RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#1 von daf43 , 26.04.2012 16:52

Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012
vom 15.04. –25.04.2012

Bei unserer Frühlingsfahrt 2010 sind wir mit Camperfreunden von Saarburg aus zu einer Tagestour in die „Luxemburger Schweiz/Müllertal“ gefahren und waren von den Wanderwegen an den Felsen begeistert.
Deshalb haben wir dieses Jahr unsere Frühlingsfahrt dorthin geplant, wohl wissend, dass die Natur dort um mindestens 2 Wochen hinterher hinkt. Und tatsächlich, so war es. Aber das war durchaus so geplant, denn die tollen Felsformationen sind besonders gut sichtbar, wenn die Bäume kaum Blätter tragen.

Leider konnten wir nicht voraussehen, dass nach vielen schönen Tagen ausgerechnet in unserem Reisezeitraum das schöne Wetter zusammenbrach und erst jetzt, wo wir wieder zu Hause sind, es sich wieder bessert, derzeit 16 °C (25.04.).

Campingplatz: Für unsere geplanten Wanderungen erschien uns die Gegend um Larochette am besten geeignet. Auf Grund von Empfehlungen von Camperfreunden haben wir uns für den CP Birkelt entschieden. Der Platz liegt auf einem Plateau oberhalb von Larochette, ca. 10 min zu Fuß vom Ort.

Bei unserer Ankunft waren fast alle Plätze frei, auch nur wenige reserviert und so sind wir mit dem Lageplan erst einmal auf Wanderschaft gegangen. Gut, wir wussten, es gibt die „normalen“ Plätze /ACSI 16 €), dann etwas größere „Luxusplätze“ mit Wasser/Abwasser ( + 3 € und Luxus Plus mit zusätzlichem TV-Anschluss (+ 4 €).

Wir fanden einen passenden Wasser/Abwasser-Platz in der Nähe des Sanitärgebäudes, aber eigentlich sind alle Plätze schön und passend.

Bei molligen 7 °C haben wir schnell das Vordach aufgebaut und die Heizung angeworfen, dicke Wolken verhießen baldigen Regen.

Das bunt geflieste Sanitärgebäude war sehr sauber, große Duschkabinen mit viel Warmwasser, große Toiletten, alles sehr in Ordnung. Im kleinen Supermarkt gibt es Brot, Brötchen usw. und trotz Nebensaison gut bestückt. Das Personal ist sehr freundlich und auch bei Stromstörung naht schnelle Hilfe, alles sehr positiv. Neben der Rezeption gibt es ein Restaurant mit Snackbar, die wir allerdings nicht besucht haben.

Der Pool mit auffälligem, buntem Schutzdach ist doch recht klein. Außer in der Hauptferienzeit steht der Pool erst ab Nachmittag den Camping-Gästen zur Verfügung, morgens werden die Schulkinder aus der Umgebung mit Bussen herangekarrt.

Unternehmungen:
„wie üblich“ wurde zuerst die nähere Umgebung erkundet, also Fußmarsch hinunter nach Larochette. Der Ort liegt nett in dem schluchtartigen Tal und wird von einer Burg überragt. Einige Geschäfte/Cafe/Restaurants und am Ortsrand ein Supermarkt mit Tankstelle.

Höhepunkt war natürlich die geplanten Wanderungen in der Luxemburger Schweiz mit ihren Felsen und Klüften auf bestens markierten Wanderwegen.Einen Teil der berühmten Felsformationen hatten wir schon 2010 erwandert, so haben wir diesmal andere Touren gesucht, die Wanderkarte war eine große Hilfe dabei.

Leider war das Wetter die ganze Zeit (zu) kalt und regnerisch, sodass wir weniger Wanderungen als geplant machen konnten und lieber Besichtigungen mit dem Auto gemacht haben.
(Anmerkung: gerade die tollen Wege an und über die Felsen und die unzähligen Holztreppen/Steintreppen sind teilsweise stark bemoost. Was ja gut aussieht, aber bei Regen ganz schön glitschig wird, als Rentner ist man da vorsichtiger als früher).

