RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#1 von Gelöschtes Mitglied , 16.05.2011 20:59

Wir sind heute Morgen im Nieselregen in Gedern abgefahren und haben auf die Tube gedrückt. Ausser der Odenwaldteil sind wir wohl durch einen der hässlichsten Teile Deutschlands gefahren. Gelandet sind wir ziemlich erschöpft in Bad Wildbad im Schwarzwald. Gibt gerade keinen anderen Stellplatz der frei war und so stehen wir nun auf dem wohl hässlichsten Womostellplatz den die Welt je gesehen hat. Morgen wird hier wohl der Bär steppen denn gleich gegenüber befindet sich der Getränkegrossmarkt "Tubach-Gefako-MArkt". Wird wohl früh losgehn mit den Anlieferungen und dem Gabelstapler . Normalerweise muss man hier 5 Euro für 24 Stunden Womostehn bezahlen, aber nachdem ich 2 Euro für Wasser und 4 für Strom eingeworfen hab stand auf dem Parkscheinautomat "Parkuhr gesperrt" und man kann kein Geld einwerfen. Die schämen sich wohl einem für diesen Platz auch noch 5 Euro abzuknöpfen.

Die Stromanlage und die Wasseranlage sind relativ neu und von neuester Generation "ST-SAN" aber wohl auch die Benutzer sind Schweine und lassen alles verkommen und machen sich so schnell es geht aus dem Staub. Wer kann's Ihnen auf diesem Platz verdenken. Nicht mal unser neues Navi wollte uns hierher führen und lotste uns an eine schöne Sportanlage ein paar Strassen weiter wo es richtig gut gewesen wäre. Aber Nein, dort stehen überall Womoparkverbote. Man will uns lieber auf dem Kotzplatz stehen und leiden sehn. Ebenso stehen hier überall Warnungen vor Diebstählen und Einbrüchen in Autos und Womos und man glaubt es oder nicht, eben fuhr hier ein total vergammelter alter Golf über den Platz und die beiden (schwarzen) Insassen haben die Womos von oben bis unten gemustert, deren Manschaften sich allesamt in die Restaurants in der Umgebung verschlagen haben. Wir bleiben lieber hier am Platz.

Der Kontrast vom Platz zur Umgebung ist allerheftigst, Luftlinie keine zwanzig Meter von hier befindet sich ein Kurpark der schöner nicht sein könnte und dort blühen im kleinen Tal das von dem Flüsschen durchschnitten wurde, sogar wilde Lilien, Rhododendrons und was weiss ich nicht alles noch. Der absolute Wahnsinn. Also liebe Bad Wildbader, kümmert Euch nicht nur um Park und Stadt, sondern auch um den Womostellplatz denn sonst ist alles NICHTS. Wer will nach diesem Stellplatz schon noch die Stadt und seine Geschäfte besuchen. Morgen früh sind wir weg und nichtmal frühstücken wollen wir hier. Taugt alles nur zum Ausgenschliessen und schlafen.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#2 von HD , 16.05.2011 22:40

Hallo Luxer - Musstet Ihr tatsächlich des deutschen Wohnmobilisten liebste Unterkunft wählen, das Asphaltstellplatzhausen - Gibts keine Campingplätze mehr? wo man seine "Behausung" auchmal verlassen kann, fragt sich HD
Grüsse von Ebendem.

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#3 von gerd ( gelöscht ) , 17.05.2011 00:26

Hallo Yves und Rita,

schade, ein paar Kilometer weiter direkt in Enzklösterle gibt es einen kleinen, aber feinen schnuckeligen CP, traumhaft gelegen. Ein paar Gehminuten zu feinen Gastwirtschaften.
Hättet Ihr mich mal angerufen, kenne mich im Schwarzwald ziemlich gut aus.

gerd

RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#4 von Longo , 17.05.2011 08:32

Hallo Steyr!

Ich kann Gerd nur beipflichten. Der Camping "Müllerwiese", von der Familie Erhard in Enzklösterle betrieben, ist wirklich außerordentlich schön.
Klein, überschaubar, sehr sauber und am Bach (Große Enz) wunderschön und ruhig gelegen.
Von Bad Wildbad vielleicht 12 - 14 km.
Da lohnt es wirklich, ein paar Tage zu bleiben und auszuruhen.
Die Umgebung bietet auch viel. Adventure-Golfpark (Minigolf), Klettergarten, Krippena (ganzjährige Krippenausstellung mit der größten geschnitzten Krippe der Welt), Sommerrodelbahn in Poppeltal und Wanderwege ohne Ende.
Gute Lokale hat es auch, die zu Fuß schnell zu erreichen sind. (Geheimtipp: Restaurant "Rosi" in Poppeltal, ein paar Kilometer oberhalb von Enzklösterle Richtung Freudenstadt).
Wir sind seit vergangenem Jahr dort auf der "Müllerwiese" Dauercamper und auch ab diesem Freitag Nachmittag wieder dort auf Platz 42. Würden uns freuen, Euch auf dem Platz anzutreffen.
Das Wetter bietet von der Prognose her bis zum Wochenende einschließlich auch schöne Aussichten für Enzklösterle, glaubt man "wetter. com".

Grüße!

Longo (Reinhold)

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#5 von gerd ( gelöscht ) , 17.05.2011 12:38

Hallo Reinhold,

wir waren da vor x Jahren auch mal Saisoncamper - bis uns der Wohnwagen von der "Kleinen" Enz weggespühlt wurde - Totalschaden!

