RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#1 von Gelöschtes Mitglied , 13.04.2011 18:23

Moin Moin

Ich sitz gerade auf einem wunderschönen Campingplatz den wir unterwegs per Zufall gefunden haben. Ungefähr 300 km von Luxemburg entfernt sind wir einfach einem Schild nachgefahren weil ich ein wenig müde wurde. Alles ganz einfach, die Sanis so im Stil 70er Jahre, typisch französisch halt aber sehr sehr sauber und wie gesagt so idyllisch gelegen dass es schon fast nicht auszuhalten ist. In Metz haben wir uns wie üblich verfahren weil wiedermal wie üblich , das Navi mitten in der Stadt ausgefallen ist. Ebenso in Toul wo es ne Umleitung gab die aber nur an einem Schild angezeigt wurde und danach musste man seinen Instinkt spielen lassen. Sonst auf den Strassen nix los, kein Verkehr, keine Bullerei, keine Staus. "Douce France" halt wie sie leibt und lebt.

An einem Rastplatz haben wir was gegessen und als wir gerade ausgepackt hatten kamen die "ouvrier municipale" und haben ihre Höllenmähmaschinen ausgepackt . War quasi Stereomähen aber wenn Steyr's mal am Essen sind, sind sie durch nix zu stoppen. Hier auf dem wunderschönen CP stehen lauter nagelneue Wohnmobile die auf Durchreise sind, Schweden , Holländer, Luxemburger, Engländer und Belgier, alle schaun glücklich drein und sind am Dauergrinsen. Der Beginn der Reisesaison hat schon was Der Duc geht wie Sau und wir schweben nur so dahin, hätte nie gedacht dass Womofahrn so entspannend sein kann. Der CP heisst übrigens Hautoreille und liegt in Bannes, für uns wie gesagt ein Hammercamping, andere werden es wohl anders sehn, die die ich kenne würden sich hier wohlfühlen da bin ich mir sicher.
http://campinghautoreille.pagesperso-ora...0325_depart.htm

Wir haben eine böse Strecke gewählt so an Cattenom vorbei und vielen hässlichen Industriebauten, wir wollen es ja wegen Japan nicht zuuuu schön haben aber doch schaffen wir es nicht dieses Weinsbergreisendauergrinsen aus dem Gesicht zu bekommen, also scheissdrauf und so freuen wir uns doch über Sonne, freie Strassen und Womofahren vom feinsten. Wir haben uns einfach dazu entschlossen ein paar Wochen kein Radio, Fernsehn und keine Zeitung zu lesen und reden uns ständig ein es wäre alles noch wie vor Japan. Irgendwie scheint das zu klappen und so schleicht sich doch ein nettes kleines Glück in unsere Seele und wir können geniessen. Alle Womos und deren Insassen die uns entgegenkommen scheinen derselben Philosophie zu frönen und so winken wir uns fröhlich zu und geniessen unser kleines Glück. Die Franzosen scheinen jedenfalls recht zufrieden mit ihrer Atomkraft zu sein denn bisher ist und kein gelber Hysteriebutton irgendwo aufgefallen und auch um Cattenom hat uns der eine und andere fröhlich zugewinkt, obwohl, uns ist nie so richtig wohl wenn wir dort vorbeifahren. Aber Wurscht, wenns knallt machen wir uns einfach aus dem Staub.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#2 von Rolf ( gelöscht ) , 13.04.2011 21:13

Hallo Yves!

Ich wünsche euch weiterhin einen schönen Urlaub. Ich finde, dass es auch jetzt keinen Grund gibt, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich an bestimmten "Dingen" erfreut, egal ob es die Landschaft ist oder der Cpl. oder der toll fahrende Weinsberg oder nette Leute oder oder ...

Also: Genießt es!

Gruß
Rolf

Rolf

RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#3 von morgenröte , 14.04.2011 08:53

Viel Vergnügen weiterhin Yves und grüß Rita.

Gestern haben wir im TV gesehen warum die Franzosen so zufrieden sind mit den AKW. Sie lassen Zeitarbeiter "Atomnomaden" die Drecksarbeit machen, die festen Mitarbeiter gehen solange in Deckung...

Gruß Andrea

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#4 von gerd ( gelöscht ) , 14.04.2011 15:05

....auch von mir schönen Urlaub und erholt Euch gut!

gerd

RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#5 von Gelöschtes Mitglied , 16.04.2011 16:18

Nachdem wir stundenlang an einem Kanal entlang gefahren sind und ich ständig an meinen verstorbenen Vater denken musste der sich kurz vor seinem Tod noch diesen langgehegten Wunsch erfüllte und mit Freunden auf einem Boot über einen solchen Kanal schipperte anschliessend einige Kilometer durch das Massif Centrale gegurkt sind und eine sehr abwechslungsreiche Landschaft bewundern durften dürstete es uns nach etwas Ruhe und dem warmen Bauchgefühl das einem die ländliche französische Küche zaubern kann. So suchte uns Rita eine dieser kleinen Perlen im grossen „France Passion“-Répertoire heraus und sogleich scharte der Weinsberg mit den Hufen um dorthin zu gelangen. In dem üblichen Anfall geistiger Umnachtung von der unser Navi hie und da heimgesucht wird und uns dann spontan einen Steyrweg anzeigt im Glauben wir hätten immer noch einmeterfünfzig Bodenfreiheit und Allradantrieb unter dem Fahrwerk, gelangten wir erstmal in einen ungeteerten Feldweg mit Schlaglöchern so tief dass schon Frösche darin geläicht hatten. Ein Zurück gab es nicht mehr und so mussten wir durch, natürlich kam uns auf der Hälfte des Weges ein Fahrzeug entgegen zudem noch mit Anhänger aber oh Wunder, am Feldweg gab es so kleine Ausweichbuchten und so konnte ich kurz stehenbleiben und den freundlich winkenden Franzosenopa vorbeilassen.

Nach knapp drei Kilometern war Gott sei Dank Schluss und wir hatten wieder festen Grund unter dem Weini der sich bis dahin so gerüttelt und geschüttelt hatte dass er jetzt wieder auf festem Asphalt erstmal knarrzte und krachte bis er sich wieder erholt hatte. Es ging steil bergauf und den ein oder anderen Weg den uns das Navi vorschlug ignorierte ich einfach denn wie schon geschrieben, Militärfahrzeug ist Vergangenheit. Nach gut zwei Stunden kamen wir dann bei der France Passion Destination an und die präsentierte sich malerisch in einem kleinen Bergdorf in Verrières en Forez. Die Auberge de la Feuillat und ihr Betreiber Jean-Pierre Baroux waren jeden Kilometer wert den wir fahren mussten um dorthin zu gelangen.

http://www.facebook.com/group.php?gid=332052163683
http://www.facebook.com/group.php?gid=33...100000875104095


Nach einem etwas längeren Spaziergang durch Verrières en Forez das auf einem Berggipfel liegt und über nicht eine ebene Strasse verfügt, kehrten wir zum Abendessen bei Jean-Pierre ein. Die Auberge verfügt im Eingangsbereich über eine alte traditionelle Bar mit ein paar Epicerie-Artikeln die man zu jeder Zeit dort kaufen kann und im seitlichen Bereich links über ein kleines schmuckes Restaurant. Jemand meines Alters fühlt sich hier sogleich in seine Kindheit versetzt, in eine Zeit wo es im Dorf nur ein Fernsehgerät gab und das befand sich in der alten Dorfkneipe und wollte Vattern mal am Samstag eine Live-Etappe der Tour de France sehn, kehrte er dort mit Kind und Kegel ein und es wurde mit jedem Humpen Bier zunehmend lustiger.

In diese Zeit fühlte ich mich von hier auf jetzt versetzt und ich fühlte mich sofort wohl. Sogar die Gerüche passten zu meinen Erinnerungen und mir wurde richtig warm ums Herz. Wir nahmen Platz und sobald wir sassen legte Jean-Pierre Holz im Kamin nach und man konnte direkt die wohlige Hitze des Kamins spüren. Wir bekamen die Speisekarte die auch hätte auf Chinesisch sein können, wir hätten ebenso viel davon verstanden als dieselbe auf französisch. Ich hatte mir vorgenommen Schluss zu machen mit diesen ewigen Fritten-Schnitzel-Orgien und je nach Gegend nur noch die Küche zu geniessen die die jeweilige Gegend eben so bietet. Jean-Pierre erkannte unser Problem aber sofort und als guter Koch erklärte er uns die auf der Karte dargebotenen Speisen Kapitel für Kapitel. Rita entschied sich für eine Vorspeise aus Blätterteig der gefüllt war mit einem Schimmelkäse der Region und einer halben Williamsbirne sowie als Menü eine Forelle mit Gemüse der Saison. Ich entschied mich für eine Variation aus „Charcuterie maison“ die aus einer Scheibe Schinken, Paté, ein paar Scheiben Schweinesalamie, einer Scheibe eines spezielen Speckes der Region sowie drei Scheiben aus einer Wurst die ich sonst niemals essen würde hier war sie allerdings der ganze Stolz des Patron und so konnte ich nicht Nein sagen. Diese Wurst bestand aus Innereien vom Schwein also alldem was ich als Schlachtabfall bezeichnen würde, hier aber in einer Kombination mit Gewürzen und Krätern zu einem wahren Hochgenuss mutiert war und so ass ich zum erstenmal in meinem Leben Sachen wie Herz, Lunge,Hirn und eben aldem das sich in dieser Wurst befand.

