gebaut, allerdings reicht die Behelfsbrücke nur für Kleinstwagen. Trecker und LKW müssen durch eine Furt fahren, kaum vorstellbar.

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Danach besucht uns der Platznachbar auch mit Zigarette und fragt ob wir mit Ihnen eine gemeinsame Bergtour machen würden. Wir sind ehrlich zu faul und wollen am nächsten Tag endlich ans Delta. Da wir gerade gegessen haben, lehnen wir das Angebot zum Grillen ab. Wir bieten unsere Flasche Sekt zum Nachtisch an. Erfreut nimmt er die Einladung an, aber er wird etwas Richtiges zum Trinken mitbringen. Wir finden noch einiges zum Knabbern und erledigen alle Haushaltsdinge, um am nächsten Tag früh vom Platz zu kommen. Weil es abends abkühlt sitzen wir bei uns drinnen, Andrea und Stefan heißen die beiden Studenten. Sie stellen eine Flasche Weinbrand aus Moldawien auf dem Tisch. Theologie und Verwaltungsrecht studieren sie, keine trockenen Themen also. Wir Frauen trinken Sekt und Saft, sie allerdings mit Weinbrand dazu. Da nur Stefan und ich Englisch sprechen, brauchen wir etwas Zeit. Am Ende reden alle mit Spaß und Zeichensprache ganz international, wie bei mir im Fahrschulwagen geht es zu. Die beiden sind auf ihrer ersten Campingfahrt überhaupt, der schicke Mercedes verbraucht weniger als unser Auto, nur der alte Wohnwagen ist schwierig zu heizen. Sie glauben kaum, dass wir die Heizung nicht laufen haben. Wir erklären die Toilette und beraten sie, wie die Sanitärflüssigkeit angewendet werden soll. Vor 42 Jahren habe ich mal genauso angefangen, allerdings mit Kleinstwohnwagen und mit 45 PS. Die Lebensweisen in unseren Ländern sind gar nicht so unterschiedlich, mehr Humor allerdings haben die Rumänen. Das WG-Leben der beiden, gleicht dem unserer Söhne. Bilder werden gezeigt. Stefan hat an der moldawischen Grenze einen Bauernhof zusammen mit dem Vater. Ein Zwergpferdchen mit winzigem Fuhrwerk zeigt er uns ganz stolz. Wir sollen ihn unbedingt besuchen und bei ihm campen. Wir überlegen kurz, aber es wäre ein zu großer Umweg.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#7 von morgenröte , 02.06.2018 07:44

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Freitag der 13. Mai wird ein langer Reisetag. Der Platzwart zweifelt an unserem Vorhaben, Murighol heute noch zu erreichen. Er gibt uns Tipps zur Route, die wir gerne annehmen nach der Erfahrung in Oradea. Erneut sehen wir Pferdefuhrwerke, Porsche Panamera, Cayenne und Rover Cirocee auf den Straßen. Fahren gehört unbedingt zu unseren liebsten Urlaubserlebnissen und so genießen wir die Landstraße durch Berge, die Fähre und auch seltsam monotone Abschnitte. Das Warten vor der Fähre bietet Abwechslung, 7 Hunde kläffen und verteidigen ihr Hafenbecken. Langsam füllt sich die Fähre, wir fahren als letzte über den engen Steg. Mit dem Einweiser kommen wir noch intensiv ins Gespräch, nachdem wir uns unauffällig beäugt haben. Bei der kurzen Überfahrt fragt uns ein sympathischer Herr woher wir kommen. Er spricht perfekt Deutsch mit englischen Worten gespickt, denn als Wissenschaftler spricht er an der Uni Wien nur Englisch. Gebürtig sei er vom Schwarzen Meer, er liebt seine Heimat, nur die Korruption verhindere den rascheren Aufschwung erklärt er. Erstaunlich was man in ein paar Minuten alles erfahren kann. Holprig geht es weiter, die Straßen werden wieder schlechter doch zufällig erwischen wir eine Abkürzung bei einbrechender Dunkelheit. Das Navi sieht einen Feldweg, die Karte nichts, wir wagen es. Am Ende sind die Gleise passierbar und wir erleichtert, jetzt noch eine chaotische Umleitung durch eine Stadt, der Staub vernebelt alles. Die armen Anwohner müssen als Fußgänger hier durch. Stockfinster ist es als wir unseren Zielort erreichen. Ich frage mich durch, klingle an Türen und bekommen nette Antworten, die mich nicht weiterbringen. Jürgen rollt hinterher. ADAC-App sei Dank, ein Klick auf die Telefonnummer vom CP Lac Murighol, wir sollen auf der unbeleuchteten Hauptstraße fahren, bis wir die Taschenlampe sehen. Unauffällige Tore werden geöffnet, Erleichterung macht sich breit. Nach 11 Std haben wir unser Ziel erreicht und der Hausherr hält uns seine Lampe, um zu helfen. Beim Runterkurbeln stelle ich schon die Weichen für die Bootsfahrt am nächsten Tag. Er ist erfreut, heißt uns willkommen und ein Paar aus Hannover hatte dieselbe Idee. Wir haben tatsächlich Nachbarn, obwohl der Platz erst in zwei Wochen öffnet.