Musst mal den CP Betreiber fragen wann das war. Meines Wissens gab´s das in den letzten 100 Jahren nur 1x - Ich war dabei!

gerd

RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#6 von Gelöschtes Mitglied , 17.05.2011 21:07

Nach der Nacht auf dem Kotzplatz in Bad Wildbad, einer Nacht die erstaunlich ruhig und gut im Tiefschlaf verlief, nicht einmal gegenüber der Getränkehandel machte Stress weil der öffnete erst nach 8:00 Uhr, machten wir die üblichen Servicearbeiten und fuhren ab. Dieser hässlichste Platz Deutschlands kostete im Endeffekt 8 Euro an Wasser und Srom aber der Platz war schnell vergessen. Wir fuhren einige Kilometer weiter und der Schwarzwaldgott obwohl nur evangelisch, zeigte uns den Weg ins Paradies nämlich nach Meistern, einem kleinen verschlafenen Schwarzwalddörfchen mit wunderschönem Frühstücksplatz inklusive massiven Holzbänken mit Tisch und einem mit der Motorsäge geschnitzten Wurzelsepp der auf uns aufpasste.

Wir frühstückten dort ausgiebig und in aller Ruhe und waren sofort wieder glücklich und das obwohl Meistern noch zu Bad Wildbad gehört was neben uns auch auf dem Strassenschild stand. Nach dem Meistern Aufenthalt machten wir uns auf nach Alpirsbach wo wir die Klosterbrauerei besichtigen wollten was aber nicht ging weil die nächste Führung erst um 14:30 war und das hätte zu lange gedauert den Hund im Womo alleine zu lassen. So kehrten wir in ein Wirtshaus ein wo wir zu Mittag assen und Alpirsbacher Klosterbräu tranken. Ich genehmigte mir einen halben Liter vom Pils vom Fass das mit internationaler Auszeichnung das beste Pils der Welt sein soll.

Hatten wir gedacht Bad Wildbad hätte den hässlichsten Stellplatz für Womos so hat Alpirsbach das aber noch um Längen getoppt. Hier war der Platz nicht nur Kotz sondern auch noch Würg. Er liegt am Bahngleis direkt hinter einem KiK und direkt neben einer Gemeindeentsorgungsstelle deren Container gerochen haben wie die schlimmste Müllhalde. An den vielen Korkstopfen die auf dem Stellplatzboden herumlagen konnte man deutlich feststellen dass es hier nur länger auszuhalten ist wenn man sich die Kante gibt. DEUTSCHLAND WAS LOS ????? Hallo hast Du noch nicht verstanden dass Rentner die um diese Zeit zuhauf mit Womos herumkutschieren ihr Geld bei dir lassen wollen? Wills du nichtmal in Frankreich nachfragen wie das geht ordentliche Stellplätze einzurichten und vom Geld der reisenden Wohnmobilisten zu profitieren?

Kann mir mal einer erklären was das soll oder ist das ein Schwarzwaldproblem wo immer noch die Meinung vorherrscht dass es nur Reisende gibt die mit Bussen angekarrt werden und in Hotels untertauchen und so ihr Geld unter die Leute bringen. Es will mir nicht in den Kopf gehn, die Gemeindeväter aus dieser Region sollten z.b. mal eine Tour an Mosel oder Rhein machen und sich zeigen lassen wie an dort an Wochenenden oder Feiertagen die Wohnmobilisten zu hunderten an den schönen Stellplätzen stehn und diese Art des Tourismus ankurbeln. Es scheint den Leuten die dort ihr Geld verdienen kein Schaden zu sein. Jedenfalls ist das was wir an Stellplätzen bisher gefunden haben eher eine Frechheit als ein Angebot Halt zu machen.

Aber nun zu dem guten Teil des Tages. Als wir durch Alpirsbach gingen schienen wir am heutigen Tag die Attraktion zu sein. Rita und ich waren zufällig in unseren Lieblingshemden unterwegs, diesen blauweissgestreiften norddeutschen Fischerhemden von „Buddelbini“ aus Hamburg. Diese Hemden sind der Hammer, erstens sieht meine Plautze darin nicht gerade soooo fett aus und zweitens sind diese Hemden ideal bei Übergangswetter denn sie sind so dicht gewebt dass sie keine Luft durchlassen und halten schön warm ohne dass man eine Jacke dazu braucht. Wir haben uns also nichts dabei gedacht und schlendern so durch die Stadt und es kommen uns ein paar so Stepkes entgegen die lachen und tuscheln was das Zeug hält.

Einen davon schicken sie vor und der kommt auf uns zu und fragt: „Ist das Absicht dass ihr beiden gleich angezogen seit?“ Ich muss mich fast totlachen und die Kids lachen und kichern mit was das Zeug hält. Wir gehen weiter in ein Geschäft das Glasbläsereien verkauft, wunderschöne Sachen eine schöner als die andere man wird nicht fertig mit staunen. Fragt die Frau an der Kasse „Moin Moin, seid ihr aus dem Noooooooooorden?“ Sie erzählt dass sie jahrelang in Spiekeroog (oder so ähnlich) gelebt hätte und dort hätte sie immer die gleichen Hemden getragen, die wären richtig gut beim Radfahren weil sie keinen Wind durchliessen.

Ich musste wieder lachen und wir flanierten weiter, setzten uns ein paar meter direkt neben der Klosterbrauerei auf eine Holzbank. Da seh ich wie jemand heimlich die Kamera in unsere Richtung hält grinst und uns fotografiert. Also damit man Spass hat brauchen Rita und ich nur unsere Fischerhemden anzuziehn eine Jeanshose und durch eine Stadt zu marschieren und schon sind alle glücklich. Der letzte dem wir dermassen gefielen dass er über sein ganzes Gesicht strahlte war ein langgewachsener Schwarze der uns entgegenkam zwar wohl nicht alle Tassen im Schrank hatte aber doch glücklich war als er unserer gewahr wurde und freundlich auf deutsch grüsste.

