RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#1 von Kast , 20.10.2010 20:59

Durch den Chemieunfall in Ungarn habe ich mich wieder an unseren Urlaub im Frühjahr erinnert. Wir waren gerade mal ca. 50 km Luftlinie von dem Ort entfernt, wo nun dieser Umweltschaden entstanden ist.

Nun will ich dies zum Anlass nehmen meine Erinnerungen an diesen Urlaub hier im Forum mit allen zu teilen.

Entgegen unserer ursprünglichen Absicht durch das Salzburger Land zu fahren, nahmen wir am 05.05. die Route über Braunau. Der Campingplatz in Braunau (http://www.komm-camping.at/) war für eine Übernachtung ausreichend, jedoch richtig wohl haben wir uns nicht gefühlt. Die Waschräume waren nicht geheizt und die Trennwände oben und unten nach außen offen. Hiefür war es einfach zu kalt.

Die Gelegenheit den Ort Braunau zu einer wenigstens oberflächlichen Besichtigung aufzusuchen nahmen wir wahr. Wir bekamen einen kleinen Eindruck vom Ort und kehrten zum Essen ein. Da es danach schon wieder regnete haben wir schnell ein paar Aufnahmen gemacht und sind zurück zum Wohnwagen gefahren.

Am anderen Tag steuerten wir unsere erste Etappe, den Campingplatz in Tulln (http://www.campingtulln.at/d/) an. Hier blieben wir länger als die ursprünglich geplanten vier Tage. Das Wetter war schön, wenn auch nicht so warm. Der Campingplatz in Tulln hat uns gut gefallen, der Aufenthalt war sehr angenehm. Die Nähe zur Donau, der Ort selbst, die Möglichkeit der Spazierwege, der gute Gasthof am Campingplatz, der auch von den Einheimischen aufgesucht wurde, die Anlage des Platzes (mehrere Kreise) sowie die Lage unter den Bäumen. Der Platz in Tulln war also in Ordnung. Die Sanitärräume wurden sehr gepflegt. Viele Camper nutzten den Platz als Etappe. Einige blieben wie wir mehrere Tage. Die Nähe zu Wien, die Wachau ist nicht weit. Es gibt viele Ausflugsmöglichkeiten. Der Donauradweg führt am Platz vorbei.

 
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#2 von Kast , 20.10.2010 21:03

Unser Ausflug nach Wien war schön aber auch strapaziös. Vorgeschrieben ist, dass ein Hund in der Wiener U-Bahn und auch in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich einen „Beißkorb“ zu tragen hat. Verständlich, da bei Panik-Attacken so ein Tier ja beißen könnte. Unser Hund hatte so etwas in seinem Hundeleben jedoch noch nicht mitgemacht. Nun musste er es lernen. Unser Ziel war zunächst das Hundertwasser-Haus in Wien. Wir machten diesen Ausflug an einem Sonntag und konnten somit einen Park-and-ride-Parkplatz in Wien Spittelau ansteuern, der an Werktagen vermutlich nicht frei gewesen wäre. Die erste für den Hund aufregende Fahrt hatten wir überstanden und unseren Zielbahnhof Landstraße Wien Mitte erreicht. Von dort aus ein Stück weiter war das Hundertwasserhaus zu finden.


Vor 39 Jahren hatten wir Wien mit einer Reisegruppe besucht und wurden fast zu allen wesentlichen Punkten geführt. Wegen der vielen Besichtigungen war ich nicht mehr aufnahmefähig und blieb lieber in der Sonne sitzen. Nach fünf Tagen hatte ich einfach genug gesehen. Somit fehlen mir also noch die Kaiserappartements. Nun nutzte ich die Gelegenheit sie zu besichtigen. Mein lieber Mann hat es mir ermöglicht und ist in der Zwischenzeit mit unserem Hund spazieren gegangen. Dieser Wienbesuch war nun ein ganz anderer als damals. Wurden wir seinerzeit von einem Punkt zum anderen - man könnte fast sagen - gehetzt, konnten wir nun die Stadt selbst auf uns wirken lassen. Ein Besuch in einem Cafe-Haus. Ein Bummel durch die Stadt. Es war einfach schön und eben ganz anders, als wir es in Erinnerung hatten.

