RE: Steyrs Maireise 2014

#26 von HD , 08.05.2014 19:29

Und ein bisschen Tantra. Früher hieß es ja: heute Abend Tantra, oder ist die Tante da.

 
HD
Beiträge: 12.116
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#27 von bieber , 08.05.2014 20:20

Dafür schlafen Leute mit Hund besser, sie müssen sich eben mehr bewegen

Ohne Sonne ist es, als ob einer Heizung und Licht ausgemacht hätte, das ist keine wünschenswerter Zustand. Ein Regentag lässt sich absitzen, klar, aber dafür fahr ich nicht in Urlaub. Zuhause regnet es schon genug...

 
bieber
Beiträge: 1.480
Registriert am: 07.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#28 von Gelöschtes Mitglied , 08.05.2014 20:41

Schönwettergarantie gibts halt nicht inbegriffen, was wäre ich im Leben und im Urlaub arm dran wäre meine gute Laune und meine Lebensqualität von gutem Wetter abhängig

Was mich hier immer noch wundert ist wie warm es den ganzen Tag trotz Regen und Sturm war und immer noch ist. Es war jetzt zwei Stunden trocken und Luft, sogar die Sonne hat sich nochmal kurz mit blauem Himmel gezeigt eh es wieder grau wurde und langsam dunkel wird. Das hat dann gereicht um unsere Schwimmsachen die draussen hingen trocken zu bekommen. Aprospos dunkel, in der Nacht wird es hier so dunkel wie ich es schon seit Jahren nicht mehr kannte, absolut erstaunlich.

Mit Hund mehr Bewegung, komisch, bei uns ist das genau andersrum, der Hund hat uns von alldem abgehalten was wir seit
5 Monaten absolut frei ausleben können. Allein das tägliche schwimmengehn die letzten Tage, wieder etwas wo man den Hund nicht jedesmal für Stundn alleinlassen konnte und zu Hause werden wir das jetzt auch im gemeindeeigenen Schwimmbad so weitermachen.


RE: Steyrs Maireise 2014

#29 von Winni , 08.05.2014 20:46

Na klar ist nettes Wetter schöner, Bieber, aber wenn wir wegfahren, sind wir überhaupt schon froh, unterwegs zu sein, und wenn es denn mal schlechtes Wetter hat, dann ist das eben so. Und auch das kann man genießen
Meine Frau muss immer im November den kompletten Urlaub des nächsten Jahres planen , auch für 2014 sind alle Tage fest, bis in den November, das ist jetzt eingetragen und nicht veränderbar, da können wir nicht auch noch auf das Wetter Rücksicht nehmen.
Dieses Jahr haben wir mal wieder viele kurze Urlaube, wo man nicht weit in den Süden fahren kann, also ist das Wetter ein Zufallsspiel, trotzdem ist das Wegfahren schöner, als zu Hause zu bleiben...


Mir geht es wie dem Steyr, ein Hund würde unsere Bewegung ganz schön einschränken, ob es das schwimmen wäre, Klettern in den Bergen ( wie seilt man einen Hund an???) usw. usw.

 
Winni
Beiträge: 15.182
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#30 von HD , 08.05.2014 21:01

Mein Hund, ich sage es gerne wieder und wieder, ist Balsam für meine Seele. Ich würde und habe schon einen Urlaub abgebrochen um ihn besser behandeln zu können zu Hause.
Mein vierbeiniger Begleiter ist mehr, mir wichtiger als irgendeine Unpässlichkeit die er mir beschert.
Für mich ist das NICHT diskutabel.

 
HD
Beiträge: 12.116
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#31 von Winni , 08.05.2014 21:10

Ist doch auch voll okay, HD, du bist halt ein Hundemensch.

Ich lebe das, was du mit dem Hund erlebst, wahrscheinlich mit meinen Kindern und Enkeln aus, das ist mein Seelenbalsam, am meisten ist das allerdings meine Frau....