In Alpirsbach sind wir dann ab nach so viel Spass weg und haben einen neuen Stellplatz gesucht und nix anständiges gefunden. Wir entschieden uns dann für einen CP und so landeten wir auf einem Platz der zwar einen blöden Namen hat „Trend-Camping“ in Wolfach-Halbmeil, aber der der absolute Hammer ist. Zu vergleichen ist er vom Platz her mit dem Val de Cantobre in Frankreich, von unserer letzten Reise, so ein Terrassencamping, aber von der Schönheit her toppt er den noch. Was aber hier der absolute Hammer ist sind die Sanis. Sowas hab ich nun echt in den letzten 4 Jahren noch nicht gesehn, ich weiss nicht ob ein 6 Sterne Hotel diese Toiletten und Duschräume noch toppen könnte. In dem Raum wo man das Chemieklo entsorgen kann könnte man ebensogut die Zähne waschen, sein Baby wickeln oder gar kochen so sauber und gepflegt geht es dort zu, den Geschirrspülraum möchte man gar nicht benutzen weil man Angst hat man könnte ihn schmutzig machen.

Die Duschen kann man mit Wellnessduschen umschreiben und man möchte diese Räumlichkeiten gar nicht mehr verlassen. Sogar an die schief und danebenpinkler hat man gedacht denn an den „Pissoires“ sind Mücken aufgemalt die man sofort zielsicher wegpissen will und so ist auch hier gewährleistet dass alles dorthin geht wo es gedacht ist. Dem Besitzer liegt sehr viel daran dass alles schön ist und bleibt und Er weist seine Kunden mit lustigen Hinweisen und Gedichten an den WC-Türen daraufhin Sorge und Verantwortung zu tragen dass das auch alles so bleibt.Kurzum dieser Platz ist ein wahrer Luxusplatz und die Camper die sich Gutes tun wollen sollen hier nicht vorbeifahren. Die Preise sind allerdings auch nicht ohne und so wird uns diese Nacht wohl so um die 20 Euro kosten.

Wer mal Lust hat diesen Platz als Treffensplatz auszusuchen sollte sich nicht scheuen den jungen dynamischen Besitzer zu kontaktieren denn dieser ist sicher zu Preisverhandlungen bereit denn gegen Treffen hat Er nichts einzuwenden und sogar zu einem Wolfgang'schen Lagerfeuer liesse Er sich überreden. Ich hab schonmal „angeklopft“. Der Preis geht für uns mal so nebenbei in Ordnung aber alle Tage will ich solche Preise doch nicht zahlen, allerdings auf Kotzplätzen stehn macht auch keinen Spass, mal sehn was wir da noch so finden. Morgen fahren wir mal in Richtung St. Blasien, da waren wir vor Jahren schonmal und das hat uns damals schon fasziniert.

Hier auf dem CP kehrt so langsam die Abendkälte ein aber den ganzen Mittag über war es hier fast mediteran sogar die Grillen zirpen hier genau wie in Frankreich und ebenso war das Klima. Wir sind also nun da angekommen wo wie ich sage „die Häuser aus dem Boden wachsen“. Ich bin verliebt in die hügelige Landschaft wo man fast nur Häuser sieht die so in die Hänge hineingebaut sind als wären sie einfach daraus herausgewachsen. Ein Haus oder Hof schöner wie der andere und hier vom hügeligen CP aus können wir dutzende dieser Kleinode sehn, alte und neue und alles passt sehr schön zueinander. Der Schwarzwald fängt so langsam an uns richtig zu gefallen und wir fühlen uns wohl, mal sehn was die nächsten Tage bringen.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#7 von Gelöschtes Mitglied , 17.05.2011 21:13

Vielen Dank für die Vorschläge, aber wir müssen unsere Erfahrungen noch selbst machen, ich glaub wir haben jetzt verstanden dass das mit den Stellplätzen hier nix ist und man lieber CP's anfahren sollte (was ich persönlich auch vorziehe). Wenn wir nächstes Mal "verzweifelt" sind und nichts finden, rufen wir an, versprochen


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#8 von sunshine , 17.05.2011 22:48

Aha, im Kinzigtal seid ihr also gelandet.
Wenn es passt, macht einen kleinen Stopp am Klausenbauernhof. Da war ich schon auf einigen schönen Konzerten - letztes Wochenende war wohl wieder eins.
Der Klausenbauernhof könnte dir gefallen, Yves.
Weiterhin gute Reise!

PS: Morgen gibt es 27 Grad hier...

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#9 von gerd ( gelöscht ) , 17.05.2011 23:34

Hallo Yves,

da steht Ihr auf dem CP von Petra und Thomas Krieg, übrigens gute Freunde von mir und aus Rastatt.

Die haben vor ca. 2 Jahren den Platz gekauft und sind seitdem dabei den Platz zu optimieren.

Falls Du sie noch siehst, sag bitte einen schönen Gruss von mir!

gerd

RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#10 von Gelöschtes Mitglied , 18.05.2011 20:01

Juchhuuuuuuu, wir haben es geschafft und einen Stellplatz gefunden, hier stehen zur Zeit 6 Womos und der Besitzer Joachim Gfrörer war eben hier und hat verlegen die Gäste gebeten Morgen einen Zettel zu ziehen an der Einfahrt und wenn möglich 6 Euro zu zahlen. Ratet mal wer die einzigen waren die ihren Obulus gleich bezahlt haben? Genau. Alle haben gesagt sie würden Morgen bei Abfahrt bezahlen und liessen den armen Kerl stehn. Ich hab dem guten Joachim die Stellplatzgeschichten der letzten Tage erzählt und gefragt ob wir nicht einfach gleich zahlen können weil wir echt froh wären einen solchen Platz zur Verfügung gestellt zu bekommen das wäre nämlich in der Gegend nicht sooooo selbstverständlich.

Der Platzbesitzer hat hier am Platz einen Schilift stehn und eine Schischule. Der Platz befindet sich um St. Blasien herum aber eher weitläufig und zwar im Rehbachweg. Um den Platz herum befindet sich ein typisches schönes Schwarzwalddorf so wie es sich gehört. Heute haben wir den Tag mit Fahren, Wandern, Schauen, und Beten verbracht wobei letzteres eher mein Part war . Gefahren sind wir vom Trendcamping, sorry Gerd zu spät gelesen, nach Triberg zu den scheinbar längsten Wasserfällen Deutschlands. Gewandert sind wir um diese herum und haben es den anderen Gironten dort so richtig gegeben.

