RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#1 von Wintercamper , 28.06.2006 12:13

EDIT: Später doch geändert: Bericht folgt ausgeschrieben weiter unten!

Mit viel Mühe habe ich einen Reisebericht über o.g. Rundreise im PDF-Format erstellt.

Leider kann man diese Datei hier nun nicht direkt anhängen und verlinken kann ich sie - mangels Webspace und Computerkenntnissen - hier auch nicht.

Somit biete ich sie hiermit jedem per E-Mail an, der daran Interesse hat.

Wer, wie ich, auch im BC Forum aktiv ist, kann den Beitrag auch MIT Datei finden unter:

>>http://basicamp.de/board/thread.php?threadid=5484<<


P.S. Ich habe den Beitrag nicht direkt verlinkt, um möglichen Ärger von den Forumsbetreibern nicht unnötig zu provozieren.


 
Wintercamper
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#2 von sunshine , 28.06.2006 12:51

Hallo Wintercamper,
danke für diesen tollen Reisebericht - sehr informativ und überaus unterhaltsam hast du ihn verfasst. (Der Drucker rattert gerade nebenher...).

Ich habe viele bekannte, aber auch einige unbekannte Orte darin entdeckt. Da wir im August wieder 14 Tage in die Bretagne fahren, werde ich deinen Bericht mitnehmen und ein wenig auf deinen Spuren wandeln.

Hast du vielleicht noch Lust, eine Nickpage zu basteln und die schönsten deiner 300 Fotos in deine Galerie zu stellen? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Sag mal, bist du von Beruf Journalist oder ähnliches? Du hast toll geschrieben - bitte unbedingt mehr davon...


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#3 von HD , 28.06.2006 13:01

Grüss Dich Wintercamper
Leider kann ich als gesperrter User diese Datei, die sich im Userbereich von BC befindet nicht öffnen - aber, so einige Freunde hab ich dort noch, wie ich immer wieder feststellen muss und so kam auch Dein Reisebericht über die Bretagne, -sehr gut geschrieben, so wie ich es mag eben aus persönlicher Sicht, hochinformativ und sehr ausführlich - trotz der Forensperre bei mir an und ich konnte ihn lesen.
Im Übrigen, es ist garnicht nötig, ihn im PDF-Format zu lesen, und deswegen würde ICH es begrüssen, wenn Du ihn von PDF auf eine Textdatei kopieren würdest (z.B. Wordpad) und ihn HIER einfach unformatiert einstellen würdest. Wer ihn sich dann formatieren will, kann es ja dann selbst tun. DER INHALT IST WICHTIG - nicht die Form.

Ach ja, HD ist sogar in dem Reisebericht erwähnt, das macht mich etwas "stolz", den "Wintercampern" etwas - wenn auch wenig genug -
meine Liebe zur Bretagne zu vermitteln. (Und ich musste noch nichtmal wegen dem Wetter Angst haben - Wintercamper sollten sich auch in der Bretagne wohlfühlen.)
Wer einmal das Salz der Brandung des Meeres, des Atlantiks, auf den Lippen gefühlt hat, dem der Wind in den Haaren zauste, dem das Meer sein ewiges Lied singt und der die Menschen der Bretagne mag - im Finestere - Finis Terrae - dem Ende des Landes - der wird diesen Teil unseres herrlichen Nachbarlandes - und nicht nur diesen, wenn er Frankreich auch mal im Landesinnern erlebt - wohl nicht vergessen und wiederkommen.
Es hat was, dieses Frankreich und man findet alle Landschaften und alle Genüsse in diesem schönen Land.
Willkommen im Club der Frankreichgeniesser, Wintercamper.
Gruss von HD - hart an der Grenze von La France


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#4 von Wintercamper , 28.06.2006 14:39

Zitat von HD
und deswegen würde ICH es begrüssen, wenn Du ihn von PDF auf eine Textdatei kopieren würdest (z.B. Wordpad) und ihn HIER einfach unformatiert einstellen würdest. Wer ihn sich dann formatieren will, kann es ja dann selbst tun. DER INHALT IST WICHTIG - nicht die Form.



O.K., HD: Da es diesen Artikel und die ganze Reise ohne dein Dazutun ja gar nicht gäbe, stelle ich den Text jetzt mal hier unformatiert ein - ist aber anstrengend zu lesen! Wer ihn sich ausdrucken lassen möchte, weiß ja jetzt, wo er ihn ansonsten bekommt...

>>>>

Normandie / Bretagne 28. Mai bis 11. Juni 2006
Eine Rundreise, die WINTERCAMPER zum Schmelzen brachte…

Die Motivation für die Planung einer Bretagne-Rundreise vom 28. Mai bis 11. Juni 2006 hatte gleich zwei Auslöser. Einmal die interessanten Reiseberichte von HD, Iris vom Schwarzwald und anderen Mitgliedern diverser Campingforen. Zum anderen waren es die superschönen Kamerabilder aus einem zufällig untergekommenen Programmkino-Film „Die Frau des Leuchtturmwärters“. Die wilden Küsten, das to-sende Meer, die unglaublichen Farben – DAS wollten wir auch mal sehen!

Um einige persönliche Einschätzungen in meinem Bericht richtig verstehen zu kön-nen, muss ich dem geneigten Leser allerdings einige Dinge über uns erklären. Wie nämlich mein Nickname schon erkennen lässt, sind wir, das heißt eigentlich nur ich, zwar seit Jahren Winter-Wohnwagen-Camper, hatten aber fast Null SOMMER-Erfahrung.
Beim Wintercamping spielen völlig andere Gegebenheiten eine Rolle, angefangen von der Platzauswahl bis hin zum Gepäck. Vorzelte, Außentische, Stühle, Grills und Gaskocher für draußen – das waren bis dato alles Fremdworte für uns. Wir, das sind meine Frau – fortan treffend „Bordfrau“ genannt - und ich. Bei dieser Ausgangslage:
Hatten WIR denn überhaupt die Bezeichnung „Camper“ verdient…???

Der Informationswert der folgenden Schilderungen ergibt sich daher fast zwangsläu-fig mehr für Einsteiger was das Campen an sich aber auch die bereiste Region an-geht. Die Ausführlichkeit soll „Alte Hasen“ hoffentlich nicht langweilen, sondern bitte eher als nützliche Orientierungshilfe für unsere Nachahmer verstanden werden.

Für die Planung standen uns insgesamt drei Reiseführer aus den Wühlkörben ver-schiedener Buchhandlungen zur Verfügung. Für einen Bruchteil des Originalpreises, weil nicht mehr die letzte Auflage, haben wir bis auf einmal eine fantastische Anlei-tung für unsere Rundreise erhalten. Bei diesem Einmal handelte es sich um den „Geheimtipp“ in Form einer Creperie („WENN Crepes, dann DIESE…“ mit aufwändi-ger Zufahrtsbeschreibung, der sich dann am Ende aber leider als überholt heraus-stellte: Die Creperie stand geschlossen zum Verkauf an! So ein Mist! Aber wer sagt, dass so was mit der neusten Auflage nicht auch mal passieren kann?
2 Reiseführer möchte ich hier anstandslos weiterempfehlen: Den „Baedeker Allianz-Reiseführer Bretagne“, schon seiner ausgezeichneten detaillierten Karte und der zahlreichen farbigen Abbildungen wegen sowie den „Reise Know-How“ vom Reise Know –How-Verlag. Beide haben sich für uns perfekt ergänzt und sehen mittlerweile, nach 14 Tagen intensivster Nutzung, aus wie das ausgefranste Gebetbuch vom Erz-bischof.

Bei der Auswahl unserer Campingplätze haben wir uns einerseits an den erwähnten Reiseberichten orientiert, andererseits erwies sich der ADAC-Campingführer für uns als absolut erste Wahl. Den „DCC“ haben wir irgendwann überhaupt nicht mehr in die Hand genommen und schreiben ihn rückblickend als Fehlkauf ab.

So. Die Reise zur Schließung von gleich zwei Bildungslücken konnte beginnen: Die Erkundung einer für uns noch völlig unbekannten Landschaft… und Bölls „Ansichten eines Clowns“ – Meiner, in der Jugend offenbar übersehenen, Bettlektüre für unge-nutzte Zeitlücken!

Omaha Beach, Normandie

28. Mai. 830 Kilometer muss der Niederrheiner fahren, wenn er über Belgien zum Normandiestrand Omaha Beach fahren möchte. Wir haben die Strecke an jenem Sonntag störungsfrei abgespult und waren zunächst mal begeistert vom französi-schen Straßensystem. Mit theoretischen 130 km/h Höchstgeschwindigkeit auf Auto-bahnen überlässt der französische Staat die Verantwortung dem Autofahrer, die für ihn sinnvolle Geschwindigkeit zu fahren. Das gefällt mir. Vor Gefällstrecken, wo sich bei manchen Gespannen gern mal gefährliche Schlingerbewegungen einstellen könnten, wird die Geschwindigkeit meist sinnvoll limitiert.
Wir haben uns auf Autobahnen sowie Nationalstraßen mit zügigen 100/110 sicher bewegt.
Weniger begeisternd fanden wir allerdings den dabei festzustellenden Sprit-verbrauch… Dazu kommen noch die in Frankreich üblichen Autobahngebühren! Die gute Nachricht: In der Bretagne selbst gibt es nur kostenfreie aber durchaus auto-bahnähnliche Nationalstraßen.