Als Hauptmenü wählte ich dann eine Entenkeule die teilweise entbeint und mit einer Farce aus Waldpilzen gefüllt war, begleitet von einer Sosse aus frsichen Campignons. Dazu ein herrliches Kartoffelgratin mit demselben Schimmelkäse das auch Rita in ihrem Feuilleté hatte. Als Dessert hatten wir eine Crème brullée. Alles war natürlich, wie Jean-Pierre betonte hausgemacht und besonders auf seine feine selbstgemachte Charcuterie war der Patron sehr stolz. Das ganze rundete ich ab mit fast einem Liter eines guten Bieres aus der Region und Rita genehmigte sich eine Flasche des feinen Badoit Mineralwassers eigentlich des besten flüssigen Begleiters für ein solches Essen. Nach dem Essen gingen wir bergab zu unserem Womo und fielen müde und wohlgenährt in die Betten. Der Abschluss meines Fastfoodlebens war nach diesem Genuss beschlossene Sache. Eigentlich war ich noch nie Anhänger des Fastfoodkultes aber auf Reisen sagt man sich manchmal „ach was solls, gehen wir mal schnell zu MacDo“ und danach fühlt man sich immer schlecht. Damit wollen wir ab diesen Jahres aufhören dann lieber mal einfach zu nem Metzger in der Gegend, dort einen kleinen Snack geholt ein kleine feine Pastete, ein feines Paté oder ähnliches, ein guter Käse mit frischem Baguette und man hat danach keinen Knoten im Bauch sondern das Gefühl sich selbst und dem guten Handwerker was Gutes getan zu haben.

Die Fastfood's schiessen in Frankreich aus dem Boden wie die Pilze, fast an jedem Rond-Point findet man sämtliche vorhandenen Namen die einen mit ihren farbigen Tafeln locken wollen. Das muss man nicht unbedingt mitmachen und unterstützen. Aber immer wieder findet man abgelegen in den Dörfern wo man oft nur per Zufall durchfährt, so kleine Einkaufsjuwele mit einer kleinen Epicerie, einem Metzger und Bäcker die sich zu einer kleinen Coopérative zusammengeschlossen haben um den Grande Surfaces zu wiederstehen. Da machen wir gerne mit und teurer wird's schonmal gar nicht. Dort eingekauft für zwei Mittagsessen, 13,50 Eur, einkaufen zum Schnäppchenpreis und einer Qualität die man in Lux nicht mehr findet.

Nach der Nacht bei Jean-Pierre und seiner Frau, beide auch „Campingcaristes“ die nur noch im September wegfahren können, ging es weiter in die Cevennen und den Parc Naturel des grands Causses. Dort bot sich uns ein Naturschauspiel und eine Dramaturgie einer Landschaft, über die ich wohl noch Wochen nachdenken muss so hat mich das alles ergriffen. Ein Teil dieser Landschaft wird von durchziehenden Schafsherden geprägt und die einzigen Strassenschilder denen man in der Region begegnet, warnen vor umherziehenden Schafsherden die dort Sträucher, Gräser und Kräuter in Milch und Fleisch umwandeln und einfach nur glücklich sind. Mitsamt ihren Schäfer/innen und Hütehunden ziehen die Herden von Wiese zu Wiese und Hügel zu Hügel und putzen alles weg was ihnen essbar und nahrhaft erscheint.

So entsteht dort vielerorts eine bizarre Landschaft aus kleinen Hecken und Sträuchern übersäht von den kleinen Pfaden die die Tiere beim abgrasen freitreten. Sonst gibt es dann noch Steine, Felsbrocken und Findlinge, so viele das man nichtmal auf die Idee käme sie zählen zu wollen und so viele dass man sich manchmal vorkommt wie in einer bizarren Steinlandschaft auf einem fernen unbewohnten Planeten. Dann tut sich einem plötzlich eine Landschaft auf mit hohen Bergen und tiefen Schluchten, Schneisen an denen man vergangene Murenabgänge wie in den Hang gemeisselt immer noch sehen kann, Dörfern mit Steinhäusern und sogar Dächern aus Stein, die aussehn von weitem als wäre der Lauf der Zeit an ihnen vorbeigegangen und man müsste um die nächste Ecke vermuten es käme einem ein Tempelritter entgegengeritten.

Die Eindrücke die einem eine solche Landschaft hinterlässt kann man an einem Tag nur schwer verarbeiten, sie verfolgen einen in Tag und Nachtträumen aber ich fühlte nur eines, hier gehörte ich hin und hier wollte ich für den Rest meines Lebens verweilen. Der Tarn hat sich hier in jahrtausenden eine Schlucht gegraben die man sich nicht vorstellen kann wenn man sie nicht einmal in seinem Leben gesehen hat. Man will Fotos machen aber weiss vor lauter Motiven nicht wo man anfangen sollte, man schaut nach Links und sieht rechts davon etwas noch spektakuläreres mal ganz davon abgesehen von dem das sich gegenüber befindet. Rita und ich haben diese Landschaften schon so oft in Filmdokumentationen gebannt verfolgt aber wenn man sich dann mittendrin befindet glaubt man das Hirn müsste sich von all den faszinierenden Anblicken überschlagen. Der gute alte Hans-Dieter lag mit keinem Wort daneben als Er uns von dieser Region vorgeschwärmt hat und uns dieses oder jenes Highlight vorgeschlagen hat uns anzusehn.

Gelandet sind wir schliesslich in Millau auf dem Camping Côté-Sud wo wir eigentlich nicht hinwollten aber es uns magisch hinzog und solchen kleinen Schicksalseingriffen sollte man nicht entgegenwirken denn es sind gerade sie die das Leben manchmal sehr angenehm würzen. Touristisch gesehn ist Frankreich um diese Zeit noch wie ausgestorben und auf den Plätzen kann man sich sich stellen wo man will und tun und lassen was man will. Es gibt fast keine Einschränkungen. Unterwegs sind wir mal einen CP angefahren um Chemieklo zu entsorgen und Wasser abzulassen und wo wir hätten 5 Euro löhnen müssen, aber es gab nur eine verschlossene Rezeption und so konnte man nichtmal seinen Obulus löhnen auch wenn man es gewollt hätte. Viele CP entlang der Tarn sind ideal für Wassersportler und „Unsereins“ würde dort nicht glücklich. Alles Plätze die nur einem Sinn und Zweck nutzen, Wassersport auf dem Tarn in all seinen Möglichkeiten, da werden junge Leute bedient die Abends am Lagerfeuer ihr Bier trinken und ihren Joint rauchen wollen und Tagsüber nur Spass und Halligalli brauchen. Nichts was den normalen Camper anziehen geschweige denn zufriedenstellen würde. Also nichts wie dranvorbei zu den Plätzen die dann auch gleich das doppelte kosten aber dem gewohnten Standart entsprechen.

http://www.camping-cotesud.fr/

Mal sehn wie es am Montag weitergeht.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#6 von Gabirudi , 16.04.2011 18:55

Hallo Rita und Yves,
Euer Ausflug nach Verrières en Forez, mit der anschliessenden Anti-Fast-Food Demonstration mach Lust auf die folgenden Berichte, die noch, so hoffe ich, kommen werden.
Diese von Dir beschriebene Wurst, was dass eine Andouille ?

Weiterhin noch viel Spass bei Eurer Rundreise.

Gruss
Rudi

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#7 von HD , 16.04.2011 19:33

Hallo - ohh, ich werde mit vollem Vornamen erwähnt Aber tatsächlich, das Aveyron und die Nachbardepartements gehören m.A.n. zu den schönsten Landschaften in Frankreich, tief eingeschnitte Flusstäler, karstige Hochebenen mit vielen Tropfsteinhöhlen, Felslandschaften mit Bartgeiern, mittelalterliche Dörfer und Bastiden, schimmeleiger Schafs-Käse (Roquefort) und rasiermesserscharfe Messer (Lagoile) und eine der beeindruckensten Brücken der Welt. - eine Landschaft der gruseligen Geschichten, wie derjenigen von der Bestie des Gevaudan.
Viel Spass weiterhin, ich fahre im Geiste mit Euch.
Danke von HD

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#8 von Gelöschtes Mitglied , 16.04.2011 19:46

Zitat von Gabirudi
Diese von Dir beschriebene Wurst, was dass eine Andouille ?



Ich hab keine Ahnung, sie hatte die Dicke und das aussehn eines Pfälzer Saumagens und es war wie geschrieben alles drin was so ein Schwein bietet nachdem die richtig leckeren Sachen verarbeitet sind und für den Hund der Rest noch zu schade ist. Aber wie gesagt der Geschmack hat's rausgerissen.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#9 von Gelöschtes Mitglied , 16.04.2011 19:51

Zitat von HD
Hallo - ohh, ich werde mit vollem Vornamen erwähnt Viel Spass weiterhin, ich fahre im Geiste mit Euch.



