Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Wohnmobilbezogene, technische Fragen zum Camping

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Beitragvon steyr » 12/7/2012, 09:59

Nun hab ich die ersten (fast) 30.000 Km mit meinem Womo runter und nächste Woche steht die grosse Inspektion an mit allem Pipapo der so ansteht, einen Monat ehe die Garantie abläuft. Die anfänglichen kleineren Mängel am Ducato liessen sich alle per Computer beheben, schnelle Diagnose und per Knopfdruck abgestellt (in Lux oder unterwegs im Ausland). Wenn man sich an die kleinen Eigenheiten der jeweiligen Ducatomodelle gewöhnt hat dann schrecken einen blickende Kontrolleuchten auch nicht mehr. :D Anfangs gab es diese ausschliesslich wegen anstehenden häufigen Ölwechseln was bei den Motoren mit DPF normal zu sein scheint. Mich stören diese häufigen Ölwechsel nicht und es ist zu beobachten dass die Ölwechselanzeigen ab dem dritten mal, nun nicht mehr so häufig angezeigt werden und die Kilometer zwischen den Wechseln sich mittlerweile weit mehr in die Länge ziehen. Kamen die Anzeigen anfangs bei 5500km, dann bei 11500km und bei 17000, so ist nun ab 17000 km Ruhe mit den Anzeigen. Mittlerweile bin ich fast bei 30000km und es blinkt noch kein Kontrolllicht und der Ölstand ist auch gleichbleibend.

Weitere massive Einsätze blinkender Kontrollleuchten gibt es jedesmal im Winter, aber auch die haben nichts zu bedeuten sondern dokumentieren lediglich dass die vielen Sensoren die die Blinklichter "bedienen" äusserst kälteempfindlich sind und das auch gerne kundtun. Als Fehlermeldung ist im Kontrollgerät dann immer wieder zu lesen "vorübergehender Fehler an Sensor soundso" (aus dem französischen übersetzt). Die Duc's scheinen also Kälte nicht soooo zu mögen, funktionieren aber trotz Fehlermeldung normal weiter. :rolleyes: Mit dem 160er Motor bin ich vollends zufrieden und immer noch bei jedem Kilometer glücklich. Dieser Motor ist der Hammer und das Auto fährt sich so gut und komfortabel wie ich es vorher noch nicht kannte. Sitzposition, Beinfreiheit usw. für uns Sumoringer perfekt. Beim Renault Master den ich neulich gefahren bin stiess ich bei normaler Sitzposition mit dem rechten Knie ständig gegen Schalthebel und das hat nach drei Stunden Fahrt nicht nur genervt sondern auch geschmerzt. Sowas gibt es beim Duc nicht.

Die zugige Fahrerkabine ist sehr angenehm im Frühling /Sommer, bei kälteren Jahreszeiten muss man die Luftschlitze in der Tür zukleben und dann gibts bei mir keinen Luftzug mehr zu spüren, ohne zukleben gibts kalte Beine. Alle Rückrufaktionen und Garantieleistungen wurden von Fiat sehr kulant und ohne jeglichen Ärger gelöst und erledigt. Es brauchte nie Diskussionen in keiner Werkstatt ob in Koblenz oder Luxemburg. Mein Duc war betroffen von der neuen Reserveradaufhängung und dann eben die Geschichten mit den blinkenden Kontrolleuchten. Absoluter Mangel am Duc sind die Bremsen aber auch das muss man relativieren. Bremsen tut er hervorragend, absolut ordentlich nur bei langen Bergabfahrten geht den Bremsen die Luft aus. Sie bremsen zwar dort immer noch ordentlich jedoch sind sie zu klein dimensioniert und laufen heiss. So heiss dass sie massiv anfangen zu qualmen und dann steht man vor einer Gewissensfrage. "Bleib ich stehen und lass sie abkühlen (was im Stand recht schlecht funktioniert) oder fahr ich langsam weiter und lass sie eher im Fahrtwind abkühlen." Bei einer wirklich heissen Bremse kann es durchaus passieren dass man stehenbleibt und die Beläge einem abfackeln.

Am schlimmsten hat es uns auf der letzten Urlaubsfahrt erwischt auf dem Weg runter nach Bregenz. Dort fuhren wir Gott sei Dank dann in ein schlimmes Unwetter mit Aquaplaning und allem drum und dran. Ich will nicht wissen was geschehen wäre hätte uns dort das Wetter nicht dies Abkühlung beschert. Die Bremsen haben noch nach Stunden auf dem CP in Bregenz vor sich hingestunken und das übelst. Man kann den Duc bei Bestellung mit verstärktem Bremsenpaket ordern aber das müsste man vorher wissen. Dann gibt es 16 Zoll Radnaben mit grösseren und breiteren Bremsscheiben die ein bessere Durchlüftung garantieren und grössere und bessere Bremsbeläge. Also ein wirkliches Must have bei einem Womo das viel in den Bergen herumgondelt. Aber mein nächstes Womo wird dann wohl eher ein Hinterradantrieb haben mit Retarder weil das ist meiner Meinung nach der einzig gescheite Weg normal bergab zu fahren wenn 4 Tonnen und mehr schieben. Durch das häufige heiss werden der Bremsen muss man unbedingt auch die Bremsflüssigkeit im Blick halten und öfters austauschen, die mag dieses "kochen" nicht so gern. :ja:

Mit der Volluftfederung bin ich nach wie vor absolut zufrieden, besonders die vollautomatische Nivellierung hat sich absolut gelohnt und bewährt. Das Heben von Vorder und Hinterachse bewährt sich auch fast auf jeder Fahrt einmal, z.b. bei Fahrten über eine Kuppe bei besonders steilen Ausfahrten wo niemand an längere Radstände gedacht hat sowie bei Auffahrten auf Fähren o.ä. . Ich möchte dieses Feature nie mehr missen. Absolut verwundert war ich letztens über die Aussage von Testern in einer Womozeitschrift, die das Goldschmittfahrwerk getestet haben und wo der Tester meinte dass erhöhte Vorsicht geboten wäre bei Kurvenfahrten, weil das Fahrwerk dann zum aufschaukeln und übersteuern neige bei dem Vollluftfederfahrwerk. Ich stell genau das Gegenteil fest. Aufschaukeln komplett verschwunden, was sich besonders bei Überholvorgängen von grossen LKW bemerkbar macht und Kurven mit dem Luftfederfahrwerk haben beim Weinsberg gegenüber dem original Fiatfahrwerk absolut jeden Schrecken verloren. Da sind wir vorher mehr als einmal zu Tode erschrocken als das Womo geradeaus ging anstatt einzulenken wie ich es per Lenkrad vorgab. Mit dem Goldschmittfahrwerk hält das Womo auch Spur wenn man mal eine Kurve falsch einschätzt und mittendrin kurz abbremsen muss, beim original Fahrwerk war das schon manchmal richtig übel.

Das Fahrwerk hat auch den Geräuschpegel im Inneraum satt gesenkt, einiges an dem nervigen Geklapper ist verschwunden durch die sanfte Federung. Erstaunlich bei dieser Federung ist dass sie erst richtig nach einem Jahr "eingelaufen" ist und jetzt so sanft ist wie es sich für eine Luftfeder gehört. Auch bei dieser Federung gab es Anlaufschwierigkeiten. Einmal am Anfang gab es einen Totalausfall und da musste bei Goldschmitt in Polch das Steuergerät komplett ausgetauscht werden und eine neue fettere Erdung angebracht werden (lief alles fair, korrekt und ohne Diskussion). Einen weiteren Ausfall gab es dann später nochmal aber da erholte sich das Gerät von selbst nachdem es komplett vom Strom getrennt wurde. Das geschah alles jeweils nach einem Kurzschluss in einem elektrischen Zusatzheizer einem schweizer Ecomaten, welche sich mir als total untauglich erzeigt haben (gleich zwei STück fackelten mir ab). Diese waren am Bordnetz angeschlossen und wie gesagt es kam zu einem Kurzschluss und diese kurze Überspannung legte dann auch jedesmal andere Gerätschaften mit lahm (Heizungssteuerung, Steuergerät von Federung und Kühlschrank). An der Goldschmittfederung bemängele ich für den Preis lediglich die Kompressoren die zu schwach dimensioniert sind und es in bestimmten Situationen zu lange dauert bis sie die Federbälge auf die höchste Position aufgepumpt haben. Das könnte in der Tat um einiges besser und schneller sein bei dem Preis was das ganze kostet.

Die Gasbetankungsanlage am Weinsberg hatte wie alles andere am Weinsberg nachgerüstete ebenfalls einen zweiten Anlauf benötigt um zu funktionieren. Die erste Anlage wurde bei Riepert in Polch eingebaut und die haben, man muss es sagen wie es ist, nur Mist gebaut, sich diesen aber fürstlich bezahlen lassen. Damit hab ich mich dann zwei Monate rumgeschlagen in denen ich zweimal zurück zu Riepert fuhr und mir nichts als Idiotien anhören musste. Dann fuhr ich zur Gasfachfrau in die Eifel die mir die ganzen Gerätschaften kostenlos austauschte und mir Anleitung zum korrekten Einbau gab. Ich hab die Anlage dann zusammen mit Boschfreund Pino selbst eingebaut und ab da nie wieder Probleme gehabt. Bei Riepert würd ich mir zwar ein Womo komplett neu bauen lassen, weil davon verstehen sie echt was, eine Gasanlage würd ich allerdings dort nicht mehr einbauen lassen, das Geld für den Einbau war so gut wie weggeschmissen.

Alles was an Kleinigkeiten am Weinsberg anfiel, ein Knaus/Tabbert Produkt was mal gut und mal schlampig zusammengebaut ist wie es sich heute wohl so gehört :rolleyes: , hab ich selbst erledigt und keine Garantie in Anspruch genommen weil mir das alles zu stressig war. Kleine Reparatur an der Dometictoilettencassette, neue Tauchpumpe, neuer Wasserhahn im Badezimmer, klapperndes und kaputtes Scharnier usw. alles nicht der Rede wert und gerichtet ehe man auch nur einen Zuständigen für die Garantie am Telefon gehabt hätte. Das Womo an sich mit seiner Grösse und Einteilung hat sich für uns als Treffer erwiesen, es passt wie angegossen und macht auch immer noch Spass, diese Einteilung und der Grundriss wird jedenfalls beibehalten auch wenn es mal etwas neues geben sollte was aber noch absolut in den Sternen steht.
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon HD » 12/7/2012, 14:38

Hallo Yves, nachdem ich weiß, wie alt das Fahrzeug ist, wüsste ich jetzt noch gerne den Neupreis(bitte addier die Voll-Luftfeder und die ´Gas-Tankflaschenanlage dazu.)
Gruss HD
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon Kast » 12/7/2012, 15:10

Guter Erfahrungsbericht! Danke für die Information.
Gruß Karin

______________________________
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon kabefan » 12/7/2012, 15:17

Na endlich mal ein Erfahrungsbericht -

flüssiger als Wasser - nämlich überflüssig ;D

meint der kabefan
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon platin65 » 12/7/2012, 15:39

Danke für den informativen Bericht über dein WoMo.
Dies sind mal ehrliche Aussagen über ein neues Wohnmobil und seine notwendige Aufrüstung
es grüßt von der Ostalb
Joachim

unterwegs mit Ford C-Max geschoben von Hymer 540
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon oceanline » 12/7/2012, 17:09

Hallo,

wo lagen denn eigendlich die Probleme beim Einbau der Tankflschen ?
Ich habe mir vor einigen Monaten auch eine Tankflasche ins Womo gebaut. Das war doch unwesentlich mehr Arbeit als ein normaler Flaschenwechsel.

Auch ich kann nur sagen: Die Beratung und der Service bei der Gasfachfrau waren sehr gut.

Gruss Uwe
oceanline Unterwegs mit WoMo Frankia A595 und Frau
Denn die Welt ist zu schön um darüber zu fliegen.
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon steyr » 12/7/2012, 18:56

HD hat geschrieben:Hallo Yves, nachdem ich weiß, wie alt das Fahrzeug ist, wüsste ich jetzt noch gerne den Neupreis(bitte addier die Voll-Luftfeder und die ´Gas-Tankflaschenanlage dazu.)
Gruss HD


Der Weinsberg hatte ursprünglich anfangs 2010 einen Katalogpreis von 73.000 euro, wir haben ihn 2010 Ende der Saison gekauft nachdem der Händler damit auf zwei Messen war mit Kilometerstand 3000, für 50.000 euro (er wurde dennoch als Neufahrzeug mit mir als Erstbesitzer angemeldet), das Goldschmittfahrwerk hat 7000 eur. gekostet, die Gastankflaschenanlage mit Einbau um die 1300 eur auf den Punkt genau kann ich das nicht mehr sagen weil die Rechnung im Womo liegt. Der Materialpreis lag etwas höher weil zusätzlich eine Duocontrol (horizontal) von Truma eingebaut werden musste, in dem Preis sind die Einbaukosten von Riepert inklusive. Die komplette Umbauaktion weil der Rieperteinbau Mist war inklusive Austausch sämtlicher Materialien ausser der Duocontrol, hat dann nichts gekostet weil Eigenleistung mit Hilfe von Karin Nöfer der Gasfachfrau die dann aber noch für Ihre Freundlichkeit einen Anschiss von den Rieperts bekam. Die Rieperts haben dann auch noch kurz von mir verlangt dass ich ihnen die Betriebserlaubnis für die Gasanlage zurück geben sollte aber da die in Luxemburg eh nichts wert ist haben sie dann davon Abstand genommen. Die interessiert hier wirklich keine Sau. Beim Womo war noch ein kompletter Satz Winterreifen auf Stahlfelgen dabei und wurde auf Alufelgen mit Sommerreiffen ausgeliefert. Die Ausstattung vom Weinsberg war relativ hochwertig mit sehr vielen Extras und genau unserem Wunschgrundriss. Die Gesamtinvestition für den Weinsberg wurde von uns uns mit der Begründung getätigt dass wir dieses Womo sehr lange fahren wollen, die Investitionen sich also in dem Sinne lohnen sollten.
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon steyr » 12/7/2012, 18:58

