RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#1 von sunshine , 01.09.2013 00:15

Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

1. Immer Richtung Norden

Sonntag, 4. August
Wir starten gegen 12 Uhr, weil unsere Tochter noch zum Frühstück bei uns war.
Aber die erste Etappe ist sowieso sehr kurz. Wir wollen bei Alzey im KulturGUT in Bechtolsheim das Sommerfest besuchen. Roland Kalus und Frau haben sich hier der Musik verschrieben, geben Unterricht (Gitarre und Gesang) und organisieren Veranstaltungen. Im 15 Kilometer davon entfernten Campingplatz „Gutenbornerhof“ beim Weingut Born lassen wir uns nieder. Wir teilen uns mit 5 anderen Campern die mit Hecken eingefasste Wiese neben dem Weingut und das neue, blitzsaubere Sanitärgebäude. Der Empfang ist überaus freundlich und man kann natürlich auch Wein kaufen, was wir auch tun.
(Mit Strom bezahlen wir 16 €.)
Wir genießen also bei Bilderbuchwetter schöne Musik im stimmungsvollen Innenhof sowie allerlei Leckereien. Mein Schatz genießt Weizenbier und Weinschorle und ich (einer muss ja fahren… größere Mengen Mineralwasser, denn es ist ein heißer Sommertag.

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Aber spätabends trinken wir dann noch zusammen vor dem Wohnwagen ein Gläschen Rosé vom Weingut Born und schauen in den Sternenhimmel.

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Montag 5. August
Nach dem Frühstück starten wir gegen zehn.
Wolfgang möchte am Rhein entlang fahren, von Bingen nach Koblenz, weil ihm diese Strecke so gut gefällt. Es ist in der Tat eine wunderschöne Fahrt und wir sehen einige hübsch gelegene Campingplätze, allerdings sind Straße und Bahnlinie immer ganz nah. Und es ist auch viel zu früh, schon wieder Station zu machen. Wolfgang will über Halle/Westfalen fahren, aber das zieht sich dann doch ziemlich auf der Landstraße, so dass wir beschließen, Station zu machen. Wir sind im Rothaargebirge gelandet auf dem „Kahlen Asten“. Rund um Winterberg gibt es mehrere Campingplätze. Die neben den Skiliften gelegenen gefallen uns nicht so gut, so dass wir weiterfahren.
Mitten im Wald liegt der CP „Vossmecke“. Dauercamper aller Schattierungen prägen den Platz, aber die Zeltwiese liegt sehr idyllisch und ist mit dem Wohnwagen anzufahren – zumindest mit unserem, denn die Anfahrt hat einen ziemlich steilen Buckel. Aber unser hochbeiniger alter WILK sitzt nicht auf. Strom gibt es dort auch und über ein paar Treppen erreicht man das hintere Sani-Gebäude.
Wir essen im CP-Restaurant „Pfeffermühle“ zu Abend, recht lecker und zu zivilen Preisen. Dass die Weinkarte nur vier Positionen umfasst, daran muss ich mich erst gewöhnen. Der Campingplatz ist fest in holländischer Hand, so dass wir wie gewohnt im Urlaub Menschen um uns haben, die sich in einer Fremdsprache unterhalten.
Nach dem Essen sitzen wir noch ein bisschen vor dem Wohnwagen. Hier braucht man eine Jacke – immerhin sind wir ja auf 700 Meter Höhe.
Nachts gibt es ein kleines Gewitter, aber nichts Wildes, da keiner der Zeltcamper, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, um Asyl bittet.

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Dienstag, 6. August
Wir schieben den Frühstückstisch in die Sonne, weil es ziemlich abgekühlt hat.
Nach dem Frühstück (Brötchen hatten wir bestellt) bezahlen wir (18 € mit Strom) und fahren gegen halb elf los in Richtung Hamburg.
„Heute machen wir Strecke“, sagt mein Schatz. Das ist gut. Gestern im kurvigen Rothaargebirge kam ich nämlich gefährlich in den Unterzucker. Man weiß ja, dass Frauen ungenießbar werden, wenn sie Hunger haben. Auf jeden Fall konnte mein Schatz mich im letzten Moment mit einem Eis von der Tankstelle vor dem Kollaps bewahren. Und den S-MAX vermutlich auch, denn der hatte auch nur noch für 70 Kilometer Diesel.

Wir fahren also auf der Autobahn Richtung Hannover und weiter Richtung Hamburg. Irgendwo in der Heide stehen wir wegen eines LKW-Unfalls eine Stunde im Stau und so wird es halb fünf, bis wir den ca. 25 Kilometer von Hamburg entfernten Stover Strand erreichen.
„Camping Land“ ist tatsächlich voll besetzt – na sowas!
Dann versuchen wir es beim benachbarten „Campingplatz Stover Strand International“ und können uns dort direkt am Elbe-Ufer niederlassen.
Auch dieser Campingplatz ist noch gut besucht. Wir kennen ihn, weil wir auf der Rückfahrt von Schweden hier Station gemacht hatten.
Nachdem alles aufgestellt ist, fahren wir einkaufen zum nahegelegenen EDEKA-Markt. Hier gibt es tatsächlich noch Einkaufswagen ohne Münzeinwurf.