Klar HD, der grösste mir bekannte Frankreichversteher, die Erfahrung hat nun endgültig gezeigt dass man an deinen Reisevorschlägen was das Land Napoleons anbelangt, nicht mehr vorbeikommt. Bei meinem Gedächtniss geht ja das meiste verloren aber bei sehr vielen Gegenden und Dörfern wo wir hier vorbeigefahren sind ruft Rita begeistert "Ah davon hat der HD doch auch schon erzählt" und was ist schöner als zu einer guten Reiseempfehlung ein schönes Bild zu bekommen. So oft also hier unterwegs dein Name fällt, so oft bist Du an Bord dabei.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#10 von HD , 16.04.2011 20:37

Danke, Yves - es freut mich sehr, wenn andere es ähnlich sehen und erfahren, wie ich/wir gesehen haben. Dein Cockpit und die Scheiben sind mir wohlvertraut, ich sehe mit hindurch und manch schöne Erinnerung taucht auf.
Viele Grüsse auch an Rita und gib dem Köter ein Leckerli.
HD

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#11 von sunshine , 16.04.2011 23:04

Hallo Yves,
ich wünsche dir und Rita schöne, erholsame Tage in Frankreich.
Ein klein wenig beneide ich euch natürlich auch.
Uns hat es am Tarn auch sehr gut gefallen. Wir hatten in der Nähe des hübschen Städtchens Sainte-Enimie gecampt, auf einem dieser kleinen Plätze direkt am Fluss - allerdings ganz ohne Joints...
Wenn ich an den Tarn denke, fällt mir immer als erstes die Schlange ein, die mich beim Schwimmen überholt hat - was meinst du, wie schnell ich aus dem Wasser war... Aber zum Schwimmen ist es ja sicher noch zu kühl.
Auch die Aven Armand ist unvergesslich - und unbedingt einen Besuch wert, finde ich.

Weiterhin schönen Urlaub wünsche ich euch!

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#12 von HD , 17.04.2011 09:34

Und wenn's der Aven Armand nicht wird, dann besucht die Grotte de Dargilan (grotte rose de meyrueis) auch diese Tropfsteinhöhle wird euch begeistern, allein schon wegen der teilweise rosa schimmernden Stalaktiten und -Miten - die Mineralien färben sie rosa.
HD

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#13 von Gelöschtes Mitglied , 17.04.2011 15:58

Wir sind heute Morgen weg vom Coté Sud in Millau, CP war ganz nett aber solche Plätze mitten in einer Stadt liegen uns nicht sooo, war ein wenig zu viel Spektakel. Gestern gesellte sich eine Gruppe Motorradfreaks direkt gegenüber zu unserem Platz in so ein kleines Chalet und die Jungs waren etwas viel lustig. Man gönnts den jungen Kerlen ja zumal wenn man abends früh im Bett liegt und sie noch bis nach Mitternacht feiern um dann so gegen Morgen ins Bett zu fallen. Die Steyr's sind ja Frühaufsteher und wenn dann so gegen 7:00 Morgens der Dicke den Staubsauger anfährt um den Weini zu saugen während Steyrfrau in den Sanis verweilt zudem sämtliche Weinsbergtüren im Minutentakt auf und zugemacht werden müssen um auch wirklich in jeder Ecke gesaugt werden zu können, dann rächt es sich schon irgendwie wenn man so lange gefeiert hat und das jetzt miterdulden muss.

Die Jungs nahmen es aber mit Humor und verarschten mich dann die ganze Zeit wie ich so am putzen und einpacken war und mit der Chemietoilette herumentsorgte. Kurzum jeder von uns hatte seinen Spass und einer von Ihnen spielte sogar mit unserem Hundchen was dem aber wiederum nicht sooooo sehr gefiel und dies kundtat indem er nach dem Biker schnappte ohne ihn aber getroffen zu haben. Die ganze Zeit auf dem CP hatten wir unseren Spass mit den Enten. Die wackeln ständig um einen herum, kommen in Scharen um aus Hundis Trinkschüssel zu saufen und unser altes Brot zu stibitzen. Nachdem Weini also geputzt und aufgeräumt war, alle Services erledigt und wir ordentlich gefrühstückt hatten, ging ich noch Duschen und meine Platte rasieren und dann gings weiter.

Nicht sehr weit, ungefähr 30 Kilometer am Dourbie entlang wieder in einer atemberaubenden Landschaft. Der CP den wir anfahren wollten schockierte uns anfangs etwas mit den Preisen aber was solls, man gönnt sich ja sonst nix. Der Hammer hier am RCN Val de Cantobre ist der Preis für den Hund, 6 Euro pro Tag. Als ich dem Hund das gesagt habe hat der sich so sonderbar benommen, der geht so komisch über den CP, schüttelt und flattert mit seinen Beinen rum und benimmt sich wie der Grand Duc von Luxemburg in Saint Tropez. Er trägt die Nase hoch und ignoriert jeden freundlichen Zuspruch niederer Personen wie Holländern, Belgiern oder Franzosen. Der Herr Hund fühlt sich richtig edel, na soll er doch kostet schliesslich genug Geld.

Der CP ist wie überall um diese Zeit fast leer, vielleicht ein halbes Dutzend Gespanne stehen rum, nur Wohnwagen. Wir stehen auf dem höchsten Punkt des CP immerhin schon gut dreissig Meter höher als der Empfang vom CP selbst. Es gibt ein Schwimmbecken das beheizt ist, viel Sonne mit noch angenehmer Kühle und ausser einem Hund tiefer unten im Eingangsbereich auf einem alten Bauernhof, hört man nur Tauben, Kukuck und diverses Zwitschergetier. Die Enten haben wir gegen eine andere Spezies eingetauscht, Rieseneidechsen. Richtig fette Urviecher mit blauen schimmernden Köpfen und grünem Körper. Sowas schönes hab ich selten gesehn und die kreuchen und fleuchen hier herum dass man schon aufpassen muss nicht auf sie zu treten. Den Hund stören sie scheinbar nicht, seine Lordschaft liegt gerade in der Sonne und hat wiedermal Blähungen und das einzige das ihm anzusehen ist, dass er sich wundert was es ausser Hunden in diesem sonderbaren Land noch alles für komische Viecher gibt.

Meinem Auftrag eine besondere Flasche Pastis und zwar einen Pastis des Homs mitzubringen konnte ich noch nicht nachkommen, die erste Strasse dorthin die uns begegnet ist war leider zu klein um mit dem Weinsberg zu befahren aber scheinbar gibts ne andere Annäherung von Nant her die breiter sein soll, mal sehen ob es von da aus klappt. Dorthin müssen wir aber auf jeden Fall den da gibt es einen Likör aus einer besonderen Pflanze, dem „wilden Arschkratzer“ komme mir jetzt keiner und behaupte ich wäre wiedermal ordinär aber sie heisst tatsächlich „gratte-cul sauvage“. Also wenn das kein Likörchen ist dann weiss ich auch nicht. Rita liesst gerade den Prospekt der Erzeuger und sie hat schon sabber in den Mundwinkeln.

Der Weinsberg steht hier am CP auf so einer „Bergterrasse“ mit Überblick über den ganzen CP, ringsum uns gibts nur Berge, Hügel, Felsen und Wälder. Wer hier ein Buch aufschlägt zum lesen muss wirklich starke Nerven haben sich dem herrlichen Rundumblick entziehen zu können, ich kanns nicht und lass mich seit Stunden von der Landschaft betören, die Dörfer die man von Hier aus sieht , zwei Stück an der Zahl liegen in den Felsmassiven als hätte man sie dort hinein gemeisselt und man muss schon zweimal hinsehn um überhaupt zu merken dass es sich um ein Bergdorf handelt und nicht einfach nur um Felsen.

So, 16:00 Uhr, nun öffnet der kleine Laden am CP und wir gehen ein wenig einkaufen ein Restaurant gibts hier auch aber ich hab so meine Bedenken wenn holländische Pächter ein CP-Restaurant führen, da seh ich nur ein dutzend Friteusen rumstehn in denen alles landet was nachher auf dem Teller liegt und dazu hab ich grad keine Lust. Jaja, mal wieder voller Vorurteile und sollte ich mich irren werd ich's schon nachreichen, aber es sollte mich wundern wenns anders ist. Der freundliche junge Holländer der hier mit seiner Frau und ihren beide8822n Töchtern Pächter ist, hat uns den Tipp gegeben uns mal die Campingchèque-Geschichte anzusehn und eventuel zu benutzen, scheinbar ist damit auf den meisten CP der Hund umsonst, mal sehn.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#14 von HD , 17.04.2011 18:58

Hallo ui, ich vergass, ich bezahlte den Cantobre mit Campincheque - machte 14 Euro, Hund inclusive, ABER NUR in der VORsaison (in der Haptsaison würde ich dort auch nicht hinfahren) in der HS nehmen die garkeinen Hund auf, wie ich mich meine zu erinnern. Klar, die Aussicht bezahlt man, das beheizte Schwimmbad auch und die Sanis waren top.
Das eine Dörfchen auf das man sieht ist Cantobre und eine Wanderung lohnt dorthin.

Ihr könnt aber auch den Platz unten an der Dourbie nehmen, der ist viel günstiger, sogar mit Dourbie-Flussufer, oder den Platz Ausgangs Nant vielleicht 1km hinter der Renault-Werkstatt mit Tanke - links, er heisst Castelnau und ist ein camping Ferme - der ist spottbillig. (Steht auch im Campingfüher) - das kleine Lebensmittelgeschäft gegenüber den Platanen (im Ort gibts nur dieses) kann auch Auskunft geben, Ihr seid der Landessprache ja mächtig

Um zur Ferme des homs zu kommen, muss man hoch aufs Plateau, sie liegt ja oben - die Strasse kann jedenfalls mit dem Weinsberg befahren werden. Von Nant aus? hmm, weiss ich jetzt nicht mehr, meine mich zu erinnern zwischen Nant und Millau aus.