 
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#3 von Kast , 20.10.2010 21:08

Von Tulln aus noch ein Ausflug in die Wachau, die Donau entlang bis Melk und der Ort Spitz waren unsere weiteren Ziele. Aber das Wetter hat uns wegen der kühlen Temperaturen das Ganze nicht so recht genießen lasen.
An anderen Tagen haben wir uns dann wieder ganz auf Tulln konzentriert.,
Am Donauufer spaziert, einen Einkaufbummel gemacht, usw.…– Es hätte noch viele Möglichkeiten gegeben. Es hat uns dort gut gefallen! – Trotz des Wetters.


Jedoch wollten wir noch etwas weiter nach Osten fahren.
Wir waren, wodurch können wir schon jetzt nicht mehr sagen, auf den ungarischen Campingplatz in Pápa (http://www.termalcamping.de/) aufmerksam geworden und hatten ihn uns zum Ziel erkoren. Zwar schien er etwas abseits zu liegen, jedoch dachten wir, dass er für Ausflüge zentral liegen würde. Für den Platz sprach unserer Meinung nach der Komfort und die Tatsache, dass er einen kostenlosen Internetanschluss hat (hat nicht immer ausreichend funktioniert).
Wir fuhren über Györ nach Pápa, wo wir gerade noch bei trockenem Wetter ankamen.
Nachdem wir unseren Stellplatz ausgesucht hatten und der Wohnwagen stand, suchten wir uns ein Lokal (ganz in der Nähe des Campingplatzes) und stillten unseren Hunger. Sanitäranlagen waren sehr sauber. Ständig war jemand anwesend und hielt alles in Ordnung. Papa haben wir zu Fuß erkundet. In einer Viertelstunde erreicht man das Zentrum. Das Esterhazy-Schloss ist nicht so gut erhalten. Wir wollten es besichtigen, war wohl zu dieser Zeit nicht möglich.
Nach der fünften Nacht in Pápa hatten wir schon drei Tage von Regen und Sturm geprägt hinter uns - und keine wesentliche Wetterbesserung in Sicht. Zwischendurch gab es mal weniger Regen und aufgelockerte Bewölkung, jedoch immer starken Wind. In Böen waren es zwischen 70 und 120 km/h. So anhaltend schlechtes Wetter kennen wir noch nicht einmal von Nordfrankreich. Wenn der Campingplatz nicht eine so gute Drainage hätte und die Ausstattung nicht so gut wäre, dann hätten wir aufgegeben. Wasser und Abwasser waren direkt am Platz. Bei diesem Wetter war es angenehm dafür nicht weit laufen zu müssen. Nur ab und zu mit dem Hund mal raus. Wir waren froh, dass von früheren Urlauben zusätzlich noch unsere alten Regenjacken im Wohnwagen waren, so dass im Fall des Falles immer eine trockene Jacke zur Verfügung stand.
Geplante Ausflüge nach Budapest und Fertö wurden erst einmal zurückgestellt. Denn das macht bei solchem Wetter nun wirklich keinen Spaß. Und es wurde nicht besser.
Die Nacht zum Sonntag war sehr unruhig. Wir hatten unser Vorzelt aufgebaut und da der Sturm immer heftiger wurde hängten sich die Vorzeltstangen, die am Wohnwagen befestig waren aus. Nachdem mein Mann fast jede Stunde einmal aufgestanden war um sie wieder einzuhängen und die Abspannung nachzuspannen, kapitulierten wir und das Vorzelt wurde noch während des Sturmes abgebaut. Das nasse Vorzelt kam unter dem Wohnwagen und wir hofften, dass wir es bald noch einmal zum Trocknen aufstellen könnten.
Als der Regen nachgelassen hatte, der Himmel im Nordwesten heller war als in Pápa, erwarteten wir dort besseres Wetter und holten am Dienstag unsere geplante Fahrt nach Fertö nach. Die von uns gewählte Straße war in der neu gekauften Straßenkarte von Ungarn rot gekennzeichnet, jedoch entsprach sie höchstens einer gelben Straße in deutschen Straßenkarten. Sie war schmaler und voller Schlaglöcher. Als wir unser Ziel erreicht hatten fühlte ich mich nicht sehr wohl. Das mir, die ich doch eigentlich autofest bin. Auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe des Schlosses fanden wir einen Parkplatz gegen eine geringe Gebühr. Unser Ziel war sogleich das Schloss. Leider war die nächste deutsche Führung erst für den Nachmittag vorgesehen. Großen Andrang an Besuchern konnten wir auch nicht feststellen. Wir sahen nur junge Menschen, die vermutlich die dort ungebrachte Schule besuchten. Wir betrachteten das Schloss von außen vom Innenhof aus.