Nach dem Abendessen schauen wir den Frachtschiffen zu und genießen den lauen Abend.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#2 von sunshine , 01.09.2013 00:35

2. Am Elbestrand
Mittwoch, 7. August
Nach drei Fahrtagen lassen wir es gemütlich angehen, frühstücken ausgedehnt und lesen in der Sonne. Erst am Nachmittag steigen wir aufs Fahrrad und radeln am Deich entlang nach Geesthacht, wo die Elbe aufgestaut wird. Wir schauen zu, wie drei Frachtschiffe geschleust werden. Zurück fahren wir an der Straße, weil wir noch etwas einkaufen wollen. Hier gibt es überall Radwege und es ist potteben – ein Paradies für Radfahrer! Abends gibt es einen kleinen Regenschauer und danach wird es merklich kühler.

Donnerstag, 8. August
Ein kühler, regnerischer Morgen mit schlechter Prognose. Wir verwerfen den geplanten Hamburgbesuch, weil wir die schönste Stadt Deutschlands nicht bei Regenwetter besuchen wollen.
Am Nachmittag lockert die Bewölkung etwas auf und wir fahren ins nahegelegene Winsen an der Luhe. Ein schmuckes Städtchen! Uns gefallen die vielen Backsteinhäuser und die Backsteinkirche. Es sieht alles völlig anders aus als in Süddeutschland.
Wir kaufen ein bisschen ein, jedem einen warmen Pulli und noch Fisch zum Abendessen. Eine solche Auswahl beim Fisch gibt es bei uns zu Hause nicht.

Freitag, 9. August
Es zieht uns weiter. Genauer gesagt zieht es Wolfgang zum „Elbe Camp“ in Hamburg-Blankenese. Seitdem er das Buch „Mein Wohnwagen und ich“ gelesen hat, ist er fasziniert von diesem Platz, der direkt am Elbestrand liegt und wo die richtig dicken Pötte direkt am Frühstückstisch vorbeifahren auf dem Weg zum Hamburger Hafen.
Wir frühstücken also gemütlich am Stover Strand, fahren mit den Rädern zusammen über den Deich zum Duschen und packen dann. Die Wiese ist inzwischen gut gefüllt. Eine Gruppe mit Zeltcampern hat sich mit Absperrband ein großes Areal abgesteckt, das sich nach und nach gefüllt hat. Die Gruppe hat eine VW-Fahne gehisst und alle sind mit VW Polos unterschiedlichster Art angereist, so dass wir sie den „Polo Club“ nennen. Zur Freude aller Camper erklingt um acht Uhr morgens in ziemlicher Lautstärke „Guten Morgen Sonnenschein!“ aus deren Boxen. Jetzt sind bestimmt alle wach – wir waren es zum Glück schon.

Gegen halb zwölf verlassen wir den Stover Strand und fahren in Richtung Hamburg Blankenese. Trotz Navi finden wir nicht sofort hin. An manchen Stellen ist der Anfahrtsweg etwas schmal, aber wir haben ja kein Dickschiff am Haken. Auch das „Elbe Camp“ ist noch gut besucht. Mit dem Traktor werden die Wohnwagen durch den Sand an Ort und Stelle geschleppt. Die Womos stehen ganz hinten auf dem festen Untergrund und die Zelte ganz vorne am Strand. Die noch freien Plätze gefallen uns nicht so gut, alles ist eng an eng und es werden für das Wochenende noch mehr Leute erwartet. Nö danke, das ist uns zu trubelig. Wir kommen nach dem Wochenende wieder, sagen wir und lassen uns vormerken.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#3 von sunshine , 01.09.2013 11:00

1. An der Elbe-Mündung

Also fahren wir weiter, immer an der Elbe entlang in Richtung Mündung. Otterndorf nahe Cuxhaven ist unser Ziel. Aber dafür müssen wir wieder über die Elbe. Wir haben drei Möglichkeiten: Entweder wieder zurück zur City über die Hamburger Elbbrücken, durch den Elbtunnel oder mit der Fähre in Glückstadt. Wir entscheiden uns für die Fähre und reihen uns in die Schlange der Wartenden ein (eine Stunde Wartezeit). Die Überfahrt dauert 25 Minuten und kostet 23 Euro für das Gespann – ganz schön heftig, finden wir.
Um fünf kommen wir in Otterndorf auf dem "Campingplatz See achtern Diek" an.
Wir nehmen einen Platz auf der Zeltwiese, weil man von dort aus durch den Hintereingang rasch auf den Deich gelangen kann, zum Schiffe gucken. Nebenan gibt es noch eine hundefreie Campingwiese, aber sie besitzt, soweit wir sehen, keinen Ausgang zum Deich.
Rasch noch etwas einkaufen und dann wird der Deich erklommen. Wir erspähen die Nordsee und einen grünen Strand mit bunten Strandkörben. So haben wir das Meer noch nie gesehen. Wir setzen uns auf ein Bänkchen und schauen eine Weile den Schiffen zu. Hier an der Elbemündung kommen die Schiffe von Hamburg und vom Nord-Ostsee-Kanal vorbei, so dass reger Schiffsverkehr herrscht.
Es dämmert und in der Ferne taucht ein großes Kreuzfahrtschiff auf, die AIDAluna. Majestätisch gleitet der Luxusliner herrlich beleuchtet an Kühen und Strandkörben vorbei – schön!
Es wird ziemlich spät mit dem Essen, aber was will man machen?