Viel Spass weiterhin und fahrt mal das Tal der Jonte, das heimelige Dourbietal habt ihr ja direkt vor Euch.

Und besucht mal das "Restaurant le Dourzon" ich habs hier beschrieben:
http://camperfriends.de.www172.your-serv...d54a33cad42ccfe
Da gibts Forellen mit Roquefortsauce in einem kleinen Tiergehege, sehr idyllisch und gut und preiswert. DAS lohnt.

erstaunlich, dass ich diesen Reisebericht noch finde

Leute, ich muss da wieder hin, wenn ich das so lese.
Grüsse von HD

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#15 von Gelöschtes Mitglied , 17.04.2011 19:54

HD so viel Zeit deinen Reisevorschlägen zu folgen haben wir diesmal nicht, wir müssen nächstes Wochenende wieder zu Hause sein. Es war diesmal so ein kleines hineinschnuppern in diese Gegend das nach Fortsetzung schreit. So ein kleines Apetithäppchen und es wird mit Sicherheit nicht der letzte Besuch sein. Morgen geht es nach la couvertoirade und dann noch ein wenig entspannen und ab nach Hause. Beim nächsten Mal wissen wir wo's lang geht


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#16 von Gelöschtes Mitglied , 18.04.2011 17:39

So mal wieder zu Hause auf Camping im Weinsberg. Wir haben heute unser Hauptziel besucht, „la couvertoirade“ und so an Saisonbeginn wo nirgends hier was los ist war das sehr schön sich diese altertümliche Stadt anzusehn. Eigentlich ist es nicht mehr als eine Ansammlung uralter Steinhäuser auf einem Haufen, umgeben von einer Festungsmauer, aber so als Gesamtpaket mit Landschaft drumherum ein Ziel das man sich durchaus stecken sollte. Die Geschäfte an diesem Ort bieten keine Billigware aus Fernost an sondern ausschliesslich lokale Handwerkskunst und das zu sehr gepfefferten Preisen die, wenn man selbst Handwerker ist und weiss was für Arbeit in jedem seiner Erzeugnisse steckt, absolut berechtigt sind. Alles was man dort kauft, kauft man einmal in seinem Leben und man kann es an die nächste Generation weitergeben. Naja fast alles, denn ich bin fremdgegangen und hab 4 Stück Seife gekauft, meine Lieblingsseifenerzeugerin Conny wird es mir hoffentlich verzeihen aber es war Notwehr denn an Patchoulie- Seife komm ich einfach nicht vorbei.

In „la couvertoirade“ gibt es ein paar Restaurants die sehr chic aussehn aber ein ganz spezielles hat mich magisch angezogen. „La Tour Valette“, als ich die Tür dazu geöffnet habe und in den verwölbten Keller geschaut habe war mein erster Gedanke „schnell weg“. Der erste Eindruck war so „verdammt hier bist du in einer Frittenbude aus der Templerzeit gelandet“ in Wirklichkeit war es noch schlimmer, es präsentiert sich wie ein Kellerlokal aus den Anfängen der 70er Jahre. Die Einrichtung stammt wohl aus der Zeit ebenso wie der Wandschmuck und die alte Frau in Leggins hinter dem Tresen. Die aber hat sich uns schnell gekrallt an einen Tisch gezogen und uns keine Chance gelassen den Rückzug anzutreten. Gut so.

Im Radio hinter dem Tresen lief die ganze Zeit Musik aus den 70er Jahren und noch älter. Von Edith Piaf über Moustaki und Brassens bis hin zu Julien Clerc und dem aktuellen Garou, typisch Französisch halt. Auf der Karte die uns die alte Legginsfrau präsentierte standen drei Menüs und ein paar „Assiettes“ mit kalten Fleischsorten wie diversem Aufschnitt und Schweinebraten mit Fritten oder diversen Ommelettes mit Fritten und Salat. Die Legginsfrau schlug uns das Tagesmenü vor und das bestand aus Escaloppe de Veau mit Morcheln, Gratin Dauphinois und Saisongemüse, das ganze auf einer feinen Rhamsosse. Das klingt jetzt so banal wie „Schnitzel in die Friteuse hauen Maggisosse drüber und ein Kartoffelgratin aus der Plastiktüte in die Mikrowelle schmeissen, aber dem war ganz und gar nicht so. Dieses einfache Essen hat Koch Michel der aussieht wie mein Dorfpfarrer in Biwer, mit dermassen Können und Liebe zusammengestellt und gekocht dass mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammenläuft wenn ich nur daran denke.

Zum Abschluss wollten wir die Karte um ein Dessert zu bestellen und da dachte ich dann wieder mit den üblichen Vorurteilen, jetzt gibts wohl eine Kugel Eis mit Schlagsahne aus der Dose und das wars. Aber weit gefehlt, Michel (so um die 50) kommt an den Tisch und sagt „Ich habe eben drei Torten gebacken die ich ihnen präsentieren kann“. Wir entscheiden uns für die Apfeltorte und die wird uns mit einer Kugel feinstem Vanilleeis serviert. Diese selbstgebackene Apfeltorte auf feinstem Blätterteig und einer besonderen festen „Eiercrèmemasse“ wie sie ganz ganz früher nur unsere Omas zustandegebracht hatten, war als würde man einen Engel küssen, sie warbackofenfrisch und noch warm. Dann bestell ich noch zwei Kaffee und hoffe dort wenigstens in meinen Vorurteilen baden zu können weil es steht nirgends eine Kaffemaschine noch wäre das Geräusch einer solchen zu hören gewesen und das obwohl schon der ein oder andere „Commerçant“ hereingesprungen kam um sich eine Tasse abzuholen.

Die Legginsfrau chippotiert hinter dem Tresen herum und bringt uns in 70er Jahreglastassen zwei Kaffees an den Tisch die eine Crèma haben von der Senseo oder andere Möchtegern Barristas nur träumen können. Genauso wie er aussieht schmeckt er dann auch aber ich kann nicht sagen wie die Legginsfrau den zusammengebraut hat, vielleicht ist sie ja ne Hexe, in la couvertoirade würde mich das nicht wundern. Danach kam der wichtigste Teil dieser Ausfahrt, an den, den es gerichtet ist wird es freuen zu hören dass eine jungfräuliche Flasche „Pastis des Homs“ hinten im Weinsberg liegt und bei Bedarf gegen Ende der Woche auf dem Nachhauseweg abgeliefert werden kann, einfach nur Bescheid geben ob's passt.

Bei den jungen Erzeugern bei denen allein schon der Blick ins wunderschöne Gesicht der Cheffin den Weg wert war, wurde viel gepröbelt und je lustiger wir wurden umso mehr haben wir gekauft. Auch den „wilden Arschkratzer“ habe ich in einer kleinen Flasche gekauft zum probieren. Der wilde Arschkratzer ist, den Killi wirds freuen, nichts anderes als ein Destillat aus der Hagebutte und als Arschkratzer wird er bezeichnet weil die Körner im inneren der Hagebute eben so wie Juckpulver wirken, viele werden es aus ihrer Kindheit wohl selbst noch kennen. Ebenfalls aus der Hagebutte haben wir einen Likör gekauft und noch einen anderen Likör der sehr bitter schmeckt was Rita und ich aber sehr mögen. Ist ausgezeichnet geeignet bei Magenproblemen oder einfach nur wenn man bitteres Zeug mag. In die Kategorie fällt dann auch der Kastanienhonig den Rita noch gekauft hat. Man muss wiedermal anerkennend feststellen dass HD gesagt hat „fahrt dort hin“ und Er mal wieder wie immer recht hatte.

Die Franzosen haben hier in der gesamten Gegend ein ganz anderes Problem und Japan tangiert sie hier weniger. Das Hauptthema hier in der ganzen Region ist das „Gase de Schiste“. Vielleicht hat mal wer von Euch den Film „Gazland“ gesehn und kann nachvollziehen was es für den Larzac bedeuten würde wenn hier unterirdisch die Gasvorkommen angebohrt würden und diese wahnsinnige Landschaft so verseucht würde wie das in Amerika bei dieser Art Raubbau passiert ist. Dort drehen die Leute den Wasserhahn in ihren Häusern auf und halten das Feuerzeug unters Wasser das sich dann während es aus dem Wasserhahn läuft in einer Flamme entzündet weil alle Wasservorkommen mit Gas verseucht wurden. Aber die Leute im Larzac sind Kampferprobt und die zetteln hier gerade ne Revolution an um diese Katastrophe zu verhindern.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#17 von HD , 18.04.2011 22:49

Hallo - Ich sabbere schon nach dem Pastis des Homs von der Causse Larzac - danke sehr dafür - Du hast eine Mail.
Und falls es sonst jemand interessiert? -Voila:
http://www.aromatiques-homs.com/aromatiques-homs.php?lang=de

Aber, das sagt garnicht so viel -man muss hoch auf den Larzac und selbst pröbeln
Grüsse von HD

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#18 von Gelöschtes Mitglied , 19.04.2011 15:51

Heute ga'bs für mich den schönsten Teil dieser Reise und zwar eine Wanderung vom CP aus Richtung Nant wo heute der Wochenmarkt stattfand. Der Wanderpfad führt oberhalb des Dourbie fast parallel zu diesem entlang an dem Dörfchen les Cuns vorbei sowie zwei Campingplätzen, dem „sprechenden Felsen“ und den anderen Namen hab ich vergessen. Der Wanderpfad ist leicht beschwerlich, geht auf und ab und hat für Menschen die schlecht zu Fuss sind, zwei etwas fickerige Abgänge respektiv Aufstiege. Man sollte Wanderstöcke dabei haben und alles ist kein Problem mehr.

