RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#1 von Kast , 05.06.2011 23:53

...vom Erzgebirge zur Ostsee und zurück bis zur Rhön

Nach 31 Tagen unterwegs sind wir von einer Rundreise durch einen Teil Deutschlands wieder zu Hause angekommen. (Hätten wir gewusst, dass es unseren Hund so bald nicht mehr geben würde, dann wäre unser Ziel wohl Frankreich geworden. So jedoch planten wir einen Urlaub in Deutschland, um uns bei einem evtl. notwendigen Tierarztbesuch deutsch verständigen zu können.)

Für die ersten Tage war ein Verwandtenbesuch geplant. Wir fanden in deren Nähe den Campingplatz Stausee Oberwald (http://www.stausee-oberwald.de/?nav=3&url=camping.htm). Mit den Verwandten besuchten wir ein Museum in Annaberg-Buchholz (http://www.manufaktur-der-traeume.de/) sowie das Horchmuseum in Zwickau (http://www.horch-museum.de/).

Danach war unser nächstes Ziel der Campingplatz in Schlaitz (http://www.heide-camp-schlaitz.de/) in der Nähe des berüchtigten Bitterfeld. Doch die Zeiten wo dort die Luft zum Schneiden war, die sind vorbei. Alles wunderbar grün. Die Dreckschleuder von einem Kohlekraftwerk ist schon länger stillgelegt und andere Umweltsünder wohl auch. Von dort aus besuchten wir Wittenberg, Dessau, Leipzig, Torgau und den schönen Landschaftspark von Wörlitz sowie den kleinen Ort Oranienbaum.

Nach ca. einer Woche sind wir dann nach Werder (http://www.campingplatz-riegelspitze.de/) in der Nähe von Potsdam weitergefahren. Dorthin kamen unsere Bekannten nach. Mit ihnen haben wir jeweils einen Tagesausflug nach Berlin sowie eine Stadtrundfahrt in Potsdam gemacht. Unsere Bekannten sind fleißige Radler und haben Potsdam dann alleine mit dem Fahrrad erkundet. Wir hatten zwar auch die Fahrräder dabei, jedoch bin ich ja noch nie eine gute und sichere Radfahrerin gewesen und muss mich nach einer 15 Jahre langen Pause erst wieder daran gewöhnen. Fahrten durch den Stadtverkehr sind auf jeden Fall bei mir (noch) undenkbar. So haben wir vieles mit dem Auto erkundet.

Nach einer Woche fuhren wir alle weiter an den Schweriner See. In Schwerin war vor einigen Jahren eine Gartenschau, die hat mich auf den Ort neugierig gemacht. Also haben wir Schwerin Stadt und Schloss besucht und von unserem Campingplatz (http://www.seecamping.de/) noch Ausflüge an die Ostsee gemacht. Die Hansestadt Wismar war das Ziel sowie das Seebad Boltenhagen. In Boltenhagen gab es die Möglichkeit mit einem kleinen Bähnchen an den höchsten Punkt der Steilküste zu fahren. Der Fahrer erzählte uns wie die Küste zur DDR-Zeit damals bewacht wurde und dass sehr viele, die über die Ostsee flüchten wollten, dort gestorben sind. Ja, der Osten zeigt einem auch oft noch die negativen Seiten der jüngerem Geschichte unseres Landes. Ein Ausflug nach Güstrow war auch noch möglich.

Auf der Rückreise wollte ich dann noch die Stadt Celle kennen lernen. Auf einem Campingplatz in der Nähe (http://www.campingplatz-winsen.de/) blieben wir zwei Tage, um Celle anzuschauen, mein Mann kannte die Stadt von seiner Zeit im Außendienst. Diejenigen, die Celle kennen, werden es bestätigen: Es ist eine wunderschöne Stadt. Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern ist komplett erhalten. Die Fassaden der Häuser sind interessant gestaltet.


Unsere letzte Station auf der Heimfahrt war der Campingplatz in Hünfeld (Praforst) (http://www.knauscamp.de/). So oft sind wir früher auf der A 7 an Fulda vorbei gefahren. Nun wollten wir die Gelegenheit nutzen, die Stadt kennen zu lernen. Ein weiterer Ausflug galt dem Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld (http://www.zuse-museum-huenfeld.de/). Ein anderer Ausflug führte uns zum höchsten Berg Hessens, der Wasserkuppe. Wir hatten bei schönem Wetter eine gute Sicht, nur der Wind war kräftig. Einen kleinen Abstecher machten wir noch nach Schlitz, das auch als das "Rothenburg" Hessens gilt. Ist aber wesentlich kleiner, aber in seinem Kern vollständig erhalten.