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Es ist gepflegteste Platz in Rumänien, mit zwei gemauerten geschlossenen Sanitärgebäuden. Hier wird auf Anfrage das ganze Jahr der Platz geöffnet erfahren wir später. Er spricht Italienisch, Französisch und etwas Englisch oder Deutsch. Seine Frau spricht prima Englisch, es ist ein rumänischer Familienbetrieb. Sehr engagiert erklärt er uns am nächsten Morgen, wie er alles organisiert hat. Er hat tatsächlich zwei Boote auf Trailer gehievt und fertig gepackt, falls wir nicht gemeinsam fahren wollen. Die Hannoveranerin und ich haben uns schon verständigt, wir wollen alle die zweistündige Tour buchen. Man spart ein wenig, es geht streng nach einer Preisliste damit, sich niemand benachteiligt fühlt. Überhaupt gibt es für jede Kleinigkeit im ganzen Land Quittungen, die man auch einstecken soll, wie wir in Sibiu erfahren haben.

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RE: Donaudelta in Rumänien

#8 von morgenröte , 02.06.2018 07:55

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Der Service ist irre, wir werden vom Platz aus ans Delta gefahren, hintendran das Boot. Ein echter Selfmademan, der uns ein unvergessliches Erlebnis beschert. Die Türen des CP werden verschlossen, unsere Sachen sind sicher, sagt Herr Glodian. Wir dürfen nicht mit anpacken, er hat tatsächlich alles alleine im Griff. Die Fahrt ist beeindruckend, mit dem richtigen Blick dafür, macht er uns auf viele Vögel aufmerksam. Oft wird der Motor abgestellt, um leise zwischen Baumkronen zu treiben. Dabei entdecken wir sogar Eisvögel. Man sieht auch Ferienhausanlagen und CP vom Wasser aus, die mit Sandsäcken gesichert sind. Leider gibt es unübersehbare Schmuddelecken und treibenden Müll. Das macht deutlich, wie gepflegt der CP Lac Murighol ist.
Nachdem ein großer freier See überquert ist, sehen wir endlich unseren Pelikan. Mein neuer Fotorucksack macht sich bezahlt, ich nutze alle Objektive. Auch die Hannoveraner sind begeistert, sie spannen noch Rollfilme ein. Zufrieden drehen wir einen Bogen, die ukrainischen Berge sind zu sehen und der Hausberg zeigt uns die Richtung nach Murighol. Natürlich kann sich unser Bootsführer orientieren, plötzlich wird er munter. Die Freude ist riesig, er hat eine Kolonie Pelikane entdeckt. Ein Rosapelikan schwebt vorbei, mir gelingt eine Flugaufnahme. Rosapelikane gibt es nur zur Paarungszeit. Die Rollfilme sind aufgebraucht, ich spüre die Enttäuschung vor uns im Boot. Eckhardt und Margit haben dieselben Tiere gesehen wie wir, und ich versuche zu trösten, indem ich anbiete meine Fotos zu kopieren. Noch etwas skeptisch verabreden wir uns für den Abend und genießen die Rückfahrt über die Donauarme. Zufrieden mit der Welt erreichen wir unseren Parkplatz nach mehr als zwei Stunden. Selbstverständlich hievt der Fahrer das schwere Boot wieder selber auf den Anhänger. Er wendet seinen Zug hinten auf dem CP und setzt uns direkt am Wohnwagen ab.