Den Campingplatz „Omaha Beach“ liebt man oder man hasst ihn. Deshalb können wir ihn nur bedingt weiterempfehlen. Der Platz ist zum Teil sehr stark terrassiert, was gut für die Aussicht ist. Im oberen Bereich ist die Mehrheit der Plätze durch manns-hohe Hecken unterteilt – hier gibt es dann überhaupt keine Aussicht.
Wenn man aber, wie wir, einen Platz in der allerersten Reihe bekommt und den a-temberaubenden Blick auf Meer und Strand hat, dann fällt es wahrlich nicht schwer, den kleinen Platz zu lieben!!!
Für zwei Tage hat er uns Eur 26,80 gekostet, allerdings ohne Strom. Die verlangten unbescheidenen 4 Eur pro Tag haben wir, dank unserer guten Batterie, gespart.

Omaha Beach ist einer von den sogenannten D-Day-Invasions-Stränden, jener Stel-le, wo die Alliierten im Juni 1944 die Befreiung Europas von den Nazis begannen. Man begegnet allerorts noch Zeugen dieser unseligen Zeitgeschichte, ganz beson-ders in Form von Betonbunkern die uns auch später in der Bretagne immer wieder begegnen sollten. Erstaunlicherweise findet man im Internet eine Unzahl von Infor-mationen über den Kriegsverlauf, bis hin zur detaillierten Bedeutung der meisten Kriegsbauwerke.

Der direkte Weg vom Camping zum Strand führt an einem solchen „Widerstands-nest“ – in diesem Fall „Widerstandsnest Nr. 72“ vorbei. Hier wurde 1944 mit einer 5cm Panzerabwehrkanone scharf geschossen: Vom 6. Juni 1944 starben in der Normandie bis zum Ende des Folgemonats allein 140.000 Amerikaner und 120.000 Deutsche. Etwas gewöhnungsbedürftig für uns war die offensichtliche Begeisterung zahlreicher Mitcamper an schwerem Kriegsgerät… Um den 6. Juni, den Jahrestag der Invasion, treffen sich hier alljährlich Fans vom „romantischen“ Soldatenleben mit ihren originalgetreu restaurierten Militärfahrzeugen. Man bewegt sich in schlammfar-bener Tarnkleidung, schläft in historischen Zelten und trägt stolz seine Identifikati-onsmarke an der – meist entblößten - muskelgestählten Männerbrust…

So interessant die museumsähnliche Kulisse zeitweise auch sein mag – bei uns sorgte sie eher für Gänsehaut… Gestört haben uns diese Leute aber nicht. Sie ver-halten sich, abgesehen von ihrem optischen Auftritt, völlig unauffällig und korrekt.

Die sanitären Anlagen des „Omaha Beach“ kommen solchem Kasernierungsbegeh-ren übrigens sehr entgegen. Die Dusch- und Waschanlagen sind uralt und mäßig sauber. Die Toiletten entsprechen dem anderenorts längst überholten Klischee vom nächtlichen Schiss im mottengedimmten Licht einer 25W Glühbirne.
Für uns hat sich daraus eine Konsequenz ergeben, die wir den gesamten Urlaub ü-ber nicht mehr aufgegeben haben: Wir haben überall und ausschließlich die eigene Toilette genutzt. Der Vollständigkeit halber sei in diesem Zusammenhang noch er-wähnt, dass auch hier die Entsorgungsstation des „Omaha Beach“ das technische Schlusslicht der gesamten Reise darstellte.
Aber wer denkt noch an solche unschönen Sachen, wenn er an diesem herrlichen kilomterlangen, feinen Sandstrand entlangspazieren darf und dabei diese einmalige frische Meeresbrise einatmet…?

29. Mai. In der Nacht hatten sturzflutartige Regenfälle für Gemütlichkeit im warmen Bettchen gesorgt. Regen und Kälte waren wir aus Deutschland noch gewohnt und wir hatten uns darauf eingestellt. Dieser Mai war zu Hause eine einzige Schlechtwet-terkatastrophe, so dass wir zeitweise sogar daran gedacht hatten, die ganze Reise an einen anderen Ort zu verlegen – schließlich gelten Normandie und Bretagne ja als notorische Schlechtwettergebiete…
Soll ich an dieser Stelle bereits verraten, dass es der einzige Regen in den folgenden 2 Wochen bleiben würde…?

Mit unseren Fahrrädern ging es die Küstenstraße entlang zum amerikanischen Kriegsgräberfriedhof Colleville. Die supergepflegte Gräberstätte beherbergt über 9000 amerikanische gefallene Soldaten. Für jeden Soldaten jüdischen Glaubens steht ein weißer Davidsstern, für alle anderen ein Passionskreuz. Davor jeweils eine kleine amerikanische Flagge – Schmuck für den „D-Day“-Jahrestag. Imposant wie gepflegt und präzise alles arrangiert ist. Viele Menschen kommen um die Jahreszeit her und legen Blumen an die Gräber. Ertappte ich mich dabei, deshalb leise zu spre-chen, um mich hier nicht unbedingt als Deutscher zu erkennen zu geben…?

Der Rückweg hielt ein angenehmeres Ziel für uns bereit: Ein Bauernhof, der selbst-produzierten Cidre, Calvados und andere geistvollen Getränke zur Verkostung anbot – lecker! Das Cidre-Fieber hat uns den ganzen Urlaub nicht mehr verlassen. Aller-dings bekommt man trockenen Cidre Bouché mit 5% Alkohol im Supermarkt weitaus günstiger als beim Erzeuger und das bei vergleichbarer Qualität. Die privaten Calva-dos sind dagegen einzigartig, wenn leider auch teuer.
Der Nachmittag führte uns zum Pointe du Hoc, eine steile Klippe, die seinerzeit von amerikanischen Soldaten seeseitig erklimmt wurde. Hier wurde das Gelände weitge-hend so gelassen, wie es nach der Schlacht aussah. Das heißt, man läuft zwischen Bombenkratern und zerstörten Bunkern umher und fragt sich, wie hier überhaupt je-mand lebend herausgekommen sein mochte. Eine unheimliche Kulisse vor der herrli-chen Steilküste und dem blühenden Heidekraut.
Der beklemmende Besuch des in der Nähe befindlichen deutschen Soldatenfriedhofs La Cambe (über 20.000 deutsche Gefallene) sollte dann unsere Sightseeingtour in unrühmliche Vergangenheiten beschließen.

Mont Saint Michel, Normandie

30.Mai. Für die Fahrt zum Mont Saint Michel haben wir unseren Navigator angewie-sen, eine „kurze“ Route zu wählen. Bei dieser Einstellung ist uns aufgefallen, dass das Navi-System in Frankreich wirklich jede kleine Straße kennt, was sich später bei der Erkundung von Küstenabschnitten als sehr nützlich herausstellen sollte. Aber auch hier lohnte es sich, das „Hinterland“ zu erkunden und festzustellen, was für eine idyllische Landschaft die Gegend abseits der großen Straßen bereithält.

Nach etwa 100 km taucht die Abtei Mont Saint Michel zum ersten Mal prominent am Horizont auf, toll! Von da an bleibt der Blick auf den Berg bis auf kurze Unterbre-chungen erhalten und weckt Vorfreude auf die Besichtigung.
Da man uns berichtet hatte, dass der Mont Saint Michel auch außerhalb der Saison stark von Touristen frequentiert wird, sah unsere „Strategie“ so aus, dass wir zu-nächst Quartier im „Camping-Caravaning du Mont-Saint-Michel“ bezogen, um dann nachmittags, nach Abzug des Touristenstroms, mit Fahrrädern das 1,8 km entfernte Monument zu besuchen.

Der Campingplatz hat theoretisch keinen Platz mit Sicht auf die Meerseite. Ganz am Ende von unserem Eckplatz Nr. 108 gab es jedoch tatsächlich einen freien Blick auf die Klosteranlage – warum musste dieses gesegnete Fenster nur ausgerechnet das von unserem Toilettenraum sein…?

Der Zeitpunkt für die Besichtigung war günstig gewählt. Die Anlage war nicht über-völkert aber auch keineswegs leer. Im Nachhinein kann ich das Urteil derjenigen, die uns gesagt haben: „Da müsst ihr unbedingt hin!“, nur bestätigen. Die Klosteranlage hat Charme und ist wirklich einen Besuch wert.

Was uns bisher allerdings noch keiner gesagt hat und letztlich eine spontane Idee der Bordfrau war, möchte ich hier weiterempfehlen: Eine Wattwanderung um das Kloster herum, sofern man das Glück hat, bei Niedrigwasser dort zu sein! Man be-kommt immer wieder neue Perspektiven auf das Gemäuer und das Laufen durch das von der Abendsonne gewärmte Watt hat einen Mordsspass gemacht! Das Meer zieht sich hier kilometerweit zurück und bietet ein einzigartiges Naturschauspiel. In nördli-cher Richtung sieht man noch eine kleine Insel, die als Vogelschutzreservat ernannt wurde. Wir beobachteten eine geführte Gruppe, die sogar bis dorthin gewandert ist.

Dann sollte etwas passieren, was unsere Planung der nächsten Tage erheblich be-einflussen würde. Wenn man schon auf Wintercamper im Sommer hört… und über einen Siel springt, statt durchzuwaten… Die Bordfrau zog sich dabei leider einen schmerzhaften Muskelfaserriss zu. Humpelnd ging es im Schneckentempo zurück durchs Watt zu unseren Fahrrädern. Gottseidank ging das Fahrradfahren einiger-massen gut – nicht der kurzen Rückfahrt vom St. Michel wegen, die hätte ich gut mit dem Auto erledigen können, sondern für die nächsten Tage, wie wir bald sehen werden.