Die letzten 250 km nach Hause waren dann schnell überwunden und so hat uns der Alltag wieder.

Und hier gibt es nun die versprochenen Bilder:

Bilder

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#2 von Hadde ( gelöscht ) , 06.06.2011 09:35

Danke Karin, für deinen Bericht!
Eine Reise die uns auch reizen könnte.
Deutschland ist besser als sein Ruf

Grsl Hadde

Hadde

RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#3 von Michi ( gelöscht ) , 06.06.2011 17:48

Hallo Karin,

auch von mir ein Dankeschön für den informativen Reisebericht.
Ich stimme Hadde zu, auch in Deutschland lässt sich gut Urlaub machen.

Italien, Südfrankreich etc. hört sich alles gut an, manche kennen sich sogar dort besser aus als im eigenen Land
Es ist aber so wie im Ausland, wer recherchiert und sich für die zukünftige Urlaubsregion interessiert wird hier wie dort was lohnenswertes finden.

Eine Zeit lang hatte ich die "sprachliche Barriere" im Kopf als Alleinreisender. So fuhr ich eben im deutschsprachigem Raum in Urlaub.
Da es mit anderen Sprachen (außer Englisch) bei mir nicht sehr weit her ist, hat es dann natürlich Vorteile.
Die letzten Aufenthalte in Italien und Frankreich zeigten aber, dass es auch ohne Sprachkenntnisse funktioniert, nur mit der zwischenmenschlichen Uterhaltung klappt das halt nicht.

Aber es ist ja egal aus welchem Grund man in Deutschland seinen Urlaub verbringt, hauptsache ist, man tut es

Gruß Michi

PS: Ich wohne in einer Urlaubsregion und fahre doch so oft wie möglich weg.
Das ist halt der Suchtrieb nach was anderem als die restlichen Tage "zu Hause".

Michi

RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#4 von Gelöschtes Mitglied , 06.06.2011 22:09

Ich sags ja schon immer, Frankreich ist die wilde Schöne und Deutschland die Diva unter den Urlaubsländern. Der Gegensatz zwischen den beiden Ländern ist es der uns ständig diese beiden bereisen lässt. In Frankreich fühl ich mich wohl, in Deutschland fühl ich mich wohl und heimisch, auch wenns nicht mein Vaterland ist. Deutschland steht als Urlaubsland und als Lebensmittelpunkt jedem anderen Land in nichts nach und es gibt immer wieder neues zu entdecken.


RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#5 von Winni , 06.06.2011 22:25

Danke für diesen schönen Reisebericht. Mein reden! Ich war grad auf einem Camper-Treffen, hab auch den Steyr kurz gesehen, und auf der Rückfahrt habe ich hinter Frankfurt die Autobahn schon wieder verlassen, und bin rund 250 km auf kleinen und kleinsten Landstrassen nach Hause gefahren, und es waren tolle Gegenden und wunderschöne Landschaften. Selbst mit einer kleinen Fähre sind wir noch übergesetzt, hatten keinerlei Stau aber ganz viel Reisefeeling. Für 320 km brauchten wir und 5,5 Stunden und waren nur eine Stunde langsamer als zwei unserer Söhne, die mit dem Cabrio auf der Bahn gefahren waren....und drei fette Staus hatten. Sie waren völlig genervt, wir waren völlig entspannt........

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#6 von Gelöschtes Mitglied , 06.06.2011 22:41

Zitat von Winni
Für 320 km brauchten wir und 5,5 Stunden ........



Siehst Du und uns lachen sie immer aus wenn wir durch Deutschland gurken und für 250 Km 8 Stunden brauchen, es gibt halt viel zu sehn in Germanien.


RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#7 von Kast , 06.06.2011 22:46

Danke für Euer Echo. Eine positive Reaktion ist für eine etwas schüchterne Person wie ich es bin wichtiger als Ihr vielleicht denkt.
@ Yves
Den Begriff Diva würdest Du für das Deutschland, das ich teilweise im Osten vorgefunden habe nicht verwenden. Es waren für mich gemischte Gefühle, als ich die teilweise recht gut sanierten Innenstädte sah. Der Kontrast zu den verfallenden Gebäuden, die aus den verschiedensten Gründen noch auf ihre Sanierung warten ist schon krass. Man merkt auch, abgesehen von Berlin und Potsdam, dass der Osten sehr dünn besiedelt ist und unter der Abwanderung leidet.
Trotzdem hat manches, weil es einen Dornröschenschlaf schlafen durfte, seinen besonderen Reiz behalten.
Ich hätte gerne Bilder hinzugefügt. Jedoch haben wir zu viele (über 800) gemacht, das Auswählen auch nur von vielleicht acht wäre jetzt zeitlich nicht möglich. Vielleicht füge ich sie zu einem späteren Zeitpunkt noch an.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#8 von morgenröte , 07.06.2011 08:55

Ein Reisebericht über einige Ecken,die wir auch kennen. Für uns sind es eher Tagesziele und trotzdem haben wir einiges auch schon mit Wohnwagen gemacht. Celle hat wirklich Charme und kann tolle Feste organisieren, dort waren wir mal auf dem Rückweg von Stove zum Schloßfest. Man soll wirklich auch mal in der näheren Umgebung hinsehen.

Wir haben auch schon mal 4 Std nach Bad Harzburg gebraucht, obwohl man in 54 km am CP Göttingerode sein kann.

Gruß Andrea

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#9 von tomruevel , 13.07.2011 22:42

Moin,

danke für den schönene Reisebericht.

Wir sind gerade zurück von 10 Tagen in Thürungen, Sachsen-Anhalt.
Bestätigen können wir durchaus die schönen Landschaften, die herausgeputzten Städte mit den Seitenstraßen wo noch nicht renovierte Gebäude einen morbiden Charem versprühen. Was uns insgesamt gefällt.

Was uns aber bei den seltenen Urlauben im eigenen Land auffällt und einfach nur nervt ist die allgegenwärtige Hektik. Überall ist jemand der es eilig hat und drängelt.
Hinzu kommt dann noch, dass man wirklich in dem kleinsten Dorf, an der kleinsten Sehenswürdigkeit für´s Parken zahlen muss. Teils absonderlich hohe Tarife, die in keinem Verhältnis zur Aufenthaltsdauer stehen.
Dass teilweise keine Ermäßigungen für Familien/kleine Gruppen/Rentner/Schwerbehinderte gewährt werden.
Dann fällt das fast vollständige Fehlen von Campingplätzen schon gar nicht mehr auf, wo man für unter € 20,00 nächtigen könnte.
Und kW/h Preise von € 0,75 auch nicht mehr.

Das ist es was wir vor allem in Frankreich finden und lieben.
Die Dörfer laden durch kostenlose Parkmöglichen Besucher ein dort zu verweilen. Dito mit den preiswerten Municipals.
Sehenswürdigkeiten bieten teilweise Nachlässe bis hin zum kostenlosen Eintritt für bestimmte Gruppen.
Das ganz garniert mit einer gewissen Gelassenheit.

Und in beide Richtungen fahren wir etwa 350km...........

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#10 von Cochise , 13.07.2011 23:01

Ich möchte das hier wohl ein wenig "entschärfen"!
Ich bin des öfteren mit Acsicard und Campingcheque unterwegs und das bietet natürlich eine günstige und dennoch gute Übernachtungsalternative in Deutschland.
Klar ist Frankreich als Camperland eine gute Adresse, dennoch ist Deutschland mit seine Diversität an Zielen und kulturellen Möglichkeiten trotzdem ein günstiges Reiseland.
Vielleicht sehe ich das als Belgier, obwohl ich schon 36 Jahre hier wohne, etwas anders als die "Aborigines" hier, kann aber durchaus bezeugen dass nicht nur der Fußball Deutschland zu einem attraktiven Reiseland macht!

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#11 von Kast , 13.07.2011 23:11

@tomruevel
danke. Ein Reisebericht von dir über Thüringen und Sachsen-Anhalt würde mich auch interessieren.

@ cochise
Ja, wo es möglich war, haben wir die Acsi-Card genutzt. Die Kosten hielten sich so in Grenzen.

@ all
Deutschland ist schön. Frankreich hat für uns Charme. So gesehen verstehe ich tomruevel.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#12 von tomruevel , 13.07.2011 23:21

Moin,

gut das mit dem Reisebreicht kann ich noch machen.

