RE: Frankreich Herbst 2013

#1 von tomruevel , 23.12.2013 21:56

Moin,

so langsam wurde es wieder Zeit ein wenig auf Reisen zu gehen.
Ende August haben wir unsere Siebensachen beisammen und rollen als erste Etappe, wie üblich bis Irrel.
Dort treffen wir uns mit guten Bekannten zum Völlen und Schwätzen.






Sonntagmorgen dann zeitig los.
Über Echternach, Remich, immer schön entlang der Mosel nach Sierck les Bains. Weiter zur Autobahn bei Thionville und von dort flott bis Langres. Unterwegs nutzen wir zum ersten mal dieses „Badge“ zur Abrechnung der Autobahngebühr. Und tatsächlich öffnen sich nach einem Piepser die Schranke wie von Geisterhand.
Sonnenuntergang hinter dem ehrwürdigen Turm Navarre:




Montagmorgen ganz früh los und mit Nachbrenner bis nach Louhans.
Meinen Mann setze ich um 09:30h im Ort ab und fahre alleine zum Campingplatz. Wir treffen uns dann später auf dem Markt (deswegen sind wir ja so früh unterwegs).
Der Markt ist wirklich immer einen Besuch wert.

Nächsten Tag weiter bis Tain l´Hermitage und von dort nach St. Martin d´Ardéche.
Dort ist noch ordentlich Betrieb mit Nutzern der späten Schulferien. Ich paddle bei bestem Wetter die große Ardécheschlucht, endlich mal mit einem Badestop. Es ist noch sehr warm, für uns fast zu viel.

Brücke über die Ardéche:


Aigueze:



Nach einigen Tagen reicht uns der Trubel und wir fahren nach Orgon.
Dort gibt es einen malerisch in einem Talkessel der östlichen Alpilles gelegenen Campingplatz.




Direkt vom Campingplatz aus kann man das Gebirge erwandern und ist sofort in einer eigenen Welt.






Genug vom Talkessel, wir fahren nach Loupian, dort gibt es einen gemütlichen Gemeindecampingplatz.
Von dort machen wir ein paar Ausflüge u.a. nach Séte. Diesmal schauen wir uns nicht nur den Markt an, sondern auch die Stadt von oben.


Über das Bassin de Thau Richtung Loupian/Méze:




Zu viel Ruhe ist auch nicht gut, wir fahren nach Marseillan-Plage.
Und sind nach einer Nacht wieder weg, zu viel Trubel. DAS hatten wir zu dieser Jahreszeit nun doch nicht mehr erwartet.
Und fahren nach Clermont l´Herault auf den schön gelegenen Gemeindecampingplatz am Lac Salagou.
Bei so langen Tagesetappen (58km) sind regelmäßige Pausen wichtig:


Von hier Ausflug zum Cirque de Navacelles:



Nach einigen Tagen Ortswechsel, wir fahren nach Lamalou les Bains. Wieder eine lange Tagesetappe, diesmal schaffen wir es ohne Pause (45km). Dort senken wir den Altersschnitt auf dem Campingplatz.
Und mit dem Fahrrad zur Gorges Héric über den neuen Radweg auf der alten Bahntrasse. Dort eine sehr abenteuerliche Wanderung, da die Kennzeichnung des Weges doch gehörig in die Irre leitete. Wer das vermeiden will bleibt einfach unten auf dem Betonweg und sieht auch so genug:

Radweg:




Es wird langweilig, auf ans Meer nach Ste. Marie Plage auf den netten Gemeindecampingplatz. Diesmal, anders als im Frühjahr, ohne Tramontane.
Badewetter!!!!
Abends am Strand (aha!):


Sonnenuntergang am Bourdigou mit Blick auf die Pyrenäen:

Campingplatz Ste. Marie Plage:



Meer ist langweilig also in die Berge.
Über Perpignan über N116 Richtung Andorra. Die N116 ist seit unsere letzten Nutzung vor 10 Jahren enorm und sehr geschickt ausgebaut worden. Die engen Ortsdurchfahrten gibt es z.T. noch, da sollte man dann schon wissen wie weit man an den Rand fahren kann. Dazwischen sind viel Stecken 3-spurig und die Steigungen sind entschärft worden. So kann recht zügig gefahren werden und die lahmen Krücken können auch überholt werden (wir wurden dauernd überholt).
Übernachtung in Vernet les Bains. Kurorte fanden wir ja immer ganz nett, aber hier war ja überhaupt nichts los. Kein Cafe, nichts, nada. Der Campingplatz (es gibt 3!!!) war sehr schön.
Alte Gemäuer:

Noch ältere Autos:



Am nächsten Tage weiter.
Auf dem Weg nach Enveitg halten wir in Villefranche de Conflent. Ein stark befestigtes Städtchen. Ein wenig durch die Stadt, Cafe sitzen und weiter.





Campingplatz in Enveitg:


Geschichtsträchtiger und technisch interessanter Bahnhof (Latour-de-Carol Enveitg) in Enveitg:


http://de.wikipedia.org/wiki/Enveitg
http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Lat...Carol_-_Enveitg

Ausflüge in die Umgebung:
Font Romeu:


http://de.wikipedia.org/wiki/Font-Romeu-Odeillo-Via

Seo d´Urgell mit seiner Altstadt:


Wir sind dann über Andorra zurück gefahren.
Das lohnt nicht unbedingt eine Reise. Die Campingplätze die wir gesehen haben sind nicht besonders schön. Andorra la Vella ist einfach nur scheußlich. Schön wird es erst wieder wenn man Pas de la Casa hinauf fährt:



Berge werden fad, also wieder zu Tal.
Wir überqueren den Col de Puymorens und rollen das Tal der Ariége hinab bis Tarascon sur Ariége. Dieser Ort ist hübsch, in der Nähe Foix ist auch sehr schön.

Puymorens:





Wir mussten nun die Reise stark einkürzen, da wir unverhofft schnell zu Hause sein mussten.
Rückfahrt über Millau, die A75 > Clermont Ferrand direkt auf Lyon zu (sehrt gut zu fahren die neue Autobahn), Macon, Langres, Irrel.
Nichtsdestotrotz eine schöne gemütliche Tour, ein paar neue Orte gesehen, die einen weiteren Besuch lohnen.
Das Gebiet Richtung Andorra bietet schon landschaftlich sehr viel. Die Orte selber sind wohl eher im Winter attraktiv, außerhalb dieser Zeiten einfach nur hässlich, lieblos, ohne jeden Charme und im Prinzip alles geschlossen. Andorra selbst, ist so ähnlich wie Wasserbillig oder Venlo in den Bergen.
Nun haben wir mit dem Lodgy auch die ersten wirklich schweren Gebirgsetappen gefahren, mit und ohne Caravan. Auch hier macht das Ding seine Arbeit unauffällig zur unserer Zufriedenheit.
Dieses Bagde für die Autobahnmaut ist wirklich ein tolles Ding. Auch die Classe wurde bei unserem Gespann immer richtig erkannt, da hatte es in der Vergangenheit schon mal Missdeutungen gegeben. Wir möchten diese Kiste nicht mehr missen.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#2 von Susanne , 23.12.2013 22:21

danke für den schönen bericht, der neues aufgezeigt hat, bekanntes neu erscheinen ließ und einfach eine schöne stimmung in den trüben tag brachte.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#3 von conny , 23.12.2013 22:40

Eigentlich hätten wir uns begegnen müssen . Wir waren in der gleichen Zeit an einigen gleichen Stätten in Südfrankreich . Auch in Marseillan-Plage ... Wahnsinn, was da im September noch los war, aber wir hatten einen sehr ruhigen CP gefunden. Die Rentner erzählten, das wäre ungewöhnlich u. wahrscheinlich auf das schlechte Wetter im Frühjahr zurückzuführen. Deshalb haben viele dann ihre Reisen auf den Herbst verlegt.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#4 von Mephisto , 23.12.2013 22:50

Typische Thomas Kommentare, erfrischend offen ,
ja, neues gesehen und ganz altes, den Sonnenofen von Font Romeu und Andorra noch in der Vor-wbH-Zeit, also so gute 35 Jahre her. Schon damals war Andorra (Stadt) einfach nur häßlich.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#5 von Kast , 23.12.2013 23:04