Nachdem die Bordfrau arbeitsunfähig mit Eisumschlägen (zum Glück hatten wir Kühlakkus im Gefrierfach) auf der Liege in der Sonne lag, musste ich im Zuge der Essensvorbereitungen feststellen, dass die vom ADAC-Führer an diesem Platz mit fünf Sternen gelobten „Versorgungsmöglichkeiten“ nicht realistisch sind. Es gibt ei-nen großen Laden, der zwar ein Minimalsortiment an Lebensmitteln bereithält, an-sonsten aber ausschließlich Kinkerlitzchen und Andenken für die Durchreisenden. Da hatte es sich wieder mal bewährt, dass wir immer eine gewisse Reserve an Lebens-mitteln im Kühlschrank und Gefrierfach hielten.
Als ich von dem Fehleinkauf zurück kam, hatten unsere Campingnachbarn für meine Frau freundlicherweise in der Apotheke im nächsten Ort Voltaren-Gel besorgt – sind Camper nicht nett?

Im Nachhinein hat sich die Entscheidung, am Mont Saint Michel zu übernachten, zu-fallsbedingt als gut für uns herausgestellt. Ob ich dafür noch einmal einen ganzen Tag opfern würde, wüsste ich aber nicht sicher zu sagen. Die Wattwanderung kann ich unbedingt empfehlen, den Campingplatz ebenfalls. Er hat uns ohne Strom Eur 14,20 gekostet und bietet dafür prima Sanitäranlagen.

Cote d´Emeraude, Bretagne

31. Mai. Der Weg in die Bretagne an der Küste entlang führt automatisch über das Gezeitenkraftwerk bei Saint-Malo. Obwohl man sich auf einer Nationalstraße befin-det, kann einen das „Glück“ ereilen, dass die eingebaute Schleusen-Zugbrücke ge-öffnet und die Straße gesperrt wird. In den ca. 20 min Wartezeit kann man den schö-nen Ausblick auf die Festungsstadt Saint Malo geniessen oder sich einen oberflächli-chen Eindruck der 750m langen Staumauer verschaffen, in deren Inneren 24 Turbi-nen den Tidenhub von sagenhaften 12 bis 18m zur Erzeugung von elektrischem Strom ausnutzen – jährlich insgesamt 630 Megawatt!

Wir haben solche Sehenswürdigkeiten „am Wegesrand“ übrigens zunächst nie ge-nauer untersucht, sondern sind immer zuerst zu unserem nächsten Etappenziel ge-fahren. Unsere „Philosophie“ unterscheidet sich nämlich insofern von der der Wohn-mobilisten, dass wir uns immer zuerst irgendwo „zu Hause“ fühlen möchten. Also nicht mit dem Wohni von hier nach dort, sondern zuerst wird Quartier bezogen, sich kurz „eingelebt“ und dann geht´s mit dem Auto oder dem Fahrrad in die Umgebung.

Unser neuer Campingplatz „Camping du Chatelet“ lag in Saint-Cast-le-Guildo, ein Ort, der in seiner näheren Umgebung insgesamt sieben Strände anzubieten hat. Zwei schöne Sandstrände sind vom Campingplatz aus über einen Trampelpfad er-reichbar. Vom Hauptstrand aus liegt die vorgelagerte Festung La Latte zum greifen nahe.

Der „Camping du Chatelet“ liegt hoch oben über einer Bucht mit einem schönen Ausblick von vielen Standplätzen aus, da er sehr stark terrassiert am Hang liegt. Wir hatten – wieder mal – einen Platz in der ersten Reihe (Nr. 113). Was uns an dem Camping auch gefiel, war die Tatsache, dass man hier die ADAC-Sparcard akzep-tierte, die uns auf verschiedenen Plätzen einen guten Komplettpreis für Caravan, Personen und Elektrizität verschaffte. Meist haben wir überhaupt nur auf diesen Plät-zen unsere Batterie geladen, da die Pauschalen für Elektrizität auf den meisten Plät-zen ärgerlich hoch sind. Allerdings schafften wir inklusive gelegentlichem Radio und TV-Genuß auf batteriebetriebene Weise nicht mehr als drei Tage am Stück, ohne dass sich der Batteriewächters bemerkbar machte.

Was die Bauart unseres Wohnwagens (Knaus Eurostar) angeht, wurde uns auf dem „Chatelet“ erstmals bewusst, dass es hier eine ungünstige Konstellation für die erste Platzreihe gibt. Die U-Sitzgruppe ist vorn zur Deichsel hin eingebaut. Willst du also morgens beim Frühstück (die ersten Nächte waren noch verdammt kalt) den Ausblick haben oder abends die Sonne ins Meer sinken sehen, musst du den Wohnwagen um 180 Grad drehen. Dazu muss der Platz aber breit genug sein – dann kann man den Wohni alternativ auch quer einstellen. Auf schmaleren Plätzen können wir unser 1,6–Tonnen-Biest nur rückwärts mit dem Auto einparken. Schon deshalb, weil die Plätze fast alle leichtes bis mittleres Gefälle nach hinten haben. Mehrfach haben wir auf sol-chen Plätzen neidvoll auf an- und abreisende Nachbarn geschaut, die solche Prob-leme dank ihres MOVERS gar nicht haben…

Wir haben die Stellfrage einfach dadurch gelöst, dass wir immer Plätze gesucht ha-ben, die so breit waren, dass wir den Wagen quer einstellen konnten. Den Niveau-ausgleich schaffte ich dann mit Hilfe eines Hydraulikwagenhebers (vom Trödelmarkt aus Militärbeständen billig erstanden). Das Ausrichten war dabei immer die erste „Amtshandlung“ wenn wir irgendwo ankamen. Am Ende brauchten wir dafür weniger als 5 Minuten: Die kleine Doppelwasserwaage vor der Tür auf den Fußboden (passt 1:1 zur Ausrichtung unseres Küchenherd). Längsachse zunächst grob mit dem Spornrad ausrichten. Hydraulikheber hinter das Rad unter den Rahmen – pumpen, bis es auf den Millimeter passt. Spornrad noch mal leicht nachkorrigieren, 4 Stützen runter – fertig! Der Heber bleibt während des gesamten Aufenthalts eingespannt. Un-ser hält das Gewicht auch auf Dauer, andere Camper haben mir berichtet, dass eini-ge dieser Heber im Laufe der Zeit nachgeben – bei Nachahmung also sicherheits-halber ausprobieren und ggf. mittels mitgebrachter Kanthölzer absichern!

Unsere Bordfrau hatte inzwischen eine fundamentale Camping-Erkenntnis gewon-nen: Zum Camping gehört unbedingt eine Wäscheleine! Im Laufe der Rundfahrt hat mich ihre Kreativität schon erstaunt, was Befestigungsmöglichkeiten für eine solche angeht… und WAS geht über den frischen Duft von im bretonischem Wind getrock-neten Handtüchern…

Aufgrund der frischen Brise kam es im Chatelet zu einer echten Premiere: Wir haben unser Vorzelt aufgebaut! Was sich aufgrund der Windbeutelei nicht als sonderlich einfach erwies. Nach allen Zweifeln („Da sind nicht genug Stangen!!!“ und Ge-schimpfe („FESThalten, hab ich gesagt…!“ waren wir am Ende mit Recht stolz auf unser Vorzelt, das sich nun in fabrikneuen Farben nach 10 Jahren zum ersten Mal, fachmännisch mit Sturmgurt, in der Öffentlichkeit zeigen durfte!
Nach einer kurzen Bevorratung im städtischen Supermarkt ließen wir den Tag mit einem Grillabend vor malerischer Kulisse – bei Niedrigwasser fallen hunderte Mu-schelbänke in der Bucht trocken – ausklingen. Das Bein der Bordfrau tat dummer-weise immer noch höllisch weh.

01. Juni. Ein großer Zufall hat uns die Qualität der ersten Tage nach dem Unfall mei-ner Frau gerettet: Wir hatten unsere Fahrräder auf dem Autodach transportiert! Da die Bordfrau zwar so gut wie gar nicht laufen aber ein bisschen Fahradfahren konnte, wurden unsere Räder kurzerhand als probates Transportmittel, selbst für kürzeste Wege, eingesetzt.

An diesem Tag ging es zunächst nach Cancale. Wie man sagt, liegt hier die Wiege der bretonischen Austernzüchterei. Schon die Anfahrt des schönen Fischerdörfchens über die schmale Küstenstraße ist ein Erlebnis. Immer wieder fällt der Blick auf das smaragdgrüne Wasser des Atlantik und irgendwann auch die Bucht von Cancale.

Wir haben unser Auto am Ortseingang geparkt, was zu Saisonzeiten schwierig wer-den dürfte. Und DAS haben wir vermutlich unseren Kollegen von der Wohnmobilfrak-tion zu verdanken: Die meisten Parkplätze an den touristisch interessanten Ecken haben nämlich Höhenbegrenzer bei 1,90m und das reicht nicht für einen PKW mit aufgepflanzten Fahrrädern. Ein Problem, über das wir uns noch sehr häufig ärgern sollten. Im übrigen ist Frankreich nach unserer Erfahrung zwar ein radrennsportbe-geistertes Land, Ausflugsfahrer werden dagegen von Autofahrern gern mal als lästi-ges Übel angehupt , Fahrradwege sucht man in der Bretagne überdies meistens ver-gebens.