Die ACSI Rabattkarte klappt in Deutschland eher mäßig.
Weil nur recht wenig Campingplätze da mit machen und zusätzlich die Zeiträume sehr eingeschränkt sind.
In manchen Gegenden bildet man sich ein, von März bis Oktober Hauptsaison haben wollen (und eben auch die enstprechenden Preise verlangt).

Angebot aus ACSI:
Eurocampings/Rabattcampings
Deutschland: 1109/2332
Frankreich: 2548/801
Niederlande: 924/328

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#13 von Cochise , 13.07.2011 23:50

Da hast du recht tomruevel!
Hier kann ich nur bezeugen, dass nicht jeder Platz im ACSI-Katalog auch einen ACSI-Rabatt gewährt!
Es gibt einen ACSI-Campingführer und eine ASCI-Campingcard mit eigenem Campingverzeichnis!
Ist schon ein Unterschied.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#14 von HD , 13.07.2011 23:53

Hallo - ich geh mit der Meinung von Thomas d'accord. Ich war gerade ne Woche im Chiemgau und habe etwas im Geiste verglichen - bei den knapp 600km wäre ich auch beispielsweise in Savoien gewesen oder den Cevennen -
Nichts gegen den Chiemgau, eine schöne Landschaft, nette und geschäftstüchtige Leute. Meine Frau zahlte beim "Boadwirt" (Badwirt im Strandbadrestaurant) in Tettenhausen für ein Glas (0,25l) LEITUNGSwasser 50 Cent, ein halber Liter kostete einen Euro.(Tettenhausen ist nicht München und auch nicht Ruhpolding, Altötting oder Reit imWinkel, sondern ein Dörfchen - etwa wie tuntenhausen oder? Martin -
Das habe ich in einem französischen Restaurant bisher immer für UMME bekommen.(Leitungswasser in Karaffe) Daher fahre ich lieber von mir aus nach Westen, als nach Süden.
HD
ps. der Platz in Tettenhausen war auch ein ACSI gelisteter Platz - allerdings war seit 1.6. Hauptsaison. und als ich die ACSI-Karte vorzeigte, meinte der Platzwart, dass die Preise darauf nicht für seinen Platz gelten würden. Geschäftstüchtig eben - die Bayern.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#15 von Tscharlie , 14.07.2011 06:47

Hallo HD,

schade wenn man sich von einem Glas Leitungswasser für 50 Cent den Urlaub verderben läßt.

Tscharlie

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#16 von tomruevel , 14.07.2011 09:50

Moin,

das Glas Leitungswasser hat wahrscheinlich das Faß überfüllt.

Es sind oft die kleine Nuancen, ständig vorhanden, die dann zu viel werden.
Und nicht die einzelne Begenbenheit.

Den einen Hektiker im Supermarkt bekomme ich schon ausgebremst.
Aber nicht eine ganze Horde.
So als Beispiel.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#17 von daf43 , 14.07.2011 09:54

Hallo,
das mit dem unverschämten Parkgebühren überall hat mich in Neudeutschland auch verärgert und dazu kommt meist noch eine saftige Kurtaxe vor Ort.

Nun, in Deutschland hat sich tatsächlich vieles geändert. Wenn man früher außerhalb derTouri-Orte unterwegs war, ist man irgendwie als "Störenfried" aufgefallen. Heute hat auch das kleinste Kaff ein Touristenbüro mit netten Unterlagen. Da sind noch viele versteckte Schönheiten zu entdecken.
Wie gut, dass wir in der Jugend all die "fernen Länder" bereist haben, so können wir heute Deutschland genießen und noch oder wieder Neues entdecken.

Aber bei allem Lob für Deutschland, wer dem Reiz von Frankreich, Italien, ja, auch Spanien usw.. noch nicht erlegen war, ich glaube, dem fehlt doch etwas.
Und so werden wir uns auch weiterhin in ganz Europa herumtreiben, dabei mehr selektieren, indem wir nur noch die wirklich schönen Stellen anfahren.

Ach ja, HD, das Leitungswasser. Dafür sind dann in Froooonkreisch Cola, Bier, Pastis usw. im Restaurant gleich doppelt so teuer wie in Deutschland. Die Gesamtsumme macht's.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#18 von Hadde ( gelöscht ) , 14.07.2011 10:12

Zitat von daf43
indem wir nur noch die wirklich schönen Stellen anfahren.