 
Winni
Beiträge: 15.182
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#32 von sunshine , 08.05.2014 21:12

Hm, aber ich finde, trockene Hunde riechen doch weitaus angenehmer als nasse Hunde...
Im übrigen finde ich, ein Regentag pro Urlaub genügt. Besser ist natürlich kein Regentag pro Urlaub.
Auch wenn mein Mann immer sagt, es sei so heimelig, wenn der Regen auf den Wohnwagen prasselt - ich würde viel lieber draußen sitzen.

 
sunshine
Beiträge: 9.848
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#33 von Winni , 08.05.2014 21:19

Das ist alles klar, Sunshine, dein Name ist da bestes Beispiel....und trotzdem ist Urlaub mit schlechtem Wetter besser, als kein Urlaub bei gutem Wetter.....

Und Urlaub ist für uns nur : wegfahren....Urlaub zu Hause funktioniert einfach nicht.

 
Winni
Beiträge: 15.182
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#34 von HD , 08.05.2014 21:43

Mein Hund riecht nass genauso wie trocken, will sagen er riecht nicht nach nassem Hund, es ist anders bei ihm als bei meinen anderen Hunden. Warum das so ist? Keine Ahnung.

Nach einer Woche Regen kuschelt es sich recht feucht. Die Luftfeuchtigkeit geht hoch ins Unangenehme, oder trocknet eure Kleidung ohne Feuchtigkeit abzugeben.

Ich kann mir einen RegenTag schön reden, bei einer Woche muss ich die schönTRINKEN

Urlaub hab ich früher als Abwesenheit von Zwängen zwecks Lebensunterhalt gesehen. Heute ist Urlaub aus meinem Sprachschatz fast verschwunden und wurde gegen Reisen getauscht.

HD

 
HD
Beiträge: 12.116
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#35 von Winni , 08.05.2014 21:54

Ja HD, dieses Reisen versuche ich auch in meinen Wortschatz zu bringen, auch wenn ich immer noch (gerne) arbeite. Urlaub hat immer sowas von Ausruhen, Seele baumeln lassen, neue Kraft schöpfen usw.....

mit dem Wohnie wegfahren ist aber oft nicht wirklich nur Urlaub, das kann auch einfach nur reisen sein, wegfahren, trotzdem unterwegs arbeiten, Dinge durchdenken, Sachen regeln, aber eben nicht zu Hause sein....

 
Winni
Beiträge: 15.182
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#36 von Gelöschtes Mitglied , 09.05.2014 17:53

Mein Balsam für die Seele und das jährt sich in ein paar Tagen zum 33ten Jubiläum, ist Rita und das am besten täglich 24 Stunden


RE: Steyrs Maireise 2014

#37 von Gelöschtes Mitglied , 09.05.2014 19:21

Das war also wieder so ein schöner Normandietag mit Sonne und Wind, so wie es sich gehört. Also nach dem Frühstück rein in den Weinsberg und auf Tour. Ziel Bayeux und das war schnel erreicht. Unsere Stadtour dauerte nicht so lange und wurde gleich auf eine harte Probe gestellt. Wir standen in einem alten Geschäft mit Mittelaltergerümpel und kauften tüchtig ein. Schon vor Monaten haben wir das Zeug in Chartres in einem Schaufenster gesehn und da konnten wir noch wiederstehen aber heute waren wir schwach, sehr schwach. Der Händler bat uns uns noch ein wenig zu prommenieren und dann später zurückzukommen bis er alles verpackt hätte, was natürlich nicht klappte denn als wir Stunden später zurückkamen war gerademal ein Artikel verpackt und sämtliche Clients hätten ihn nur aufgehalten und für die anderen Artikel fände er sowieso die original Kartons nicht mehr. Also wurde frankreichtypisch improvisiert und mit Styropor solange herumgeschnitzt bis passende bruchsichere Verpackung vorhanden war, noch ein paar ficelles um die Kartons und ich durfte schleppen.Aber wie geschrieben, erst ging es also weiter in die Innenstadt aber schon ein paar Geschäftszeilen weiter war schon wieder Schluss. Ein Whiskyladen mit einer Auswahl wie ich sie noch nicht gesehen hatte und der gute Nachbar will schliesslich auch bedient werden, unser Housekeeper.