So fuhren wir nach gerne Echternach an der Sauer mit schöner Altstadt, nach Diekirch (Bier), nach Esch-sur-Sure und ins belgische Arlon. Auch die in den Reiseführern empfohlene „ 7- Burgen-Fahrt“ ab Miersch gönnten wir uns, aber die Burgen waren entweder total kaputt oder privat und an den meisten wurde eifrig gebaut, man kam gar nicht richtig hin, also absolut NICHT empfehlenswert (wir sind halt Banausen).

Als Pfälzer aus einer Weingegend haben wir natürlich auch die Luxemburger Moselweinstraße befahren. Die Wein-Orte sind recht nüchtern (also nix mit pfälzer oder elsässer Flair), es gab auch keine netten Weinlokale, sondern nur Restaurants in erschreckend nüchternen Gebäuden, da war uns die eigene Suppe lieber.

Aber so richtig schrecklich waren die Luxemburger Campingplätze, die man so bei der Überlandfahrt gesehen hat: da war zwar das Schild „Camping“, aber dahinter sah man nur hässliche Barackenlager, eher Sperrmüllsammelplatz als Campingplatz.

(Anmerkung: die internationalen Campings wie Birkelt, Nommerlayen, Kengert usw. sind dagegen tipp-topp und sehr gepflegt!!)

Einen guten Eindruck auf uns machte Vianden, ein netter kleiner Ort mit großem, restaurierten Schloss und auch Clairvaux mit seinem schönen Ortsbild.

Die meisten Orte sind zwar sauber und die Häuser meist bunt gestrichen, aber irgendwie fehlt ihnen die "Gemütlichkeit" (?).

Natürlich muss man in Luxemburg auch die Hauptstadt Luxemburg besuchen. Wir waren zwar schon mehrmals dort, aber immer wieder gefällt die schöne Lage der Stadt oben auf mehreren Plateaux und unten im schluchtähnlichen Alzette-Tal.

Preise: „Weltberühmt“ sind natürlich die Treibstoffpreise von Luxemburg, entsprechend groß und häufig findet man deshalb in Grenznähe Tankstellen. Diesel, in D gerade bei etwa 1,549 €, kostet in Lux 1, 277 €. Gut, dafür ist aber in Lux sonst alles teuerer: weniger auffällig im Supermarkt, dafür aber die Weinpreise und die Restaurants: für ein Glas Wein (0,1 l, ein „Pfiff“ für einen Pfälzer) zahlt man 4-5 € und auch das Restaurantessen ist happiger. Rechnet man Essen und Getränke zusammen, kommt man etwa auf den doppelten Preis von D.

Auch der Preis für eine Flasche Wein direkt vom Lux-Winzer an der Mosel kann sich sehen lassen: 7-8 € für eine Flasche des einfachsten Weines ist ganz nett, wir zahlen in der Pfalz für besseren Wein (Achtung: KEIN Vorurteil) nur die Hälfte.

Trotzdem, den etwas knorrigen Elbling, den kräftigen Pinot Gris, den blumigen Auxerrois und den feinen Riesling haben wir gerne probiert, man will ja dazulernen.

Am Wochenende kamen plötzlich immer mehr Holländer mit Kindern an, aha, die haben wohl Frühlingsferien/Königintag!?
Aber der riesige Platz mit dem vielen Mobilheimen, den Mietzelten und den vielen Stellplätzen war trotzdem bei weitem nicht belegt, also immer noch die große Ruhe.

Allerdings (Achtung Vorurteil) kann man als Reisecamper nur über die Holländer staunen:
Kaum angekommen, wird möglichst der ganze Stellplatz (der schöne Frühjahrs-Rasen!!) mit Folie ausgelegt, dann wird ein riesiges Vorzelt aufgebaut, darauf kommt dann ein Zeltteppich und darauf als Schmuck noch ein paar Teppich-Läufer.
Dann wird das Vorzelt geschlossen und die Camper sitzen den ganzen Tag (jeden Tag!!) regungslos in ihrer abgedichteten „Gummizelle“; man liest, man erzählt und man brutzelt das Essen. Selbst wenn es nachts bis nahe Frost kalt wird, harrt man im Vorzelt aus, in den Wohnwagen geht man erst zum Schlafen.