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#4 von sunshine , 01.09.2013 11:10

Samstag, 10 August

Nach nächtlichem Regen gibt es einen kühlen bewölkten Morgen. Wir frühstücken draußen, im Pulli natürlich. Als die Bewölkung etwas auflockert, beschließen wir, ins ca. 17 Kilometer entfernte Cuxhaven zu radeln.
Leider funktioniert hier auf dem CP das Internet nicht besonders. Unser O² Surfstick empfängt nur ganz schwache Signale und einen Hotspot gibt es nicht. (Vor der Rezeption ist allerdings ein kleiner Laden mit Internetcafé.) So radeln wir los, ohne das Regenradar zu Rate gezogen zu haben. Das rächt sich, denn nach ca. zwanzig Minuten erwischt uns ein dermaßen heftiger Regenschauer, der uns völlig durchnässt – trotz Regenjacken. Also kehren wir um und radeln zum Campingplatz zurück, um unsere klatschnassen Klamotten zu wechseln.
Okay, dann fahren wir eben einkaufen, bis das Wetter wieder besser wird. Und hier outen wir uns als völlige Banausen, was das Campen in deutschen Landen betrifft. Wir stehen vor der Schranke am Campingplatz und unsere Karte funktioniert nicht. Nanu? Aber sogleich kommt ein erfahrener Camper und weist uns auf das (eigentlich nicht zu übersehende) Schild „Mittagsruhe von 13-15 Uhr“ hin. Okay, wir schämen uns ein bisschen und fahren zum Platz zurück.
Weil es inzwischen wieder ein bisschen freundlicher aussieht schwingen wir uns wieder auf die Räder, wollen aber nicht so weit wegfahren, sondern nur ein wenig die Umgebung erkunden und Schiffe gucken. Wir radeln also mal in die andere Richtung, gucken ein wenig den Schiffen zu und radeln dann zum kleinen Hafen und zur Schleuse von Otterndorf. Hier kommt der nächste Regenschauer, zum Glück nicht so heftig wie der vorherige. Schnell radeln wir zurück zum Platz und weil es jetzt 15 Uhr ist, gehen wir erst mal einkaufen. Gerade checkt ein originelles Gespann ein, ein hölzerner Planwagen wird von einem alten Hanomag –Traktor gezogen, beide liebevoll restauriert. Der Camper lässt sich neben uns nieder und wir erfahren später, dass seine Fahrzeuge von 1930 und 1945 stammen.

Nach dem Einkauf wagen wir den zweiten Cuxhaven-Versuch, diesmal mit dem Auto. Als wir dort ankommen scheint dann die Sonne. Wir fahren zuerst durch die ausgedehnten Hafenanlagen und halten kurz am Amerika-Hafen an, wo früher die Auswanderer ausgeschifft wurden. Wir parken dann schließlich in der Nähe der „Alten Liebe“, Cuxhavens berühmter Anlegestelle mit Aussichtsplattform. Hier kann man die Hochseeschiffe vorbeiziehen sehen und erfährt über den Lautsprecher die Eckdaten der Schiffe.
Im Hafen herrscht reger Bootsverkehr, Schiffe nach Helgoland, Neuwerk und zu den Seehundbänken legen hier ab. Wir spazieren noch ein wenig durch Cuxhavens Einkaufssträßchen, wo aber jetzt am Samstagabend nicht viel los ist.

Auf dem Rückweg machen wir noch Station bei der „Dicken Berta“, dem über 100 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden, schwarz-weißen Leuchtturm in Cuxhaven-Altenbruch.
Abends gibt es Pasta mit Zucchini und wir essen drinnen. Wolfgang schmeißt im Wohnwagen die Truma an und dann wird es gemütlich.
Haben wir schon jemals im Sommerurlaub den Wohnwagen geheizt?

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#5 von sunshine , 01.09.2013 11:22

Sonntag, 11. August
Zuerst bedeckt, dann locker bewölkt mit zaghaften Sonnenstrahlen. Nach dem Frühstück leert sich die Zeltwiese. Die beiden großen Gruppen packen zusammen und es wird richtig ruhig. Weil das Wetter wieder etwas unberechenbar aussieht, machen wir einen Ausflug mit dem Auto.

Den ersten Stopp machen wir in Cuxhaven im Fischereihafen, wo sonntags Markt ist. Von der Autopolitur über Backfisch bis zu Zeltheringen kann man hier alles kaufen. Ein Marktschreier packt Strohtaschen randvoll mit Obst und Gemüse für 10 €. Wir schauen uns auch den Trödelmarkt an und ein paar Geschäfte in den Lagerhallen und fahren dann weiter zu Cuxhavens Wahrzeichen, der Kugelbake. Gelbe Standkörbe zieren hier den Strand. Hier wird die Kurtaxe abkassiert – 3 €, was wir ganz schön teuer finden. Aber ein Regenschauer zwingt uns sowieso zum Abbruch unseres Spaziergangs.