Nachdem wir in der Nähe zum Essen eingekehrt waren, tat anschließend ein Spaziergang gut. Nun erkundeten wir die Gartenseite de Schlosses. Der Anblick von dort aus war nicht so schön. Während die zum Innenhof gelegene Fassade bereits renoviert und prachtvoll anzusehen war, so war die Fassade zum Garten hin noch in einem schlimmen Zustand. Man war gerade dabei, alles zu sanieren bzw. zu renovieren. Durch eine Tür konnte man auch im Inneren Handwerker am werkeln sehen. Es war richtig kalt und ungemütlich. Ich wollte nicht bis 15:00 Uhr warten, um an einer Besichtigung teilnehmen zu können. So sind wir wieder zurückgefahren und haben es uns im Wohnwagen bequem gemacht. So viel zu unserem Ausflug nach Fertöd. Nachträglich haben wir es bedauert nicht nach Sopron weitergefahren zu sein. Jedoch wäre dort da Wetter ja wohl kaum besser bzw. wärmer gewesen.

 
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#4 von Kast , 20.10.2010 21:10

Der Ausflug nach Fertö zeigte uns jedoch, dass wir unserem Hund mit den Ausflügen nichts Gutes taten. Er blieb im Auto keinen Augenblick sitzen oder liegen. Ich habe einmal gelesen, dass man einem Hund nichts Schlimmeres antun kann, als ihn am Schlafen zu hindern. Ja das könnte ihn sogar töten. Man kann man sich vorstellen, dass ein alter Hund nach einigen Stunden stehen im Auto total groggy ist. Daher beschlossen wir, zwischen unseren Ausflügen immer Ruhetage einzuschieben.
Das Wetter war weiterhin wechselhaft und sehr kühl (13°). Jedoch gab es nun wenigstens immer wieder trockene Abschnitte dazwischen. Unser Lesestoff war noch nicht mal zur Hälfte gelesen, so ließen wir uns vom Wetter die Laune nicht verderben.
Es war nun schon wieder Donnerstag, der 20.05.2010. So ganz langsam versprach der Wetterbericht Wetterbesserung, nur wusste das auch das Wetter? Das Tief blieb und bescherte vor allem den nordöstlich von uns gelegenen Ländern viel Regen.
Wir waren nun schon so lange unterwegs und hatten für diesen Zeitraum nicht viel gesehen. Also mal wieder einen Ausflug wagen?
Im Osten, sprich Budapest, war das Wetter immer noch schlechter als bei uns.
Aber wie wäre es mit dem Balaton? Den kannten wir ja schließlich auch nicht. Wäre ja auch nicht ganz so weit zu fahren. Nun ganz spontan fuhren wir also los.
Der von Pápa aus nächstgelegene Punkt am See ist wohl Balatonfüred.
Dorthin fuhren wir nun. Welch ein Wunder, es schien die Sonne und ein bisschen wärmer war es hier auch. Einmal der Straße nach den Ort durchgefahren. Da ist man schnell wieder aus dem Ort draußen. Oh, da kommt noch ein Kreisel. Der war ideal zum Wenden. Zurück und die nächste Gelegenheit Richtung See abgebogen. Ein großer Parkplatz, ziemlich leer, lud uns ein. In der Vorsaison kostete er noch nicht einmal Parkgebühr.
Wir waren ziemlich spät losgekommen und niemand, der uns kennt, wundert sich, dass wir ein Lokal suchten, wo wir Essen gehen konnten. In der Gegend unseres Parkplatzes gab es viele neue Gebäude mit Hotels, Läden und vor allem Cafes und Eisdielen am Strand. Der gleiche Baustil wie in vielen anderen Ländern. Sie könnten überall an einem Strand stehen. Wir haben solche Gebäude in Frankreich wie auch in Italien gesehen. Diese Umgebung lud uns nun nicht zum Bleiben ein.