Dan zog uns die rue des cuisiniers magisch an und schon sassen wir in einem Restaurant das man durchaus als Geheimtipp werten kann. http://www.lassiettenormande.fr/ Es gibt in der Ecke einige Restaurants und die meisten toppen sich nicht in Qualität sondern den Preisen oder an Schildern wo draufsteht "innovative Küche" da gilt nur eines, schnell weg denn wer will schon innovative Küche Küche Grusel, bis man dann vor der assiette normande steht und sofort spürt "da muss man rein, da ist es fein" und so war es dann auch. Man sollte sich dort von den suggestions du jour leiten lassen die nicht verkehrt sind und für jeden etwas bieten. Bayeux bietet übrigens einen richtig hässlichen Stellplatz für Umme, für diejenigen die Lust auf Stellplatzromantik mitten in der Ecke wo Hund und Katze hinkacken haben, der ideale Platz. Bei unserer Ankunft dort standen ungefähr 20 Mobile da mitten unter anderen Parkern die sich einen Dreck drum scheren ob es ein Womoplatz ist oder Autoparkplatz oder ob man mit Womo überhaupt noch rauskommt oder nicht. Auf dem wunderschönen Bezahl-Autoparkplatz gegenüber steht niemand ausser ein paar unerschrockenen Wohnmobilisten die lieber ein paar Euro zahlen und ordentlich stehen.

Nach Unsinnkauf, Whiskykauf und ordentlichem Essen waren wir dann fit für Spirituelles und haben die Kathedrale von Bayeux besucht. Diese Kathedrale besuche ich immer wieder gern denn sie berührt mich und wühlt mich auf. Das ist eben bei bestimmten Gotteshäusern so und bei anderen nicht. Bayeux bietet mir eine Ansammlung quasi aller Kirchenmenschen die ich so als gläubiger Mensch verehre oder sagen wir mal verehren kann. Eigentlich ein schlichter gottischer Bau der nicht so erschlagend auf die zarte Christenseele wirkt wie manch andere. Zudem ist diese Kathedrale geschichtlich sehr eng mit meiner Lieblingsheiligen verbunden, der kleinen Therese. Kurzum, eines der wenigen katholischen Gotteshäuser wo mir nicht übel wird .

Nach kurzer innerer Einkehr dürstete es uns nach äusserer Ruhe und wir fuhren an einen unserer Lieblingsplätze in Longues sur mer. Wenn man dort an den Batteries des Longues vorbeifährt und dann dreihundert Meter weiter links abbiegt, findet man einen einfachen Stellplatz direkt auf der Klippe mit Blick aufs Meer. Der Platz ist krumm, entweder auf der Wiese oder auf steinigem Grund, es braucht also anständig Keile oder Goldschmitt. Aber der Platz bietet Normandiezauber allerfeinster Art. Der Platz ist auch in einigen Stellplatzführern mit genauen Koordinaten zu finden. Aber wie gesagt, notfalls den Parkplatz der batteries des longues eingeben und dann anstatt auf deren Parkplatz zu fahren, einfach dreihundert Meter weiter und dann nach links, ist nicht zu verfehlen denn weiter ist nur noch Klippe und danach Meer. Wir haben uns also dort auf den Platz gestellt, Womo richtet sich aus und gegenüber ist einige dutzend Meter tiefer dann das Meer das man aber auch vom Womo aus schon sieht. Ich pack unsere Stühle aus und stell die an die Klippe, genau dahin wo es per ministeriellem Erlass schon seit Jahren verboten ist weil die Falaise ständig einstürzt, aber natürlich nicht gerade heute oder sonst an den Tagen wo wir da sind/waren. Wir sitzen dort fast zwei Stunden und starren aufs Meer, nette Beschäftigung wie wir finden und das Wetter lädt geradezu ein nichts anderes zu tun.