Anfang Juni ist Cancale ein beschauliches, von der Frühsommersonne angenehm angewärmtes Fischerdorf. Unzählige Brasserien und Austernbars zeugen davon, was hier im August los sein mag…
Am Ende des Hafenbeckens gibt es einen Aussichtspunkt mit französischer und eng-lischer Schautafel, die die Lage der Austernbänke sowie Einzelheiten über die Zucht anschaulich erklärt. Leider herrschte während unseres Aufenthalts Hochwasser, so dass uns der Blick auf die Zuchtanlagen verborgen blieb.

Während die Bordfrau in eine der benachbarten Creperien humpelte um endlich eine dieser im Reiseführer (zurecht) vielgepriesenen Galettes (eine herzhafte Form von Crepes, gebacken aus Buchweizenmehl mit ebenso herzhaftem Belag, z.B. Rührei, Frischkäse oder gar Meeresfrüchten) zu probieren, konnte ich mich nicht länger zu-rückhalten, das Allerheiligste von Cancale zu betreten: Den „Austernkai“. Immer wie-der auf professionellen wie auf privaten Fotos verewigt, sind die bunten Marktstände mit dem Angebot von frisch gefangen Austern schon fast legendär. Selbst ausge-machte Gourmets, die sich nicht scheuen, in michelinsternegeschwängerten Lokalen hunderte von Euros zu verbraten, lassen sich dazu hinreissen, am Stammtisch zu behaupten: DIESE Austern am Kai von Cancale – das Dutzend für 4,- Euro – DIE waren die BESTEN der Welt…

Nun – es hat was! Die Austern werden auf Wunsch geöffnet und auf einem speziel-len Tablett serviert. Man setzt sich auf den benachbarten Kai in die Sonne, öffnet sich die gut gekühlte mitgebrachte Flasche Sancerre und genießt die frischen Mee-restiere mit oder ohne Brot (am besten mit gesalzener Butter). Vom Bistro auf der anderen Seite dringt etwas bretonische Musik herüber – DIESE Art von „Geiz“ ist nun wirklich GEIL!!! Und kann das sein, dass ein NICHTRAUCHER an dieser Stelle eine ganze Sekunde lang allen Ernstes darüber nachdenkt, sich eine von diesen fil-terlosen Gauloise zu kaufen, um diesen wunderschönen Augenblick noch „stilvoller“ zu beschließen…? Wie dem auch sei: Auf diese Weise muss wohl der Spruch „Le-ben wie Gott in Frankreich“ entstanden sein…
Nur…………So gut die Austern von Cancale auch waren: Es sollte noch besser kommen – dazu (viel) später mehr!

Von Cancale aus schlängelt sich eine sehr schöne Küstenstraße („Route touristique“ bis nach St. Malo. Der von den Reiseführern her bekannte malerische historische Stadtkern blieb uns diesmal leider verschlossen. Zum einen hat man in der Stadt fast sämtliche Parkmöglichkeiten gegen Wohnmobile abgeschirmt – und damit auch ge-gen unsere vergleichbar harmlosen Fahrräder. Zum anderen schienen die erhasch-ten Einblicke in die städtischen Gässchen beim Vorbeifahren auf sehr mangelnde Fahrradtauglichkeit hinzudeuten. Somit haben wir uns an dieser Stelle zur Weiter-fahrt zum Cap Fréhel entschieden.

Die Halbinsel kann, immer an der Küste entlang, vollständig mit dem Auto umfahren werden. Immer wieder erreicht man Aussichtspunkte mit traumhaften Ausblicken auf das hier smaragdgrüne Meer. Am Ende stand ein Besuch der Stadt Erquy an, wo wir mal wieder unsere Drahtesel abbauen konnten. Erquy hat uns deshalb angezogen, weil der dort befindliche Hafen der Hauptumschlagspunkt für bretonische Jakobsmu-scheln sein soll. Leider mussten wir die für unser abendliches Rezept benötigten Mu-scheln dann aber doch im Intermarché erwerben. Aufgrund der bedrohlichen Dezi-mierung der Bestände hat die französische Regierung Schonzeiten und Fangquoten festgelegt. Somit müsste man halt im Winter wiederkommen, wollte man wirklich fri-sche Jakobsmuscheln in Erquy kaufen. Und gut so! Ich denke, solche kleinen Un-pässlichkeiten muss man zur Erhaltung dieser herrlichen Natur gerne in Kauf neh-men.

Falls sich übrigens jemand nach uns irgendwann zum Camping du Chatelet verirren mag, sollte ein Spaziergang zum Hauptstrand bei Sonnenuntergang unbedingt ein-geplant werden! Die Sonne geht hier zwar genau auf der gegenüber liegenden Seite vom Wasser unter, beleuchtet aber die Felsen in einem wunderschönen warmen Licht. Wer Benoite Groults „Salz auf unserer Haut“ gelesen hat, kann unmöglich ver-hindern, sich diese Bucht als Schauplatz dieser prickelnden Liebesgeschichte vor-zustellen…

Zum Camping du Chatelet möchte ich noch anmerken, dass die zwei (!) Duschgele-genheiten, sofern man in der ersten Reihe steht, allenfalls für Frühaufsteher (< 7:00 Uhr) ausreichend sind, ansonsten heißt es weite Wege zum Hauptsanitärgebäude in Kauf zu nehmen. Dafür hatten wir am Platz eigene Anschlüsse für Frischwasser und Abwasser – eine feine Sache, wenn man das Equipment zum Anschließen dabei hat! Ich persönlich hoffe, dass solche komfortablen Einrichtungen mehr und mehr zum Standard werden mögen.
Geradezu vorbildlich war die nahegelegene Entsorgungsstation für Thetford-Cassetten. Eine 2 x 2 m große Betonpatte mit einem Loch, darüber ein flexibler Schlauch. Einfach den „Schnuddel“ ins Loch halten, kein Verspritzen, keine Ge-ruchsbelästigung. Kurz abspülen, durchspülen – fertig. Warum ist das eigentlich nicht überall so???
Das Camping du Chatelet hat uns für 2 Nächte inkl. Strom Eur 37,- gekostet.

Cote de Granit rose, Bretagne

02. Juni. Die Zufahrt zum Camping Port l´Epine, an der gleichnamigen Hafenstadt, ist schmal. Und kommt man dort mittags nach 12 an, beginnt man sich über eine Tücke bretonischer Campingbetriebe zu ärgern: Alle machen von 12 bis 14 Uhr Mittagspau-se. Ausgerechnet hier standen wir nun vorm Schlagbaum – kein Vor und kein Zu-rück…
Zum Glück gibt´s dort Pascal – ein superfreundlicher „Gärtner“, der auf dem Platz ständig mit einem Elektrowagen hin- und herflitzt. Nichts wird von diesem bienenflei-ßigen Mann mit der Mimik eines Adriano Celentano übersehen – braucht jemand ir-gendwo Hilfe: Pascal ist sofort zur Stelle!
Pascal hat uns freundlicherweise Einlass auf einen Warteplatz gewährt und uns vor-geschlagen, uns schon mal einen schönen Stelllatz für später auszusuchen. Die An-meldung sei dann an der Rezeption vorzunehmen, wo man uns dann auch sagen könne, ob der gewählte Platz nicht anderwärtig reserviert ist (was auf diesem Cam-ping möglich ist).

Mit uns kamen noch gleich zwei weitere Gespanne an, deren Eigner ich sofort an-sprach, weil sie aus unserer Heimatstadt kamen. Eine UN-VER-SCHÄMT-HEIT sei es, dass die „Franzosen“ einfach Mittagspause machten und UNS einfach stehen ließen… und das SCHLIMMSTE: Sogar die BAR hätte geschlossen, so dass man nicht mal ´was Essen gehen könnte….
Unterdessen hatte meine Bordfrau schon klaglos unser Tischchen vor dem Warte-platz aufgebaut, es gab kühlen Weißwein zu leckeren Crevetten und für mich noch mal die letzten 12 aus Cancale importierten Austern. Wie ich die so knackte und da-bei unseren unrastigen barentbehrenden Landsleuten zusah wurde mir zum ersten Mal klar: Camper – das ist nicht die Frage wie lange du es schon machst… Camper zu sein – das ist eine Lebensphilosophie

Pascal der „Gärtner“, ist in Wirklichkeit der bescheidene Chef der Anlage, das war das Erste was wir von der freundlichen perfekt Deutsch sprechenden Dame an der Rezeption erfuhren… und: Platz 31a war für uns frei! Dieser Platz lag zwar diesmal nicht direkt am Wasser, bot dafür aber durch die leicht erhöhte Lage einen idealen Ausblick auf die Bucht und gehört gleichzeitig zur „Luxuskategorie“ mit eigenem Wasser- und Abwasseranschluß. Der Platz ist klein und die Entfernungen zum Sani-tärhäuschen sind von allen Plätzen aus zumutbar. In unserem Fall waren es nicht mehr als 20m.