Wir gingen weiter und sahen auf der anderen Seite der Straße ältere Gebäude, die jedoch noch geschlossen waren. Und weiter weg, das sah wie eine Promenade mit vielen Bäumen aus. War es auch. Eine Mole, ein kleiner Hafen, ein paar Schiffe, ein Cafe und um die Ecke, ach, da war ja ein Restaurant und geöffnet hatte es auch! Unsere Frage wie immer: Darf der Hund auch mit rein? Wurde bejaht. Also haben wir es gewagt und nicht bereut. Das Essen war besser als in Fertö und natürlich war ich diesmal auch in einer besseren Verfassung – ach ja, die Straßenverhältnisse waren diesmal auch besser gewesen!
Nach dem Essen sind wir auf die Mole hinausgegangen da lagen zwei Ausflugsschiffe. Wir hätten eine Rundfahrt von der Dauer einer Stunde machen können. Jedoch schien uns das nicht so verlockend. So schön war das Wetter auch wieder nicht, dass wir da viel davon gehabt hätten, dachten wir.
Die Mole mündete in einer kleinen Insel. Wir bewunderten die Schiffe, die dort lagen und die kleine Parkanlage auf der Insel. Auf dem Rückweg von der Mole sahen wir am Strand zwei Skulpturen. Sie stellten Fischer und Fährmann dar, die zwei Berufe die früher in Balantonfüred überwiegend ausgeübt wurden.
Während wir uns noch so umschauten, sprach uns ein Mann an und lud uns ein mit einem kleinen Bähnchen zu fahren, das uns schon auf unserem Parkplatz aufgefallen war. Er sagte wir sollten doch mitfahren, unser Hund sei sein Gast. Da dies eine günstige Gelegenheit war, den Ort ohne großen Aufwand etwas näher kennen zu lernen nahmen wir die Gelegenheit wahr. Schon bevor die Fahrt losging bekamen wir vom Band eine Menge Informationen über den Ort. Leider konnte man durch den Lärm vorbeifahrender Fahrzeuge nicht alles verstehen. Was ich mir merkte war, dass 1972 durch einen starken Sturm die Bäume der Promenade entwurzelt wurden und das was wir nun sehen konnten alles damals neu angepflanzte Bäume waren.
Dann ging die Fahrt los. Zunächst durch das Kurviertel mit seinen schönen Gebäuden. Wir erfuhren, dass Balatonfüred eigentlich aus drei verschiedenen Orten gebildet wurde und daher kein eigentliches Zentrum hat. Es sind vielmehr drei Dörfer gewesen und jeder Ort hat sein eigenes Zentrum. Nun es hat uns gut gefallen und nach einer reichlichen halben Stunde sind wir wieder zum Ausgangsort zurückgekommen. Um einige Informationen reicher. So erfuhren wir, dass die moderne Häuserzeile am Strand, die uns so wenig gefallen hat, an der Stelle der früheren Werft errichtet worden sei. Die Geschichte des Bades, bekannt für seinen Sauerbrunnen wurde uns erzählt. Es wurde auf die Kirchen aufmerksam gemacht. Auf einen Weinberg und ein „griechische Siedlung“ verwiesen, die wohl zunächst eine Fehlinvestition war und dann doch noch einem neuen Zweck zugeführt wurde. Heute gibt es in den Häuschen Ferienwohnungen und einige Restaurants.