Dann haben wir keine Lust mehr weil es uns kalt geworden ist, der Wind bläst dort so stark dass die Stühle wegfliegen sobald man aufsteht und nicht aufpasst. Einen Moment nicht aufgepasst und schwupps fliegen sie über die Klippen was uns aber Gott sei Dank nicht passiert. Wir gehen zum Womo zurück und in genau dem Moment wo die Stühle eingepackt sind kommt die Gendarmerie und postiert sich genau dorthin, ab wo es verboten ist weiterzugehn und wartet auf die ersten Opfer. Wir fahren unterdesssen weiter auf den Parkplatz der Batteries und schauen uns den Haufen Kriegsschrott und deutschen Beton an der dort übriggelassen wurde nachdem die Engländer die Karten an dem Strandabschnitt neu gemischt hatten. Bedrückendes Gefühl wenn man die Geschützbunker betritt von denen zwei fast noch im original Zustand eingenommen und auch belassen wurden. Mitleid empfindet man aber auch für die Deutschen die dort plötzlich in der Falle sassen nachdem sie sich wohl sehr lange Zeit dort absolut sicher fühlten.

Vorne an der Klippe war ein Beobachtungsposten mit Geschützbunker der die Koordinaten an die hinteren Türme weitergab die dann nach denen abfeuerten. Aber gemäss der Überzahl der Befreier die ihnen da entgegenkamen, hielten sie nur bis zum Folgetag nach der Landung durch und dann war diese Verteidigung geknackt. Erstaunlich wie gut die Anlage doch noch erhalten ist nach dem 24 Stundenkampf. Nun aber sitz ich wieder hier im schönen Aufenthaltsraum und draussen ist strahlend blauer Himmel und immer noch schönste Sonne. Mal sehn wie es Morgen weitergeht. Erstmal noch in der Sonne Spätstücken.


RE: Steyrs Maireise 2014

#38 von Winni , 09.05.2014 22:15

siehst du Yves, das ist bei uns genau gleich. das Balsam ist die Ehefrau....

 
Winni
Beiträge: 15.182
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#39 von Gelöschtes Mitglied , 10.05.2014 17:29

Oh Mann wer hätte das gedacht. Die ganze Nacht hat es geregnet und gestürmt und wir waren schon traurig dass es an unserem vorletzten Tag hier auf dem Platz ne langweilige Nummer würde. Aber keinen Normandieaufenthalt ohne "unseren" Omahabeach gesehen zu haben. Gefrühstückt geduscht und los im Sturm und strömendem Regen. Unterwegs biegen wir ab und wollen uns endlich mal den Soldatenfriedhof am Omahabeach ansehen weil dieser Platz ist einmalig schön trotz aller Tragik die dahintersteckt. Wir kommen immer noch bei strömendem Regen und Sturm dass es den Weinsberg manchmal fast von der Strasse fegt, dort an, steigen aus und der Himmel öffnet sich. Strahlendes Blau und trotz heftigem Sturm ist das bis jetzt so geblieben, ein absolut herrlicher Tag.

Wir verbringen Stunden auf diesem Friedhof und trotz oder gerade wegen Friedhof, ist das einer der schönsten Flecken Erde die wir je gesehen haben. Der Omahabeach ist für uns eh einer der schönsten Strandabschnitte die es gibt und denen wir je begegnet sind und das im besonderen weil es fast keine Menschen dort gibt. Den Strand besuchen wir fast jährlich aber man findet immer wieder neue Ecken und ist fasziniert. In Zukunft aber werden wir ihn nur mehr von einer Ecke aus besuchen, von dem Friedhofgelände aus. Hier gibt es eine Besonderheit, an einem bestimmten Platz führt ein sehr schön angelegter Weg hinunter zu dem Strand und zwar zu einem Bereich dieses Strandes der fast unbelebt aber ein Naturschutzgebiet ist. Also Natur pur mit viel Atlantik drumherum. Wir sassen mal wieder unendlich lange dort herum und haben alles auf uns wirken lassen. Der Weg zurück lässt einen für einen ganz kurzen Moment erahnen welche Anstrengungen im Kampfe notwendig waren um dort überhaupt die Hügel und Klippen hochzukommen.