Wir fahren an der Küste entlang in Richtung Bremerhaven. Kaum einmal kann man den Deich sehen und es gibt nur wenige Stichstraßen dorthin. In Spieka-Neufeld finden wir eine und folgen ihr. Hier kann man mit dem PKW über den Deich fahren bis zum Parkplatz am Kutterhafen. Und dort liegt ganz idyllisch am Rand der Nordsee der kleine Campingplatz „Camping am Watt“ mit einem Containerwaschhäuschen. Neben dem Kutterhafen liegt der Womo-Stellplatz und dann gibt es daneben noch das Container-Restaurant „Ebbe und Flut“- der Rest ist grüne Wiese an der Nordsee bzw. am Watt. Wenn die Fischerboote zurückkommen, kann man ganz frische Krabben direkt am Boot kaufen. Das sieht alles verlockend aus, hier ließe es sich bestimmt auch gut aushalten.
Wir fahren weiter auf der schmalen Straße hinter dem Deich und finden noch zwei weitere Campingplätze, aber der erste war der hübscheste.
Inzwischen haben wir herrlichen Sonnenschein. Wir fahren zu unserem Campingplatz zurück, schwingen uns aufs Rad und fahren in Richtung Otterndorfer Strand, wo wir uns ein Eis kaufen und uns auf dem Damm aufs Bänkchen setzen, um Schiffe zu gucken – und Menschen. Menschen gucken ist auch interessant. Genau neben unserem Bänkchen kommen die Leute den Deich hoch und manche japsen gewaltig nach der Anstrengung. Kann es sein, dass es hier im Norden mehr füllige Menschen gibt? Vielleicht Kummerspeck wegen der vielen Regenschauer?
Aber jetzt scheint ja mal wieder die Sonne und erst als sie wieder hinter den Wolken verschwindet, radeln wir zum Campingplatz zurück. Am Platz ist wieder Sonne und wir rücken schnell den Tisch dorthin. Wolfgang grillt und beim Essen haben wir dann wieder den nächsten Regenschauer. „ Jau, so is dat man hür, necht“, sagt unser Bremer Nachbar. Für hier sei das ja gutes Wetter – Hauptsache kein Dauerregen. Na gut, dann will ich das mal glauben.

Nach dem Geschirrwaschen hören wir wieder das dumpfe Brummen, das die Vorbeifahrt eines großen Pottes ankündigt. Schnell schlüpfen wir in die Schuhe und gehen über die Kuhweide den Damm hoch. Wir sehen ein hell erleuchtetes Frachtschiff passieren. Auf dem Rückweg müssen wir höllisch aufpassen wegen der Kuhfladen. Nächstes Mal nehmen wir die Taschenlampe mit. Beim zweiten Mal sind wir hingerissen - ein riesiges, hell erleuchtetes Kreuzfahrtschiff gleitet vorüber. Zurück am Wohnwagen versuchen wir rauszufinden, welches Schiff das war. Tatsächlich klappt diesmal die Internetrecherche: Wir haben die AIDAstella vorüberziehen sehen, das neueste Schiff der AIDA Flotte.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#6 von sunshine , 01.09.2013 11:30

Montag, 12. August
Ein sonniger Morgen, aber frisch! Und es wird auch den ganzen Tag frisch bleiben – aber trocken. Zumindest da, wo wir gerade sind.
Wir beschließen, ins ca. 50 Kilometer entfernte Stade zu fahren, Hansestadt und Schwedenfestung mit mittelalterlichem Stadtkern. Kaum zu glauben, dass Stade im 12. Jahrhundert mächtiger und bedeutender war als Hamburg.
Wir machen also einen Rundgang durch die Altstadt, bewundern die prachtvollen, schön restaurierten Häuserfassaden mit sehenswerten Details. Am alten Hafen steht das Denkmal „Mutter Flint mit dem Stint“, das an eine Stader Fischhändlerin erinnert. Stade ist wirklich eine sehenswerte Stadt mit den vielen Fachwerkhäusern am alten Hansehafen.

Durch das „Alte Land“ mit seinen prächtigen Fachwerkhäusern, Obstgärten und alten Windmühlen fahren wir nach Twielenfleth zum Anleger an der Lühemündung. Von hier aus fahren die Personenschiffe zur Elbinsel Lühesand, wo es sogar einen Campingplatz gibt, aber ohne Strom. Jedes Jahr im Frühjahr schippern die Dauercamper ihre Wohnwagen mit einer kleinen Fähre zur Insel und holen sie im Herbst wieder aufs Festland zurück. Ganz nah fahren hier die großen Pötte vorbei.
Wir schauen zu, wie zwei riesige Containerschiffe sich begegnen.

Auf dem Rückweg beschließen wir, abends nach Otterndorf zu radeln und dort eine Pizza zu essen. Vom Campingplatz aus kann man am Deich entlang nach Otterndorf radeln. Mit dem Auto muss man außen herum über die Landstraße fahren. Otterndorf liegt noch nicht direkt am Meer, auch wenn sich die Stadt mit „Die grüne Stadt am Meer“ betitelt. Aber die Elbe ist hier an der Mündung so breit, dass sie wie eine Meeresbucht wirkt.
Tatsächlich bleiben wir trocken bei unserem Radausflug am Abend, aber hinterher gibt es immer wieder Schauer.
Zwischen den Schauern radeln wir mal in der Dunkelheit den Damm hoch und sehen wieder ein Kreuzfahrtschiff. Leider gibt es kein Internet, um nachzusehen, was es für eins war. Das ist der einzige Nachteil von unserem Campingplatz, dass man weder über W-LAN noch über das Handy-Netz ins Internet kommt. Ansonsten waren wir mit dem „See achtern Diek“ sehr zufrieden. Die Sanis sind ganz neu und zu jeder Tageszeit blitzsauber.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#7 von sunshine , 01.09.2013 11:39

2. Elbestrand, Hamburg und die dicken Pötte

Dienstag, 13. August
Morgens Sonne und Regenschauer. Zwischen den Schauern packen wir zusammen.
Gegen elf fahren wir ab in Richtung Hamburg. Diesmal bleiben wir am Schleswig-Holsteiner Elbeufer und queren den Fluss im Elbtunnel.
Unser Ziel ist nochmal der legendäre „Elbe Camp“ in Blankenese direkt am Elbufer.
Im Internet kursieren viele vernichtende Kritiken, aber auch einige wenige, begeisterte Aussagen.
Und wir wollen uns nun ein eigenes Bild machen.