Unterwegs mussten wir wieder an einen Camperfreund denken, in diesem Fall eine Camperfreundin. Die liebe Iris hat uns in Gedanken hier auf Schritt und Tritt begleitet denn der Weg ist gesäumt von wilden Iris die Gott hier einfach so wachsen lässt als würde es Ihm grössten Spass bereiten sie einfach nur am Berghang gedeihen zu sehn. Ebenfalls in der Blüte standen Heckenrosen die uns wohlduftend begleitet haben und Ginster der schon voll in der Blüte steht. Was mich in dieser Gegend besonders erfreut ist der wilde Buchsbaum der hier all überall wächst fast schon wie Unkraut. Ich mag diese Pflanze und so in der wilden Natur kommt sie besonders schön.

Wir sind am frühen Morgen nach Dusche und Frühstück los und es war zu der Zeit noch windstill und schön kühl. Gut zwei drittel dieses Weges muss man hintereinandergehen denn der Weg ist hier nur ein Pfad und auch demnach recht schmal mitten durch den Wald. Da der Pfad mitten in den Hang geschlagen ist muss man konzentriert und trittsicher hier gehen. Nant erreicht man dann über eine alte Steinbrücke aus dem 14ten Jahrhundert und dann befindet man sich schon mitten auf dem Marktplatz. Hier springt Hundchen erstmal mitten in den Dorfbrunnen und säuft den fast leer.

Durch das Städtchen Nant läuft auch ein kleiner kanalisierter Wasserlauf den ich erst für einen Abwasserkanal hielt dann jedoch feststellte dass sich in diesem Rinnsal richtig fette Bachforellen tummeln, also stieg Hundchen auch hier mal ab mitten in den Wasserlauf um sich die Stinkefüsse zu kühlen und etwas herumzusabbern. Ich bin richtig stolz auf uns, seit wir unterwegs sind haben wir noch in keinem Supermarkt eingekauft sondern nur in kleinen Epicerien, Metzgerläden oder Bäckereien. Wir haben noch nichts gekauft das uns bekannt erschien und uns von Produkten aus der Umgebung überraschen lassen. Noch nichteinmal wurden wir enttäuscht und erleben einen geschmacklichen Hochgenuss nach dem anderen.

Heute in Nant waren wir wieder in einer der Dorfboucherien die sich gleich in der Strasse befindet in der es zur alten Dorfkirche geht. Ertseinmal hab ich mich mit den zusammengeschobenen Wanderstöcken die seitlich am Rucksack befestigt waren, im Fliegengitter zum Geschäft hin verfangen und musste unter dem Gelächter vom Maître Boucher von selbigem befreit werden. Dann scannte mein Auge über eine Fleischtheke in der eine Leckerei neben der andern lag und ich mich sehr schwer tat meine Gelüste im Griff zu behalten. Irgendwie muss ich es wohl geschafft haben haben denn die mahnende Rita und gleichzeitig mein lebender Verstand, sahen mich durch das grosse Fenster von aussen an und Rita's Blick an mich gerichtet sprach wieder Bände.

Erstmal kaufte ich das weswegen ich tatsächlich in das Geschäft hineinging, Rita wollte Schweinekotteletts. Dann noch ein paar frische Schweinswürste die jedesmal wieder von Boucherie zu Boucherie verschieden schmecken und jedesmal wieder eine Spezialität des jeweiligen Hauses sind worauf die Maîtres dann auch immer wieder sehr stolz sind. Dann nahm ich noch zwei Scheiben von der Paté en croute Richelieu die wir eben so als Snack verputzt haben. Hierbei handelt es sich um eine Pastete aus festem Fleisch in einer Gelée mit Teig umgeben, diese Pastete hatte es jedoch in sich und war die Feinste die wir bisher gegessen haben. Wenn man sone Scheibe dieser Pastete betrachtet ist der Aufbau folgender. Erst eine Schicht festes Fleisch, eine Mischung aus Schweinefleisch und Entenfleisch, dann ein hauchdünne Schicht Trüfeln, dann eine Schicht Gänseleberpaté und eine hauchdünne Schicht frischer Pistazien. Dann wieder eine Schicht festes Fleisch und darüber dann eine feine Gelée mit Wein, gerösteten Mandeln und feingeschnittenen Morcheln. Das ganze umrandet mit dem typischen Teig mit Schmalz den man für solche Pasteten eben so nimmt und dazwischen immer wieder frische Mandeln mit eingemischt. Was soll ich sagen, ein Traum.

Zum probieren hab ich dann noch die eine oder andere Wurstsorte mitgenommen aber wie gesagt nur zum probieren also jeweils nur ein Häppchen. Dann gibt es in den Boucherien auch noch etwas anderes das ich so noch nicht gesehen hab. Hier gibt es tatsächlich den einen oder anderen Produzenten von Kartoffelchips, ich habs schon öfters gesehen und diesmal hab ich mal eine Tüte gekauft. Ja tatsächlich, es gibt noch andere Marken als Chio, Bahlsen oder Lorenz und es gibt noch Handwerksbetriebe wo der Mann oder die Frau vor einem grossen Bottich Fritieröl stehn und Kartoffelscheiben reinschmeissen die dann von Hand so lange umgerührt werden bis sie Sonnengelb fritiert sind um sie dann kurz mit Salz zu bestäuben und dann frisch einzutüten. Auf der Packung steht dann „ Kartoffeln, Sonnenblumenöl und Salz“ als Zutat drauf, nix E hier oder E dort oder Geschmackverstärker oder was weiss ich nicht alles. Man knabbert dann etwas das genau nachdem schmeckt woraus es hergestellt ist und man hat nach einem dutzend Chips genug weil nicht irgendein Chemiezeug beigemischt ist das einen in Heisshunger verfallen lässt und man Lust bekommt dreit Tüten hintereinander zu futtern.

Nach diesem Urlaub wird es schwer sein zu Hause wieder mit den 0815 Lebensmitteln konfrontiert zu werden und damit wieder glücklich zu werden. In Nant gibt es auch eine sehr alte Kirche und endlich hatte ich mal die Gelegenheit mich in einem stillen Gebet in einer Kirche zurückzuziehn. Es ist das einzige das mich in Frankreich immer sehr betrübt. Es gibt wohl eine grosse katholische Gemeinschaft in Frankreich die auch lebendig ist aber man muss sie finden. Der Staat uberlässt die Kirchen meist ihrem Schicksal und so verfällt alles zusehend. Man hat echt Glück eine Kirche zu finden in der man noch die Spiritualität findet die wir Luxemburger aus unseren heimischen Kirchen kennen. In Nant war es dann endlich mal wieder soweit. Die alte Kirche hat mehrere Altarnischen in denen man verschiedenen Heiligen Gedenken kann und in ein stilles Gebet fallen kann.

Natürlich die heilige Mutter Gottes, der heilige Joseph, und in diesem Fall auch der heilige Rochus der auch unser Dorfheiliger ist dem die Biwer Kirche geweiht ist. Vor jedem dieser Altäre konnte ich niederknien und ein Gebet sprechen und das tat mal wieder wirklich gut, besonders vor der heiligen Mutter verweilte ich diesmal besonders lang. Vor dem Hauptaltar mitsamt dem Allerheiligsten kniete ich nieder und bekam fast einen Herzkasper, vor mir ging eine Riesenspinne in Bewegung über und rannte von mir weg in Richtung Altar als wäre ich der Teufel höchstpersönlich. Wenn das Herz der Spinne in dem Moment so gerast ist wie meines dann hatt sie's nicht besser verdient und im gegenseitigen Erschrecken stehen wir uns wohl in nichts nach.

Als ich die Kirche verliess wartete Rita mit Flash auf mich in der wärmenden Sonne und wir machten uns auf in einen kleinen Laden in dem Rita Ansichtskarten kaufen wollte. Ich wartete mit Hund draussen und mir kam eine Frau entgegen. Sie sah leicht schmuddelig aus und rauchte, sie ging in dasselbe Geschäft wie Rita und ehe sie das Geschäft betrat rieb sie die Zigarette kurz über die Strasse um die Glut auszumachen, hielt die Zigarette aber weiter in der Hand da sie noch nicht mal zur Hälfte geraucht war. Ob solcher Beobachtungen musste ich mich mal wieder gruseln und dachte so bei mir „eigentlich ne süsse Frau wenn sie denn geduscht wäre und ich nicht gerade dieses Zigarettenspektakel hätte sehen müssen“.

Als Rita dann fertig war gingen wir nochmal über den Markt weil wir noch Käse kaufen wollten. Wie der Teufel so spielt steht dann Zigarettenfrau am Käsestand und offeriert uns ein Käsestück nach dem anderen zum probieren und ich musste mich schon überwinden es anzunehmen. Ich denke wohl nicht dass Zigarettenfrau vorher die Hände gewaschen hat und ich bekam dieses Bild der über die Strasse schruppenden Zigarette nicht aus dem Kopf. Rita hatte ich natürlich nichts von meinen Beobachtungen von vorher erzählt und so probierte Sie genüsslich ein gereichtes Stück Käse nach dem anderen. Ich hatte mich überwunden und tat es schliesslich auch, ebenso Flash der sich gütlich tat an den weggeworfenen Krustenstücken von Käsen die andere schon vorher probiert hatten.