Man staunt in der ganzen Ecke hier darüber was die Franzosen in den letzten Jahren hier geschafft haben, hatte man sonst das Gefühl alles wäre dem Zerfall preisgegeben und nichts hätte mehr einen Wert, so wurde hier für die 70 Jahre Feierlichkeiten neugebaut, renoviert, restauriert und was weiss ich nicht noch alles. Sogar massenweise Privatleute nutzen die Gelegenheit Ihre Häuser zu renovieren, neu zu verputzen, neue Farben an die Fassaden zu bringen usw., erstaunlich was sowas für einen Lauf bekommen kann wenn erstmal Staat und Gemeinden es vormachen. Es ist dies tatsächlich eine Hommage auch heute noch, an das was hier zum Kriegsende geleistet und geopfert wurde. Die ausländischen Gäste und Veteranen die in den nächsten Wochen hier anreisen werden das spüren und fühlen und ich hoffe es wird sie so berühren wie es auch mich berührt.

Die Normandie, das muss man schon sagen ist Reisemobilland, hinter jeder Ecke ein Stellplatz und Entsorgungsplatz, auch wenn man manche davon nichtmal in den Stellplatzführern findet. Die Geschäftsleute haben es hier wohl erkannt, verschiedene Supermärkte, Tankstellenbetreiber oder andere Geschäftsleute ziehen sich ihre Kunden auf diese Weise förmlich ins Geschäft. Morgen werden wir also hier abreisen und das wird diesmal recht schwer fallen denn es ist halt "unsere" Normandie die wir wieder auf unbestimmte Zeit verlassen werden. Im Rückblick hatten wir dann einen einzigen Tag der ganzen Woche wo wir wettertechnisch gezwungen waren im Womo rumzuhängen. Hätten wir uns auf die Wettervorhersagen oder das "Gerede" verlassen wären wir mal wieder anderswo hingefahren und hätten eine wunderbare Zeit verpasst.

Gleich gehts nochmal ins CP eigene Restaurant und dann den Abend ausklingen lassen.


RE: Steyrs Maireise 2014

#40 von sunshine , 10.05.2014 19:19

Schönen Urlaub noch, Yves und Rita!

Nun ist es schon wieder zehn Jahre her, dass wir in der Normandie waren. Das war damals unser erster Sommerurlaub als Wohnwagencamper.
Die Invasionsstrände fand ich wunderschön, aber ebenso wie die ganzen Gräberreihen sehr bedrückend.
Ich konnte kein einziges Foto von diesen Kreuzen machen, habe es einfach nicht fertiggebracht.

 
sunshine
Beiträge: 9.848
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#41 von Gelöschtes Mitglied , 10.05.2014 20:07

Ja Iris ich verstehe genau was Du meinst aber das alles gehört zur Normandie dazu und zu dieser ganz speziellen Normandiemelancholie. Das packt einen sofort oder nie, das ist wie mit meinem besten Freund. Mein Vater sagte einmal ''den schlägt man entweder sofort tot, oder er wird bester Freund für immer''. Manchmal, bei verschiedenen Sachen, da gibts eben nur ''schwarz oder weiss''.


RE: Steyrs Maireise 2014

#42 von HD , 10.05.2014 20:09

Wenn ich an all die jungen Männer denke, in der Blüte ihres Lebens, nee, mich würde das zu sehr bedrücken. Ich bin froh, nicht auf irgendeiner Seite damals gestanden zu haben, egal auf welcher.
Insofern schätze ich Europa mit all seinen Unzulänglichkeiten.
Vielleicht mag ich deswegen nicht dorthin? Ich sagte es schon, ich ziehe die Bretagne vor, und mehr noch die Südbretagne,
Und wenn ich so nachdenke, ich mag zum Mittelmeer, und wenn ich mich so irgendwo hinwünsche, ich mag nach Corse. Es zieht mich mehr nach Süden als nach Norden, dorten lebt es sich leichter, das Wetter ist besser, es gibt Wein, es duftet besser, Die Damen sind leichter bekleidet, und ich kann mehr meine Seele im Licht baumeln lassen.
HD

 
HD
Beiträge: 12.116
Registriert am: 04.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#43 von Gelöschtes Mitglied , 10.05.2014 20:13

Diese ganze französische Küste kannte schon immer Krieg, nicht erst im WW2, vor Arromanches gab es schon in früheren Zeiten Seeschlachten z.b. 1811. Die ständigen Kriege mit den Engländern. Das hier war eigentlich erst nach dem zweiten oder gerade durch den zweiten Weltkrieg befriedet.


