RE: Steyr Frankreich-Tour März 2012

#76 von daf43 , 19.03.2012 16:29

Zitat von steyr

Zitat von daf43
Es gibt dort - man wirds kaum glauben - auch "normale" Menschen, lieber steyr. .



Oooooch, mach mir doch nicht immer meine schönen Vorurteile kaputt.







Da machen die anderen bei mir auch immer, da sind wir also schon zwei

 
daf43
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RE: Steyr Frankreich-Tour März 2012

#77 von Gelöschtes Mitglied , 19.03.2012 18:54

Noch ne kleine Geschichte über unseren Besuch in Gordes, da wo es den geheimnisvollen Schnappsladen gibt wo man die ungewöhnlichsten Spirituosen findet. Schade dass der Keller unter dem Palast noch geschlossen war, ich hätte gerne gesehn wo der der Saint Firmin sich so herumgetrieben hat. In Gordes waren wir ganze zweimal, wegen der Sache mit der vollen Speicherkarte. Dort sind wir zum Essen bei Aurore und Michel eingekehrt. Aurore war wie ihr Name, einfach zauberhaft, sie sah in etwa so aus wie Laura Dern, wer die nicht kennt, hier mal so als Gedächtnisstütze. http://static1.purepeople.com/articles/2...ern-637x0-2.jpg
Aurore war nur in alle Richtungen etwas "fleischiger", ich kanns nicht anders beschreiben, sie war halt ne Augenweide. Aurore und ihr Mann Michel führten den Laden gemeinsam, das heisst dass es wohl so geplant war aber der gute Michel schäckerte ständig vor und neben dem Lokal mit anderen Weibern rum und die gute Aurore zog mit ihrer Erscheinung halt die männlichen Gäste an. Also die perfekte Arbeitsteilung. Aurore kann nicht kochen, dafür kann ihr guter Michel, ein begnadeter Barista, aber den besten Cappuccino zaubern. Man muss allerdings sehr viel Zeit mitbringen denn bis die Höllenmaschine auf der er virtuosen Kaffeegenuss zaubert erst in Fahrt ist, kann etwas Zeit ins Land gehn.

Die Tagliatelle die Aurore komplett salzlos servierte aber dafür in einem herrlichen Olivenöl badend und mit ein paar Streifen Schinken und bestem Parmesan serviert, war nur deshalb zu essen weil eben feinste Zutaten und Waren verarbeitet wurden und das ganze eben von Aurore und ihrem Lächeln serviert wurde. Man musste das ganze sorgsam und gut eingeteilt essen um aus den Geschmäckern der verschiedenen Beilagen zusammen etwas geschmackvolles im Mund zu haben. Mir gingen aber Schinken und Parmesan aus und so musste ich leider ein paar Nudeln liegenlassen die ich ohne den Geschmack von Schinken und Parmesan einfach nicht mehr bewältigen konnte. Die schöne Aurore war entsetzt und vermutete wohl dass etwas nicht stimmte da ein Kerl meines Kalibers nicht aussähe als würde er auch nur eine einzige Nudel auf dem Teller übriglassen. So schauspielerte sie und machte auf entsetzt als würde das ganze an ihrer Kochehre zehren.

Als sie dann zum Tisch kam und ich zwei Cappuccino bestellte fragte sie ob wir den mit aufgeschäumter Milch wollten oder mit Sahne. Da es kein schockierenderes Erlebniss gibt für einen Cappuccino-Liebhaber als zuzusehn wie jemand eine Sprühdose mit künstlicher Schlagsahne aus dem Kühlschrank nimmt, diese schüttelt und dann mit Inbrunst in die Tasse Kaffee hineinspritzt um dem ganzen noch eins draufzusetzen indem er obendrauf Nesquik streut, sagte ich natürlich "mit aufgeschäumter Milch". "Ah", sagte die blonde Krönung der Schöpfung, "dann hol ich Michel, meinen Mann, der macht den besten Cappuccino der Welt". Als mir dann Michel gewahr wurde, dachte ich so bei mir "es kann nur sein dass Aurore eine grosse Leidenschaft für guten Kaffee hat und Michel sie damit wohl verzaubern konnte. Eine blinde Sau findet also auch manchmal eine Eichel, auf der Schönheit Michels kann diese Beziehung jedenfalls nicht basieren. Aber wollen wir nicht lästern, wegen meiner Schönheit hat mich Rita wohl auch nicht geheiratet.

Michel legte sich also seine Baristaschürze an, drehte hier an einem Ventil, legte dort einen Hebel um und dort zischte es und hier entwich Dampf. Aurore sah ihm bewundernd zu und man konnte dann doch an ihrem Blick feststellen wieso dieser Mann an diese Frau gekommen ist. Michel geriet kurz ins schwitzen und wirbelte an der Kaffeemaschine hin und her, mal schepperten die Tassen dann wieder die Löffel, mal verkrampfte sich sein Gesicht um sich dann wieder in einem Lächeln zu entspannen. Derweil Aurore immer noch bewundernd daneben stand und einen Ausdruck im Gesicht hatte als wäre sie hier und jetzt bereit gewesen von Michel genommen zu werden, hätte es keine Kunden im Laden gegeben und wäre die Tür nicht sperrangelweit aufgestanden. Dann plötzlich waren Aurore und Michel wieder zugegen in dieser Welt und vor ihnen standen zwei durchsichtige gläserne Tassen Cappuccino in denen in verschiedenen Schichten diverse Kaffeefarben sich wellenförmig bewegten und diese mit einer Milchschaumkrone gekrönt waren die an Stabilität noch nie gesehen ward.

Oben auf dem Schaum war ein palmenförmiges Muster mit Kakao aufgepudert und gezeichnet und so gelangte Michels Kreation dann von einer stolz lächelnden Aurore serviert vor unseren Nasen. Der Schaum hielt sogar dem Druck von zwei Stück Zucker halt und es dauerte Minuten bis der Zucker es schaffte durch diesen Milchschaum durchzubrechen. Die ganze Kreation war so heiss dass man fast eine halbe Stunde an einem cappuccino sitzt und ihn solange Schluck für Schluck geniessen kann. Während Aurore also immer noch den ankommenden Gästen verriet dass der dicke Mann dort hinten in der Ecke 8einhalb Nudeln nicht gegessen hatte und diese sich jeweils entsetzt und mit Abscheu von mir abwendeten, stand Michel schon wieder bei der nächsten Nachbarin vor der Tür und schäckerte so vor sich hin. Wie klein die Welt ist konnten wir dann noch beim zahlen feststellen als Michel uns fragte wo wir herkämen. Wie immer reagierten wir gespielt empört weil man uns wieder für Holländer hielt (allein schon die Tatsache dass ein Holländer nie eine Nudel liegenlassen würde die er bezahlt hat) eröffneten wir ihm dann dass wir Luxemburger wären. Wobei er dann gleich darauf meinte "Ah Luxemburg, meine Schwester wohnt und arbeitet in Esch sur Alzette in Luxemburg".

So verliessen wir also schweren Herzens die schöne Aurore und Michel (der hoffentlich weiss welches Glück er hat) und kehrten an dem Tag müde und glücklich zurück auf den CP in Apt, wo wir bei jedem Rülpser den zähen Geschmack von Aurore's Nudeln im Mund hatten, beim nächsten Rülpser dann aber Gott sei dank wieder Michels Cappuccino in Erinnerung hatten. Es war wieder ein sehr guter Tag.


   

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