Aber genug gestaunt, der Aufenthalt war sehr angenehm und ich kann jedem empfehlen, ein paar Tage mit Wanderungen in der Luxemburger Schweiz/Müllertal zu verbringen.
Es muss ja nicht unbedingt bei nachts 3-4 °C und tagsüber bei 7-12 °C und häufigem Regen sein, es darf durchaus auch mehr die Sonne scheinen.

 
daf43
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RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#2 von HD , 26.04.2012 17:52

Na also - danke, Dieter aus Friesenheim -jetzt kann ICH Deinen Reisebericht AUCH lesen.

Gruss HD

 
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RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#3 von Gelöschtes Mitglied , 26.04.2012 18:20

Zitat von daf43
So fuhren wir nach gerne Echternach an der Sauer mit schöner Altstadt, nach Diekirch (Bier), nach Esch-sur-Sure und ins belgische Arlon. Auch die in den Reiseführern empfohlene „ 7- Burgen-Fahrt“ ab Miersch gönnten wir uns, aber die Burgen waren entweder total kaputt oder privat und an den meisten wurde eifrig gebaut, man kam gar nicht richtig hin, also absolut NICHT empfehlenswert (wir sind halt Banausen).

Als Pfälzer aus einer Weingegend haben wir natürlich auch die Luxemburger Moselweinstraße befahren. Die Wein-Orte sind recht nüchtern (also nix mit pfälzer oder elsässer Flair), es gab auch keine netten Weinlokale, sondern nur Restaurants in erschreckend nüchternen Gebäuden, da war uns die eigene Suppe lieber.

Aber so richtig schrecklich waren die Luxemburger Campingplätze, die man so bei der Überlandfahrt gesehen hat: da war zwar das Schild „Camping“, aber dahinter sah man nur hässliche Barackenlager, eher Sperrmüllsammelplatz als Campingplatz.

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Moin Moin Daf, schön dass Du den Reisebericht doch noch hier veröffentlicht hast. Die CP's entlang der Mosel sehen in der Tat den Herbst/Winter über von der Strasse aus eklig aus. Aber dazu muss man wissen dass diese Barracken Dauercamperbereich sind und die sehen ausserhalb der Saison international auf CP's immer aus wie kaputte Ghettos. Da rücken dann im Frühjahr beim ersten guten Wetter die Inhaber an, putzen was das Zeug hält, dann wachsen Hecken und Sträucher rundherum alles schön zu und dann sieht man nix mehr. Diese CP's sieht man von einer anderen Seite wenn man zum Beispiel den Radweg von Echternach bis nach Wasserbillig fährt. Da führt der Veloweg durch die meisten dieser CP's und man kann die sonst von der Strasse aus nicht sichtbare Atraktivität dieser Plätze entlang der Sauer "von der richtigen Seite" sehen. Die Plätze sehen auch deshalb um diese Zeit so eklig aus weil alles Zeug was sonst auf den Parzellen verteilt steht , immer als Schutz vor Hochwasser auf höhergelegten Plätzen abgelegt wird.

Im Moment gibt es dort eh massive Störungen in und an der Natur weil am Wasserkraftwerk in Rosport seit Monaten massive Umbauarbeiten stattfinden und dadurch am Wasserstand der Sauer zwischen Echternach und Wasserbillig gefrickelt wurde. Die unkoordinierten Arbeiten zwischen den Betreibern des Kraftwerkes, dem Staat, den Umweltschutzbehörden, den deutschen Autoritäten, führten Anfangs letzten Jahres zu einer Ökokatastrophe bei der abertausende von Fischen und Krebsen entlang der Sauer eingingen weil die Pfeiffen einfach von einem Tag auf den anderen der Wasserstand dermassen drastisch reduzierten dass alle Lebewesen "erstickten". Deutsche und Luxemburger Feuerwehren und Umweltschützer waren wochenlang damit beschäftigt die Schäden zu zu minimisieren. Niemand fühlt sich bis heute dafür verantwortlich. Die Fischer sind bis heute ausser sich weil sie ihre Fische nicht selbst töten konnten.