Ein „bisschen“ störend empfand ich leider den Kunstgenuss unseres gegenüber lie-genden Nachbarn, der seinem Audio-Equipment stundenlang in publikumswirksamer Lautstärke Musik (?) der grauseligsten Art entlockte. War mein (selbstverständlich völlig unkultiviertes… Ohr durch die während der Fahrt empfangbaren Radiokanäle ohnehin schon nicht verwöhnt , so konnte man in diesen Fällen die staatlich verord-nete Quote an nervtötender „landestypischer“ Musik wenigstens noch selbst abdre-hen – hier nicht! Freejazz von der disharmonischsten Sorte (Ist das 12-Ton-Musik???) hallte über den Platz, und hätte ich bei dem Lärm vermocht, auf meiner Sonnenliege einzuschlafen… garantiert wären wilde Alpträume über mich gekom-men, von schwitzenden Negern mit glänzenden Muskeln und tättowierten Armen, die ihr laut quärkendes Saxophon mit verklärtem Blick in den Unterleib pressen……. Ich übertreibe, O.K. … Zum Campen gehört natürlich nicht NUR Rücksicht sondern vor allem eins: Toleranz!

Die überaus kritische Bordfrau hatte am „Port l´Epine“ nur einen einzigen „Nachteil“ festzustellen: Pascal duldet keine wilden Wäscheleinen! „Übersieht“ man den schriftlichen Hinweis, dauert es nicht lange und der Elektrokarren fährt vor, um freundlichst einen Wäscheständer leihweise (kostenlos) zu überbringen – da kann der Befestigungspunkt für die Leine noch so kreativ gewählt sein, in diesem Punkt kennt Pascal keine Gnade!

Bisher hatte sich das Wetter von seiner sonnigen aber dennoch kühlen Seite gezeigt. Die Schuld dafür haben wir einem leichten aber stetig wehenden Nordwind gegeben. Heute war der erste Tag, wo der Wind fast völlig einschlief. Von nun an sollten sich die Temperaturen deutlich über 20 Grad einpendeln, und zwar mit steigender Ten-denz. Da passte es gut, dass der Port l´Épin ein kleines aber feines Schwimmbad bereithält. Zwar kleiner als im vorausgegangenen Chatelet, dafür aber für viel weni-ger Gäste und vor allem: Das Wasser war schön warm!

Am späten Nachmittag besuchten wir einen Laden für Campingzubehör, den es zwi-schen Lannion und Morlaix gibt, um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Hier machten wir die leidvolle Erfahrung, dass die ausgehängten Preise für allgemeines Zubehör teilweise drastisch über den aus Deutschland gewohnten liegen. Allerdings bekommt man fast alles – bis hin zu gängigen Thetford Zubehörteilen.

03. Juni. Von Ost nach West gesehen, beginnt die Cote de Granit Rose direkt hinter dem Ort Trégastel. Da wir wegen der Verletzung der Bordfrau noch sehr auf unser Auto angewiesen waren, sind wir zunächst mit Hilfe des GPS-Navigationssystems auf zum Teil spektakulär schmalen Küstensträßchen die Küste abgefahren. In Rich-tung Ploumanac´h gibt es dann unterhalb des gleichnamigen Campingplatzes einen Wanderweg direkt in die Küste des roten Granits. Trotz Behinderung hat sich dieser Weg mehr als gelohnt. Die Felsen sind wirklich deutlich roséfarben und dies nicht etwa nur bei Sonnenuntergang, der den Eindruck aber vermutlich noch verstärken dürfte. Darüber hinaus sind die riesigen Steine oft oval oder rundlich abgeschliffen und liegen manchmal so übereinander, als hätte sie ein urzeitlicher Riese so aufge-stellt. Einige machen den Eindruck, man müsse sie nur anschubsen und schon fällt ein Koloß von hunderten Tonnen ins Meer – na, versucht es mal!

Für die Cote de Granit Rose sollte man durchaus einen ganzen Tag einplanen. Wir sind jedenfalls bis an den Steinstrand gehumpelt und haben ein ausgedehntes Pick-nick direkt am kristallklaren Wasser gemacht. Wir konnten uns überhaupt nicht satt sehen an diesem schönen Naturschauspiel.

Später gings in die City von Ploumnac´h, ein vorheriger Besuch des Leuchtturms wurde leider wieder mal durch die Wohnmobilsperren vereitelt. Für´s Fahrrad war die vorgelagerte Strecke dann zu steil. Vom Busparkplatz aus sind wir somit durch den netten Ort geradelt – gottseidank in der Vorsaison, ich möchte mir auch hier keinen Aufenthalt im Hochsommer vorstellen. Erreicht man den Stadtkern, nimmt einem der plötzliche Anblick der Bucht den Atem: Tintenblaues Wasser, aus dem überall diese rosefarbenen rundgelutschten Granitfelsen herausragen. Das Bild hätte ohne weite-res 1:1 als Vorlage für ein Album der psychodelischen 70er –Jahre-Popgruppe „Yes“ herhalten können: Unbedingt sehenswert!

Im Anschluß daran fuhren wir die Küstenstraße entlang bis Lannion, von dort zu-nächst über die D786 Richtung Morlaix.
Wenn man dann den Ort Saint Michel en Greve erreicht und am Ortsausgang in ei-ner Linkskurve den bebauten Bereich verlässt, blendet plötzlich ein kilomterlanger makellos weißer Sandstrand die ungläubigen Augen: In der Bretagne gibt´s hinter jeder Kurve ein neues Paradies!

Nach einem ausgiebigen Sonnenbad an diesem Strand hießen die letzte Tagesziele Plougasnou und Pointe de Primel. Nach den bereits gewonnenen Tageseindrücken verblasste diese Küste leider etwas, auch hätte es besserer „Fußläufigkeit“ der Bord-frau bedurft, um das rauhe Kap angemessen erkunden zu können.


Pays des Abers, Ile d´Ouessant

04. Juni. Den Camping des Abers erreichten wir diesmal pünktlich vor der Mittags-pause. Hier waren wir zunächst überrascht, denn der Platz war im Vergleich zu den anderen, die wir bisher besucht hatten, recht voll. Tatsächlich konnten wir von Glück reden, dass wir noch einen freien Platz auf einer höheren Terrasse erwischt haben, dessen Vormieter kurz vor uns abgereist war. Dies könnte allerdings auch an dem Pfingstwochenende gelegen haben.

Der Grund für die Beliebtheit des Platzes wurde uns schnell klar: Er liegt direkt an einem herrlichen Sandstrand. Während der steinige Strand ein wirkliches Manko am Port l´Epine war, entschädigte dieser hier gleich doppelt: Durch feinsten Sand und durch feinsten Fernblick. Das Gefälle ist ganz leicht, so dass auch kleine Kinder un-besorgt tummeln können. Bei Ebbe kann man bis zu einer vorgelagerten Insel waten. Ob das der Grund ist, dass es auf dem Campingplatz so viele Hunde gibt? Mir kam jedenfalls zwischenzeitlich der Verdacht auf, es gäbe hier nicht nur eine Duldung für Hunde sondern geradezu eine HundePFLICHT…! Allerdings konnte ich erfreulicher-weise feststellen, dass ich mich an keiner Stelle durch die vielen Tiere gestört fühlen musste.

Abends versinkt die rote Sonne spektakulär im Meer und kann vom Strand aus prima beobachtet werden. Muss ich da extra erwähnen, dass wir uns dieses Schauspiel an eine Düne gelehnt von einer Decke aus mit einer kühlen Flasche Sekt gegönnt ha-ben bis es total dunkel wurde und nur noch die Leuchttürme ihr Licht in den Himmel schrieben…? Noch am späten Abend zeigte das Thermometer unglaubliche 24 Grad.

Über den morgendlichen Duschgang gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht zu berichten. Die schlechte zuerst: Hier braucht man Duschmarken! Die gute: Der Camping des Abers war der einzige, der ohne diese DÄMLICHEN Druckknöpfe aus-kam. Ganz normale Wasserhähne, und mit soviel Wasser geduscht wie man will, und das in dem Mischungsverhältnis wie man will. Wie HASSE ich diese andernorts übli-chen Druckknöpfe, die den Wasserfluß teilweise nur sekundenlang freigeben und ein ordentliches Duschen oder Waschen schier unmöglich machen! Am schlimmsten, wenn diese Dinger auch noch an den Entnahmestellen für Trinkwasser angebracht sind! Als befände man sich mitten in Afrika, wo Wasserknappheit zu lebensrettender Sparsamkeit aufruft… So gesehen, ziehe ich persönlich Duschmarken (Eur -,52/ 5 min) bei vergleichbar optimalen Bedingungen vor.

05. Juni. Dieser Pfingstmontag würde der schönste Tag unserer Rundreise werden. In Folge des knappen Zeitplans als ganztägiger Ausflug schon beinahe wegdisku-tiert, sollte sich der Besuch der „Insel mit den 5 Leuchttürmen“ als wahrer Glückstref-fer herausstellen.
Um die Ile d´Ouessant kennenzulernen, braucht man dreierlei. Einen ganzen Tag Zeit, eine Schiffspassage und ein Fahrrad.
Der nächste Fährhafen vom Camping des Abers aus ist le Conquet. Man benötigt mit dem Auto etwa 1 Stunde dorthin. Für die Überfahrt mit dem Schnellboot hin und zu-rück (30min Fahrrzeit) haben wir inklusive Fahrrädern und einfacher Wanderkarte pro Person Eur 38,- bezahlt. Die Mitnahme des eigenen Fahrrades ist darin mit Eur 12,- enthalten. Fahrräder kann man auch direkt auf der Insel für Eur 14,- mieten. Aller-dings kann ich nur sagen, dass ein gutes Fahrrad mit wirkungsvoller Gangschaltung und Bremse (!) für die Erkundung unverzichtbar ist! Leider kann ich über die Qualität der angebotenen Leihräder keine Aussage machen.