Die sind alle so ein Trippelwegchen gegangen und Rita und ich total ausser Atem, mit hochroten Köpfen einen Weg der mit Wanderschuh gekennzeichnet war und ständig bergan ging. Es war so schön in dieser hügeligen Landschaft und aus den angegebenen eineinhalb Stunden sind deren drei geworden. Dort hatten wir einen Stellplatz fürs Womo in einer Art Garage, man glaubts nicht aber echt wahr. Oben ist ein nagelneuer Supermarkt gebaut und in der bergigen Auffahrt dorthin haben sie so eine Art Tiefgarage gebaut die nach vorne offen ist und die als Womostellplätze ausgezeichnet sind. Womo steht also schön im Schatten und man kommt zurück und drinnen ist es schön kühl. Was es nicht alles gibt, als wir dort ankamen standen drei Womos dort und ein Platz war noch frei, ich setzte in der engen Strasse rückwärts ein und alles passte, ein Laster mit 4 Meter Höhe hätte auch gepasst.

Triberg ist so ne typische Kuckucksuhrenstadt und demnach sahen auch die Geschäfte aus. Komisch dass auch in Deutschland in vielen Geschäften Mittwochs Ruhetag ist, war kein Bäcker und kein Metzger in den Städten zu finden der offen hatte, ebenso unterwegs auf den Dörfern und so mussten wir unser Brot bei einer Bäckerei in einem Supermarkt kaufen aber der Bäcker dort war ein echter, keine Kette o.ä. . Die Wanderung oben auf dem Berg um Triberg war der Hammer und wir scheinen momentan recht gut in Form, machen aber scheinbar vielen Leuten Angst wenn wir so mit unseren rot angelaufenen Köpfen mit Schnappatmung nach Luft ringend daherkommen aber egal, wir waren die einzigen die Wanderschuhe anhatten und haben uns mal wieder lustig gemacht wenn uns welche entgegenkamen mit glattbesohlten Turnschuhen oder Sandalen mit Rutschgarantie.

Man geht Wasserfälle schauen und wundert sich wenn die Wege dorthin feucht und rutschig sind man sich zudem noch im Schwarzwald befindet wo wahrscheinlich sogar der Wanderschuh erfunden wurde. Danach war dann mal Stille und Einkehr angesagt. Ich hatte in den letzten Tagen so viel evangelisch dass ich endlich mal wieder etwas Farbe und Spiritualität brauchte. So sind wir nach Sankt Blasien und ich zog mich dort in die verschiedenen Kapellchen im Dom zurück und betete mit Inbrunst und Eifer, für die Camperfreunde, die Familie, diverse steifen Gliedmasse von Camperfrauen und sonstige Freuden und Unfreuden des täglichen Lebens. Danach fühlte ich mich wie nach einer Beichte. Gereinigt und glücklich also auf zu neuen Gehässigkeiten. Nur das mit der Farbe klappte nicht so richtig weil in Sankt Blasien ist alles Weiss oder Gold, sogar die Kreuzstationen die vor zig Jahren noch etwas an Farbe hatten, sind mittlerweile weiss. Aber in dieser Eintönigkeit ist diese Kirche (Dom) eine der schönsten die ich je gesehen haben, nicht nur schön sondern herrlich.

Hier bricht gerade des Rentnercamperssupergau aus, eine Horde lebendiger und wildgewordener Kinder aus dem Dorf sind genau hier zum Platz gekommen und spielen mitten im Bach, klingt alles wie in einem Freibad und uns freut es, die Kids winken manchmal rüber und spielen weiter, eben war einer der Jungs hier um zu schnaken. Die Kids sind in der Jugendherberge unten im Dorf. Nette Jungs und Mädels und zu jedem Blödsinn bereit. Die Rentner sind aufgewühlt und schauen ständig rüber mal sehn wie das noch endet. Aha, gerade rotten sich die ersten zusammen und beschweren sich über die Kids die scheinbar niemand in ihrem Freiheitsdrang stört. Gut so, die laufen Barfuss durch die blühenden Wiesen, spielen im eiskalten Bach, beschmeissen sich mit Schlamm, eben alles so wie es glückliche Kinder in „Freilufthaltung“ bauchen.

Ein Bauer hat hier gerade zwei Kühe mit ihren Kälbern in der Wiese nebenan abgeliefert und wie die Weiber so sind, kamen vom Berg runter gleich ebenfalls Kühe mit ihren Kälbern angetrabt. Erst haben sie sich beschnuppert und alles schien gut aber dann wurden die Köpfe gesenkt und sie gingen aufeinander los, war sone richtige Kuhzickerei. Der Schwarzwald hat die letzten Tage alles wieder gut gemacht was er an uns vor fast dreissig Jahren verbockt hatte. Wir sind begeistert und möchten nicht mehr weg. Nicht nur die Bäume faszinieren mich sondern noch was anderes, der Schwarzwald heisst bei mir gerade Lupinienwald. Überall wachsen Lupinien einer meiner Lieblingsblumen. Die in solcher Menge in der freien Natur zu sehen ist der absolute Hammer und ich kann mich nicht satt dran sehen.

So, genug gelästert und geschwafelt, wir sitzen hier mit unserm Klosterlikör von Doris, ein Likör der die leidliche Eigenschaft hat immer weniger zu werden und meinem Scheibel Finesse „Himbeergeist mit edlem Fruchtauszug“. Vielleicht will es der Zufall dass wir an den Scheibels vorbeifahren und dann wird mal kurz Pause gemacht und eingekauft aber die Entscheidung überlasse ich dem Brantweingott und seiner Fügung. Mal sehn.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#11 von Gelöschtes Mitglied , 19.05.2011 20:57

Ich war heute in Sankt Peter habe gebeichtet und Abbitte geleistet für alles was ich jemals an schlechtem über den Schwarzwald gesagt oder geschrieben habe. Ich weiss nicht mit welchen Augen ich den vor fast dreissig Jahren gesehen habe aber es müssen nicht die Augen eines verliebten gewesen sein wie ich sie heute habe. Es ist zum weinen schön und was hässliches haben wir bisher (naja einige Stellplätze) noch nicht wirklich gesehen. Heute sind wir ein wenig rumgefahren und waren wie erwähnt in Sankt Peter in dieser herrlichen Barock-Rockoko- Kirche. Rita hat sich noch ne Führung gegönnt um die Bibliothek um das ehemalige Kloster zu besuchen während ich mich in was anderes verkuckt hatte. Als wir bei der Kirche ankamen bot sich ein bibliches Bild was mich faszinierte.