Der Käse war jeder für sich ein Gedicht und Genuss. Mild, scharf, butterig und sanft. Eine Sinfonie an Käsegeschmack und irgendwie wunderte ich mich und fragte schliesslich nach aus welcher Milch der Käse produziert würde. Es war alles Ziegenkäse aber der hatte nichts von diesem bockigen Geschmack den ich sonst so von Ziegenkäse gewohnt bin. Zwei Sorten haben es uns besonders angetan, ein fester würziger Käse und einer der Camembertähnlich aber etwas würziger schmeckt. Wir kauften dann jeweils ein Stückchen davon und machten uns dann noch auf den Weg zu einem Boulanger den wir dann auch sofort um die Ecke fanden. Die Käsefrau war bei näherer Betrachtung wirklich eine Süsse und mit täglicher Dusche mitsamt Stückchen Seife könnte aus Ihr ein wahrer Juwel werden, man hätte es Ihr sagen müssen aber wer will schon inmitten eines mittelalterlichen Dorfplatzes gesteinigt werden?

Die wohlduftende Bäckersfrau mit ihren glänzenden kastanienfarbenen Haaren und Riesenohren riss dann aber wieder alles raus und war so schön anzusehn dass es schon fast wieder schade war nur eine „Couronne de Pain“ für 1,40 euro zu kaufen. Wir machten uns also wieder zurück auf den Pfad um nach Hause zum Weinsberg zu gelangen. Es war ein etwas beschwerlicher Tag aber doch einer der besten die ich je hatte, ja man ist mit wenig zufrieden aber so sind wir Steyr's halt.

Wir gehen jetzt noch in den kleinen CP-Laden etwas Wasser kaufen und werden dann wohl wieder den kleinen Afrikaner aufmischen der dort an der Kasse sitzt und null Ahnung hat wie dieses digatele Monster funktioniert. Am ersten Tag waren wir dort und der freundliche ständig lachende schwarze Mann hatte Müh und Not das Teil zu bedienen. Die holländische Cheffin ebenfalls und so standen wir eine Stunde dort herum um zwei Flaschen Wasser, eine Flasche Bier, zwei Zwiebeln und ein Baguette zu bezahlen. Der Afrikaner sagte, ich schreib es jetztmal original auf :“ Je fais des bouchon quand je roule en voiture sur la route, je fais des bouchon quand je travail a la caisse“ und lachte und grinste ständig dabei während sich die Cheffin ratlos am Kopf kratzte. Ich hatte längst heraus woran es lag sagte aber nichts weil mir dieses witzige Schauspiel gefiel und wir ja sehr viel Zeit hatten, zudem hatte die kleine Holländerin ein Dékollté das nicht zu verachten war und es gab schon schlimmere Momente des Wartens in meinem Leben die weitaus langweiliger waren als dieser.

Der lachende Afrikaner hatte einen Artikel vor die „Douchette“ also den Handscanner gestellt und jedesmal wenn er einen Knopf an der Kasse drückte scannte der Handscanner der in seinem Ständer vor der Kasse stand automatisch denselben Artikel der davorstand nocheinmal. Nach ungefähr 10 Minuten kamen sie dann selbst dahinter aber dann wiederum hingen sie an den zwei Zwiebeln fest die auf der Kassenwaage lagen und sie es nicht schafften den Artikel digital von der Waage in die Kasse hineinzubekommen. Auch dies dauerte wieder geschlagene 10 Minuten in denen ich mich mit dem lustigen Afrikaner abwechselte indem Er seiner Cheffin ins Dékollteé schaute und dann wieder ich und wir zunehmenst glücklicher dabei wurden. Schliesslich schafften wir es dann alle Artikel zu bezahlen und der Afrikaner strahlte über das ganze Gesicht, bis Rita noch eins draufsetzte und fragte ob Sie mit Karte bezahlen könnte.

Zwar lachte der schwarze Mann immer noch doch machten sich zunehmend Schweissperlen auf seiner Stirn sichtbar und Er schaute verzweifelt rüber zu seiner Cheffin die sofort begriff und fragte ob Sie bleiben sollte. Afrikamann bejahte und Sie meinte wir sollten ruhig so weitermachen schliesslich müssten sie lernen mit der modernen neuen Technick zurecht zu kommen. Es klappte im Zusammenspiel Holland-Afrika erstaunlich gut uns so brauchte der Bezahlprozess nur lächerliche 10 Minuten. Als wie den Laden verliessen lachte Afrikamann aber ich sagte Er solle sich nicht zu früh freuen denn Morgen kämen wir wieder. Aber auch das erfreute sein sonniges Gemüt und Er lachte weiter. Am darauffolgenden Morgen begneten wir uns noch einmal als wir gemeinsam auf dem Weg zur Dusche waren. Er hatte nur eine kurze Badehose an und als ich so neben Ihm ging mit meiner fetten bleichen Wampe und diesen makellosen schwarzen Körper betrachtete den nichtmal Michelangelo schöner hätte aus feinstem Marmor meisseln können, hab ich mich gefragt: Wer wohl dieses erste Arschloch war der je auf die Idee kam wir hässlichen Weissen wären dem schwarzen Mann in irgendetwas überlegen. Nur ein Blick auf einen solchen Körper und die Schöpfung erklärt sich von selbst, ebenso wen Gott bei derselbigen bevorzugt behandelt hat.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#19 von HD , 19.04.2011 17:20

Hallo - ach ja, das uralte und verschlafene NANT, etwas abseits von Tarn und Millau, aber am sanften Dourbie (ich bin immer am Rätseln ob nun der jeweilige Fluss einen weiblichen oder männlichen Artikel hat - mir kommt die Dourbie eher weiblich vor) Der Dourzon fliesst hier in die Dourbie. Ich habe schöne Erinnerungen an Nant, und ich bin schon manchen Umweg gefahren, nur um wieder in NANT Zwischenstation zu machen. -
Der Dourbie fliesst dann endlich in Millau in den Tarn - oder umgekehrt, ganz wie man mag, und eine himmelsstürmende Brücke mit Pylonen, höher als der Eiffelturm, überspannt das Tarntal. Ich habe sie im Bau schon gesehen, und staunte.
Es gibt Tage, das liegt das Tal im Nebel und man fährt mittels der Brücke im Sonnenlicht über die Wolken. Sie kostet noch keine 10 Euro für ein Gespann und sie erspart mindestens 1 Stunde Talfahrt, meist mehr. Allerdings sieht man dann Millau nur von oben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nant
Danke fürs Mitnehmen nach NANT
Grüsse von HD[[File:altemarkthallenvonnant.jpg|none|auto]]

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#20 von sunshine , 19.04.2011 21:19

Zitat von steyr
Unterwegs mussten wir wieder an einen Camperfreund denken, in diesem Fall eine Camperfreundin. Die liebe Iris hat uns in Gedanken hier auf Schritt und Tritt begleitet denn der Weg ist gesäumt von wilden Iris die Gott hier einfach so wachsen lässt als würde es Ihm grössten Spass bereiten sie einfach nur am Berghang gedeihen zu sehn.


Das ist nett, dass ihr im Urlaub an mich denkt, Yves...
Ich denke derzeit dafür öfters an Frankreich, denn die im vorletzten Jahr in der Haute-Provence ausgegrabenen wilden Iris sind herrlich angegangen und haben ganz viele Knospen.
Blühen tun sie hier allerdings noch nicht - ich denke aber, zu Ostern werden sie ihre Blüten öffnen.

Weiterhin noch schöne Tage euch beiden!

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#21 von Gelöschtes Mitglied , 21.04.2011 10:14

HD es ist natürlich "la Dourbie" also weiblich und sie läuft in Millau in die Tarn, so präsentiert es sich jedenfalls dem betrachtenden Auge.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#22 von Gelöschtes Mitglied , 21.04.2011 11:58

Wir stehen nun in der lieblichen Drôme bei Rosch und Pierrette auf dem Camping „la magerie“. Einige werden Rosch und Pierette, die beiden Luxemburger die vor Jahren dem stressigen Luxemburg den Rücken gekehrt haben um in Frankreich Ihr Glück zu finden, schon aus einer früheren Reisegeschichte kennen. Pierette feierte bei unserer Ankunft gestern Ihren Geburtstag und war wie immer um die Zeit am frühen Abend in der Küche zugange. Ich hatte mich schon so darauf gefreut sofort bei Ankunft von Rosch geärgert zu werden aber irgendwie ist Rosch sanfter geworden , etwas grauer und eine kleine Plauze macht sich auch bemerkbar. Wie dem auch sei, wir haben uns unheimlich gefreut die beiden in unsere Arme schliessen zu können und uns gewahr zu werden dass es Sie immer noch gibt und dass Sie immer noch gesund sind.

Überraschungen sind nicht so unseres und unterwegs sind uns immer bösere Geschichten in den Sinn gekommen was alles anders sein könnte und alles passiert hätte sein können in den letzten drei Jahren in denen wir nicht mehr hier waren. Ich weiss, ein einziger Anruf hätte genügt um sich zu versichern dass alles gut sei aber irgendwie ist es nicht dazu gekommen und so gaben wir uns unseren komischen Gedanken hin bis Rosch's freundliche Grinsen uns von alldem erlöst hat Alle drei trafen wir arbeitend in der Küche an Pierrette, Sohn Dirk und den Patron.