In Diekirch gibt es auch das sehr interessante Kriegsmuseum über die Ardennenschlacht (wer's mag und wen's interessiert). Das Diekircher Bier ist übrigens auch eines meiner Lieblingsbiere, im besonderen das Diekirch Grand Cru, aber an der Brauerei ist nichts mehr Luxemburgisch, ist Interbrieuw und die wollten die Brauerei vor zwei Jahren ganz schliessen aber der Staat hats mal wieder gerichtet.

Bei den Weindörfern entlang der Mosel geb ich Dir zu 100% recht. Die Luxemburger haben das Problem alles tot zu renovieren, weil zu perfekt und alle Patina der Vergangenheit verschwindet unter den frischen Speisputzen und mit dem 1000%tigen renovieren verschwindet auch die Seele der Vergangenheit. Dann haben die nachfolgenden Generationen der alt eingesessenen Winzerfamilien plötzlich alle den Tick die Weintradition neu erfinden zu müssen und die urigen alten traditionellen Weinschänken werden durch Disneylandbunker aus Beton ersetzt weil man das "Drosselgassenimage" loswerden will. Aber gerade das lieben die Leute, diese alte Urigkeit und die gemütlichen Weinlokale. Ist fast wie in den 70er Jahren als die luxemburger Kirchen vom alten Mief bereinigt und "modern" gemacht wurden. Heute wird wieder alles sehr aufwändig in den Urstand zurückrenoviert.

Mit den Preisen in Lux ists wie in der Schweiz, eine Minderzahl der Bürger können alles zahlen und die anderen müssen leiden. Wenn alles was doppelt so teuer ist auch doppelt so gut wäre als in Deutschland, könnte man ja damit leben aber dem ist eben nicht so. Drum geht der Durchschnittsluxemburger zum konsumieren und geniessen nach Deutschland. Luxemburger Wein hat mir auch noch nie richtig geschmeckt und ich trink ihn nur wenn andere ihn zahlen, mein Weinherz schlägt Deutsch. Gibt viel mehr Vielfalt und Geschmack, durch die luxemburger Weine zieht sich ein und derselbe Geschmack in leicht geänderten Nuancen, so empfinde ich es jedenfalls, es gibt bei den einheimischen Weinen für mich kein "Aha-Effekt", nichts was sich besonders hervortäte, keine kleine Perle die man mal per Zufall entdecken könnte, so lala.

Es gibt in Lux. und das ist für so ein kleines Land absolut erstaunlich, über 100 Campingplätze und überwiegend richtig gute, der in Larochette ist einer jener wie ich ihn in der Hauptsaison als Halligallicamping für Familie mit Kindern bezeichnen würde. Die CP-Perlen gibts im Norden des Landes zu finden, auch dort meist an kleinen und grösseren Flüssen. Einer der schönsten und empfehlenswertesten ist der hier: http://www.camping-toodlermillen.lu//frame-germ.html Ein Wandergeheimtipp in Lux (für den hoffentlich nächsten Besuch bei gutem Wetter) ist ein Wanderweg der allerdings recht beschwerlich ist und nur bei trocknem Wetter begangen werden sollte, durchs "Syrdall" (das Tal des FLüsschens Syr) http://www.eurinfo.net/infoblocks/show?id=1563

Tut mir leid dass das fiese Wetter Euch den Aufenthalt so verleidet hat, aber gebt nicht auf


RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#4 von sunshine , 26.04.2012 19:20

Danke, Dieter, dass du meiner Anregung gefolgt bist und deine Luxemburg-Eindrücke auch hier geschildert hast.
Ich habe deinen Bericht interessiert gelesen, weil ich bisher noch keinen über Luxemburg gelesen hatte - ich "kenne" das Land quasi nur von Yves' Schilderungen...
Sicher hättet ihr euch für eure geplanten Vorhaben schöneres Wetter gewünscht, aber ich denke, ihr habt das beste daraus gemacht.
Und ihr könnt das Versäumte ja ganz spontan mal nachholen, wenn sich eine günstige Großwetterlage abzeichnet.