Am Geländer des Kirchenaufgangs war ein Esel angebunden und schaute uns an. Rita und Ich sind verrückt nach Eseln und hätten am liebsten selbst einen was auch längst der Fall wäre hätten wir kein Womo und wären öfters zu Hause. Der Mann der mit dem Esel unterwegs war, war gerade am klönen mit einem Gemeindearbeiter und so konnte ich mich nicht an Ihn ranmachen um mehr zu erfahren. Als Ritas Führung begann ging ich zum Womo um mich um Hundchen zu kümmern und wie es der Zufall wollte stand Eselchen am Wegesrand und graste so vor sich hin. Die Gelegenheit zu einem Gespräch mit seinem Besitzer bot sich also an.

Ein älterer Mann so um die 62 der mit seinem Esel im Anhänger durch die Umgebung reist und dort mit Eselchen Halt mach wo er gerade Lust und Laune hat. Er ist ein pensionierter Lehrer und zudem ein freundlicher Kerl der gerne erzählt wenn man Ihn fragt. Er wohnt an der Grenze zu Frankreich und von dort startet Er so seine Touren mit Eselchen. Ich hab über ne Stunde mit Ihm geratscht und so manch Interessantes kam zu Tage. Als wir zum Abschluss kamen hab ich Ihm gedankt dafür dass es Menschen gibt wie Ihn die so aus der Norm fallen aber doch immer noch genug Bodenhaftung haben um nicht abzuheben. Er brächte mit seinem Eselchen viel Farbe in den Alltag der vielen angepassten Normalos und allein an den vielen glücklichen Gesichtern der Menschen die ihm an dem heutigen Tag in meinem Beisein entgegenkamen konnte man ersehen dass ich damit nicht Unrecht habe.

Ehe wir in Sankt Peter die Kirche besucht haben waren wir gegenüber vom Parkplatz an der Hauptstrasse in einem Restaurant zum Essen. Das Restaurant heisst „Rombach Nostalgie-Gastronomie zum Kreuz-Krizwirts-Schiere.“ Alles was uns dort geboten wurde war dermassen mit Liebe und Handwerkskunst bereitet dass es sich zurecht „Slow-Food“ nennen durfte. Zuerst empfahl uns die Cheffin eine selbstgemachte Erdbeer-Rahabarber-Limonade zum trinken da wir keine Lust auf Alkoholhaltiges hatten. Dann setzte Sie uns als kleinen „Amuse-Bouche“ eine dunkle Baguette hin mit selbstgemachter Möhrenbutter, etwas das mir gänzlich unbekannt war bis zum heutigen Tag aber sehr gut auf diesem besten Stangenbrot der Welt geschmeckt hat. Danach gab es dann eine Rinderkraftbouillon mit Flädle, für Rita ein Cordon bleu mit selbstgemachtem Biokäse und einem herrlichen Schinken als Füllung. Ich nahm die Krautwickel mit Kartoffelpuree und Rita hatte als Beilage herrliche Bratkartoffeln. Zum Schluss gab es eine Eismischung aus eigener Fabrikation und einen Tannenspitzenlikör.

Die Bedienung war lieb und servierte uns in einem Schwarzwald Trachtenkleid und darin sah sie richtig gut aus und die Cheffin war sowieso eine Sonnenblume und hätte auch im Badeanzug bedienen können das hätte ihrer freundlichen Erscheinung keinen Abbruch getan. Preis des ganzen Spasses lag so um die 50 Euro und kein Cent davon hat uns leid getan. Nach Sankt Peter kam Gewitter, Sturm und Regen, manchmal alles zusammen so dass wir stehenbleiben mussten weil wir nix mehr sahen aber auch das ging vorbei und so fuhren wir den ein oder anderen CP an wurden uns vieler Menschen gewahr die uns nicht genehm waren und machten schnell wieder die Biege zum nächsten. Nicht dass wir mittlerweile zu Snobs mutiert wären aber es gibt zunehmend Campingplätze allenorts die sich irgendwie als Auffangbecken sozial schwacher Schichten einrichten.
Man spürt immer mehr warum der Ruf des Dauercampers ein dermassen schlechter ist weil man schnell im Asitopf landet. Klar muss jeder Mensch sehen dass er irgendwo leben kann und sein Auskommen hat aber irgendwie sollte man versuchen hier einen gesunden Weg zu finden damit ein CP nicht seine Balance zwischen Campingplatz und Ghetto verliert. In Gedern ist dieses Verhältniss leicht am kippen und solange man auf der Anglerwiese campt bekommt man das nicht mit aber sobald man dort eine gewisse Grenze überschreitet wird einem eine grosse Kluft gewahr zwischen Menschen die ihre Freizeit verbringen wollen und Menschen die keinen anderen Platz mehr im Leben finden ausser in einer vergammelten, feuchten Campinghütte. Irgendwie traurig aber leider Tatsache. Aber wenden wir uns wieder den schönen Seiten des Camperlebens zu.