Super Bericht, tolle Bilder! Danke fürs Mitnehmen! Einiges kannten wir, vieles ist neu und macht Appetit für neue Reisen.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#6 von bieber , 24.12.2013 11:10

Schöner Bericht, danke sehr! In Marseillan-Plage waren wir Mitte Oktober für 1 Nacht und es war ziemlich voll. Ich fürchte, da macht sich der demographische Wandel auch bemerkbar, die Rentner dehnen die Hauptsaison in alle Richtungen aus...Dazu kommt, dass ringsum viele Plätze im Herbst dicht machen und sich alles auf die wenigen offenen konzentriert. Wenn es dann womöglich noch ein ACSI Platz ist, wird es nicht unbedingt leerer.
Tolle Tour. Von St.Marie Plage aus kann man auch tolle Touren machen Richtung Tautavel, Wahnsinnsaussichten, sehr zu empfehlen.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#7 von morgenröte , 26.12.2013 12:10

Genau das Richtige für einen dunkelen Dezembertag. Vielen Dank für den schönen Bericht.

Gruß Andrea

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#8 von sunshine , 26.12.2013 17:36

Danke für den Bericht und die schönen Fotos, tomruevel.
Einiges kannte ich, anderes wiederum nicht.
Der Cirque de Navacelles steht schon länger auf meiner Wunschliste der noch zu besuchenden Orte, hat aber irgendwie immer nicht so gut gepasst.
Obwohl wir schon so oft in Frankreich waren, gibt es glücklicherweise immer noch genügend Regionen und Orte, die ich noch nicht kenne.

Wart ihr Anfang September unterwegs?
Da haben die Bayern und die Baden Württemberger noch Schulferien.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#9 von Rolf ( gelöscht ) , 26.12.2013 19:15

Zitat von sunshine
Wart ihr Anfang September unterwegs?
Da haben die Bayern und die Baden Württemberger noch Schulferien.

Auch in NRW hatten die Schüler bis Anfang September Ferien.

HalloThomas!
Danke für den Bericht und fürs Mitnehmen auf eure Reise, was dank der schönen Fotos sehr angenehm und leicht war!
Allerdings wäre euer "Campingplatz-Hopping" nichts für uns, das würden wir nicht als Urlaub empfinden. Aber das ist ja das tolle an unserem Hobby, dass jeder es so gestalten kann wie er möchte.

Gruß
Rolf

Rolf

RE: Frankreich Herbst 2013

#10 von Winni , 26.12.2013 19:27

Ja netter Bericht und tolle Bilder. Ich habe das gar nicht als CP-Hopping gesehen, sondern einfach als schöne Reise, wo man sein Haus immer dabei hat. Meine absolut bevorzugte Urlaubsart, einfach immer da zu übernachten, wo man gerade ist.
Habt ihr auf eurer Reise auch mal "wild" gecamt, oder habt ihr immer einen CP angesteuert?
Das Reisefieber steigt durch solch schönen Berichte.


Winni

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#11 von conny , 26.12.2013 20:04

Iris, wir haben in dieser Zeit fast keine Kinder gesehen, weder auf den CPs noch am Strand und auch nicht unterwegs ... meistens Rentner . Wenn mal ein Kind am Strand auftauchte, sagten wir "Oh, schau mal, ein Kind !"

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#12 von tomruevel , 27.12.2013 00:57

Zitat von Winni
CP-Hopping gesehen, .....Habt ihr auf eurer Reise auch mal "wild" gecamt,



Moin,

naja, steht ja vielleicht nicht so ganz offen in dem Bericht, wir waren vom 29.08. bis 09.10.2013 unterwegs.
D.h. auf manchen Campingplätzen haben wir dann doch schon eine Woche gestanden.
Und die Tagesetappen sind normalerweise auch nicht länger als 250km.
D.h. man reist morgens zu ziviler Zeit ab und ist mittags bereits am neuen Ort. Und wir bauen auch wenig Zubehör auf, also ist das Installieren auf dem Campingplatz auch schnell geschehen.