PS: Ein paar Freundinnen waren am Wochenende wandern - oben im Schwarzwald.
Die hatten am Sonntagmorgen leichten Schneefall bei 1 Grad.

 
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RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#5 von Rolf ( gelöscht ) , 26.04.2012 21:58

Zunächst "Danke!" für deinen Bericht, Dieter!

Ausgehend davon und durch Iris' Bemerkung habe ich mich gefragt, was ich denn von Luxemburg kenne außer durch Yves' Schilderungen . . .

Eigentlich Nixx:
Einmal haben wir von der Mosel aus einen Tagesausflug nach Lux-Stadt gemacht.
Und dann sind wir natürlich schon x-mal auf dem Weg nach F hindurchgefahren. Anfangs war das immer noch eine zeitraubende Angelegenheit: In Wasserbillig über die Brücke, tanken, in Senningerberg die Serpentinen rauf (oder runter), in Rood-sur-Sure stand man immer an der geschlossenen Bahnschranke, dann über breite Straßen durch Lux-Stadt, um dann wieder auf die Autobahn zu kommen. Heute geht's eine 3/4 Stunde schneller, sehen tut man nixx mehr, angehalten wird nur zum Tanken (dafür steht man dann an der AB-Tanke im Stau und verliert wieder eine 1/4 Std.)

Gruß
Rolf

Rolf

RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#6 von Gelöschtes Mitglied , 26.04.2012 22:44

Zitat von Rolf

in Senningerberg die Serpentinen rauf (oder runter), in Rood-sur-Sure stand man immer an der geschlossenen Bahnschranke,



Im alten Senningerberg, es gibt auch den neuen, der ist oben direkt nach den Serpentinen die in Wirklichkeit nur aus 2 Kurven bestehen, hab ich die ersten 19 Jahre meines Lebens verbracht. Das ist die Gemeinde Niederanven und in dieser Gemeinde, genauergesagt der Ortschaft Oberanven, hat auch meine grosse Lebensfreundin gewohnt und gelebt. Diese Gemeinde war damals ein einziges Kuhdorf mit Bauernbetrieben, heute ist es näher an die Stadt herangewachsen und gilt schon als Vorort zur Hauptstadt Luxemburg. Die europäischen Institutionen, der nahe Flughafen und das nahe Bankenzentrum haben diese Gemeinde Einwohnerzahlmässig explodieren lassen und kene andere Gegend in Luxemburg hat sich so schnell entwickelt wie diese eine der reichsten, wenn nicht die reichste Gemeinde Luxemburgs. In keiner Gemeinde Luxemburgs ist Bauland so begehrt und so teuer wie in dieser Gemeinde, der Quadratmeterpreis liegt bei 4850 euro momentan.

Die zwei Kurven die Du als Serpentinen in Erinnerungen hast haben auch eine bestimmte Bedeutung, die erste, die sich im Rücken des Senningerschlosses befindet wo alle Staatsbesucher hierzulande empfangen werden oder wenigstens mal kurz bewirtet werden, heisst "beim Trächelchen" das Trächelchen ist eine natürliche Quelle mit Trinkwasserqualität, die sich genau in der Mitte der Kurve befindet und an der heute ein Schild hängt dass es kein Trinkwasser mehr sei, aber es gibt immer noch genug Leute die dort Wasserflaschen füllen, wozu auch immer. Die zweite und letzte Kurve heisst "Harëmkéier" also in etwa "Herumkehre", dort sind seit bestehen des Automobils und auch schon mit Kutschen, die komischsten Unfälle passiert weil die Kurve so schnell "herumgeht" und sehr oft unterschätzt wird.