Die für Touristen immer wieder angebotene Inselrundfahrt per Kleinbus halte ich für rausgeschmissenes Geld. Die Insel muss Meter für Meter abgeradelt werden und entzieht sich in ihrer vollen Schönheit jedem, der diese Mühe scheut!

Der Anfang meines Berichtes erwähnte Film „Die Frau des Leuchtturmwärters“ wur-de, nebenbei gesagt, hier gedreht und kann jedem Interessierten einen Vorab-Eindruck dieser herrlichen Landschaft vermitteln.
Die Insel ist etwa 8 km lang und 4 km breit. Trotzdem haben wir an diesem Tag etwa 40 km darauf zurückgelegt. Autos gibt es hier so gut wie nicht. In der Vorsaison war es uns möglich, teilweise die Trampelpfade der Wanderer zu befahren. Die führen dann durch blühendes Heidekraut direkt an der Steilküste entlang, hoch oben über dem azurblauen, in den Fjorden auch smaragdgrünen, Meer. Ich sag´ euch: Auf O-uessant ist das Blau ein bisschen blauer, das Gelb ein bisschen gelber und das Grün ein bisschen grüner als irgendwo sonst – die Farben und das Licht schreien förmlich nach einem 50 Asa-Film in der Spiegelreflexkamera – den sollte man allerdings gleich dabei haben, auf Ouessant gibt es nur 2 Geschäfte und die sind schwach sor-tiert.

Vom Ausschiffen, was übrigens sehr schnell geht, beginnt die Fahrt zunächst mit ei-nem steilen Anstieg bis zum Ende der Hafenzufahrt. Hier muss man sich dann ent-scheiden, in welcher Richtung man die Insel erkunden möchte. Wir haben zufällig eine Umrundung im Uhrzeigersinn gewählt. Nach unserem Empfinden im nachhinein erreicht man auf diese Weise den schöneren südöstlichen Teil der Insel zuerst. Das heißt also links abbiegen und dieser Straße (späteres Sackgassenschild ignorieren) bis zum Schluß folgen. Nun steht man wieder am Meer, das hier einen kleinen natür-lichen Hafen geschaffen hat. Der Sand schimmert hier knallgelb durch die Wellen und im Hintergrund sieht man den Phare de Kéréon, einen der fünf Leuchttürme, die von Ouessant aus versorgt werden. Bemannt ist keiner mehr davon aber es ist noch nicht so lange her, dass man die Seezeichen automatisiert hat.

Nun fährt man nicht etwa die Straße wieder zurück, sondern hält sich links an den Feldweg, der irgendwann wieder in einen Asphaltbelag übergeht. Man erreicht Notre-Dame de Bonne Esperance, eine schöne kleine Kapelle umringt mit zauberhaften kleinen Häuschen. Jetzt wird mir klar, warum die Reiseführer den Begriff „pittoreske Häuschen“ so überstrapazieren: Diese schiefen Häuschen mit ihren knallblauen Tü-ren und Fenstern, umringt von bunten Hecken und Steinwällen kann man einfach nicht unfotografiert stehen lassen…

Von der Kapelle aus fährt man unbedingt wieder Richtung Küste und wählt den ers-ten (zunächst asphaltierten) Weg, der noch mal 90 Grd. In Richtung Meer abzweigt. Steht man dann vor der kommunalen Müllkippe („Iiiiiih!!!“), ist man richtig: Schnell wieder weg und ein paar Meter zurück, dann links in den Feldweg! Nun wird´s span-nend: Wer es schafft, die küstennahen Trampelpfade abzuradeln – mit der Bordfrau gab´s mächtig Ärger, da die Verletzung diese Tortur eigentlich noch nicht zuließ – dem bietet sich ein Küstenpanorama vom Allerfeinsten. Irgendwann erreicht man einen Felsvorsprung, völlig bewachsen mit weichem Moos. Von hier aus hat man einen freien Blick auf „Le Jamont“ und „Phare de Créac´h“ , für mich die schönsten Leuchttürme auf der Insel. Jetzt nur noch das mitgebrachte Picknick auspacken und geniessen: Ich wünsche euch schönes Wetter wie bei uns!
Die Sache mit dem Picknick würde ich empfehlen, da uns die wenigen Restaurants im Vorbeifahren nicht sonderlich zugesagt haben – sicherlich nicht NUR unser ganz subjektiver Eindruck. In Lampaul, dem einzigen größeren Ort auf der Insel, haben wir mal einen Kaffee getrunken und konnten uns, was die Speisen betrifft, des Eindrucks einer „Touristenfalle“ nicht erwehren…

Ein weiteres landschaftliches Highlight ist der nordwestliche Zipfel der Insel. Wir ha-ben den Hauptweg bis zum Pointe de Pern gewählt und nach ausgiebiger Besichti-gung des ehemals seilbahnversorgten „Phare de Nividic“ ging es über Trampelpfade die Küste entlang bis zum „Phare de Créac´h“. Die Küste wird hier schroff und zeugt davon, mit welcher Gewalt der Wind und das Meer hier ungemütlich werden können. Bis zu 150 Stundenkilometer soll der Wind hier im Winter regelmäßig langfegen, vor einigen Jahren wurde der Rekordwert von sogar 200 km/h gemessen. Man glaubt es ungesehen!

Der Leuchtturm de Créac´h beherbergt ein kleines Leuchtturmmuseum, welches wir nicht besonders toll fanden. Aber wenn man mal dort ist, wird man es sich schließlich nicht entgehen lassen wollen. Am interessantesten empfand ich dabei noch den ge-zeigten Dokumentarfilm. Für einen Eindruck, wie es wirklich in einem bemannten Leuchtturm zugegangen sein mag, kann man sich aber viel besser den oben er-wähnten Spielfilm anschauen.

Wenn man sich das umgebende Meer anschaut, kann man sich gut vorstellen, wa-rum es hier gleich fünf Leuchttürme gibt. Überall ragen kleine Felsen aus dem Was-ser, wie die scharfen Zähne eines Raubtiers. Dazu soll es hier einen Gezeitenstrom von 18 Knoten geben, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Weht jetzt noch ein scharfer Wind dazu, fragt man sich, wie gut ein Kapitän sein muss um durch die-se Hölle fahren zu können! Nicht von ungefähr müssen Schiffe über 90m seit dem großen Tankerunglück von 1978 ganz außen um die Insel Ouessant herumfahren und dürfen nicht mehr die kürzere Passage zwischen den Inseln auswählen.

Weiter geht´s. Von jetzt an kann man über Trampelpfade an der Nordküste entlang fahren oder, im Fall von Ermüdungserscheinungen, die Straße nehmen. Wer die erstgenannte Strapaze auf sich nimmt, wird mit immer wilderen Küstenbildern und kleinen Fjorden zum Ausruhen belohnt. Die Halbinsel „Presqu´ile de Cadoran kann man aussparen, sie ist vom Pointe de Bac´haol später gut einsehbar. Auf dem Weg dorthin erreicht man den letzten und ältesten Leuchtturm der Insel, den „Phare du Stiff“, der während unseres Besuches gerade grundrenoviert wurde.

Oben auf dem Aussichtsplateau befindet sich noch ein weiterer Turm, nämlich der, von dem die wirklich moderne Navigationstechnik überwacht wird. Man sieht es an dem riesigen Radarschirm, der sich unentwegt surrend über einem dreht.
Leider gibt es tatsächlich auch hier – wie eigentlich an allen anderen schönen Aus-sichtspunkten, wohin man auch kommt – Zeugen des vergangenen Krieges in Form hässlicher deutscher Bunker. Inzwischen sind wir schon soweit, dass wir anhand der Ruinen erkennen können, welche Arten von Geschützen die einzelnen Betonbau-werke einst beherbergt haben… irgendwie unangenehm verrückt!

Steil bergab radelt man nun zum Hafen zurück. Unsere Fähre kam superpünktlich um 18:00 Uhr und wir genossen den letzten Blick in der Abendsonne vom Schiff aus sehr: Wir kommen wieder!

Nach 20:00 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz. Völlig geschafft gab´s noch ein kleines Essen und dann nichts wie in die Träume… von tollkühnen Seeräubern, mu-tigen Leuchtturmwärtern und mindestens einer Million Hortensien….


06. Juni. Für heute stand die Erkundung der Gegend um die Mündung des Wrac´h an, was übrigens die wörtliche Übersetzung des keltischen Begriffes „Aber Wrac´h“ ist. Die Besichtigung begann zunächst enttäuschend mit der völlig unspektakulären „Pont du Diable“, einer Brücke aus der Eisenzeit, die bei Niedrigwasser im Zulauf des Aber Wrac´h zu besichtigen ist: Ein Haufen übereinanderliegender Steine inmitten stinkender faulender Algen.

Gefälliger präsentiert sich da schon die buchstäblich größte Attraktion der Gegend, der mit 82,5m höchste Leuchtturm Europas, des Phare de Ile Vierge. Obwohl dieser Leuchtturm nach kurzer Überfahrt auf die Insel besichtigt werden kann – ein echter Ausnahmefall in der Bretagne – haben wir ihn nur vom Festland aus angeschaut und fotografiert. Unangenehm war an diesem Tag der neu aufgefrischte Wind, gegen den man kaum anlaufen konnte.