Das ist so eine Sache. Als ich noch Camper war und umher zog fand ich die wirklich schönen Stellen eher zufällig. Einen See in Schweden, dessen Namen ich nicht eroiert habe, nicht einmal weiß ob es einen gibt.
Oder ein munters Bächlein in der Provence.
Die beschriebenen, nachlesbaren Stellen waren mir häufig zu schön mit anderen Schönheitssuchern belagert, oder ich wußte nichts von ihnen. Bin in Schweden damals in einem kleinen Dörfchen gelandet und wunderte mich , dass dort noch andere Urlauber waren - Lönneberga wars zur Freude meiner Frau und der Kinder.Meiner natürlich auch. Ich erfuhr dort, dass der Michel gar nicht Michel heißt sondern EMIL. Das weiß ich bis heute. So hat mir der Zufall neue Erkenntnis gebracht. Oder wir bemerkten erst, dass wir Dalarna durchquerten als uns die bunten Holzpferde überall am Wegesrand auffielen.
Aber meine Urlaube dienten auch mehr dem Tapetenwechsel und der Trödelei. Alles andere habe ich im Alltag.
Ich bewundere aber diejenigen, die eine reise planen und zur Wissenserweiterung über Land und Leute nutzen und dann tolle Reiseberichte darüber schreiben.
Wäre ich im nächsten Leben wieder Camper wären wohl HD oder Iris meine großen Vorbilder. Alle anderen Reiseberichtschreiber lese ich natürlich auch und erfreue mich daran.

Grsl Hadde

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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#19 von HD , 14.07.2011 13:58

Werter Friesenheimer Nachbar, Cola und Bier trinkt wohl kaum ein Franzose zum Essen, sondern Wein und LEITUNGSwasser (das Wasser gegen den Durst, den Wein für den Genuss.) - Der Wein (kein Spitzengewächs) ist noch recht günstig, günstiger jedenfalls als der Wein (kein Spitzengewächs) in der Pfalz. Das Wasser, wie gesagt, für Umme. Man braucht auch keinen Wein zum Essen zu bestellen, man bekommt aber immer Wasser für Umme dazu. (wenn man fragt) (Mineralwasser trinken fast immer nur Deutsche, DAS Wasser kostet etwas)
Und trinkt man Wasser und Wein, lässt Cola und Bier, ist Froongreisch darin nachgerade billig zu nennen. (jetzt gibts aber auch Bier (Karlskrone, Bergadler etc) dort im Lidl für 33 Cent der halbe Liter - Deutsches Bier nach deutschem Reinheitsgebot (für sparbewusste deutsche Urlauber).
Ach ja, Pastis ist in einer franz. Bar immer noch billiger als hierzulande im Restaurant - letztens hab ich einen in Rodemack getrunken - 1,60 Euro (wasser dabei war für Umme. Frag mal hierzulande nach dem Preis im Restaurant.
Gruss HD

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#20 von daf43 , 14.07.2011 15:46

Hallo HD,
der Franzose in mir akzeptiert zwar das stille Leitungswasser für andere, aber der Deutsche in mir braucht echtes Sprudel (Carola). Da wir meistens mittags essen gehen (außer bei "fein"), verzichtige ich oft (na, manchmal, aber Carola dazu) auf den Wein, da ich meist noch fahren muss und da ist Cola als Abwechslung zum Dauerwassertrinken bei der Hitze ganz angenehm.

Wir haben übrigens bei unserem Urlaub am Simssee/Chiemsee im Juni immer deutlich niedrigere Restaurantrechnungen gehabt als sonst in Frooonkreisch. Trotzdem fahren wir im September natürlich wieder nach F, es wird wieder Zeit nach einem langen Jahr Pause.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#21 von daf43 , 14.07.2011 15:52

Hallo, Hadde
mit den wirklich schönen Stellen sind nicht die Reiseführerstellen gemeint, sondern die Plätze, die wir - gesucht oder zufällig gefunden - als "schön" beurteilt haben. Nach vielen Jahren ist so eine Liste der "schönen Plätze" entstanden, die wir jetzt genüsslich bereisen wollen.

Natürlich planen wir vorab für eine längere Reise auch touristische Höhepunkte ein, lassen uns dann unterwegs aber treiben.
Früher sind wir oft ganz ohne Planung gefahren (das klingt halt viel lässiger), haben trotzdem nette Gegenden und Plätze kennengelernt, sind aber genau so oft an den wirklich schönen Stellen unwissend vorbeigerauscht und haben uns bei einem späteren Besuch geärgert, dass wir das nicht schon früher gesehen haben.