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Ich bedanke mich für die viele Zeit, die er sich genommen hat und den tollen Service. Es entwickelt sich ein privates Gespräch über Anspruchsdenken, Vorurteile und Familienbetriebe. Ein Mann, der weiß was er will. Nach dem Abendessen setzen wir uns noch mit den Nachbarn zusammen. Sie sind seit dem Rentenalter viel mit dem VW Bus unterwegs. Weltreisende wie wir erfahren, mit einem normalen Handy. In jungen Jahren fuhren sie auf dem Landweg nach Indien. Das Abenteuer werden wir nicht mehr wagen. Ich mache ein Foto von ihnen und schicke das er Tochter, die per SMS vom Missgeschick mit den Rollfilmen erfahren hat. Einige WhatsApp später ist alles geregelt und abgesprochen. Margit überlegt ein Smartphone anzuschaffen, außerdem rate ich ihr den VW-Bus selbst zu fahren, um so die Reisejahre zu verlängern. Eckhardt ist älter und nicht mehr ganz so fit, fährt bisher jede Tour selbst.
Am Abreisetag habe ich Gelegenheit mit Frau Glodian zu sprechen. Sie hat alle Ideen für den CP aus dem Internet und aus Anregungen ihrer Gäste zusammengetragen. Selber Urlaub nehmen oder Campen konnten sie noch nie, da in den Schulferien der Campingplatz gut läuft und die Kinder ihren Sport im Ort betreiben. Ansonsten ist sie als Lehrerin gefordert und unterrichtet liebend gerne.

Schwarzes Meer macht Schwarzfahrer

[[File:pelikan51800x533.jpg|none|auto]] [[File:pelikan50800x600.jpg|none|auto]]

Der Höhepunkt der Reise ist gelungen, der Rückweg liegt vor uns. Die Füße einmal ins Schwarze Meer halten und ein paar Tage Urlaub im Westen schwebt uns vor. So wird die letzte Tagestour nicht so weit. Jetzt geht es nach Constanta auf einen CP mit Meerzugang. Es ist nicht weit und wir stehen alleine auf einer Baulücke zwischen Hochhäusern. Ein Sanitärhaus wird geöffnet und das Strandtor auch. Der Kettenhund hat eine tiefe Spur in den Platz um seine Hütte gelaufen, die Kette ist genauso laut wie das Gebell der armen Hundeseele. Der Strand ist sauber und hell, aber menschenleer. Ich stehe tatsächlich im Schwarzen Meer, das wird Folgen haben. Die Großstadt schauen wir uns vom Auto aus an, auch der Hafen reizt uns nicht. Zurück auf dem CP planen wir eine frühe Abfahrt, um bis Ungarn zu kommen. Jetzt nutzen wir die Autobahn, allerdings leiten uns Verkehrszeichen mitten durch die Hauptstadt Bukarest. So umfahren wir Ceaucesus riesigen Palast mit dem Wohnwagen. Irgendwo ordnen wir uns in der falschen Reihe einer Mautstation ein und müssen zurücksetzen. Von morgens 7 Uhr bis nachts 22 Uhr sind wir unterwegs, ein Stau vor der ungarischen Grenze hält uns auf. Wir übernachten kostenlos auf einem Stellplatz am Autohof Family, mit WLAN und WC. Dafür gehen wir abends noch essen und am nächsten Morgen zum Frühstücksbuffet. Früh erreichen CP Arena in Budapest und stehen mittags wieder fertig eingerichtet und angeschlossen. An der Rezeption erhalte ich viele Infos in einen Stadtplan eingezeichnet, eine halbe Stunde unterhalten wir uns. Gegenüber auf dem Stellplatz steht der dritte Wohnwagen, den wir unterwegs treffen. Die Wohnmobile werden aber zahlreicher.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#9 von morgenröte , 02.06.2018 07:55