 
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RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#5 von Kast , 20.10.2010 21:12

Von Balatonfüred fuhren wir noch entlang des Sees Richtung Westen. Ich hatte eine Halbinsel im See mit einer Kirche auf dem Berg gesehen. Dorthin fuhren wir nun - nach Tihany ( http://www.tihany.hu/docs/Tihany_de.pdf ). Das wurde dann für mich der Höhepunkt unseres Ausflugs.

Die Kirche gehört zu einem Kloster und dieser Ort hat für die Ungarn eine große Bedeutung. In der Krypta der Kirche ist Ungarns erster König Andreas I begraben. Außerdem wurde der letzte König von Ungarn, Karl IV (letzter Kaiser der k. u. k Monarchie), hier gefangen gehalten (November 1921)und den Engländern übergeben, die ihn über die Donau und das Schwarze Meer nach Madeira brachten. Der Englische König wollte ihm ein ähnliches Schicksal, wie es der russische Zar erlitt, ersparen und mischte sich daher ein. So habe ich es irgendwo gelesen. Man kann die Kirche besichtigen, wird über die Krypta zu einem Gedenkraum für König Karl IV geschickt und kommt dann noch durch diverse Ausstellungsräume, die die Geschichte des Klosters erklären und anschließend gibt es noch Räume für wechselnde Ausstellungen. Wie überall in der Welt sind solche Orte vermarktet und dementsprechend kommt auch um die Kirche herum „Jahrmarkt-Feeling“ auf. Im angrenzenden Ort findet man Restaurants und verschiedene Läden für Souvenirs. Was mir gut gefallen hat, das waren einige Angebote der Töpfereien. Es gibt mehrere von ihnen am Ort. Ein Restaurant hatte im Eingangsbereich einen Töpferofen, der hübsch dekoriert war.

Nach so vielen netten Eindrücken traten wir die Rückfahrt an und waren so gegen 17:00 Uhr zurück.

 
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#6 von Kast , 20.10.2010 21:13

Ein paar Tage später war unser Ziel das Örtchen Pannonhalma (http://www.zielungarn.de/info/pannonhalma/). Dort liegt auf einem Berg das gleichnamige Kloster. Der Ort selbst liegt in einem Weinbaugebiet und ist auf Touristen eingestellt, die wohl nach der Klosterbesichtigung dort einkehren und eine Weinprobe machen.
Mein Mann wurde auf den Ort wegen des Campingplatzes aufmerksam. Ursprünglich wollte er sogar dorthin fahren. Nun wollten wir die Gelegenheit nutzen und ihn in Augenschein nehmen.
Zunächst fuhren wir jedoch daran vorbei. Die Straße war so schmal, dass wir sie für eine Hofeinfahrt hielten. Auf dem Rückweg vom Kloster haben wir die Einfahrt doch noch gefunden und uns den kleinen Platz angesehen. Er ist in den 70er Jahren angelegt worden jedoch sehr liebevoll gepflegt. Je nach Fahrzeug und Gespann können einmal die steile, enge Zufahrt und die sehr kleinen Stellplätze problematisch sein.
Zurück zum Klosterberg. Es ging zunächst den Berg hinauf, die Straße stieg steil an. Es kam ein Hinweisschild zum Parken. Dem sind wir gefolgt und landeten in der Baustelle eines Parkhauses. Jedoch waren die Ungarn sehr unkompliziert. Wir wurden an den Bauarbeitern vorbeigelotst und hatten unseren Parkplatz.
Der offensichtlich nicht deutsch sprechende Lotse deutete als Reaktion auf meine Frage, was das Parken kosten würde, auf den Ausgang und meinte Ticket, Besichtigung. Leider hatte die Vormittagsführung bereits begonnen. Wir bekamen einen Prospekt und konnten uns die Umgebung des Klosters anschauen. Eine Gedenkstätte zur Tausendjahrfeier (eine von mehreren in Ungarn) gibt es auf dem Klosterberg. Das Dach des Gebäudes war ursprünglich der ungarischen Königskrone nachempfunden. Es musste abgetragen werden weil es baufällig war. Wir konnten Bilder sehen. Im Gebäude ist ein Wandgemälde, das leider nicht fertig geworden ist.
Eine moderne Skulptur auf dem Weg zur Gedenkstätte konnten wir bewundern. Ich vermutete Arpad, jedoch vielleicht ist es auch der heilige Stefan.