Gerade als ich im Beruf stark eingespannt war, hat mir die Vorplanung eine Entspannung gebracht und die vielleicht anstrengende Gestaltung der Reise hat mich besser abgelenkt und dadurch "geheilt", wie wenn ich im Urlaub einfach vor mich hin gedöst hätte.

Aber jeder hat seine Vorlieben, die man besonders beim Camping ja pflegen kann.

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#22 von HD , 14.07.2011 17:13

Mir fehlt in Deutschland etwas die Herausforderung, mich einem anderen Land anzupassen, hier geht alles leicht, man beherrscht die Sprache perfekt, alles ist geregelt, man braucht nichts nachzufragen, kann alles lesen und verstehen und spätestens um 18 Uhr wird zu Abend gegessen.
Anders ist es in Frankreich, ich muss dort mehr "leisten", muss mich mit der fremden Sprache auseinandersetzen, muss wieder Vokabeln nachschlagen, Redewendungen, muss fragen und kann oft nicht direkt verstehen, neu fragen. Hab ich dann verstanden, freue ich mich darüber, gehe ich abends essen, tue ich das nicht von 19:30 Uhr - das mag zwar ungesund sein, allein, ich muss mich anpassen oder selbst das Essen zubereiten. Ich hab einen ganz anderen Rythmus als zu Hause. Sogar die Strassen fahre ich lieber als zu Hause, denn auch Nationalstrassen oder Departementstrassen haben oft sehr schöne Rastplätze, oft auch schön gelegen - so eine "aire de repos" anzufahren und zu entspannen kann man praktisch auf fast allen Strassen in Frankreich - die Rastplätze sind viel häufiger und oft viel schöner als hierzulande, in der Regel auch nicht so zugemüllt. wie Rastplätze an unseren Autobahnen und Bundesstrassen, die zumeist sehr dicht an der Strasse liegen, das ist oft in Frankreich anders.

Und wenn ihr mal durch die Gemeinden in Frankreich fahrt, achtet mal auf Schilder wie "aire de repos", sie führen euch oft an den Ortsrand, zu Weiheranlagen, Waldrändern - es lohnt den Schildern nachzufahren, will man etwas vom Fahren entspannen.

Andererseits - hmm, in Deutschlan - in Taching, (das liegt am Tachinger See, angrenzend an den Waginger See im Chiemgau.)
Wir machten eine längere Wanderung von ca.15km und ich war hungrig, hatte Lust auf einen dunkeles Weissbier und ne Brotzeit. Es war 14 Uhr Donnerstag - alles geschlossen in Taching, auch die Restaurants.. Das "Restaurant Strandbad" hatte geöffnet, durchgehend bis 19 Uhr warme Küche, man konnte draussen unter Dach auf der Veranda sitzen - und was musste ich lesen: "Das Betreten dieses Grundstücks mit Hunden ist verboten" - "Der Seerundweg führt außerhalb unseres Grundstücks vorbei".
Tja, zugenommen hatte ich an diesem Tag nicht, und blieb etwas durstig bis 1,5 Stunden später - Ich wüsste jetzt auf Anhieb nicht, wo in Frankreich ich schon solches für eine Aussenterrasse las, den Chien betreffend.
Gruss HD

na ja, vielleicht hab ich einfach ein Anarchiegen für Deutschland zuviel geerbt. ich halte es da mit Heinrich Heine und seinem Gedicht: "Erinnerung an Krähwinkels Schreckenstage"

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#23 von felix552 ( gelöscht ) , 14.07.2011 17:58

Hallo,
wir lieben mittlerweile, die deutsche Campingwelt und wollen diese intensiver erkunden.
++
Wir haben im Ruhestand 1 Jahr bei Select Camp in Korsika und 3 Jahre bei Gebetsroither ind der Tsokana und Adria jeweils ein Vermietcamperdorf geleitet.
immer fuer 7 Monate im Jahr.
Die Franzosen auf Korsika waren Schweine im wahrsten Sinne des Wortes, bei den Italo nur im ersten Jahr den grossen Hammer hervorgeholt und gezeigt
wo der Bartel den Most holt man war zwar dann "Generalissimo" aber es hat gewirkt und die Wiederkommer im nächsten Jahr waren immens.
+
Man gewöhnt sich, zumal meine Holde fliessend französisch und beide fliessend italienische können, sehr gut an die Mentalitäten und Lebensgewohnheiten,
aber irgendwann ist genug.
Das heisst nicht das die Länder ad acta sind nur sind mir die Kosten einfach mittlerweile zu hoch geworden im Vergleich zur Leistung.
Länder wie der ehemalige Ostblock und der Balkan sowieso nicht.
Felix