Der Weg zu den Bohler's war aber nicht sooo einfach und es war alles in allem ein ziemlich anstrengender Tag mit viel Arbeit. Los ging es schon am frühen Morgen. Der CP Val de Cantobre war einer der schönsten (und teuersten) CP's die wir je besucht haben, alles war gut, nur geschlafen hab ich die ganze Zeit auf diesem CP nicht und so waren sogut Rita wie auch ich nach den drei Nächten ziemlich aufgekratzt und wir waren letztendlich froh dass wir endlich wieder „on the road“ waren. Rita ging so um die 7:00 in die Sanis und ich kümmerte mich um die „Services“ also erstmal Toilette entsorgen. Die Entsorgungsstelle präsentierte sich etwas stinkig und ich spülte erstmal die Hinterlassenschaften meines Vorgängers weg um dann, als ich meine Brühe schon hineingeschüttet hatte, festzustellen dass das ganze verstopft war. Da half alles nix mehr also Kassette gepackt, Stopfen aufgedreht und unauffällig pfeiffend vom Acker gemacht und das ganze Schicksal dem nächsten dann seinen Lauf lassen.

Ich geh also so unschuldig pfeiffend wie möglich mit meiner Klokassette über den Platz zum Weini und setz die Kassette an ihren Platz. Nächste Station auf dem Programm der Besorgungen, Wasserbunkern. Erstmal bekomm ich den ersten Strahl voll ins Gesicht, klar Frostschaden am Wasserhahn, hatte es ja dem lustigen Holländer noch selbst gemeldet, aber so früh am Morgen, wer denkt da schon an einen Wasserhahn? Ich lass also Wasser laufen und räum schonmal in der Zwischenzeit Sachen weg. Tank ist voll und Wasser kommt schon aus dem Überlauf entgegengelaufen. Wasser also zugedreht und? Logisch, nächsten Spritzer Wasser voll in die Visage. Dann oh Schreck, Wasser läuft mir im Weinsberg entgegen. Ich hab's schon vorher mal bemerkt aber da hab ich es auf Rita geschoben die vorher in der Dusche war und ich dachte sie hätte etwas zu sehr rumgesifft. Also Rita war erstmal freigesprochen und ich sah mir den Tank an der nass war. Zwei Möglichkeiten, entweder irgendetwas undicht das mir aber nicht gewahr wird oder der Revisionsdeckel nicht festgenug angezogen weil da war noch etwas „Luft“. Steht alles erstmal unter Beobachtung.

Wir frühstückten noch schnell und dann machte ich mich meinerseits in die Sanis zum Duschen. Also zum wieviel dutzendsten Mal hier auf dem CP den Berg runter und unten angekommen stelle ich das fest das ich vor ein paar Tagen schonmal scherzeshalber bedacht hatte. Auf meinem Kulturbeutel mit dem ganzen Dusch und Seifenzeugs stand nicht wie sonst Fritzberger sondern BlackundDecker, ich hatte also den Staubsauger mitgenommen und nicht den Kulturbeutel. Was zum Teufel mach ich in den Sanis mit einem 12 Volt Staubsauger? Also wieder Berg hoch, mich von Rita erstmal ordentlich verhöhnen lassen, den einen schwarzen Beutel gegen den anderen getauscht und wieder Berg runter zu den Sanis. Erstmal ordentlich geduscht und parfümiert. Den beiden arabischen Putzperlen gedankt die für unser aller Wohl sorgten und in Ihren farbigen Kopftüchern auch noch wunderschön aussahen.

Dann wieder bergauf zum Weinsberg, angezogen und ab die Post. Rita ging erst an die Rezeption an der natürlich niemand war, dann bergauf zur Epicerie wo man dann die Rezeptionisten herbeirief und wieder bergab zur Rezeption. Ich hab in der Zeit Müll entsorgt, mich von einem elfmonatigen verrückten englischen Hund bespringen lassen und bin mit Flash Gassi gegangen. Aufgabenteilung wie sie von Gott gedacht ist. Endlich unterwegs und sogleich fand uns Dagmar unser Navi wieder die schönsten und atemberaubensten Bergstrassen zum befahren. Wir waren unterwegs zur Grotte Dargilan oder der Grotte Rose. Diese Grotte ist nicht gerade die Grösste in der Gegend aber mit Sicherheit eine der schönsten. Alles dort ist schön sogar die Parkplätze, der Empfang , der Garten mit den Sitzplätzen wo man etwas kleines Essen oder zum Picknick verweilen kann. Einziger Wehrmutstropfen war dass so ein Wohnmobilistenschwein, wieder einer der höheren Klasse, einfach so per Knopfdruck mitten auf der Womostellplatzwiese seine komplette Scheisse abgelassen hat. Auch als Gottesfürchtiger Mensch kann ich es sagen, der Blitz soll ihn beim nächsten Mal treffen wenn er auf seinen Scheissknopf ausserhalb einer Entsorgungsstelle drückt.

Die Grotte mitsamt Führung werde ich an dieser Stelle nicht beschreiben, mir fehlen dazu einfach die Worte, man muss es selbst sehen, den Respekt und die Ehrfurcht vor der Natur spüren, sich gewahr werden dass man ein Nichts im Universum ist und dass unsere Zeitrechnung eine lächerliche ist. In Wirklichkeit wird die Zeit durch die Natur bestimmt, nicht in Sekunden , Minuten, Stunden, Tagen, Wochen und Monaten, sondern Jahrhunderten und Jahrtausenden. Der Besuch einer einzigen solcher in Frankreich zahlreichen Grotten macht es einem erst richtig bewust. Der Mensch zählt in der Zeitrechnung gar nichts und während er sich noch seine Gedanken über die Erderwärmung und den Klimawechsel macht, überzeugt ist mit Katalysatoren und Umweltzonen den Lauf der Natur verändern zu können, kopflos durch Fukushima rennt und meint seine eigenen Katastrophen in den Griff zu bekommen, hat die Natur der Erde schon längst Ihren Plan geschrieben und nichts, aber auch rein gar nichts ist daran verrückbar geschweige den änderbar.

Der Weg zur Grotte ist auch noch ein paar Zeilen wert. Am gestrigen Tag war die ganze Fahrt von kleinen bis mittleren Katastrophen gesäumt die wir aber mit einer solchen Gelassenheit und Perfektion meistern konnten dass es schon fast ein kleines Wunder war noch am Abend bei Rosch und Pierette anzukommen. Rita wollte vermeiden nochmal ins hässliche Millau zurückzufahren um dann von dort aus zur Grotte zu gelangen. So gab sie Dagmar einen anderen Annäherungsbefehl und die setzte den gnadenlos um. So gnadenlos dass wir fast ausschliesslich Strassen befuhren in denen es Fahrverbote gab für Laster über 5 Tonnen, sowie jede Art von Gespannen im ganz besonderen Autos mit Wohnwagen. Ein Womo war auf den Schildern nirgens zu sehen also redeten wir uns ein dass wir hier Willkommen wären.

Das Gute an den Wegen war dass sich wohl ausser uns niemand traute sie zu befahren und so begegnete uns Gott sei dank unterwegs niemand. Ich hätte mir auch nicht ausmalen können wie es dann hätte gehen sollen, an manchen Kurven musste ich mit dem Weinsberg dreimal ansetzen bis ich sie endlich kratzen konnte und irgendwelche Ausweichbuchten gabs schonmal gar nicht. Ich befuhr die ganze Strecke im Berg so schnell es der Weinsberg zuliess um schnellstmöglich hier wegzukommen und so weiss ich auch jetzt was mit dem Teil geht. Ebenfalls trafen wir unterwegs in Montélimar auf einige Engpässe aber auch dort ging es gut. Der erste war eine Unterführung in die mich Rita hineinschickte ich aber nicht wie Früher, bedingungslos folgte sondern sofort in eine andere Richtung bog denn die Unterführung war einen ganzen Meter zu niedrig, Rita hatte die Zahl schlicht und ergreiffend falsch gelesen. Also Umleitung aber dann bemerkte ich in der Nebenstrasse ebenfalls eine Unterführung und an der stand 3,1 Meter und die passte, also Augen zu und durch.

Dann folgte ich meinem Instinkt und bog erst nach links ab, dann nach rechts und ich fühlte mich wieder in der richtigen Richtung. Aber dann das nächste Problem, BAUSTELLE und Umleitung mitten in einem Rondpoint. Aber halt, Höhenbeschränkung gab es keine und die Breite war angegeben mit 2,30 Meter. Müsste gehen und so fuhr ich einmal um den Kreisverkehr und bog dann in die Baustelle mitten auf einer Hängebrücke ein. Dort wurde der Verkehr von zwei Bauarbeitern mit Sprechfunk geleitet und der, der an unserem Ende stand schlug beide Hände über dem Kopf zusammen und fuchtelte wie wild mit dem Kopf hin un her. Was wollte er uns nur sagen, das bekam ich nicht mehr mit denn ich befand mich schon mitten zwischen kalifornischen Mauern die, so betete ich, tatsächlich 2,30 meter auseinander sein sollten. Im ersten Gang in Schrittgeschwindigkeit ging es durch, vor mir niemand, hinter mir ungefähr hundert genervte Autofahrer die sich darauf freuten hinter einem feststeckenden Womo den Feierabend zu verbringen bis ein Bagger anrückt der die zentnerschweren mit Wasser gefüllten kalifornischen Plastikmauerelemente zur Seite rückt oder sagen wir mal auf wirklich 2,30 Meter.

