RE: Schön-Wetter-Campen kann jeder ...

#1 von sebbarca , 06.04.2015 21:57

....

… aber die Hardcore-Camper fahren extra zum Ostern-April-Wetter aus Spanien nach Deutschland !!!

Töchterchen hatte ein neues Zimmer in Aachen bezogen und meldete Möbelbedarf an. Der Möbelnotdienst in Spanien lud den Scenic bis unters Dach voll, ein paar Klamotten in den Sterckeman und los ging’s. Als Zeitpunkt wurde die Semana Blanca vor Ostern gewählt, eine günstige Zeit, da nicht zuuu heiß, aber auch nicht mehr richtig kalt, also gut zum Arbeiten ……. in Spanien .
28.03.: Unter lebhafter Begleitung durch Transmuntana und Mistral ging’s zur ersten Übernachtungsstation in Bollene:

http://www.la-simioune.fr/

Den Platz hatte ich auf einer Liste von Übernachtungsplätzen längs von Autobahnen gefunden. Die Liste wird leider nicht mehr gepflegt.
Der Platz sah zu dieser Zeit nicht so schön aus wie auf dem Eingangsphoto, liegt aber sehr nett und günstig zur Autobahn, wenn man die Route de L’Embisque findet. Unser Navi fand die erstmal nicht und wir sind a weng rumgeirrt.
Der Platz wird von einem engagierten jungen Ehepaar betrieben, die Sanitärs sind frisch renoviert und sauber, leider (in dieser Zeit) nicht geheizt. Im Sommer und bei anderen Temperaturen ist der Platz auch für einen längeren Aufenthalt gut.

29.03.: Mit zunehmenden Regen und noch stärkeren Wind ging’s nach Norden zur zweiten Übernachtungsstation, Langres:

http://www.camping-navarre-langres.fr/

Der Tipp kam von TomRüvel, besten Dank dafür. Der Platz ist wunderschön am Rande der Altstadt gelegen, gewissermaßen auf dem Balkon der Stadt. Die Rezeption ist nur Morgens und Abends besetzt, die Sanitärs etwas ältlich aber gut sauber gehalten.
Wieder ein idealer Übernachtungsplatz, aber Langres, die Geburtsstadt von Diderot, lädt auch zum längeren Verweilen ein, wenn, ja wenn das Wetter besser wäre. Wir bauten unseren Sterckeman vorsichtshalber nicht unter den alten knorrigen Bäumen auf. Nach dem Abendspaziergang mit dem Köter schafften wir es so gerade noch in den Wohnwagen und lauschten dann die Nacht über der Regentrommel, die vom Sturm gepeitscht wurde.
30.03.: Am nächsten Morgen schien nicht die Sonne, aber der Regen hatte fast aufgehört und der Sturm war nur etwas flau. Das war’s dann dachten wir, der Osterurlaub beginnt .
Nach Reservenauffüllen in Luxemburg (der Sprit ist hier ja teurer als in Spanien und das Essen in der Raststätte zum uäh….), wurde erst die Eifel angefahren auf der Suche nach:

http://zum-jone-bur.de/de/

(Tipp von Mephisto). Nachdem das Höhenmeter immer mehr stieg, die Temperatur umgekehrt proportional fiel, die Täler schattiger wurden, der Sturm dagegen stärker, brachen wir die Suche ab und fuhren geradewegs in einen mächtigen Umleitungsstau von der A44. Zu allem Überfluß gab unser Navi im Stau auch noch seine letzten Funktionen auf. Mit altbewährter Kartentechnik fanden wir zum

http://www.bellet.nl/index.php

kurz hinter Vaals. Auch dieser ein Teil eines Tipps von Mephisto. Es gibt die Pferde, die Gänse, die freundlichen Betreiber, die kleinen aber sauberen Sanitärs, nur ………….. die Sonne, die Sonne gab’s nicht. In dieser Ecke gibt es zahlreiche dieser Boerderijcampings und wir werden diesen oder andere besuchen wenn wir wieder bei Töchterchen vorbeischauen.

31.03.-03.04.: Niklas zog über uns hinweg und als wir am nächsten Morgen die Bilder sahen, wurde uns schon etwas anders zumute. Der Wohnwagen hat zwar etwas gewackelt, sich aber nicht von der Stelle gerührt, ergo: Glück gehabt.
Die Tage in Aachen gingen dann mit typisch deutschem Aprilwetter (Sturm, Hagel, Schnee, Regen, Sonnenschein im heftigsten Wechsel; ich wußte garnicht, daß es das noch gibt ) sowie Möbelaufbauen, Obi plündern, Shoppen vorbei. Am Donnerstag sind die Damen noch über den Outletverkauf von Lindt hergefallen, daß Auto wird also fast so voll wie auf der Hinfahrt sein .
Am Freitagmorgen war dann alles reifweiß draußen und der Platzcheffe fiel triumphierend über mich her: „Schau mal, es hat richtig gefroren! ). Den Tag haben wir in Maastricht verbracht, ein schönes Städtchen, wenn am Karfreitag nicht so viele Deutsche dort wären . Höhepunkt war der reichhaltige gemischte Markt wo ich zwei Mattjesbrötchen verzehrte, ein Grundnahrungsmittel, daß in Spanien leider nicht zur Verfügung steht .
Wir haben in der Woche immer morgens und abends für etwa 20 Minuten die Heizung angemacht. Das reichte und mehr wollten wir auch nicht, da wir nicht wußten wieviel Gas noch in der Flasche war .
04.04.: Aufbruch: nach einigen Trockenübungen mußte das neue Navi (ein Garmin) uns nun nach Hause bringen. Statt über Aachen, wie gedacht, führte es uns über etliche Nebenstraßen durch Rest-NL nach Belgien. Auf der Autobahn gerieten wir dann in einen Schneesturm !!!!! Die entgegenkommenden LKW`s waren schneebedeckt und auch am Straßenrand blieb der Schnee liegen. Glücklicherweise war der Spuk nach einer Viertelstunde vorbei. Nach einem Kurzeinfall in Luxemburg zum Reservenauffüllen, ging’s dann weiter nach Bannes, zum