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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#24 von donalfredo , 18.07.2011 23:25

Was man bei Preisvergleichen nicht vergessen sollte, wenn tomruevel die deutschen Preise kritisiert:

der französische Steuerzahler finanziert deine preiswerte Municipal-Übernachtung mit, denn von dem Betrag, den du in Frankreich auf manchen Plätzen bezahlst, würde ich keinen Campinplatz betreiben wollen.
Oftmals keinen Laden, meistens kein Restaurant - wovon bitteschön sollen Betriebskosten bestritten werden - von 8 €uro Übernachtungsgebühr, dafür sieben mal das Klo benutzen, elektrisch heizen und kochen und den Wassertank auffüllen?
Natürlich habe ich schamlos übertrieben, aber die Rechnung wird trotzdem relativ realitätsnah sein.
Wenn ich jedenfalls die jährlichen DCC-Vergleichspreise lese, dann rangiert Deutschland unter den allerbilligsten und Frankreich mittlerweile unter den teuersten Campingnationen - 20 Quadratkilometer großen Schwimmbadorgien sei Dank ...

 
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RE: Statt Frankreich - Deutschland...

#25 von tomruevel , 19.07.2011 00:36

Moin,

das habe ich nicht vergsessen.
Der Steuerzahler mag in F da schon seinen Teil mittragen.
Aber wir gehen in dem Dorf garantiert 2 Mal zum Bäcker, evtl. ins Restaurant und auch in den großen Supermarkt irgendeiner Kette (das große Geld bleibt vielleicht nicht im Dorf aber die Arbeit wird von den Menschen der Region geleistet).
Damit ist dem Dorf doch schon mal ein wenig geholfen und genau darum ging es bei den Municipal ja ursprünglich auch.
Mit solchen Campingplätzen würde man hier in D durchaus auch schon mal irgendwo hängen bleiben, wo man es mangels Stellmöglichkeit eben nicht macht.
Und einen Laden, ein Restaurant braucht man in so einer Umgebung meist nicht, die Örtlichkeiten sind so überschaubar, dass man binnen 15 Minuten alles zu Fuß erreicht.

Was die Preise angeht, D befindet sich eher im Mittelfeld. Mit einer kleinen Spanne zwischen den Extremen. Mir ist da noch ein Campingplatz am Plauer See in Erinnerung geblieben, da hätte ich im Juni 2003 € 23,00 pro Nacht zahlen dürfen (1 Pers., Auto, Wohnwagen kein Strom).
D.h. ausserhalb der Saison sind die Nachlässe gering und die Saison ist teilweise erstaunlich lang.
In der Hauptsaison sind für Familien die Preise in Scandinavien eher günstig, weil sie für die gesamte Saison meist gleich sind und per Einheit berechnet werden. Für Alleinreisende/2 Personen also ein sehr teures Pflaster.
In Frankreich dagegen ist zum Einen die Spanne zwischen den Extremen sehr groß. Die Nachlässe sind ausserhalb der Saison ebenfalls erheblich. Und selbst im September kann man am Mittelmeer einen Badeurlaub machen

Übersicht dazu:


Im Extremfall könnte es denn so aussehen, dass man in Mecklenburg oder an der Ostsee im September schon heizen muß und nicht mehr schwimmen gehen kann. Dafür aber immer noch Hauptsaisonpreise, die Kurtaxe zahlt und den Strand nicht mehr nutzen kann.
Während man in F für weniger als die Hälfte den ganzen Tag am Strand verbringen kann.
Vergangenes Jahr in Le Grau de Roi für € 9,90 (2pers, Auto, Wohnwagen, Strom), der Platz kostet auch schon mal mehr als € 30. Aber nur 3 Wochen lang, im August.

Bleibt für D eigentlich hauptsächlich der Vorteil der meist kurzen Anreise und die Einsparung der Mautgebühren.

 
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Statt Frankreich - Deutschland... - Impressionen -
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