Wir stehen nun hier auf dem CP „Schwarzwaldhorn“ und dieser Platz toppt mal wieder alles vorherige. Wieder so ein Terrassenplatz wie der Trendcamping aber das besondere an diesem ist die Lage zentral mitten im Städtchen Simonswald. Angezeigt wird der CP unterwegs nur von zwei Schildern und die sind dann (wenigstens eines davon) nicht zu übersehen. Man fährt in eine Seitenstrasse ein als würde man geradewegs in seine eigene Hauseinfahrt hineinfahren und der Weg führt tatsächlich zu einem Campingplatz hoch. Das erste was einem gewahr wird ist ein Gockel mit seinem gut halbdutzend Hennen und wer denen zu nahe kommt kriegts mit dem Hühnerficker zu tun. Der heisst nicht nur so, nein der besorgt es seinen Hennen auch so halbstündlich. Man möchte nicht mit ihm tauschen denn die Hühner sind ständig am gackern und haben ewig was zu meckern zudem schauen sie dabei dermassen arrogant drein dass es fast nicht auszuhalten ist, kurzum der arme Kerl hat's schwer und brauch deshalb seine kleinen Dehnübungen um zu zeigen wer der Hahn im Korb ist.

Wie dem auch sei, hier steht man, schaut gegenüber und rundherum auf Wiesen, Berge, grasende Kühe, Ziegen , dampfende Schornsteine von Häusern die etwas tiefer unter einem liegen, hört in weiter Ferne die Fussballjugend beim abendlichen Training und was noch schöner ist, viertelstündlich die Kirchenglocken läuten. Sind wir etwa endlich in katholischen Gefilden gelandet? Aber es heisst auf der Hut zu sein den wir sind umgeben von diesen holländischen Protestantencampern oder sonstigen Hugenotten. Ich trau mich nichtmal meinen Rosenkranz hier liegen zu lassen bei all diesen Heiden um mich herum. Die haben übrigens auch einige Kloster hier in der Gegend geplündert um alles zu Geld zu machen was irgendwie ging um es dann später auf Napoleon zu schieben. Wie gesagt, man muss auf der Hut sein und aufpassen.

Aaaaah ja, dann gab es auch noch Lebensunterricht warum man nie einen Camper aus dem „Mietdienst“ kaufen sollte. Ein solch nagelneues Exemplar ist hier eben aufgefahren und die Jungen Mieter so um Mitte dreissig rum (für Wohnmobilisten ist das echt jung) gehen mit dem Teil etwas sonderbar um. Am besten hat mir das ausdrehen der Markise gefallen. Die hat der Kerl ohne Stützen herausgedreht bist die ganze Wand gekracht hat und dann hat er mal gemütlich versucht wie er die Stützfüsse herausbekommt. Nun hängt das Ding so schlaff im Wind wie das Gemächt eines 99 Jährigen und der Kerl schaut ständig rüber und wundert sich dass wir dieselbe Markise am Womo haben und die so schön straff daherkommt. Naja, wenns Ihn interessiert werd ich Ihn vielleicht in das Geheimnis der straffen Markise einführen, mal sehn. Seine Frau ist jedenfalls ne recht Süsse und die hat mächtig Zug beim entleeren von halbliterflaschen Bier, richtig symphatisch die Kleine.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#12 von Longo , 20.05.2011 07:41

Hallo Steyr!

Sehr schön Euer Schwarzwald-Reisebericht. Auch wir lieben den Schwarzwald und sind auch an diesem Wochenende wieder dort.
Vielleicht klappt es ja ein anderes Mal mit der "Müllerwiese" in Enzklösterle.

Viele schöne und erlebnisreiche Urlaubstage noch im "Bläck Forrest"!

Grüße!

Longo

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#13 von Longo , 20.05.2011 07:51

Hallo Gerd!

Von dem Hochwasser vor vielen Jahren an der Enz auf der Müllerwiese hatten wir gehört.
Damals soffen noch andere Campingplätze in der Region ab. So auch der in Altensteig, weil man sich gezwungen
gesehen hatte die Nagoldtalsperre aufzumachen, die oberhalb liegt. Damals war der Damm marode und drohte zu brechen.

Mittlerweile hat die "Müllerwiese" einen Schutzdamm von 1,5 bis 2 m Höhe neben dem Flüsschen zum Campingplatz hin.

Wir haben letzten Sommer von Altensteig (wegen der dauernden Lärmbelästigung von Autos und vor allem der vielen Motorradfahrer,
die nicht gesittet fahren können), herüber nach Enzklösterle gewechselt und es nicht bereut.
Unser festet Vorzelt in Altensteig hatten wir verkauft und in Enzklösterle ein anderes erstanden.

Dort gibt es zur Zeit noch einiges an Renovierungsarbeit, mit der wir aber nun bald abschließen können.
Ich schätze in Enzklösterle die fantastische Ruhe, man hört nur leise den Bach rauschen, die Vögel singen und ein leises Blätterrauschen in den Erlen am Bach.
Das ist wirklich Erholung.
Familie Erhard als Betreiber ist sehr nett und hilfsbereit.

Vielleicht verschlägt es Euch ja mal wieder dort hin und man sieht sich. Wir stehen auf Platz 42 mit unserem TEC und Vorzelt.

Grüße!

Longo (Reinhold)

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#14 von Gelöschtes Mitglied , 20.05.2011 10:38

Moin Moin
Heute hab ich mir mal einen Turbointernetzugang gegönnt und obwohl nicht volles Netz, ist der noch schneller als zu Hause. Hier brechen gerade alle zu Wanderungen auf und wir haben Wäschetag und sind Ortsgebunden. Macht nix, ich liebe es den ganzen Tag herum zu gammeln und nichts zu tun, ist fast wie in den guten alten Zeiten. Nachher gehts nur mal ein paar Meter mit dem Hund. Die Hühner sind hier auch schon aktiv und die ein oder andere Henne hat's schon erwischt.