RE: Steyrs Maireise 2014

#44 von Gelöschtes Mitglied , 10.05.2014 20:20

HD über Kriege stolperst Du geschichtlich überall, besonders wo Meer ist. Die Normandie ist für viele, vielleicht besonders auch für Deutsche, schwer zu ertragen weil es eben ein Krieg ''unserer Zeit'' ist, so nahe noch und so begreiffbar auch für uns die nichts damit zu tun hatten.


RE: Steyrs Maireise 2014

#45 von Doris ( gelöscht ) , 10.05.2014 22:25

Hallo Yves und Rita,

danke für die ausführliche Normandie-Beschreibung. Das werde ich mir speichern, denn mir hat es dort auch sehr gut gefallen, da fahre ich sicher wieder hin.
Seid ihr schon auf dem nach Hause Weg, oder geht es noch woanders hin?

Viele Grüße, Doris

Doris

RE: Steyrs Maireise 2014

#46 von Killerdackel , 10.05.2014 22:43

Zitat von steyr
HD über Kriege stolperst Du geschichtlich überall, besonders wo Meer ist. ....


Nicht nur dort, z.B. auch in den vor 100 Jahren umkämpften Vogesen.
Besuch in den nur wenige Meter voneinander entfernten Schützengräbenstellungen zeigt die barbarische Unmenschlichkeit dieses Stellungskriegs.

 
Killerdackel
Beiträge: 11.224
Registriert am: 05.03.2006


RE: Steyrs Maireise 2014

#47 von Gelöschtes Mitglied , 11.05.2014 08:53

Ja Doris wir machen uns nun auf nach Hause, kann aber nach Steyrart noch zwei Tage dauern. Über Nacht war hier wieder wettertechnisch Weltuntergang aber beim Sanigang dann Regenbogen und nun strahlendblauer Himmel mit wenig Wind. Schade dass wir heute abreisen, neben uns steht ein älteres Paar waschechte Bayern. Die sind nett und reden gerne, wäre bestimmt noch ne interessante Bekanntschaft geworden, sie haben auch ein wunderschönes, kleines aber edles Wohnmobil von Bürstner. Einen nagelneuen Nexxo, schön kurz und kompakt.


RE: Steyrs Maireise 2014

#48 von Gelöschtes Mitglied , 12.05.2014 18:30

Zwischenetappe Richtung Heimat, der Camping Municipal Etang du Brochet in Péronne oder auch Camping Municipal du Brochet genannt. Schöner Camping mit sauberen aber üblen Sanis. Dieser Municipal ist echt nur als Zwischenetappe für Wohnmobilisten zu gebrauchen die Dusche und Toilette an Bord haben. Ausser uns waren dort nur Engländer und komischerweise ein gutes Dutzend deutsche Wohnmobilisten die wohl schon lange solche sind sich aber so umständlich dort benommen haben dass es mich nur gewundert hat. Müssen vorher wohl Wowacamper gewesen sein denn sie haben vor Abfahrt alle ihre Wassertanks gefüllt aber nicht so wie Wohnmobilisten es tun, zum Anschluss hinfahren, Schlauch angeschlossen und Wasser in den Tank füllen bis es aus dem Überlauf wieder rauskommt. Sie sind ständig mit jeweils zwei Gieskannen in den Händen zum Wasserhahn gelaufen und dann wieder zurück und man kann sich ja leicht ausrechnen wie oft das bei einem minimum 100 L-Tank sein muss