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Nach mehreren Versuchen druckt mir der Fahrscheinautomat eine Fahrkarte an der Bushaltestelle aus. Wir steigen um in die Metro und werden gezielt beim Verlassen an der Rolltreppe kontrolliert. Ich lerne, dass man hier nicht umsteigen kann mit einer Fahrkarte. Man darf nicht länger als 80 min fahren, das wusste ich. Auch Unterbrechungen sind verboten, also muss ich 8000 HUF (30 € Bußgeld aus einem Bankautomaten ziehen. Immerhin nutze ich die Revolut ohne Gebühren. Jürgen ist Rentner und darf kostenlos fahren. Ich platze fast vor Wut, klaue nicht mal Biergläser usw. geht mir durch den Kopf. Draußen in der Sonne werde ich geblendet, es ist zu heiß, ich gehe garantiert in kein Museum, Scheixxstadt. Endlich habe ich mich beruhigt und genieße die Stadt, die an Paris erinnert, da kann Jürgen sich nicht mehr zurückhalten. Erst als mir aufgeht, dass es am Schwarzen Meer liegen könnte, genießen wir die Donau nach der Schwarzfahrt. Zu Fuß über die Kettenbrücke muss sein. Jetzt geht es uns beiden gut. Später am Naschmarkt sitzen wir mit Sauerkraut und Gulaschsuppe im Brotteig und lassen es uns gut gehen. Die Stadt gefällt uns. Erschöpft fahren wir zurück zu unserem grünen CP am Bahndamm und freuen uns auf ein Buch mit einem kühlen Glas Wein. Neben uns steht jetzt ein französisches Wohnmobil. Der Fahrer spricht Jürgen an, er meint wir kennen uns. Tatsächlich ist das der Nachbar aus Zakopane, der immer die Hühner füttern musste, als fotografieren wollte. Erst als ich dem Ehepaar ein Foto unserer drei Hühner zeige glauben sie mir, dass ich nur die Tiere fotografieren wollte. Dann holen sie Karten raus und zeigen uns ihre Route, unsere Route habe ich markiert und so kommen wir auf Französisch/ Englisch nett ins Gespräch. Er habe uns gleich erkannt, da kaum Anhänger unterwegs seien, lässt er uns wissen.

[[File:pelikan53800x533.jpg|none|auto]] [[File:pelikan56800x533.jpg|none|auto]]

Die Jugendstilmarkthalle und die anderen Donaubrücken wollen wir noch sehen, Die Markthalle ist ein Prachtbau und die Stände üppig bestückt. Hinten im Eck gibt es einen Weg ins Tiefgeschoss natürlich zum Aldi. Vier Stunden halten wir uns auf, der Tageskarte sei Dank fahren wir noch mit der gelben Straßenbahn, die das Stadtbild hier prägt. Die beiden anderen Brücken überqueren wir auch zu Fuß. Handgemachter Badezauber für die Freundinnen der Jungs erstehen wir, und ehe wir in die Metro steigen gibt es Flammkuchen und Erdbeerwein. Das passt nicht zusammen, aber schmeckt.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#10 von morgenröte , 02.06.2018 08:39

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Weiter geht es nach Wien, zum Donaucamping Tulln. Jetzt ist Urlaub angesagt, zu Fuß laufen wir über den Donauradweg in den Ort. Hübsch ist es hier, ruhig und überschaubar. Der CP ist echter Luxus und mit ADAC-Card für 19 € günstig. Hier ist wieder mehr los, den westlichen Campern ist die Saison nicht so wichtig. Vielleicht geht es uns auch einfach viel besser. Die Kneipe am Platz ist gut besucht und wir sind froh abends einen Platz zu bekommen. Das Essen ist gut, die Bedienung freundlich und die Terrasse liegt geschützt.

[[File:pelikan60640x427.jpg|none|auto]] [[File:plikan843640x427.jpg|none|auto]]

Ein Wienbesuch muss sein, nach der U-Bahnerfahrung und den Preisen hier, fahren wir mit dem Auto. Das Parkhaus kostet 16 €, die Tageskarte Bus hätte 40 € gekostet. Die Stadt ist knüppeldicke voll, aber schön. Dom, Fußgängerzone und Park schauen wir uns an. Die Schaufensterauslagen zeigen alles von Wellendorff bis Lagerfeld (rosa-Flamingo-Tasche), von Tchibo bis Mozartkugel. Ich hänge lieber unseren Rosapelikan an die Wand. Die Donau fällt kaum auf im Stadtbild, anders als in Budapest. Die Hofreitschule sehen wir und freuen uns, dass die Beine der Kutschpferde mit dem Schlauch erfrischt werden, denn der Asphalt hat sich heiß aufgeladen. Auf Museum haben wir keine Lust bei der Hitze, so gönnen wir uns Palatschinken und Kaffee im Schatten, ehe wir das Parkhaus suchen. Zurück fahren wir durch den Wiener Wald, der einen eigenen Urlaub wert wäre.