Aber auch hier war uns das Glück hold und wir kamen durch ohne dass uns die Breite ausging. Nun aber Vollgas zu Rosch und Pierrette um nach ein paar Kilometern wieder in einer Baustelle zu landen. Einen Einheimischen gefragt der auch nicht so recht „Zuhause“ war und einfach wieder dem Instinkt gefolgt, raus aus dem Dorf, nach rechts und nach ein paar Kilometer wieder nach rechts, dann geradeaus und nach ein paar Kilometern wieder links. Da kam uns aber noch ein kleines Problemchen entgegen in Form eines Sprinters von Benz. Der Herr Chauffeur war leider damit beschäftigt zu telefonieren und fuhr schnurrstracks weiter obwohl, wenn er uns sofort gesehen hätte er einfach stehengeblieben wäre und man hätte perfekt aneinander vorbeigepasst.

So musste ich den Weinsberg am rechten Hang etwas in Schräglage bringen und während wir aneinander vorbeizurkelten hielt der Trottel immer noch sein Handy am Ohr und zirkelte mit der linken Hand am Lenkrad. Gott sei Dank vorbei und heile. Nur zehn Kilometer weiter und wieder standen wir knapp 5 Kilometer vom Ziel entfernt wieder vor einer „Route Barré“ und irgendwie wurden wir das Gefühl nicht los als wollte uns jemand davon abhalten zu der Magerie zu kommen. Ich stoppe also einen vorbeifahrenden Lieferwagen und frage nach dem Weg. Zwar wiedermal das Gefühl dass ich Menschen die einen an der Klatsche haben magisch anziehe aber aus dem Gestammel das der junge rothaarige von sich gab, kam heraus dass es einen guten Umweg gab der nicht alzu lange dauern sollte.

Als erst rechts rum, dann geradeaus und dann links rum und sogar Dagmar hörte nach 5 Minuten auf uns Wendemöglichkeiten vorzuschlagen und nahm die neue Strecke an. Endlich gings dann die letzten paar Kilometer rund und wir kamen ans Ziel.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#23 von daf43 , 21.04.2011 13:56

Hallo steyr,
ich halte es deiner Jugend zu Gute, dass du schon regelrecht absichtlich schwierigste Straßen suchst . Nun, solche Abenteuer (wir mit Wohnwagen) muss ich mir nicht mehr antun. Ich fahre da lieber schnurstarks zum nächsten CP und dann suchen wir mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß die stillen, schönen Ecken.
Bei all deinen bravourösen Einsätzen kommen mir immer die zahlreichen Wohnmobil-Könner in den Sinn, die sich weder von Sperrschildern noch vom gesunden Menschenverstand (auf der Landkarte "grauer Weg" abhalten lassen, die abenteurlichsten Wege mit dem Womo zu befahren .
Eigentlich ja nix dagegen, nur, diese Kerle kommen entgegen, bleiben Hände ringend auf der Straßenmitte stehen und der nette PKW-Fahrer darf dann am Abhang oder an der Steilwand entlangkratzen , nur weil so ein Kasperle auf Abenteuertour ist.

In deinen einsamen Gegenden wirst du kaum anderen Autofahrern begegnen und solange ich wegen dir nicht an einer Mauer entlang kratzen muss, lese ich deine Geschichten weiterhin sehr gerne.

Also weiter viel Spaß im/mit Weinberg

 
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RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#24 von Gelöschtes Mitglied , 21.04.2011 17:52

Zitat von daf43
In deinen einsamen Gegenden wirst du kaum anderen Autofahrern begegnen und solange ich wegen dir nicht an einer Mauer entlang kratzen muss, lese ich deine Geschichten weiterhin sehr gerne.



Also mit Wohnwagen wirst Du uns dort wohl nicht entgegenkommen denn für die waren die wirklich bösen Wege allesamt gesperrt, mit Auto könnte es schonmal vorkommen aber auch da könnten wir uns wohl gegenseitig keine Vorwürfe machen denn wie geschrieben, die Strecken waren gesperrt für Fahrzeuge ab 5 Tonnen mit einer Gesamtlänge von 10 Metern. Wir so um die 3,5 Tonnen, 7 Meter lang und 2,20 breit also da muss man sich bei einer eventuellen Begegnung schon einigen können. Aber trotzdem ist mir immer wohler wenn ich nicht den Abgrund auf meiner Seite habe.


RE: Die Steyr's reisen, April 2011

#25 von Gelöschtes Mitglied , 21.04.2011 18:51

Hier auf der Magerie ist alles noch schöner als es vor drei Jahren schon war wo wir das letzte Mal hier waren. Hecken, Strucher und Bäume wachsen um die Wette. Bei unserer Ankunft sagte Rosch „Du mit deinen Eselheiten im Internet, aber immerhin hat es schon ein paar Kunden gebracht die sagten sie hätten den Platz aufgrund deiner Geschichten aufgesucht“. Ich war natürlich stolz darauf dass tatsächlich jemand aufgrund meiner Reisegeschichten den Weg zu Rosch und Pierrette findet und ich hoffe natürlich dass Er/Sie den rustikalen Charme der Magerie genau so zu schätzen wissen wie Rita und Ich. Rosch meinte ein paar Verzauberte wären auch darunter gewesen und ich hoffe dass es die waren die mir schon im Netz begegnet sind. Danke Tomr..... dass Ihr unsere Freunde besucht habt und hoffentlich hat es Euch gefallen.(wenn Ihr es denn gewesen seid)

Wir haben heute den ganzen Tag gefaulenzt und rumgehangen und das bei herrlichstem Wetter aber nun wird es zunehmend kühler. Ich hab das gemacht was mir oft am meisten Spass bereitet, Leute beobachten und ablästern. Unter den Rentnern scheint es momentan nur eine Marke zu geben und das ist HYMER, eines dieser Exemplare steht schräg gegenüber und ich glaube da hat heute jemand versucht den Unsinn neu zu erfinden. Der Mann ist schon seit ein paar Tagen hier und heute hat er geschlagene dreimal auf demselben Platz umgeparkt. Dann hat er versucht mit den Hubstützen das Fahrzeug in die Setzwaage zu bringen und abwechselnd hat Er sich und dann wieder seine Frau, unter das Fahrzeug gelegt und die Hubstützen mit irgendeinem grünen Zeug besprüht. Dieses Ritual ging so gut drei Stunden vor sich hin.

Dann wurde links ausgeräumt in der Heckgarage und dann wieder rechts, aber auch hierin war kein wirklicher Sinn zu erkennen. Und wieder lagen beide unter dem Hymer und spritzten grünes Zeug auf die Stützen. Dann wieder ausräumen und gegen den Hymer lehnen wobei ständig alles von der Luft umgeblasen aber immer gleich wieder aufgerichtet wurde. Ich tippe mal auf ein Ameisenproblem oder vielleicht eine Ameisenphobie denn das ganze Herumgespritze und Geschüttele von allem möglichen Zeugs machte sonst nicht wirklich Sinn.

Schon heute Morgen beim Baguette holen glaubte ich einem Holländer die Pein zu erleichtern und einen Fangschuss verpassen zu müssen. Aber rechtzeitig wurde mir gewahr dass es sich bei den Bewegungen um Tai-Chi oder ähnliches handeln musste und dass es wohl keine Schmerzen bereitete weil er grinste dabei ständig herum. Beim vorbeigehn und näheren betrachten kam es mir vor als wäre Er gerade beim sterbenden Schwan angekommen bevor Er dann zur aufgehenden Sonne überwechselte. Kurz bevor Er anfing seinen Namen zu tanzen machte ich mich zu meinem Baguette weil da wurde es mir dann doch zu viel denn wenn so ein alter, langer, bleicher, schlacksiger Holländer dieser Bewegungskunst fröhnt sieht das doch um einiges peinlicher aus als bei den Asiaten wo das zu deren Alltag gehört.

Sonst war aber nix los hier ausser dass die Eidechsen hier noch fetter, grüner und grösser sind als in den Cevennen, Schlauchstücke die in Hecken herumliegen in Wirklichkeit Schlangen sind, Rosch's Sohn Dirk einen schönen Teich angelegt hat in dem prächtige Koi's herumschwimmen und jetzt noch ein Gehege für seine Landschildkröten baut. Ah ja, dann stehen noch zwei Esel in einer Wiese herum und eine Ente, also keine zum Schwimmen oder Essen, sondern eine zum fahren und die muss es einem der Esel irgendwie angetan haben. Der lehnte sich an die Ente als wollte er verhindern dass diese umfällt und das war ein Bild zum totschiessen, aber leider wiedermal kein Fotoapparat dabei, schade.

Am Samsatg gibts Regen sagt Rosch und so ist hier jeder dabei seine Elektrokabelverbindungen mit Plastiktüten und Klebeband abzudichten, alle ausser uns natürlich weil wir fahren Morgen ab Richtung nach Hause, da gibts keinen Regen sondern seit einer Woche täglich 26 Grad Hitze. Also wenn ich zu Hause bin ist erstmal mähen angesagt. Muss auch mal sein.


   

Saale, Fahrt an die
Abschweifung aus: Camping Land an der Elbe bei Hamburg

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