Es hat auf der Heimfahrt durch die Picardie stellenweise natürlich geregnet, man war ja im "NOOOOOOOORD" wie die Franzosen respektvoll abschätzig für die Picardie sagen und es waren 8 Grad Es muss die letzten Wochen dort so geregnet haben dass der Brochet teilweise wegen Überschwemmung geschlossen war, nein eigentlich nicht direkt wegen Überschwemmung sondern eher weil Camper aller Art verschiedentlich dort im Schlamm versunken wären. Der sehr junge und äusserst gesprächige Platzwart hat dann auch jedem ankommenden Camper das so erzählt und vorgeschlagen man könnte sich auch einfach auf die Wege stellen oder halb/halb was auch alle Deutschen so gemacht haben, es waren alles schon ältere Semester die wohl Angst hatten steckenzubleiben im Schlamm. Ich hab mir ne Parzelle ausgesucht, bin sie abgegangen und hab sie für gut befunden, bin draufgefahren, Knöpfchen gedrückt ausgerichtet und gut war. Die Engländer haben es gleichgetan, mit ihren Keilchen herumgespielt und dann standen sie auch. Die Engländer sind viel mit Pössl und Globecar unterwegs und was mich immer wieder wundert ist dass sie ob kurz oder lang, immer auf denselben 15 Zoll Schlappen unterwegs sind wie mein Weinsberg. Weinsberg scheint dann mit seinen Schühchen doch kein solcher Exote zu sein.

Am Morgen nach dem Frühstück sind wir dann weiter durch die Picardie Richtung Mons in Belgien um Luxemburg über Bastogne zu erreichen. Schon zum zweiten Mal haben wir den Weg eingeschlagen weil es extrem schnell geht aber nächstes Mal gehts wieder Richtung Charleville-Mézières dann Metz und dann Luxusburg. Die belgischen Strassen sind einfach ne Zumutung und es braucht einen nicht zu wundern dass dort fast kein Verkehr herrscht, jedenfalls nie zu den Zeiten wo wir dort herumfahren. Den meisten sind wohl ihre Autos zu schade sie auf solchen Strecken zu martern Auch wollten wir unterwegs noch irgendwo zum Essen einkehren aber wenn wir was gefunden haben war entweder geschlossen, zu siffig oder kein Parkplatz mehr. Das ging dann alles so schnell dass wir plötzlich durch Bastogne durch waren und schwupps über die Grenze. Wir entschlossen uns dann in Pommerloch zu einem der grössten Einkaufszentren Luxemburgs zu fahren und dort was zu Essen. In dem Zentrum gibts ungefähr ein Dutzend Möglichkeiten was zu Essen und was tun wir, wir wählen das schönste aus und Essen dort den grössten Mist den man uns je vor die Nase gesetzt hat. Würde ich es Kantinenfraass nennen würde ich wohl millionen Kantinen auf der Welt wo es gut zu Essen gibt unrecht tun. Das Essen stösst uns jetzt noch minütlich auf und nach jedem Rülpser hat man den Geschmack von einer Mischung aus einem Liter Maggi und 10 gekauten Knorrbrühwürfeln im Mund. Eigentlich müsste man um Mitternacht dort vorbeifahren und zur Strafe heimlich ein Fenster einschmeissen. Aber wem würde es nützen, dümpelte doch tagsdarauf der gleiche Fraass wieder in den Warmhaltetöpfen herum und manche reden sich ein dass Essen so schmecken müsste weil sie es einfach nicht anders kennen

Egal, wir sind zu Hause und scheinbar, laut Nachbarn hat es jetzt eine ganze Woche durch hier nur geregnet aber jetzt scheint draussen die Sonne bei nur 11 Grad. Die nächsten Tage wird hier wohl gemäht ehe es an die Fliesen geht. Ich habe es unterwegs tatsächlich zum ersten Mal geschafft den Weinsberg bis auf die Reserve herunterzufahren und im letzten Moment erst eine Tankstelle zu finden um dann für weit über 100 Euro zu tanken. Ich war beim Tanken so in Fahrt dass mir nichtmal der Gedanke kam auch mit halbem Tank nach Hause fahren zu können und dann dort billiger zu Tanken (sprit wurde gerade letzte woche hier wieder billiger). Aber was solls, es gab einen kurzen Rüffel von Rita die total genervt auf Toilette sass während dem Tanken und von dort aus hörte wie die teuren Liters in den Tank direkt neben Ihr liefen ohne mich bremsen zu können. So sind wir Jungs halt, Mann tankt nicht halbvoll, geht einfach nicht.