Auf einem kleinen Hügel des Klosterberges steht eine Kapelle. Sie dient als Begräbnisstätte des Klosters und ist der heiligen Maria geweiht.
Anschließend sind wir weiter Richtung Györ gefahren.

 
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RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#7 von Kast , 20.10.2010 21:18

Wir sind nun schon so lange unterwegs. Eigentlich wollten wir uns längst auf den Rückweg gemacht haben. Unseren Ausflug nach Budapest hatten wir wegen unseres Hundes, der sich offensichtlich immer weniger wohl fühlte gestrichen.
Doch hatten wir uns dann doch noch zu einem kleinen Ausflug entschlossen. Ca 35 km von Pápa entfernt liegt das kleinste Weinanbaugebiet Ungarns. Der Berg Somlo.
Somlo ist wohl ein sehr altes Weinanbaugebiet. Es wurde eine Zeit lang vernachlässigt und wird heute von kleinen Weinbauern wieder belebt.
Zufällig haben wir am Vortag über den Somlo (http://www.weinkomplott.de/catalog/reg_somlo.php) gelesen und wollten uns nun diese Gegend ansehen und evtl. einen Wein mitnehmen. Das Wetter war schön, die Fahrt eindrucksvoll. Die Straßen waren es auch (schön und eindrucksvoll). Noch dazu hatte mein Mann beschlossen eine auf der Straßenkarten gelb eingezeichnete Straße als Abkürzung zum Berg zu nehmen, war doch die um den Berg herumführende Straße auch gelb eingezeichnet. Je näher wir diesem Vulkankegel kamen, desto schmaler wurden die Straßen. Es war ein wirkliches Abenteuer. Es gab auch Gegenverkehr. Doch wir hatten ja schönes Wetter und der Straßenrand war nicht aufgeweicht und somit fest. Die Begegnungen hatten gut geklappt.
Als Urlaubsmitbringsel hatten wir auch noch eine Flasche Wein erstanden.

Ursprünglich wollten wir den Berg umrunden, aber nach der Hälfte der Strecke haben aufgegeben und sind nun über „rote“ Straßen zurück nach Pápa gefahren. Schon während der Fahrt und zurück am Platz mussten wir feststellen, dass unser Hund ständig schwer atmete und wir hatten wieder ein schlechtes Gewissen. Es war einmal ein warmer Tag und erst als es kühler wurde, hat sich die Atmung von ihm beruhigt. Es ist wurde uns klar, dass irgendwann der Tag des Abschieds kommen wird. Aber müssen wir ihn so plagen und das Ganze dadurch forcieren? Dieser Zwiespalt, einerseits wollen wir auch, jetzt im Ruhestand, wo wir Zeit haben und noch einigermaßen fitt sind etwas sehen; andererseits will man für sein Tier auch das Beste.