Du standest auch nie in Rood sur Sûre weil Sûre wäre die Sauer und in Roodt fliesst der Flüsschen Syr also standest Du an dieser Strecke an der berüchtigten Bahnschranke in Roodt/Syr die übrigens absolut harmlos ist und war, an der Verlängerung dieser Strecke nämlich in der Gemeinde Biwer, meiner jetzigen Heimatgemeinde seit über dreissig Jahren. An der Bahnschranke in Biwer konnte man einige Stunden am Tag stehen wenn man mehrmals durch die Otschaft Biwer fuhr, ein Taxiunternehmen das in der Gemeinde ansässig ist hat mal an einem Tag 3 Stunden Standzeit gezählt. Es war so schlimm dass man vor Jahren beschloss diese Bahnstrecke die von Luxemburg nach Wasserbillig richtung Trier führt, hier zu untertunneln und so wurde bei laufendem Betrieb der Eisenbahn hier in Biwer in vorzüglicher Ingenieursleistung ein Unterführung unter der Bahntrasse gebaut und die Bahnschranke war Geschichte, ebenso eine gute Einnahmequelle für die Polizei damals noch Gendarmerie.

Die wusste dass jeder der das Rotlicht an der Bahnschranke sah, noch Gas gab um koste es was wolle durchzukommen auch wenn die Schranke schon halb geschlossen war was einen so manche Radioantenne oder sogar Frontscheibe kostete. Und so postierten die Beamten sich regelmässig irgendwo in einer Garageneinfahrt um die Frevler einzukassieren. Wir waren auch öfters mal dabei. Ich selbst habe vor langer Zeit mal einen total besoffenen Autofahrer mitsamt Auto bei schon schliessender Schranke, vom Bahngleis gezogen weil der stehenblieb und sofort im Suff einschlief. Erst später wurdemir gewahr dass der Kerl selbst, damals noch, Gendarme war.


RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#7 von Gelöschtes Mitglied , 26.04.2012 22:58

Ah ja, noch ein kurzes Wort zum Senningerberg. Ich lebte dort in der rue des Romains also der Römerstrasse oder sagen wir mal einem Teil der Römerstrasse die von Lyon über Trier nach Köln ging. Namhafte Personen sind auf dieser Route gewandert und gereist was geschichtlich belegt ist, so auch der heilige Martinus, Bernhard von Clairvaux, der heilige Schetzel der nicht weit von Senningerberg knappe 5 Kilometer, als Einsiedler im Grünewald in einer Höhle gelebt hat, der heilige Willibrord usw. um nur einige zu nennen. Auf Teilen dieser Römerstrasse werden und wurden immer wieder Funde gemacht die von der "römischen" Geschichte zeugen und Zeugnis geben dass es sich tatsächlich um diese alte Handelsstrasse handelt. So sind auch im Besitz unserer Familie Bronze und Silbermünzen mit Abbildung eines römischen Kaisers die meine Oma während Gartenarbeiten auf unserem Familiengrundstück das heute noch immer in unserem Besitz ist, gefunden hat. Dieses Grundstück befindet sich auf der höchsten Stelle dieses Abschnittes und ich hatte immer das Gefühl dass gerade hier auf dem Teil des Grundstückes sich irgendwelche Gebäulichkeiten befunden haben müssen weil meine Oma und ihre Schwester auf dem Grundstück direkt daneben, öfters solche alten Zeugnisse gefunden haben.


RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#8 von morgenröte , 27.04.2012 11:47

@ Dieter, prima jetzt auch hier zu lesen. Ich war ganz erstaunt, dass ich an anderer Stelle noch rein konnte.

@ Yves, guck mal wo ich war im März. Habe Bilder gemacht, weil ich auch ganz bewegt war bei der Vorstellung wer hier wolhl schon lang fuhr. Damals gab es auch schon Wohnwagen .