Mit dem Traktor wird unser alter WILK durch den Sand an den vorab ausgewählten Platz gezogen. Viele Plätze sind nicht frei. Ganz vorne ist alles voll und so stehen wir eher hinten, genau vor den Wohnmobilen. Aber ganz wichtig: Wir können zum Ufer gucken!
Das Auto muss an einem separaten Parkplatz neben dem Campingplatz abgestellt werden. Wir stellen es mal in Sichtweite hinter den Wohnwagen an den Straßenrand, wie einige andere es auch machen. Es sagt auch keiner was, weil auf dieser Straße sowieso keine Autos fahren - außer dem Postauto, denn der Postler hat einen Schlüssel für die Schranke.
Nachdem alles steht fahren wir zum Einkaufen, denn Kühlschrank und Staukästen sind leer. In Rissen gibt es einen gut sortierten EDEKA-Markt, sowie LIDL und Penny-Märkte.
Wolfgang grillt und dazwischen schauen wir immer wieder nach den Schiffen, die vorbeifahren. Besonders eindrucksvoll sind die Giganten der Weltmeere, die Containerschiffe, die zum Teil 400 Meter lang sind.
Abends ist es kühl. Der Nachbar macht ein Feuer im Feuerkorb, den man hier ausleihen kann. Das Holz dafür kann man in Säcken kaufen. Und wir machen im Wohnwagen die Truma an.
Hier kann man über den Stick prima im Netz surfen und gucken, welches Schiff gerade vorbeifährt oder demnächst vorbeifahren wird.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#8 von sunshine , 01.09.2013 11:48

Mittwoch, 14. August

Hamburg, wir kommen!!!

Die Innenstadt ist runde 15 Kilometer vom „Elbe Camp“ entfernt. Man könnte das gut radeln, wenn das Wetter beständiger wäre. Wir nehmen also lieber die öffentlichen Verkehrsmittel.

Zuerst muss man nach Blankenese zur Bushaltestelle laufen, ca. 20 Minuten. Es gibt noch eine nähere Bushaltestelle, die aber wegen Straßenbauarbeiten im Moment verlegt ist. Mit dem Bus fährt man bis zur S-Bahn-Station Blankenese und von dort aus mit der S1 zu den Landungsbrücken. Insgesamt brauchen wir ca. 70 Minuten, bis wir dort sind. Das Tagesticket kann man im Bus lösen (12,40€ für zwei Menschen).
Wolfgang kennt sich ein bisschen aus, weil er schon mehrmals in Hamburg gearbeitet hat. Wir sehen uns an, was sich wohl alle Touristen ansehen, zuallererst die Landungsbrücken und den alten Elbtunnel, wo die Fahrzeuge mit dem Aufzug in die Tiefe fahren.
Danach spazieren wir in die Speicherstadt, wo uns dann ein Regenschauer erwischt. Wir flüchten in die Einkaufspassagen.
Hinterher zeigt mir Wolfgang den Gänsemarkt, wo er gearbeitet hat.
In den Alsterpavillons essen wir ein Eis – bei schönstem Sonnenschein. Danach spazieren wir über den Rathausplatz und sehen dort Felix Magath, den Bundesligatrainer.
Mit der S-Bahn fahren wir noch zur Reeperbahn – muss man ja gesehen haben in Hamburg- und machen uns dann auf den Rückweg. Ich habe mir ein paar Blasen eingehandelt in den neuen Turnschuhen.

Abends essen wir im Café Lukus Gegrilltes mit Pommes und Salat. Das Essen ist okay und die Preise sind zivil bei Selbstbedienung. Heute Abend gibt es Live-Musik, die sphärischen Klänge einer Saz, einer Mundharmonika und einer Maultrommel ertönen. Nicht so unser Ding.
Wir setzen uns noch ein bisschen vor den Wohnwagen.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#9 von sunshine , 01.09.2013 11:59

Donnerstag, 15. August
Sonne zum Frühstück – wie schön!
Wir genießen sie, relaxen, lesen und schauen nach den Schiffen.

Am Nachmittag radeln wir los, den Elbfahrradweg entlang nach Wedel zum „Schulauer Fährhaus“. Hier setzen die Passagierfähren nach Lühe über –aber viel wichtiger: Hier steht die weltweit einzigartige Schiffsbegrüßungsanlage „Willkomm-Höft“. Jedes größere Schiff, das passiert, wird begrüßt bzw. verabschiedet, indem die Nationalhymne seines Landes gespielt wird – und die Hamburger Hymne. Ebenso werden entsprechende Flaggen gehisst. Ein eindrucksvolles Spektakel. Im „Schulauer Fährhaus“ kann man zudem noch gepflegt speisen oder Kaffee trinken. Aber wir holen uns nur etwas zu trinken, setzen uns auf eins der Bänkchen in Ufernähe und sehen zu, wie zwei Schiffe begrüßt werden. Danach radeln wir wieder zurück.

Der Himmel hat sich zwischenzeitlich zusehends bewölkt und wie vom Wetterbericht angedroht beginnt es abends zu regnen. Tja, so ist das eben im Norden, aber wenigstens ist es nicht mehr so kalt. Nach dem Essen sitzen wir noch gemütlich draußen im Kerzenschein.

Freitag, 16. August

Ein sonniger und warmer Morgen!
Wir genießen ihn ausgiebig und fahren erst am Nachmittag los, in die Elbe Marschen, aber mit dem Auto.