http://etoile27.free.fr/camping_hautorei...1203_depart.htm

Der Grund dafür war, daß die Wettervorhersage um 1 – 2 °C besser war als die für den CP Navarra . Die Vermutung war nicht unbegründet: der Platz lieg geschützt in einer Landschaft aus Wiesen und Wäldern, sicherlich gut zum Wandern, und ist bestens für Übernachtungsgäste ausgerüstet. Herr Sterckeman war schnell positioniert, und zum guten Schluß riß ich noch das Notbremsseil ab. Naja, …. Der Abend war mit der Notreparatur gelaufen.
05.04.: Der Morgen empfing uns eiseskalt und sonnig. Der Aufbruch erfolgte schnell und problemlos, mit Sonne ging’s nochmal durch Lyon durch, nur das mit dem Kartentanken an den französischen Autobahnen werde ich noch optimieren müssen. Mal gingen die Automaten nicht, mal wurde meine Karte nicht akzeptiert, mal … Naja, ich fand noch einen mitleidigen Kassierer, der mir eine Tanke freischaltete. An seiner Kasse funktionierte die Karte .
Die letzte Nacht verbrachten wir wieder auf La Simioune in Bollene. Wir erreichten den Platz bei 10 °C (zweistellig!!!!), prägnantem Wind und guter Sicht auf dem Mont Ventoux. Wir gingen jetzt verschwenderisch mit unserem Gas um, war ja nicht weit nach Spanien. Zum Platz noch eine Bemerkung: die beiden Hunde der Platzbesitzer, ein Leonberger-Verschnitt und eine Sofarolle, laufen frei auf dem Platz herum. Diese beiden sind wirklich harmlos. Leider nutzen auch Gäste diesen Fakt um ihre Köter auch frei herumlaufen zu lassen. Wer also Probleme damit hat, sollte diesen Platz meiden.
06.04.: Am nächsten Morgen mußten wir fast gar nicht heizen, etwas windig, aber sonnig ohne Wolken. Die Rückfahrt verlief geruhsam, gegen 17:00 h waren wir zu Hause.
Was bleibt:
- Ich weiß wieder was Aprilwetter ist
- Unsere Heizung ist sehr genügsam, wir haben fast nichts verbraucht  (heute nachgewogen …)
- Anna, die Dame von Garmin hat einen Sprachfehler, sie verschluckt immer eine Silbe was sich vor allen Dingen bei spanischen Orts- und Straßennamen recht amüsant anhört.

 
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RE: Schön-Wetter-Campen kann jeder ...

#2 von sunshine , 06.04.2015 22:54

Ui, da habt ihr ja die volle Dröhnung vom deutschen April-Wetter erwischt, Klaus. Selbst in der Provence...
Und dann noch Niklas - wir haben die Bilder von den Sturmschäden im Fernsehen gesehen.

Ich bin mal gespannt, was die anderen Osterurlauber noch so berichten.
Am Comer See gab es Temperaturen zwischen 18° und 25°- windig war es auch öfters. Aber es gab jeden Tag Sonnenschein.

 
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RE: Schön-Wetter-Campen kann jeder ...

#3 von Kast , 06.04.2015 23:12

Schön, dass ihr wieder gut zu Hause angekommen seid. Schöner Bericht! Danke für das Mitnehmen! Ja das Wetter war wirklich nicht sehr gemütlich. Meine Nichte musste am Montag letzter Woche die Landung ihres Fliegers in Frankfurt nahezu zwei Mal erleben. Gott sei Dank kamen sie dann gut herunter.

 
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RE: Schön-Wetter-Campen kann jeder ...

#4 von Mephisto , 06.04.2015 23:15

@sebbarca
Das ist ja komisch wieso ihr den Jone Bur nicht gefunden habt :/ . Kurz vor Monschau in Imgenbroich links von der B 258 runter. Das mit den Höhenmetern mag stimmen, die Straße heißt im Volksmund "Himmelsleiter".

Na gut, wenn der andere gepaßt hat ist auch gut.

 
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RE: Schön-Wetter-Campen kann jeder ...

#5 von sebbarca , 06.04.2015 23:28

Hallo Mephisto:

es ist vielleicht etwas mißverständlich ausgedrückt: Unser Navi zeigt uns schon den Weg, aber auf dem Weg dorthin: << Nachdem das Höhenmeter immer mehr stieg, die Temperatur umgekehrt proportional fiel, die Täler schattiger wurden, der Sturm dagegen stärker, brachen wir die Suche ab, ... >> es war weniger das Nichtfinden, als vielmehr der Zusammenhang Gegend / Wetterverhältnisse der ein Unwohlsein erzeugte und uns zum radikalen Richtungswechsel führte.
Nachdem ich dann später die Bilder der Folgen des Sturms gesehen habe, denke ich, daß diese Entscheidung okay war. Manchmal sollte man dem Bauch gehorchen, und nicht dem Verstand .
Hasta luego!
Klaus

 
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RE: Schön-Wetter-Campen kann jeder ...

#6 von tomruevel , 07.04.2015 16:33

Moin,

wir haben wohl an dem Wochenende den Weg anders herum gemacht.
Mit dauerndem Gegenwind und gelegentlichem Regen Richtung Süden.
Der 2. Fahrtag brachte dann ab Vienne trockenes Wetter mit Sonne.
Und inzwischen auch etwas Wärme solange der Wind nicht weht.

 
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