Wir dachten Budapest kann warten. Macht sicher auch Sinn, wenn man mehr Zeit hat. Wir wären ja Hin- und Zurück mindestens 5 Stunden auf der Strecke. Was könnten wir dann noch in der kurzen Zeit sehen? Dafür den Hund plagen?
Wir machten an Pfingstmontag wieder einen Ruhetag und starteten am Dienstag nach Hause.
Auf der Rückreise war wieder Tulln unsere Station. Wir fanden hier auch einen durch den Regen sehr weich geworden Campingplatzboden vor. Es gab für uns jedoch noch eine kleine „Insel“ zum Stehen.
Irgendwie fanden wir uns durch das Wetter als benachteiligt und hatten noch nicht genug. Daher wurde noch einmal ein Ausflug geplant und durchgeführt, diesmal nach Klosterneuburg.
Agnes von Waiblingen, in zweiter Ehe mit Leopold II von Österreich verheiratet (erste Ehe mit Friedrich I. Herzog von Schwaben), wird der Legende nach mit der Gründung des Stifts in Verbindung gebracht. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Klosterneuburg )

Wir wollten einfach noch nicht nach Hause. Das Wetter war besser geworden. Daher sind wir dann noch drei Nächte in der Nähe von Augburg (http://www.lech-camping.de/html/page.php?lg=de&id=01) geblieben. Über 27 Jahre lang war ja unser Zuhause südlich von Augsburg. Wir konnten uns noch mit unseren Freunden treffen, bevor wir dann endlich die letzte Etappe fuhren.

Irgendwann ist jede Reise vorbei und der Ostalbkreis hatte uns wieder.

 
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RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#8 von sunshine , 20.10.2010 21:34

Hallo Karin,
danke für den interessanten Bericht.
Das Hundertwasserhaus in Wien würde ich mir auch gerne mal ansehen.

Tja, das Wetter, das hat es leider nicht so gut mit euch gemeint.
Dein Bericht erinnert mich stark an unseren letzten Bretagneurlaub, oder an Korsika im vorletzten Jahr.
In der Bretagne rechnet man ja damit, aber nicht auf Korsika. Sicher seid ihr auch von wärmeren Temperaturen in Ungarn ausgegangen.
Ich denke, ihr habt aber bestimmt das Beste daraus gemacht.
Ging es eurem Hund nach dem Urlaub denn wieder besser?

 
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RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#9 von Kast , 20.10.2010 22:00

Ja unter Wetter in Ungarn hatten wir schon eine andere Vorstellung. Nun zu heiß hätte es gar nicht ein müssen, jedoch ein paar Grad wärmer wären natürlich schön gewesen. Wenn man in der Vorsaison oder im Herbst unterwegs ist, dann muss man aber damit rechnen. Wir hatten deshalb für jedes Wetter Kleidung dabei. Schlimm ist es, wenn man tagelang nicht mehr die Kleidung richtig trocknen kann. Aber dafür haben wir ja eine Heizung im Wohnwagen.
Unserem Hund geht es wieder gut, dem Alter entsprechend. Wir haben ihn beim Tierarzt vorgestellt und alle Blutwerte waren o. k. Im Herbsturlaub hatten wir mit ihm auch keine Probleme. Wir nehmen ein klein wenig mehr Rücksicht und passen unsere Ausflüge entsprechend an.

 
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RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#10 von morgenröte , 21.10.2010 14:16

@ Karin
Ein interessanter Bericht, dort waren wir noch nie und darum lese ich gleich aufmerksamer. Schade, dass das Wetter nicht besser war, aber ihr habt trotzdem viel gesehen. Mir gefielen die Wienbilder besonders gut, denn mir hat es schon der Hundertwasser Bahnhof in Uelzen angetan.

@ Iris, der Bahnhof liegt nicht weit von BS.

Gruß Andrea

 
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RE: Ungarn, Reise im Mai/Juni 2010, ein (Reise-?)Wetter-Bericht

#11 von moe ( gelöscht ) , 17.04.2014 21:27

Tolle Impressionen! Den Bericht lese ich mir später mal durch!

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Thermalbäder in Ungarn!

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