An der Schiffsbegrüßungsstation halten wir nochmal an, weil gerade ein Schiff kommt.
Danach suchen wir uns einen Weg zu der Hetlinger Schanze, wo wir ein wenig auf dem Deich spazieren gehen, zwischen den vielen Schafen und durch das Naturschutzgebiet. Nur ganz wenige Menschen treffen wir, aber am Wochenende ist hier bestimmt einiges los, wenn die Großstädter aufs Land fahren.
Über Wedel und Rissen fahren wir zurück.

Den milden Abend genießen wir dann auf einer Decke direkt am Elbestrand, wo wir mit einem Gläschen Rose in der Hand zusehen, wie die Sonne untergeht und einige Kinder in den Wellen plantschen, während die Ozeanriesen im schwindenden Abendlicht vorüberziehen und in Richtung Hamburger Hafen streben.
Natürlich sind wir nicht allein am Strand an diesem herrlichen Abend.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#10 von sunshine , 01.09.2013 12:06

Samstag, 17. August
Weil heute gegen sieben zwei Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen erwartet werden, stellen wir den Wecker auf kurz nach sechs Uhr. Ich stelle es mir schön vor, wie die Schiffe bei Sonnenaufgang stimmungsvoll beleuchtet ganz nah an uns vorbeigleiten.
Aber daraus wird leider nichts. Als Wolfgang gegen fünf Uhr vom Pinkeln zurückkommt, weckt er mich, weil gerade eins der hell erleuchteten Kreuzfahrtschiffe vorüberfährt – viel zu früh! Im Schiffsradar sehen wir, dass es die „Ocean Majesty“ ist.
Na gut, schauen wir uns das nächste genauer an. So stehen wir also zur geplanten Uhrzeit auf, um am Strand die „MS Hamburg“ zu erwarten. Wir haben es uns kaum auf der Decke gemütlich gemacht, beginnt es zu regnen! Mist! Schnell zum Wohnwagen zurück! Ein paar Jugendliche, die am Strand in Schlafsäcken übernachtet haben flüchten ebenfalls vor dem Regen. Also kuscheln wir uns eben wieder ins noch leicht warme Bett und sehen später vom Bett aus durchs Fenster die „MS Hamburg“ vorbeigleiten – im Regen.

Gegen elf machen wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle, um in die Innenstadt zu fahren, wo wir mit den beiden Hamburger Camperfriends Werner und Birte verabredet sind, um mit ihnen den Nachmittag zu verbringen. Weil wir zu früh dran sind, steigen wir schon an der Reeperbahn aus und spazieren von da aus zu den Landungsbrücken, wo wir verabredet sind. Zusammen machen wir eine Hafenrundfahrt, die große, die zwei Stunden dauert und 30 € kostet. Zuerst geht es an den Landungsbrücken vorbei in Richtung Speicherstadt, Hamburgs riesigen Lagerhauskomplex. Die Barkasse passt gerade so unter den Brücken durch beim herrschenden Wasserstand.
Dann geht es an der Elbphilharmonie vorbei, Hamburgs umstrittenem Bauprojekt. Von hier aus geht es an den Werften vorbei durch eine Schleuse zum Containerhafen, wo die Ozeanriesen be- und entladen werden. Wie winzig unsere Barkasse daneben wirkt! Die zwei Stunden vergehen wie im Flug. Und zwischenzeitlich hat sich auch die Sonne durch die Wolken gekämpft.
Von den Landungsbrücken aus spazieren wir durch das Portugiesische Viertel in Richtung Alsterarkaden. Auf dem Weg schauen wir uns noch den „Hamburger Michel“ an, die Barockkirche „St. Michaelis“, wo gerade eine Hochzeit gefeiert wird. Im Arkaden-Café bekommen wir tatsächlich einen Panoramaplatz mit tollem Blick auf die Alster. Eis und Kuchen schmecken lecker und der Nachmittag vergeht schnell bei netten Gesprächen im Sonnenschein.

Gegen Abend verabschieden wir uns und steigen wieder in die S-Bahn in Richtung Blankenese.
Wir speisen nochmal im Cafè Lukus zu Abend und als wir an unseren Wohnwagen zurückkommen, gleitet gerade hell erleuchtet die „MS Hamburg“ wieder vorbei auf ihrem Weg in Richtung Meer.

Sonntag, 18. August
Ein ungemütlicher Morgen, der mit einem Regenschauer beginnt – gerade, als Wolfgang nach Rissen geradelt war, um Brötchen zu holen! Die gibt es zwar auch am Platz, aber keine Zeitung.
Heute machen wir einen Trödeltag, laden Fotos auf das Notebook, schreiben Ansichtskarten und Tagebuch, lesen und surfen im Internet und faulenzen. Zwischen den Schauern hellt es immer mal wieder auf.
Abends gibt es gegrilltes Lammfleisch – sehr lecker.

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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#11 von sunshine , 01.09.2013 12:19