Wild gecampt haben wir nicht.
Es gibt in F vielleicht ein/zwei Stellen wo wir uns das vorstellen könnten.
Angenehmer finden wir dann aber doch Campingplätze, es fehlt uns nichts wenn wir sie aufsuchen. Es ist für uns auch eine Art Freiheit, alles vor dem Caravan stehen lassen zu können, wenn wir mal weg gehen. Und fast sicher zu wissen, dass hinterher auch noch alles da ist. Auch ist es angenehme zu wissen, dass man dort willkommen ist und sich nicht erzählen lassen muß man dürfe diese oder jenes nicht (das ist uns in den Jahren 2 Mal passiert, keinen Bedarf mehr an solchen Zeitgenossen).
Und so manche begehrte und viel besuchte "Frei"-stehmöglichkeit würden wir bestenfalls für eine Mittagspause als Parkplatz nutzen.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#13 von Rolf ( gelöscht ) , 27.12.2013 09:27

Zitat von tomruevel
wir waren vom 29.08. bis 09.10.2013 unterwegs.
D.h. auf manchen Campingplätzen haben wir dann doch schon eine Woche gestanden.
Und die Tagesetappen sind normalerweise auch nicht länger als 250km.

Ja, Thomas,
das macht meine Anmerkung gegenstandslos:
Ihr ward 6 Wochen unterwegs (Neid!), ich war von 3 bis 4 ausgegangen. Dann hättet ihr kaum Zeit gehabt, irgendwo länger als 2 Tage zu bleiben. Und dazu klang es so, als hättet ihr von Cpl. zu Cpl. nicht mehr als 50 oder 60km zurückgelegt - so kam ich auf "Campingplatz-Hopping". Da hatte ich dich wohl ziemlich missverstanden . . . :/

Gruß
Rolf

Rolf

RE: Frankreich Herbst 2013

#14 von bieber , 27.12.2013 10:20

So ähnlich reisen wir auch gerne. Wo es schön ist, kann man auch mal eine Woche stehen bleiben. Ansonsten 1 bis 2 Nächte und weiter.
"Schulferien" heißt nicht, dass es von Kindern wimmelt, eher von Lehrern, die im restlichen Jahr eben keine Möglichkeit haben, Urlaub zu nehmen...Aber das Gros machen inzwischen wirklich die Rentner aus und die verteilen sich inzwischen von März bis November.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#15 von sunshine , 27.12.2013 11:01

Besonders interessiert habe ich mir die Fotos von den Alpilles und dem Campingplatz bei Orgon angeschaut.
Wie es scheint, hat die Natur zum Teil die verbrannten Flächen wieder zurückerobert.
Als wir in den Osterferien dort waren, sah rund um den Campingplatz alles noch ziemlich verbrannt aus.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#16 von tomruevel , 27.12.2013 11:32

Zitat von sunshine
Wie es scheint, hat die Natur zum Teil die verbrannten Flächen wieder zurückerobert.



Moin,

so isset.
AUf den Höhen um den Campingplatz herum muß es irgendwann mal kräftig gebrannt haben.
Es stehen dun liegen noch verkohlte Reste herum.
AAAber dazwischen siedeln sich schon massenhaft die ersten Pflanzen an. Auch Schößlinge von Bäumen sprießen dort schon wieder.

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#17 von HD , 27.12.2013 14:23

Danke fürs Mitnehmen, ein sehr schöner Bericht. Ich erinnere mich an manchen Ort, andere sind nur neu. In Tarascon, oben auf dem alten Platz über der Ariege haben wir mal einen öffentlichen Ehestreit mitbekommen, bei der beide Parteien mit Küchenmessern drohten. Es blieb immerhin bei verbalen Beschimpfungen und Drohungen.
Tja, so bleibt einem auch ein schöner Ort in Erinnerung.
und Abdorra - nun, getankt, Zigaretten, Alk, immerhin, das lohnte, und die Fahrt hin mit den Aussichten.
HD

 
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RE: Frankreich Herbst 2013

#18 von Evi ( gelöscht ) , 09.01.2014 14:46

Hallo,

toller Bericht, gefällt mir richtig gut .
Haha, HD, deine Erinnerung an Tarascon ist ja beeindruckend hat nicht jeder.

Gruß Evi

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Eine Liebe fürs Leben–Frankreichs Süden
Herbst in der Provence und der Drôme Provençale

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