Ich hab mir dann heute Morgen doch mal ein Herz gefasst und meinem Nachbarn vorsichtig erklärt wie das mit dieser Markise funktioniert und er war erstaunlicherweise froh einen Tipp zu bekommen weil er ziemlich unsicher war und es manchmal so geknarzt hat in der Wand. Hier muss man höllisch aufpassen wenn man den Hund rauslässt den die CP-Hühner haben die blöde angewohnheit unter dem Womo zu sitzen und was weiss ich nicht alles dort zu machen. Wenn der Hund sich gerade nicht zu Tode erschreckt, dann steh ich kurz vorm Herzkasper wenn wieder eines hervorgescheucht rausläuft.

Hier drückt die Hitze gerade ganz schön und es ist ein wenig luftig dabei, gibt vielleicht wieder Gewitter am Nachmittag so wie gestern, mal sehn. Ist erstaunlich ruhig hier und wenig Verkehr unten auf der Hauptstrasse, nur die üblichen Dorfgeräusche. Rammstein lief auch schon leise vor sich hin aber nur als Melodie auf Ritas Wecker . Den CP in Enzklösterle werden wir wohl dann irgendwann auch mal anfahren, wir sind mit Sicherheit nicht das letzte Mal hier aber erst gehts auf dem Nachhauseweg mal in eine andere Richtung, am Sonntag müssen wir ja auch noch unser wichtigstes Jubiläum feiern. Dann sind wir dreissig Jahre glücklichst verheiratet, ohne persönliche Krisen (ausser jenen die uns von aussen herangetragen wurden) ohne einen Streit der länger als ne halbe Stunde gedauert hätte und mit seeeeeeeeeehr viel Glück und Begünstigung von oben. Wir lernen unterwegs manchmal Menschen kennen die unter ähnlich guten Sternen stehen und es ist schön zu sehn und zu erleben dass auch andere solches Glück erleben und wir nicht die einzigen sind denn manchmal meldet sich doch ein schlechtes Gewissen aber man ist immer schnell drüber hinweg.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#15 von gerd ( gelöscht ) , 20.05.2011 17:34

Zitat von Longo
Hallo Gerd!
Vielleicht verschlägt es Euch ja mal wieder dort hin und man sieht sich. Wir stehen auf Platz 42 mit unserem TEC und Vorzelt.
Grüße!
Longo (Reinhold)



Hallo Reinhold,

im Sommer kommen wir öfter am Wochenende mal da hoch, ist ja nur ein Katzensprung von uns aus.
Da werden wir Euch einfach mal überfallen!

gerd

RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#16 von Gelöschtes Mitglied , 21.05.2011 20:30

Man weiss natürlich immer alles besser so lange es die anderen betrifft aber den Klugscheisser erwischt es immer als ersten. So hat's denn heute auch mich erwischt. Wir gingen kurz vor 10 Uhr heute Morgen bei schönstem Wetter vom CP aus zu einer wunderschönen Wanderung. Es war so heiss hier am CP dass wir uns sagten „ach lassen wir doch die Dachhauben ein wenig offen um zu lüften“. Gesagt getan und wir gingen schon schweissgebadet durch die immense Hitze hier los. Der Weg war traumhaft, er windete sich in dutzenden Kehren den Berg hinauf und wurde von Meter zu Meter schöner. Saftige gesunde Wälder mit jungem und altem Baumbestand, herrliche Aussichten zwischen den Bäumen und den verschiedenen Waldabschnitten. So herrlich dass uns die Tourismusverbände und die verschiedenen lokalen Vereine alle paar Kilometer an den schönsten Plätzen riesige hölzerne Liegestühle aufgebaut haben auf denen man herlich rumfletzen und die Landschaft auf sich wirken lassen kann.

Wir waren hin und weg und nach jedem Höhepunkt der sich uns landschaftlich bot folgte ein weiterer der wiederum vom nächsten überboten wurde. Nach einigen Kilometern und um die 3 stunden Wanderung verliessen wir den Wald um in Richtung Gutach hinunter zu steigen. Da wurde uns grösstes Unheil in Form einer mächtigen Gewitterfront gewahr. Hinten über den Bergen konnte man schon die heftigen Regenergüsse erkennen und der Donner und das Blitzen kamen auch immer näher. Wir legten den Schnellgang Richtung Simonswald ein denn wie oben bemerkt, haben wir den CP verlassen und die Dachhauben offengelassen. Die mächtige Gewitterfront kam dermassen schnell auf uns zu dass wir schon nach ein paar Metern komplett durchnässt waren und die Teile die noch trocken waren wurden von den vorbeifahrenden Autos, die sich einen Spass daraus machten neben uns durch die tiefen Pfützen zu fahren, nassgespritzt.

Rita und ich sind zum CP gerast in einem Tempo der schon fast rekordverdächtig war. Am Womo angekommen hielte sich der Schaden in Grenzen, zwar tropfte das Wasser von den Dachluken ins Innere aber es war nicht soooo nass. Die Truma6 trocknete das Ganze in einer knappen Stunde und es bleibt zu hoffen dass die Feuchtichkeit sich auch unter der drückenden Hitze des Sommers verzieht. Den Regen den wir unterwegs eigentlich angenehm ertragen mussten und der uns durch und durch nass gemacht hat war nur der Anfang, was folgte waren sinnflutartige Ergüsse mit Hagel, Blitz und Donner, so heftig dass ich mir bei manchen Einschlägen rund um uns herum fast in die Hose machte. Die Hagelkörner hielten sich grössenmässig im Rahmen des erträglichen für Karrosserie und Dachhauben und es regnete noch gut zwei Stunden in Strömen weiter.