Montag, 19. August

Wir stehen früh auf und packen. Anschließend frühstücken wir (es ist trocken!) und reisen gegen halb zehn Uhr ab.
Wir können unseren Wohnwagen mit dem S-MAX selbst aus dem Sand ziehen, weil wir am Rand stehen und der Womoplatz hinter uns frei ist.
Es hat uns gut gefallen auf dem „Elbe Camp“. Mit dem vielen Sand muss man sich etwas arrangieren. Vor allem wenn er nass ist, klebt er sehr hartnäckig an den Füßen. Seit zwei Jahren sind sie am Renovieren im „Elbe Camp“ und die Sanitäranlagen sind ganz neu. Es geht etwas eng zu (vielleicht ein Nachteil für korpulente Menschen), aber es ist alles funktionell und gut gepflegt und ich habe nie ein verschmutztes Klo angetroffen oder eins ohne Toilettenpapier.
Am Wochenende standen wir ziemlich eng, aber wochentags ging es.
Zwei Mal haben wir im Campingplatzrestaurant „Café Lukus“ gespeist. Fisch und Fleisch werden draußen gegrillt und schmecken lecker. Man kann sich dort recht preiswert verpflegen (z.B mit Currywurst, Pommes, Fischbrötchen… und sitzt gemütlich. Es brennen Kerzen auf dem Tisch und der Service ist freundlich.
Das Publikum ist ganz gemischt. Viele junge Familien mit Kleinkindern hatte es, als wir dort waren. Ein wenig Hippie-Flair liegt über den Campingplatz, man sieht viele langhaarige Männer, junge und ältere und fühlt sich gleich ein wenig in die eigene Jugend zurückversetzt. Gelegentlich wird man geduzt, das darf einen nicht stören. Insgesamt ist die ganze Mannschaft im Service sehr bemüht, freundlich und hilfsbereit. Auf dem „Elbe Camp“ campt man recht ursprünglich und es ist erstaunlich ruhig dort, weil die Straße ohne Durchgangsverkehr ist. Die dicken Pötte so nah vorbeifahren zu sehen ist natürlich die Attraktion des „Elbe Camp“.
Teuer ist er, dieser Campingplatz, 31 € (mit Strom) und man muss Vorkasse leisten. Aber man unterstützt damit den Kinderschutzbund Hamburg und verhilft sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu schönen Sommerferien.

Wir verlassen also Hamburg und fahren wieder gegen Süden, wobei wir den Heimweg in zwei Etappen fahren wollen.

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sunshine
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#12 von sunshine , 01.09.2013 12:27

3. Zurück in den Süden

Kurz vor 15 Uhr kommen wir in Dransfeld (bei Göttingen) auf dem „Campingplatz am hohen Hagen“ an.
Der Abend bleibt trocken, aber kühl. Wir kaufen ein und Wolfgang kocht Geschnetzeltes mit Nudeln und Salat.

Dienstag, 20. August

Ein freundlicher Morgen, aber noch kühl.
Nach dem Frühstück bekommen wir Besuch von einem Camperfriend, der ganz in der Nähe wohnt. Winni kommt in seinem winzigen Fiat angebraust und wir plaudern mit einem Kaffee in der Sonne, bis Winni zur Arbeit muss.
Die Wiese hat sich morgens wieder geleert, wir sind die einzigen Durchreisenden, die hängengeblieben sind.

Am Nachmittag fahren wir nach Hann. Münden, der Drei-Flüsse-Stadt, dort wo Fulda und Werra zusammenfließen und die Weser bilden. Eine wirklich schöne Stadt, malerisch an ihren Flüssen gelegen und mit sehenswerten Fachwerkhäusern.
Wir parken auf dem Tanzwerder, einer Flussinsel, wo sich auch der Weserstein mit dem berühmten Spruch befindet:

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büßen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.


Wir gehen zur historischen Altstadt bis zum Rathausplatz, wo gerade um 15 Uhr das Glockenspiel erklingt. Das „Cafe Aegidius“ suchen wir, das in einer alten Kirche betrieben wird. Es macht wirklich Spaß, durch dieses hübsche Städtchen zu bummeln. Ich erstehe noch eine ganz dicke Winterstrickjacke, um 50 % reduziert – wenn das kein Schnäppchen ist!
Abends könnte man ganz gepflegt in der Piratenkneipe am Campingplatz speisen, aber Wolfgang hat Lust zu kochen und so kaufen wir noch rasch ein, bevor wir zum Campingplatz zurückkehren.
Dort hat sich ganz nah zu uns ein Kuschelcamper gestellt *kopfschüttel* – der Rest der Wiese ist noch fast leer. Sachen gibt’s!
Später füllt sich die Wiese aber noch ziemlich.

Mittwoch, 21. August
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Heimweg.
Auf der Autobahn fliegt uns fast noch ein Bussard ins Auto. Er streift leider noch die Räder auf dem Dach und stürzt dann ab.
Ich hoffe sehr, er hat die Kollision überlebt.

Gegen 16 Uhr kommen wir wieder im warmen Süden an.

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sunshine
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#13 von sunshine , 01.09.2013 12:36

Tja, das war unser Urlaub im hohen Norden!

Es hat uns gut gefallen da oben.
Ich hatte immer ein bisschen Bedenken, dass mich ein Urlaub in Deutschland vielleicht langweilen würde, aber das war keine Sekunde der Fall.
Die Landschaft, die Architektur, alles ist fremd und ungewohnt.
Begeistert haben mich die vielen Radwege und dass man so weit in die Ferne gucken kann.
Und natürlich die Schiffe!
Das war sicher nicht unser letzter Urlaub da oben im Norden – nur das mit dem Wetter müssen wir noch ein bisschen besser hinkriegen.

Wi kiekn mol wedder in!














Jep, schön war's!

PS: Diesen Reisebericht widme ich "Lofottroll Werner", dem Jung von der Waterkant...

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#14 von Mephisto , 01.09.2013 14:08

Näh watt ein schöner Bericht,
soviel frische Luft mit Gezeitenduft .
So wie Du vielleicht einen Geruch bei der Erwähnung von Toscana oder Provence oder Korsika in der Nase hast, wenn ich die Seebilder sehe, dann riechts nach Nordsee. Und wie Du selber sagst, Deutschland hat sehr viele schöne Gegenden, aber ich geb Dir auch Recht, Frankreich muß mindestens einmal im Jahr sein
Schön daß Du so ausführlich geschrieben hast

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#15 von Doris ( gelöscht ) , 01.09.2013 14:32

Danke Iris, für den tollen Bericht. Hab mir schon verschiedenes abgespeichert für meine nächste Reise in den Norden!

LG Doris

Doris

RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#16 von Lofottroll , 01.09.2013 15:46

Danke Iris, ja ich bin ein "Jung von de Waterkant". Geboren und aufgewachsen in Cuxhaven. Ja, die Stadt habt ihr ja auch kennengelernt.

Ich sagte es ja schon mal im Tagesfred, Meer Hafen und Schiffe ziehen mich magisch an. Das brauche ich wie die Luft zum atmen.

Iris, schön wie du meine Heimat beschrieben hast. Danke dafür! Und einen neuen Campingplatz werden wir durch euch auch kennenlernen.

Wenn ihr wieder hier hoch kommt, würden wir dann aber wirklich ein paar Tage mit euch campen. Hat diesmal leider nicht geklappt. AL-KO und das Problem mit den Bremstrommeln haben es verhindert.

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#17 von sunshine , 01.09.2013 16:02

Zitat
... soviel frische Luft mit Gezeitenduft .


Ja, Mephisto, die Gezeiten haben mich auch fasziniert, selbst am Stover Strand waren sie noch sehr eindrucksvoll zu beobachten.
Salzwasserduft und Möwengekreische liebe ich auch...

Zitat
... Und einen neuen Campingplatz werden wir durch euch auch kennenlernen.


Hihi, bestimmt den am Watt, Werner. Da wollen wir auch mal noch hin.
Es gibt da in der Ecke noch so viel zu gucken. Da war es gar nicht so einfach, den Spagat zwischen "Das will ich noch anschauen" und dem (notwendigen) Relaxen zu machen.
Ich würde mich freuen, wenn das Campen mit euch zusammen mal klappen würde!

Wir haben uns übrigens das Buch Unterelbe gekauft - ein toller Begleiter, wenn man dort in der Gegend unterwegs ist.
Als Link für die Schiffegucker empfehle ich noch die Webcam Wittenbergen - da sieht man den Elbestrand vor dem Elbecamp von oben.

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#18 von Kast , 01.09.2013 16:31

Danke fürs "Mitnehmen" und den ausführlichen Bericht mit den schönen Bilder! Schiffe gucken, das hat schon was.

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#19 von Winni , 01.09.2013 16:48

Netter Bericht von unserem Norden
Mich zieht das auch immer mehrmals im Jahr magisch an, seit meiner Kindheit, Schiffe gucken, die starke Brise, Fischbrötchen, der Deich, und das flache Land...meine Mutter war viele Jahre an der Küste ( Greetsiel/Ostfriesland) Hebamme, und so sind Deich, Wind und Meer bei mir in der Muttermilch gewesen. Und obwohl meine Mutter Französin war, nach Frankreich (außer Paris) zieht mich irgendwie gar nichts...wahrscheinlich, weil es einfach immer viel zu weit weg war und ist
Danke Iris, tolle Bilder!

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#20 von morgenröte , 01.09.2013 18:12

Vielen Dank für das Schiffe gucken vom Sofa aus, Jürgen und ich haben gemeinsam gelesen und uns erinnert an die geführte Tour mit Birte und Werner.

Es ist immer wieder schön mit euch zu reisen!

Gruß Andrea

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#21 von sebbarca , 01.09.2013 18:17

Hola, buenos tardes!

Wunderschöner Bericht, da geht sogar in Norddeutschland die Sunshine auf! .

Meer und Schiffe und der Süden: das sind die Dollpunkte die mich immer wieder anziehen. Süden hab ich, Meer und Schiffe auch, aber in HH sind die Schiffe (bis auf die Kreuzfahrtschiffe) natürlich gewaltiger.

Auf jeden Fall Danke für den schönen Bericht

Hasta luego!
Klaus

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#22 von platin65 , 01.09.2013 19:11

Zitat von Kast
Danke fürs "Mitnehmen" und den ausführlichen Bericht mit den schönen Bilder! Schiffe gucken, das hat schon was.



Auch von mir vielen Dank für den schönen Reisebericht.

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#23 von bieber , 01.09.2013 19:46

Vielen Dank für die viele Arbeit!

 
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RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#24 von schwinge ( gelöscht ) , 01.09.2013 21:37

Ein super Bericht - kann das Watt riechen. Und der kleine Platz...... Mal schauen, wir starten Dienstag richtung Flensburg und wollten an der Weser auf der Juliusplatte den Zwischenstopp machen. Vielleicht ziehen wir durch.........

bis denne, Rainer

schwinge

RE: Nordwärts… Schiffe gucken an der Elbe

#25 von HD , 02.09.2013 09:34

Danke, Iris für die kostenlose Mitfahrgelegenheit, Ich kann mich, wenn ich an die Nordsee denke an Fischkutter, Krabben und Plattfische erinnern, Deiche, Wind und Watt. Schiffe sah ich in Hamburg, sonst interessieren sie mich weniger. Und ansonsten fehlen mir auf der Aneise die Weibreben und die Käsevielfalt auf den Märkten.
Ehrlich, ich fahr lieber nach Süden und Westen als nach Norden und Osten. Aber dank Dir war ich ja nun virtuelle dort und somit kann ich ja wieder die gegenteilige Richtung einschlagen.
LG HD

 
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Südfrankreich zu Pfingsten
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