Gibst neue Erkenntnisse zu Frankreich? Ja, die gibt es und zwar welche die mächtig ins Portemonnaie gehen können. Uns sind durch alle Regionen durch die wir gefahren sind neue Festinstallierte Radargeräte aufgefallen, die meisten davon meldet das Navi nicht und wenn das Navi sie doch meldet sollte man sich hüten den Gendarmen und Polizisten blö zu kommen die einen anhalten weshalb auch immer. Schön schleimen denn in Frankreich sind Navis nach wie vor verboten oder zu benutzen so sie eingebaute Radarwarner haben. Sind sie Softwaremässig drauf ist es verboten, ob eingeschaltet oder nicht, es wird teuer und sie werden einem auch abgenommen im schlimmsten Fall. Also besser nicht auffallen, nicht den deutschen Besserwisser herauskehren und schön Arschkriechen wenn man von den Flics angehalten wird. Es könnte sich am Ende lohnen sehr freundlich zu bleiben . Die festinstallierten Radare die an den Strassen neuinstalliert sind, sind recht schwer zu erkennen, sie sind nichtmal mehr halb so gross wie die Alten und verschiedener Bauart, manchmal in Säulen versteckt, manchmal ET-mässig durch die Büsche schauend, ein anderes Mal steht einfach ein paar Meter von der Strasse weg am Waldrand so etwas das aussieht wie ein einfacher Fotoapparat. Alles schwer einschätzbar und jedesmal wenn ich wieder durch eine der Radare gerauscht bin hab ich einen Blick aufs Navi geworfen und ich war im guten Bereich. Ich fahr übrigens seit Jahren nur nach der Geschwindigkeit die auf dem Navi angezeigt wird, die liegt meistens weitaus höher als die auf dem Tacho, scheint aber die bessere zu sein was ich immer an den schleichenden Autofahrern um mich herum bemerke die im Rückspiegel immer kleiner werden und sich wohl an Tachogeschwindigkeit halten und ich um einiges schneller bin wenn ich nach Navigeschwindigkeit fahre. Ein Radar hat jedenfalls noch nie angeschlagen.

Noch auffallend ist dass in der Normandie unheimlich in den Strassenbau investiert wird und wurde. Erstaunlich wie gut dort die Strassen geworden sind. So das wars erstmal, wir kucken noch ein wenig gedrehte Filmchen auf PC. Die ein oder andere Anekdote und das ein oder andere Foto wird noch folgen.


RE: Steyrs Maireise 2014

#49 von Kast , 13.05.2014 00:36

Danke fürs "Mitnehmen" habe es gerade genossen!
Wir waren auch schon in Arromanches und Bayeux und Umgebung. Wir fanden es schön und auch - wegen der Historie - teilweise bedrückend. Haben aber schöne Erinnerungen an diese Urlaube.

 
Kast
Beiträge: 1.902
Registriert am: 22.01.2009


RE: Steyrs Maireise 2014

#50 von morgenröte , 13.05.2014 16:57

Schön war es mitzulesen und nebenher gab es im fernsehen viele Berichte, die bilder zu eurer reise brachten. Darauf hin habe ich deinen Bericht hier nochmal gelesen. Traurig ist der Grund der Reportagen jedes Frühjahr . Grausam, was sich die Menschen immer wieder antun.

Vielleicht wird es besser, wenn wir alle europäisch fuehlen. Vom Weltbürger ist die Menschheit noch weit entfernt.

Die Naturgewalten an den Küsten zu beobachten ist doch interessanter, als in der sonne am strand schmoren. Regen brauchen wir auch nicht täglich, aber man nimmt es wie es kommt.
Gruss Andrea

 
morgenröte
Beiträge: 2.051
Registriert am: 05.03.2006


   

Radeln im Elsass
Ostern 2014 in der Provence, Draguignan und Gréoux-les-Bains

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz