Ishiguro "The remains of the day"

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Ishiguro "The remains of the day"

Beitragvon bieber » 2/11/2018, 10:51

Man braucht ein wenig Interesse an der englischen Kultur und Schrullitäten, sonst ist das Buch vielleicht eher uninteressant. Wenn man ein wenig vertraut ist mit den englischen Eigenarten, besonders was das "Butlertum" und die Aristokratie angeht, lacht man sich gegen Mitte des Buches einen Ast. Es beginnt etwas zäh, nach 50 Seiten dachte ich, wenn das so weitergeht, lese ich was anderes. Bis dahin ahnt man nicht, dass es sich noch zu einer handlungsreichen Erzählung entwickelt, die sogar Spannung aufkommen lässt, wie es nun ausgeht. Die stocksteif trockene Erläuterung, was einen großartigen Butler auszeichnet, zieht sich doch etwas länglich.
Zur Handlung: Butler Stevens reist 1956 mit dem alten Ford seines Arbeitgebers durch England um eine ehemalige Hausangestellte zurückzuholen in den Dienst. Dabei trifft er Menschen und reflektiert nicht nur über die Würde des Butlertums, sondern arbeitet auch episodenmäßig die Vergangenheit auf und erzählt so peu a peu eine Geschichte, die vermuten lässt, dass dieser stocksteife, absolut nüchterne und zu keiner Gefühlsäußerung fähige Mensch, etwas krampfhaft verbirgt, was sich unaufhaltsam an die Oberfläche arbeitet: Romantische Gefühle.
Ich lese das Buch auf Englisch in einer Fremdsprachentexte Ausgabe mit Vokabeln drunter. Das geht ganz gut, aber es ist natürlich auch auf Deutsch auf dem Markt. Ishiguro hat den Literaturnobelpreis bekommen. Ich denke, zu Recht.
Man kann alles fragen. Aber mit der Antwort muss man dann auch leben. (Frei nach D.Hansen)
bieber
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