Über den weiteren Verlauf unserer Tour schweigen sich unsere Reiseführer unbe-greiflicherweise gekonnt aus. Unbegreiflich deshalb, weil sich bei der Fahrt an der direkten Küstenlinie (fast nur mit Hilfe des Navigationsgerätes möglich) immer wieder herrliche Küstenlandschaften offenbaren. Besonders der Abschnitt zwischen dem Grève Blanche (Strände heißen hier Grève, also „Weißer Strand“ und dem Ort Kore-jou bietet gleich mehrfach unglaubliche Aussichten. Bizarre Granitfelsen in feinstem Sand, Häuschen die windgeschützt zwischen die Felsen gebaut wurden und der Ort Korejou, den man sozusagen in die Felsformation „hineingebaut“ hat, muss man un-bedingt gesehen haben.

Nach einem gammeligen Nachmittag und leckeren Grillabend ging es in die dritte Nacht auf dem Camping des Abers und, offen gesagt, wir mussten uns ganz schön zusammennehmen, um nicht doch plötzlich „sesshaft“ zu werden…

3 Übernachtungen haben uns hier inklusive Duschmarken Eur 41,34 gekostet, ohne Strom. Merkt ihr was? Trotz Duschmarken war der Camping des Abers der bisher preisgünstigste Platz!


Die Halbinsel Crozon und Pointe du Raz


07. Juni. Der Camping de I´Iroise in Plomodiern stellte sich zunächst als wahres Kon-trastprogramm heraus: Mit uns zusammen gab es auf dem sehr gepflegten Platz ganze 3 Gespanne und sonst nichts. Ein ganzes Sanitärgebäude für sich allein zu haben, das erlebt man fürwahr nicht alle Tage!
Der privat geführte Campingplatz bietet von jedem Stellplatz aus einen schönen Blick über die Bucht zwischen der Halbinsel Crozon und dem Point du Raz. Die Wirtsleute sind mehr als nett und verwickeln einen gern in lange Gespräche, zumindest falls man bereit ist, seine rudimentären Französischkenntnisse zu bemühen.

Diese Anlage hatte wieder Anschlüsse für Frisch- und Abwasser an fast allen Plätzen – sehr angenehm! Nachteilig sind die eindeutig zu engen Wege zwischen den Plät-zen. Ohne Rangiererei kommt man mit einem „Möbelkoffer“ wie unserem nicht zu-recht. Geht das schief, befinden sich an den Kreuzungen halbmeterhohe Betonbe-grenzungen – die schonen die Hecken und schaffen „Erinnerungen“ am Fahrzeug!
Auch das Gefälle der meisten Plätze will beherrscht sein! Hier muss man gleich zwei Dimensionen ausgleichen, was aber bei uns ganz gut geklappt hat.

Der erste Ausflug führte uns auf die Halbinsel Crozon, zunächst zum Aussichtspunkt Pointe de Pen-Hir. Obwohl dieser Aussichtspunkt landschaftlich ohne Zweifel sehr reizvoll ist, waren wir nur mäßig begeistert. Oben befindet sich nämlich alles in militä-rischer Hand – diesmal nicht die Bunker der Deutschen, obwohl die natürlich auch hier bei genauem Hinsehen nicht fehlen, sondern aktuell genutzt vom französischen Militär. Somit sind weite Teile für uns Zivilisten gesperrt. Immerhin hat man einen tol-len Ausblick zum gegenüberliegenden Pointe du Raz und auf einen tiefen weiter un-ten liegenden Sandstrand.
Der südlichste Aussichtspunkt von Crozon, das Cap de la Chèvre, besticht durch die leuchtenden Farben riesiger Heidekrautflächen: Lila und Gelb sind die dominieren-den Farben, ein herrlicher Anblick im Monat Juni!
Den Rückweg nach Plomodiern haben wir noch um einen Abstecher nach Locronan bereichert. Und das hat sich gelohnt! Der (autofreie) historische Stadtkern aus granit-steinernen Häusern scheint praktisch wie im 17. Jahrhundert stehengeblieben zu sein. Überall hängen bunte Blumen von den Fenstern, Dächern und Balkonen, der ganze Ort ist eine einzige Augenweide. Hier hätte ein Regisseur einen glaubwürdi-gen Film über die Jugendjahre von Catweazle drehen können!
Wem es gefällt, der kann hier in zahlreichen stilgerecht integrierten Geschäften An-denken und mehr oder weniger regionale Spezialitäten zu satten Preisen kaufen.

Der späte Nachmittag stand für mich ganz im Zeichen der Reparatur unseres Gas-boilers. Die Feinsicherung auf der Elektronikplatine war, vermutlich infolge von Über-alterung, geschmolzen. Eine Fleißaufgabe, das Ding in der Enge des Bettkastens wieder zusammenzukriegen – am Ende aber eine zum Glück erfolgreiche Aktion! Besonders erfreulich war, dass ich die erforderliche Ersatzsicherung im örtlichen „Gi-tem“-Elektrohandel überhaupt bekommen habe. Die Franzosen hantieren nämlich ansonsten mit anderen Sicherungssystemen herum.

08. Juni. Für die Fahrt zum Pointe du Raz haben wir uns wieder mal für die schmale Küstenstraße entschieden. Eine gute Idee, denn die Küstenlinie bietet viel Abwechs-lung und schöne kleine Orte.
Vor dem berühmten Aussichtspunkt Pointe du Raz liegt, falls man so anfährt, der Pointe du Van, dazwischen der Baie des Trèpassés, ein breiter geschützter Strand mit traumhafter Kulisse.

Die Wanderung auf dem Pointe du Van lohnt sich unbedingt. Schöne Aussichten zwischen schroffen Felsen auf das azurblaue Meer und auch hier überall dieses blü-hende Heidekraut, toll. Auf der Spitze des Kaps haben die Familien der Fischer eine pittoreske Kirche gebaut, deren Glockengeläut den heimkehrenden Fischern neben „metaphysischer Unterstützung“ auch praktische Orientierung geben sollte.

Den größten Teil des Tages haben wir an obigem Strand zwischen den Kaps ver-bracht. Schon mal bei herrlichstem Wetter allein an einem kilometerlangen weißen Strand gelegen? Anfang Juni ist hier so etwas möglich. Bei lausigen 15 Grad Was-sertemperatur fühlte ich beim Einstieg ins Meer wieder mal einen wirklichen Nachteil unseres Reiseziels: Auch im Hochsommer steigen die Wassertemperaturen in der Bretagne kaum auf über 18 Grad…

Der dem I´Iroise vorgelagerte Strand war dagegen nicht schön. Ein Spaziergang am Abend führte durch hohe glitschige Algenberge, die sich anfühlten wie Spinat mit „Blubb“ – Geschmacksache.
Die Tagestemperaturen lagen inzwischen bei 30 Grad. Im Wohnwagen stellten sich teilweise bis zu 40 Grad ein, für Wintercamper geradezu unglaubliche Dimensionen! Unser Kühlschrank dachte ähnlich und schaffte es kaum, den Biernachschub schnell genug herunterzukühlen. Da wird auf jeden Fall vor der nächsten Reise ein Ventilator nachgerüstet.



Unergründlich war am Ende der Tarifdschungel des Camping de l´Iroise. Trotz A-DAC-Sparcard luchste uns der Betreiber am Ende Eur 45,20 für 2 Nächte ab – mit Abstand der teuerste Platz der Rundreise!


Pont Aven und Belon

09. Juni. Die letzte Station unserer Rundreise – die Zeit verging wie ein Blitz – lag unterhalb des Ortes Névez: Camping de l´Ocean. Ein kleiner Platz mit netter familiä-rer Leitung, sauberen Sanitäranlagen und ganz tollem Swimmingpool. Zum 300m entfernten schönen Strand gelangt man über eine gemähte Wiese. Keine Straße, die zu überqueren wäre, nur eine flache Düne. Als hätte man auf uns gewartet, bekamen wir hier sogar für eine geplante Nacht einen Standplatz in der ersten Reihe.

Unsere Besichtigungstour führte uns zunächst in die malerische Stadt Pont-Aven. Irgendwie atmet die ganze Stadt ein gewisses künstlerisches Flair, das mag daran liegen, dass Künstler wie Paul Gaugin oder Emile Bernard zumindest zeitweise hier gelebt haben. Bis heute scheint dieser Ort ein bisschen davon abzufärben. So schön wie Locronan ist er allerdings nicht.

Meine Vorliebe für Austern habe ich schon im Zusammenhang mit dem Besuch von Cancale erwähnt. Da konnte ich mir natürlich den Abstecher nach Belon am gleich-namigen Fluss nicht entgehen lassen. Wer im Restaurant gern Austern isst, wird si-cher schon bemerkt haben, dass solche aus Belon immer eine „Spur“ teurer sind als andere…
Der Grund ist der, dass hier in Belon eine besondere flache Art gezüchtet wird (estrea edulis). Vor hundert Jahren war dies eigentlich noch überhaupt nichts Beson-deres – alle in Europa gefangenen und gezüchteten Austern waren Huitre plates (estrea edulis) mit flacher Schale. Durch einen katastrophalen Pilz wurde dann fast der gesamte Bestand vernichtet – bis auf die Zuchtstätten in Belon, die aufgrund ih-rer begünstigten Lage im Flusslauf unbehelligt blieben.
Die heute in der Bretagne allgemein gezüchteten Pazifik-Austern (Huitre Creuses, lat. Crassostrea gigas) wurden ersatzweise aus Japan eingebürgert und gedeihen hier seither prächtig.
Bis zu diesem Tag hielt ich die original Belon Austern (Belon de Belon) für die besten – oft hört man, es seien die besten der Welt.
Der angesagte Ort für ein stilvolles Austernessen in Belon ist das vornehme „Chez Jacky“, direkt am Hafen.
Auf dem Weg dorthin stoppte uns – zum Glück - ein schicksalhaftes Plakat: Das Cha-teau de Belon, einer der bekanntesten Zuchtbetriebe mit weltweitem Versand, lädt dort zur „Degustation“ ein. Für ca. 10 Euro bekommt man ein Sortiment verschiede-ner Austernsorten, dazu Brot, gesalzene Butter und ½ l Muscadet. An Plastiktischen sitzt man direkt am Wasser und kann diese herrlich frischen Meerestiere in Ruhe probieren und vergleichen – DAS war einerseits NOCH toller als der Kai in Cancale und andererseits für MICH eine echte Überraschung: Mir schmeckten nämlich die billigeren Creuses, die hier allerdings im planktonreichen Wasser des Belon gezüch-tet wurden, besser als die vermeintlich weltbesten Belon de Belon! Genug damit – wer auch nur annährend ähnliches Interesse daran findet, sollte unbedingt mal nach Belon reisen!