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Die Wachau fängt beim Kloster Göttweik an und zieht sich hin bis Kloster Melk, immer der Donau entlang. Manche Straßen zwängen sich zwischen Hauskanten hindurch. Ohne Anhänger passt es. In Göttweig gönnen wir uns eine Führung, die sehr begeistert gehalten wird. Nur zu viert werden wir durch das Museum und die Kirche geführt. Weiter geht es durch Weingüter über die Weinstraße, auch hier blüht es jetzt üppig. Männer kärchern die Höfe, das scheint eine internationale Samstagsbeschäftigung zu sein. Es wird geputzt und alles für die Saison vorbereitet. Die Ruine Aggstein hat eine steile Anfahrt, der Blick ist toll vom Kletterfelsen hinunter zur Donau. Kloster Melk ist an Protzerei nicht zu überbieten, der Kirchenraum schreckt uns ab. Das Erkläungsplakat hilft da nicht. Es klingt fast nach Entschuldigung.

 
morgenröte
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RE: Donaudelta in Rumänien

#11 von morgenröte , 02.06.2018 08:47

[[File:pelikan64640x417.jpg|none|auto]]

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Nach 6 Tagen reisen wir weiter nach Mitterteich/Großbuchlberg. Panorama Camping heißt der Platz, seinen Namen hat er zu recht. Soweit das Auge reicht sieht man seichte Berge und Wälder. Immer wieder sieht es anders aus, je nach Wolkenbildung oder Sonneneinstrahlung. Seidenhühner, Pfau und Fasan gibt es hier und auch einige Streicheltiere. Ein Panorama-Whirlpool im Freien und Minigolf sowie ein gemütliches Restaurant gehören zum Platz. WLAN kostet extra, wir sind wieder in Deutschland. Auf der Terrasse essen wir zu Abend und lassen den Blick hinunter streifen. Einen Tag wollen wir noch Eger in Tschechien anschauen, das liegt ganz nah an der Mitte Europas. Wir haben mehr als 5000 km hierher gebraucht. Eger wird restauriert. In der Mitte der Fußgängerzone läuft ein Zeitstrahl im Boden, der die wechselvolle Geschichte der Stadt auflistet und beschreibt.

[[File:pelikan69800x533.jpg|none|auto]]

Auf dem Rückweg fahren wir durch Arzberg. Unser Hochzeitsgeschirr ist von hier und wir sehen Schilder zum Fabrikverkauf. Entsetzt sind wir vom Anblick der verfallenen Fabrik, der ganze Ort ist davon betroffen. Kaum zu glauben, was man in Zeiten von Umweltschutz und Sicherheitsdenken dort sieht.
Wir kaufen regionale Lebensmittel für einen Grillabend zu Hause mit der Familie. Jetzt freuen wir uns und melden unsere Ankunft via What‘s App an. Auch meine Mutter hat die Reise an ihrem neuen Smartphone verfolgt. Noch 400 km fahren wir durch gelben Blütenstaubwind nach Hause, so trocken wie dieses Frühjahr, ist es noch nie gewesen. Insgesamt 5660 km haben wir zurückgelegt und sind dankbar für die vielen Eindrücke.
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RE: Donaudelta in Rumänien

#12 von morgenröte , 02.06.2018 08:51

[[File:pelikan70800x137.jpg|none|auto]]

[[File:plikan823640x480.jpg|none|auto]]