[[File:ostern12132.jpg|none|auto]]

 
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RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#9 von HD , 27.04.2012 11:52

Also bei DER Spurbreite gingen damals NUR Längsbetten.
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RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#10 von Gelöschtes Mitglied , 27.04.2012 12:07

Ja, diese Römerstrassen zogen sich durch ganz Europa und werden teilweise heute noch genutzt. In Frankreich zum Beispiel erkennt man die Wege oft noch an uralten knorrigen Buchsbaumhecken oder regelrechten Buchsbäumen wie man sie sonst hier überhaupt nicht gewohnt ist wachsen zu sehn, wir kennen diese ja nur als kleine Heckchen oder Sträucher, die links und recht am Wegrand gepflanz wurden zum Schutz vor Wetterwiedrigkeiten. Relativ gut erhalten sind diese Wege nur weil auch noch Napoleon diese Wege überall von seinen Truppen benutzen und in Stand halten liess.


RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#11 von Rolf ( gelöscht ) , 27.04.2012 15:45

Zitat von steyr
Die zwei Kurven die Du als Serpentinen in Erinnerungen hast . .
Du standest auch nie in Rood sur Sûre weil Sûre wäre die Sauer und in Roodt fliesst der Flüsschen Syr also standest Du an dieser Strecke an der berüchtigten Bahnschranke in Roodt/Syr

Hast wohl Recht, Yves. Ich hab's einfach nach meiner Erinnerung hingeschrieben ohne mich per Karte zu vergewissern. Die Autobahn ist ja auch schon einige Jährchen fertig . . .

Apropos rege Bautätigkeit:
Wir sind ja bei jeder Lux-Durchquerung erstaunt, was alles neu gebaut wurde. Aber in einem Jahr war es ganz extrem: Ein neues Gebäude reihte sich an das nächste, wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus, was die Luxer in nur einem Jahr alles hochgezogen hatten. Es dauerte mehrere km, bis ich bemerkte, dass ich auf der AB Richtung Brüssel fuhr und am Croix de Gasparich (richtig so?) nicht Richtung Thionville/Metz abgebogen war.

Gruß
Rolf

Rolf

RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#12 von Gelöschtes Mitglied , 27.04.2012 20:50

Rolf ich kann das gut nachvollziehen, es gibt Strecken die ich einmal im Jahr fahre und dann staune ich immer wieder was sich in dem einen Jahr alles geändert hat. Der HAmmer aber ist das Plateau Kirchberg mit all den Banken. In meiner Jugend wurde dieses Teilstück von Senningerberg Richtung Lux/Stadt komplett neugebaut mit vielen Brücken, unter und Überführungen. Vor kanpp 10 Jahren dann erlebte ich wie all das abgerissen, rückgebaut, umgebaut wurde. Diese Millionen und Milliarden die damals in den 70ern verbaut wurden waren plötzlich alles nix mehr wert und Neues musste her. Es wird allüberall gebaut was das Zeug hält, aber man beachte, die luxemburger Baubranche ist in der Krise, ständig gehen alteingesessene Baufirmen Pleite und hunderte werden arbeitslos. Man kann und will es nicht verstehen. Mitten im Croix de Gasperich hab ich vor ein paar Tagen mit einem geliehenen Laster einen havarierten Laster im Hauptverkehrsgetümmel, abschleppen müssen. Das war Horror pur und obwohl die Stelle ordentlich abgesichert wurde, sogar von der Polizei kontrolliert, haben die Autos und vorbeifahrenden Laster sich nicht um unsere Sicherheit geschert und sind hupend und Fäuste schwingend vorbeigerauscht dass man sie auch ja nicht aufhält bei ihrer Raserei. Alles eine Welt für sich und ich weiss warum ich Autobahnen meide wie der Teufel Weihwasser.