Den Nachmittag haben wir teilweise am Strand, teilweise am Pool verbracht. Mit dem Wetter haben wir wirklich Glück gehabt!

L´Ocean hat uns für eine Nacht ohne Strom 16,65 gekostet. Der Platz ist blitzsauber und kann bedingungslos empfohlen werden, wenn man die Entfernung zum Strand akzeptiert.

10. Juni. Abreise. Auf direktem Weg fuhren wir über Rennes und Paris zum Ziel un-serer Zwischenübernachtung. Der Municipal Charleville-Mézières in der schönen Ar-dennenlandschaft sollte unser letzter Gastgeber sein. Ein schönes Örtchen, das für einen abendlichen Spaziergang nette Kneipen und Restaurants bereithält. Wir haben es vorgezogen, uns auch hier selbst zu bekochen (z.B. mit aus Belon importierten Austern *lach*).
Der Platz kostete ohne Strom Eur 12,50 und ist blitzsauber. Von 21:00 Uhr bis 7:00 Uhr morgens wird der Platz für Autos gesperrt und ist nur noch für Fußgänger zu-gänglich. Das ist einerseits die Zeit, wo die Rezeption nicht besetzt ist… und ande-rerseits die Zeit, wo die auf dem benachbarten öffentlichen Parkplatz beheimateten Wohnmobilisten hereinströmen um die sanitären Anlagen zu nutzen – na ja: Der Eine spart halt Strom und der Andere eben ALLES, ich sage mal nix dazu… Ob´s HIER wohl bald Duschmarken geben wird…?

11. Juni. Ankunft zu Hause. Schade. Ist das denn überhaupt möglich – wo ist die Zeit geblieben? Wären da nicht die fast 300 Fotos – man würde es nicht glauben können!

Und sind wir denn nun Camper oder nicht? Die Bordfrau und ich sagen eindeutig: Ja! Wäre nur noch zu klären, wohin die nächste Reise gehen soll…

Die Bildungslücke „Bretagne“ ist natürlich nach unserer Rundreise nicht vollständig geschlossen – ganz klar kommen wir deshalb irgendwann wieder! Aber garantiert NUR im Wohnwagen und NUR im Rahmen einer Rundreise.

Was den „Clown aus Bonn“ angeht – der nächste Urlaub kommt bestimmt…..

Und DIESER Urlaub? Einmal und immer wieder - SUPERJEILE Zick!!!!


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#5 von Wintercamper , 28.06.2006 14:44

Zitat von sunshine
Hast du vielleicht noch Lust, eine Nickpage zu basteln und die schönsten deiner 300 Fotos in deine Galerie zu stellen? Ich würde mich sehr darüber freuen.
Sag mal, bist du von Beruf Journalist oder ähnliches? Du hast toll geschrieben - bitte unbedingt mehr davon...



Hallo Iris,

dein Lob kommt bei mir an wie ein warmer Regen auf einem frisch eingesäten Kressebeet.... Danke! Wenn es bei mir wohl auch für einen Journalisten nicht wirklich reicht, freue ich mich dennoch, dass ich mit meiner Schreiberei hier auch mal einen nützlichen Beitrag leisten konnte.

Fotos werde ich gerne auch einstellen. Mal sehen wie das klappt.

Viele Grüße

Andreas


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#6 von HD , 28.06.2006 15:01

Danke, Wintercamper - zuviel des Lobes an HD - die Normandie und die Bretagne hättet Ihr auch ohne mein "Zutun" -wobei ich mich frage: Was, Grundgütiger ich überhaupt dazu getan habe? - wohl irgenwann selbst entdeckt.
Und Danke, für diesen Bericht nun auch hier. - liest sich hervorragend, auch ohne PDF, und ausdrucken geht hier auch.

pst. (unter uns) Aber so ein bischen froh und erleichert bin ich schon, daß Euch diese schöne Ecke Frankreichs nach Anraten gefallen hat und nun werde ich ein paar Stunden "mit breiter Brust" hier im Forum rumlaufen. Man möge es mir etwas verzeihen.
Viele Grüsse von HD


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#7 von morgenröte , 28.06.2006 16:22

Hallo HD!

Viel Mayonnaise und Matjesbeleidigung machen breit. Das gibt auch ein breites Kreuz!

Übrigens war ich vor dir an Wintercampers Nickpage :

Ich sammele auch gerade Frankreichberichte und hoffe da bald wieder hin zu kommen.

Lieben Gruß Andrea


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#8 von HD , 28.06.2006 16:55

Nun, Andrea, Frankreich in der "Halbsaison" ist eben besonders schon, nix überfüllt, man hat noch Zeit für die Gäste, die Zeit läuft langsamer und man hat auch auf einer schmalen Küstenstrasse kaum Verkehr.
Vom 1. Juli-15.August dagegen, da brauch man dann schon mehr Nerven -
Ab dem 15 August reisen die Franzosen wieder nach Hause, der 15. August ist in Frankreich -(wie auch im Saarland) ein Feiertag und für die Franzosen mit Kindern ist meistens ab dem 15. August (der wird noch mitgenommen mit Kirmesrummel allerorten, dann wird abgereist) und ab Mitte August wird es dann in Frankreich wieder leerer. Die Kinder haben zwar noch Ferien, nur die Erwachsenen meist keinen Urlaub mehr, auch veranstalten dann viele Schulen mit den Kindern ab 15 August noch ein Feriencamp in einer Ferienanlage, das ist meist dann aber kein CP. Die meisten CP schliessen dann in der Bretagne zum 1. Oktober, aber auch einige Gemeindemunicipals schon zum 1. September.
Das Meer ist dann warm - meist so 19-21 Grad, die Tage sind zwar etwas kürzer als im Frühjahr, aber das Wetter ist noch warm.
Gruss HD


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#9 von morgenröte , 28.06.2006 17:32

Die Öffnungszeiten kommen uns auch sehr kurz vor. Da wir nur Ostern oder Ende Oktober länger wegbleiben können, waren wir schon lange nicht mehr dort. Naja unser Jüngster ist in der 7 Klasse, bald fahren wir auch wieder im Mai oder September. Wir mögen es auch lieber wenn es nicht zu voll ist, Hauptsache der Winzer ist noch da, die Käsetheke besetzt, naja und Baguettes gibt es das ganze Jahr.


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#10 von HD , 28.06.2006 21:34

Nun ja, Andrea, es gibt auch Plätze, die haben das ganze Jahr auf, im Süden sind die Plätze auch länger geöffnet. Die Bretagne im Oktober, das kann recht ungemütlich werden, nicht die Temp. der Golfstrom wärmt ja, aber die Stürme, der Regen, die brüllende Brandung, die kurzen Tage. Aber, auch das ist die Bretagne. Ein Schulfreiund von mir hat in der Bretagne ein Ferienhaus, und wenn der so von den Herbststürmen erzählt ..
Gruss HD


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#11 von anrape ( gelöscht ) , 29.06.2006 12:37

Moin Wintercamper e,

Donnerwetter, kann man da nur sagen! Wirklich große Klasse dein Bericht, selbst für jemanden der Frankreich NOCH nicht so richtig auf dem Zettel hat! Übrigens, auch unformatiert schön zu lesen!

Dank deines und auch der vielen anderen schönen Berichte, z.B. von HD und Iris hier, war ich nun zumindest schon mal virtuell dort und ich muss sagen, es kribbelt zunehmend!

Schöne Grüße von der Ostsee,


anrape

RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#12 von HD , 29.06.2006 12:53

Der Tidenhub an der Bretagne kann bis zu 8m betragen und gehört somit zu den höchsten in Europa. Nicht umsonst gibt es also Gezeitenkraftwerke.


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#13 von daf43 , 29.06.2006 13:21

Hallo Wintercamper,
das war guuuut!!! Manches aus dem Bericht kannte ich schon (Cancale usw.), vieles möchte ich bei unserer geplanten Rundreise ab 18. August nachempfinden. Vielen Dank.
Dieter


 
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RE: Rundreise Normandie/Bretagne im Juni 2006

#14 von Camper94 ( gelöscht ) , 29.06.2006 22:20

Hallo Wintercamper,

danke für den tollen Reisebericht. Er ist sehr schön geschrieben. Da habt Ihr in zwei Wochen ja ganz schön viel gesehen und erlebt. In der Normandie waren wir leider noch nie, aber in der Bretagne waren wir einmal vor vielen Jahren und denken immer noch gern daran zurück. Die Bretagne ist wirklich beeindruckend.


Camper94

   


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