Danach öffnete sich der Himmel und die Sonne stiess durch die Wolken um diese letztendlich komplett zu vertreiben. „Äääääähhhh war da was???“ musste man sich nach kurzer Zeit fragen denn von Gewitter und Regen blieb ausser ein wenig Schlamm am Wegesrand nicht sehr viel übrig. Unsere Kleidung und Wanderausrüstung stellten wir zum trocknen in die Sonne und nach einiger Zeit fühlten wir uns wohlig und müde, bekamen Hunger und ich kochte uns Bratkartoffeln mit gegrilltem Fleisch. Dazu gab es zur Belohnung eine Flasche Krimsekt und danach war mir noch wohliger und müder. Zur Zeit ist der Himmel strahlend blau und das um genau 20:15, der Hammer um diese Zeit noch in der Sonne zu sitzen und den Tag Revue passieren zu lassen. Aber so ist der Schwarzwald eben, wild und schön, sanft und verzaubernd, man will hier nicht mehr weg. Aber doch, Morgen geht's weiter, mal sehn vielleicht nach Freiburg denn auch das wollen wir nach 25 Jahren endlich mit den Augen eines Verliebten sehn und nicht wie damals als wir es Müllburg tauften, mit der Nase eines gestressten Touristen der beim Besuch von einem kleinen Müllproblem der Stadt überrascht wurde.

Wir sind milder geworden mit den Jahren und wen man liebt dem verzeiht man so einiges. Aber zuerst geht es morgen nochmal nach Sankt Peter in das kleine Nostalgierestaurant, dort wollen wir bei einem guten Essen unseren dreissigsten Hochzeitstag feiern der genau auf den Tag am Sonntag fällt. Dreissig Jahre......... Wahnsinn wie die Zeit vergeht.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#17 von morgenröte , 22.05.2011 13:04

Klasse Yves, du lässt uns richtig mitreisen!

Den Eselttreiber hätte man pauschal reisend sicher nie kennen gelernt, und die Schlaumeierei hat mich im Urlaub auch eingeholt.

Ich wünsche euch noch viele Kilometer und uns die Reisebeschreibungen

Gruß Andrea

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#18 von sunshine , 22.05.2011 19:02

Vorhin habe ich mit Rita und Yves ein wenig geplaudert - jetzt könnt ihr euch ja denken, wo die beiden Schwarzwaldfahrer inzwischen gelandet sind.
Leider haben sie unsere Einladung zum Abendessen ausgeschlagen, dabei hätte es auch für vier gereicht.
Es gab Entenbrust mit Sellerie in Preiselbeerrahmsoße und Schupfnudeln - tja, Yves, das hast du nun verpasst...

Jetzt grummelt es hier gerade mal wieder.
Wenn ihr Angst habt da oben, Yves, kommt einfach den Berg runter.

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#19 von Gelöschtes Mitglied , 22.05.2011 19:42

Jaja die Iris,da steht Sie mit ihren Rehaugen vor einem und sagt "geht ruhig noch hoch zur Burg, sch'gibt koi Räje" und wir gehen hoch und wa sch'gibt "erst Gewitter und dann Räääääje und wieder wie gestern stehen wir im Regen und machen uns zum Weinsberg auf Nicht dass es uns was ausmacht nass zu werden aber den stinkenden nassen Hund kriegt Iris ins Schlafzimmer

Die Burg ist der absolute Hammer und auch die werden wir nochmal sehen und zu Hause angekommen gibts den simplidingsbumszivilisimus bei amazon von Grimmelshausen. Aber wenigstens hab ich jetzt ein Liter Spezie in mir und's blubbert gemein wenn ich mich beweg.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#20 von Gelöschtes Mitglied , 22.05.2011 19:47

Der Stellplatz hier ist übrigens ein offizieller im ADAC-Verzeichnis und kostet Geld, wenn man allerdings oben speist gibts alles für Umme, hätten wir gewusst dass es dort so ein schönes Restaurant gibt hätten wir heute Abend dort gespeist, so ist's halt für ein andermal. Hier dürfen auch Wowas stehn aber die meisten werden sich wohl nicht hoch trauen denn ein bisschen abenteuerlich ist die Auffahrt schon. Jetzt scheint wieder die Sonne als wäre nix gewesen und alles ist gut.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#21 von sunshine , 22.05.2011 19:58

Oh, das tut mir Leid, Yves - ich habe aber an euch gedacht, als der Regenschauer kam.
Und habt ihr auch den schönen Regenbogen gesehen?
Jetzt scheint ja auch schon wieder die Sonne.

PS: Den Hund kannst du ruhig schicken - den stell ich dann noch kurz in die Badewanne...

Hier noch Yves Burg:

 
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RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#22 von schwinge ( gelöscht ) , 22.05.2011 20:45

Hallo Steyr, Euren Reisebericht lese ich mit Genuß - da verblasst mein kindliches Schwarzwwald-Trauma (Kindererholung) direkt etwas .

Gruß, Rainer

schwinge

RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#23 von Gelöschtes Mitglied , 22.05.2011 21:13

Zitat von sunshine
Und habt ihr auch den schönen Regenbogen gesehen?



Nein wir konnten nicht mehr hochsehn weil es auch noch gehagelt hatte aber wir haben uns gedacht dass es einen schönen geben musste bei der herrlichen Sonne die am Ende ins Gewitter schien
Wir sassen bis eben draussen und es ist herrlich hier. Da sich sonst keiner rauftraut ausser den Hungrigen auf dem Parking über uns der näher am Gasthof ist, ist es wie früher beim Steyrwildparken. Ich hoffe heut Nacht hier zu schlafen wie ein Murmel in Tirol.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#24 von Gelöschtes Mitglied , 22.05.2011 21:17

Zitat von schwinge
- da verblasst mein kindliches Schwarzwwald-Trauma (Kindererholung) direkt etwas .



Hallo Rainer, wir hatten was ähnliches aber nicht aus unserer Kindheit sondern aus der Anfangszeit der jungen Steyrfamilie, wir gaben dem Schwarzwald eine neue Chance und siehe da ER hat uns belohnt und verzaubert. Er wird uns wahrscheinlich sobald nicht mehr loslassen.


RE: Steyr's reisen von Gedern in den Schwarzwald.

#25 von sunshine , 22.05.2011 21:25

Hm, Yves, soll ich mal heute Nacht, wenn das Käuzchen ruft, in ein weißes Gewand gehüllt, als die "Weiße Frau von der Schauenburg" da oben bei euch aufkreuzen?

 
sunshine
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