Übrigens an die Urlaubsfahrer die demnächst unterwegs sind, dasselbe Spielchen wie letztes Jahr nur diesmal die andere Röhre. Der Tunnel Howald, Richtung Gaspericher Kreuz wird demnächst nun wieder teilweise geschlossen um die zweite Röhre zu renovieren, also wieder so wie letztes Jahr bei der ersten Röhre, sind massive Staus zu erwarten und man richte sich, um eine andere Strecke zu fahren um Richtung Frankreich oder Belgien zu kommen wenn man über die Trierer Autobahn Richtung Frankreich und Belgien fahren will. Aktuelle Info gibts hier, leider nur auf Luxemburgisch (was ein Schwachsinn) aber müsste auch für Deutsche verständlich sein beim lesen.

http://auto.rtl.lu/trafic/traficinfo/

Betreffend tanken auf luxemburger Autobahnen. Ich bin jetzt nicht 100% sicher aber letztens hat mir jemand erzählt dass die einzigen Stellen in Lux wo der Sprit ein paar Cent teurer wäre, die Autobahntankstellen sind. Keine Ahnung ob es stimmt oder eine "urban legend" ist, aber vielleicht lohnt es sich doch über Landstrassen durch Lux zu fahren und "auswärts" zu tanken.


RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#13 von HD , 27.04.2012 21:08

wenn "gespaart" = gesperrt ist, kann ich leidlich "folgen"
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RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#14 von Rolf ( gelöscht ) , 28.04.2012 13:31

Betr. Tanken in Lux:
Zu einem evtl. Preisunterschied kann ich nichts sagen, aber um den Stau an den AB-Tankstellen zu umgehen, haben wir zuletzt in Senningerberg (Ausfahrt Nr. 9 ) an einer ESSO-Tanke 200m neben der AB getankt. Kleine saubere Toiletten, Mini-Shop & Back-Shop sind vorhanden. Allerdings kein großer Raum für eine lange Rast......

Gruß
Rolf

Rolf

RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#15 von Gelöschtes Mitglied , 28.04.2012 19:12

Zitat von Rolf
Betr. Tanken in Lux:
Zu einem evtl. Preisunterschied kann ich nichts sagen, aber um den Stau an den AB-Tankstellen zu umgehen, haben wir zuletzt in Senningerberg (Ausfahrt Nr. 9 ) an einer ESSO-Tanke 200m neben der AB getankt. Kleine saubere Toiletten, Mini-Shop & Back-Shop sind vorhanden. Allerdings kein großer Raum für eine lange Rast......

Gruß
Rolf



Geheimtipp Rolf, Ausfahrt Potaschberg/Grevenmacher, dort direkt an der Ausfahrt bei Esso tanken, nicht erschrecken wenn dort viele LKW's stehen, einfach reinfahren und eine Säule ganz links ist immer frei, oder ein paar meter weiter Richtung Grevenmacher, von der AB-Ausfahrt ein Kilometer, dann zu Wolter direkt neben dem Einkaufszentrum COPAL-Grevenmacher. Dort Im Restaurant könnt ihr dann noch ganz gut Frühstücken, Kaffee und Kuchen, oder Mittagessen zu Euch nehmen. Die Woltertankstellen sind die einzigen in Lux die immer auf jedem Sprit billiger sind als alle anderen. Bei Wolter in Grevenmacher gibts auch keinen Tankstress weil ganz viele Tanksäulen und an den modernsten Zapfsäulen sind Bildschirme angebracht die dich während dem tanken mit lustigen Reklamen belustigen. In den Copalsupermärkten und Woltertankstellen, ebenso bei Esso Potaschberg gibts deutsches Personal und Du wirst in deiner Landessprache freundlich bedient. Bei der Esso Potaschberg gibts Backshop, jede Art von Essen, gute frischgemachte Pizzen, Einkaufsmöglichkeiten für das allernötigste, Zeitungen, Spirituosen usw. , Waschanlage, Toiletten mit Dusche, Autogas und und und. Richtiges Männerparadies, ich würd am liebsten dort leben.


RE: Mit dem Wohnwagen nach Luxemburg vom 15.04. –25.04.2012

#16 von Rolf ( gelöscht ) , 28.04.2012 20:20

Danke, Yves!

Gruß
Rolf

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