Autobahnparkplatz in Polen 1 N ¬--
CP Smok in Krakau 3 N 84 €
CP Zakopane Harenda 2 N 35,6 €
Hajdúböszörményi
Castrum Termálkemping 2 N 34€
Camping Ananas Sibiu 4 N 56 €
Vampir Bran 2 N 39 €
Lac Murighol 2 N 27,50 €
Camping S in Constanta 1 N 14 €
Autohof Family in Ungarn 1 N -
Arena Camping Budapest 2 N 36 €
Donaupark Camping Tulln 6 N 114 €
Kurtaxe 19,20 €
CP Großbüchlberg Mitterteich 4 N 76€
Autobahn Polen ca 24 €
Autobahn extra 8 €
Autobahn Ungarn 30 € / Monat
Autobahn Rumänien 7 €
Fähre 11 €
Autobahn Österreich 9 €
Eintritt Salzbergwerk Wieliczka 47 €
Parken 3,6 €
Eintritt Bran Schloss ohne Führung 15 €
Eintritt Rosnov Rosenau Fahrstuh 5 €
Brasov Kronstadt Kirche 2 €
Michelberg Chisnadora 5 €
Kirchenburg am CP 4 €
Bootstour mit Transfer
2,5 Std 2 Personen 50 €
Wien Parkhaus 4 Std 16 €
Autobahn + Parkhaus 105 €
Eintrittsgelder und Boot 129 €
Stift Göttweig 21 €
Diesel 483l ca 580 €
Campingplätze mit Taxe 535 €

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#13 von sebbarca , 02.06.2018 09:14

Boaaah!

Das war ja eine Tour. Einige Länder kenn ich a weng und habe sie auch wiedererkannt, wie Polen (Krakau), Slowakei und Ungarn. Ich bewundere Euch, daß ihr solche Riesentouren macht und vor allen Dingen in Gegenden die nicht die typischen Urlaubsgegenden sind.
Das es sich lohnt zeigen die vielen schönen Photos.
Vielen Dank für diesen umfangreichen Bericht (ist ja schon fast eine Reportage ).

Hasta luego!
Klaus

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#14 von daf43 , 02.06.2018 10:44

Hei, was für ein toller Bericht, den muss ich mir archivieren.

Und vielen Dank für die Mühe, einen solchen umfassenden Beitrag zu schreiben

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#15 von sunshine , 02.06.2018 13:22

Wow, Andrea, was für eine tolle Reise!
Sehr interessiert habe ich deinen Bericht studiert und die Fotos betrachtet. Es ist mir alles fremd, ich war noch nie so weit im Osten. Besonders Rumänien hat mich interessiert.
Ich hoffe, du hast auf dem "Campingplatz Vampire" keinen Vampir getroffen oder hattest zumindest reichlich Knoblauch im Wohnwagen...
Meine Freundin, die vorletzten Sommer gestorben ist, hat ihren letzten Urlaub in den Karpaten beim Wandern verbracht. Sie hat so begeistert davon erzählt.

Dass du dich über die 30 € Strafe geärgert hast, verstehe ich. Das ist immer doof, wenn einen eine Strafe aus Unwissenheit (fremde Sprache!) trifft. Ging uns in Stockholm beim Parken auch so, weil wir die Aufschrift am Parkscheinautomat nicht kapiert haben, dass nur zu einer ganz bestimmten Zeit wegen der Straßenreinigung dort nicht geparkt werden darf.

Könntest du eventuell das Bild mit der Karte noch in einer etwas höheren Auflösung (z.B. 1000x800) einstellen, so dass man euren Weg besser nachvollziehen kann?

Danke für deinen tollen Reisebericht!

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#16 von morgenröte , 02.06.2018 14:34

1000 x 750 nimmt er schon nicht an. Viele Bilder habe ich mehrfach verkleinert, bis sie akzeptiert wurden. Hätte auch mehr eingestellt, wenn es schneller ginge.

Dieser Bericht hat mir auch selber Spaß gemacht, weil man manches dabei nochmal neu erlebt.

Hier noch ein paar Unterwegsbilder

[[File:plikan199800x679.jpg|none|auto]]

[[File:plikan218800x533.jpg|none|auto]]

[[File:plikan223640x427.jpg|none|auto]]

eins für oldtimerliebhaber

[[File:plikan231640x427.jpg|none|auto]]

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#17 von Kast , 02.06.2018 20:34

Vielen Dank für diesen interessanten, ausführlichen Reisebericht mit den schönen Bildern. Ich bin gerne in Gedanken mitgereist.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#18 von enmld , 02.06.2018 21:58

Hallo,
dies ist ein toller Reisebericht. Wir starten 2019 im April und sind dann 3 Monate unterwegs. Hier kann man unsere bisherige Planung sehen. In Rumänien begleitet uns mit seinem Wohnwagen mein Nachbar der aus Rumänien stammt und sein Heimatland kennt der wie seine Westentasche. Er bereiste sein Heimatland kreuz und quer mit seinem Motorad.
Deine Bilder und dein Bericht haben unsere Vorfreude nochmals gesteigert.

Gruß
Helmut

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#19 von morgenröte , 03.06.2018 00:16

Da freue ich mich schon auf deinen Reisebericht. Die Strecke reizt mich auch. Und Reservereifen nicht vergessen.

Gruß Andrea

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#20 von enmld , 03.06.2018 09:19

Zitat von morgenröte
Da freue ich mich schon auf deinen Reisebericht. Die Strecke reizt mich auch. Und Reservereifen nicht vergessen.

Gruß Andrea



Hallo Andrea,
leider bin ich nicht der große Schreiber. Auch gute und schöne Fotos zu machen da habe ich meine Probleme.
Wir waren im vorigen Jahr hier unterwegs. Ich werde versuchen einen kleinen Überblick der nächsten Reise hier zu posten.
Ohne Reserverad wäre der pure Leichtsinn.

Gruß
Helmut

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#21 von Winni , 03.06.2018 09:57

Moin,
endlich Zeit gehabt, den super Reisebericht zu lesen. Es ist toll, welche Reisen das Campen ermöglicht. Herzlichen Dank, das macht wieder Lust auf eigene Reisen.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#22 von donalfredo , 05.06.2018 09:30

Hochachtung für den tollen Reisebericht und die schönen Bilder.

Da ich ab dem Wochenende zuhause bin, schlage ich dir vor, mir das eine oder andere Bild zu mailen, ich verkleinere sie gerne für dich.
Das Forum begrenzt nicht die Größe (Pixel mal Pixel) sondern die Dateigröße mit max. 384 Kilobyte.
Ich kann zuhause jedes Bild beliebig verkleinern/anpassen ...

 
donalfredo
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RE: Donaudelta in Rumänien

#23 von morgenröte , 05.06.2018 12:27

Vielen Dank für das nette Angebot und die Erklärung. Ich habe versucht deinen Vorschlag mit dem JPEG umzusetzen. Hat nicht gleich gekappt, und mir fehlt Zeit zum Probieren.

Einen Pelikan lasse ich mir auf Forex drucken, um ihn in den Wohnwagen zu kleben. Das macht den Innenraum etwas persönlicher. Dafür nimmt man die volle Dateigröße .

Ist es wirklich nötig, guckt ein User so genau hin? Die Frage richte ich mal an alle.

 
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RE: Donaudelta in Rumänien

#24 von Susanne , 05.06.2018 13:20

welch ein toller bericht von einer noch tolleren reise, danke dafür, dass du uns mitgenommen hast und ja, ich schaue mir die meisten bilder schon genauer an und kann mich übrigens dem wunsch von Iris anschließen, die karte mit der reiseroute würde ich auch gerne größer sehen.

 
Susanne
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RE: Donaudelta in Rumänien

#25 von donalfredo , 05.06.2018 15:18

Kommt drauf an, WIE und WOMIT du das anschaust.
Auf einem hochauflösenden Bildschirm sieht man die fehlende Auflösung viel dramatischer als ausgedruckt.
Gute Hersteller wie white wall interpolieren heute Dateien, um sie intensiver gestalten zu können.

Mein Vorschlag bezog sich aber nicht auf die Qualität deiner Bilder sondern auf Iris‘ Bitte, deine Übersichtskarte etwas größer einzustellen.
Ich habe ein Skalierungsprogramm, das ein Freund von mir selber geschrieben hat, um Bilder maßgerecht für‘s web verkleinern zu können.
Ich könnte beispielsweise für die Friends ein Bild, das 1500 x 1200 Pixel groß ist, auf 384 Kilobyte runterrechnen lassen, damit es einstellbar ist ...

 
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