kabefan hat geschrieben:Na endlich mal ein Erfahrungsbericht -flüssiger als Wasser - nämlich überflüssig ;D meint der kabefan


Dann haben dein und mein Beitrag ja schon etwas gemeinsam :top: "Kabafan" :D
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon steyr » 12/7/2012, 19:32

oceanline hat geschrieben:Hallo,wo lagen denn eigendlich die Probleme beim Einbau der Tankflschen ?


Es gab gleich mehrere Probleme. Der Gassachkundige der das Ganze eingebaut hat wollte sich partout an die deutschen Verordnungen halten und hat die Trumagasschläuche mit den von dieser Verordnung vorgesehenen Längen eingebaut, nämlich 45cm. Länger ist laut Verordnung nur erlaubt wenn die Gasflaschen auf einem "Auszug" montiert werden. Der "Sachkundige" hat aber die Schläuche dermassen schlecht verlegt dass sie verdreht und massiv unter Spannung standen und durch die Vibrationen während der Fahrt haben sie sich dann ständig von selbst gelöst. Resultat war dass es ständig nach Gas roch und ich auf Fahrt täglich die Flaschenanschlüsse nachziehen musste. Die Gasfachfrau hat an den neuen Flaschen dann die Absperventile so verdreht (dazu bedurfte es eines Spezialschlüssels den die Rieperts nicht haben) dass die Länge der Schläuche hinkam, zudem die neuen Flaschen so eingebaut werden konnten dass man den Füllstand an der Flasche normal ablesen kann ohne einen Spiegel zu montieren.

Der grösste Fehler unterlief dem Gassachkundigen aber bei der Erstbetankung. Der Einbau erfolgte im Winter bei Minus 15 Grad. Nun ist es so dass sogar in den Papieren die Riepert dem Kunden später selbst mit gibt, drin steht dass die Flaschen bei Erstbetankung höchstens zu 45 % befüllt werden dürfen auch im Sommer. In den Flaschen befindet sich ja Luft nach dem Einbau und wenn nun das Gas betankt wird kommt es zu hoher Kälteentwicklung und dann kann es passieren dass alles einfriert und die Sicherheitsarmaturen (Füllstop) beschädigt werden. Das war dann wohl auch bei einer der beiden Tankflaschen passiert und die wurde dann später bei Betankung ständig "übertankt" und es entstand zu viel Druck im Innern. Der Druck wurde dann über ein Sicherheitsventil das sich im Absperrhahn jeder Gasflasche befindet (da befindet sich am Absperrhahn der Gasflaschen so ein roter Plastikstopfen) abgeblasen bis der Druck niedrig genug war. Das brachte dann wieder zusätzlich Gasgeruch der bis weit um das Womo herum zu riechen war.

Als ich das erste Mal dann beim Einbauer war, fand der zufällig sofort einen der losen Schläuche und witzelte herum dass ich extra wegen einem losen Schlauch 300 km gefahren wäre. Ich hab ihm dann mehrmals versucht klarzumachen dass der Gasaustritt auch am Absperrhahn der Flasche zeitweise zu hören wäre was er aber für unmöglich hielt da es da überhaupt nichts gäbe wo Gas rauskönnte. Nein nein, das liege an den losen Schläuchen meinte er und ich wusste es damals auch nicht besser. Erst später hat mir die Gasfachfrau genau die Funktion der ganzen Installation und der Sicherheitsmerkmale einer solchen Flasche erklärt. Ich wurde also bei Riepert mit dem Problem nicht ernst genommen und fühlte mich irgendwie total verarscht. Das witzige war auch noch dass der Werkstattmeister das ganze draussen vor der Tür kontrolliert hat, es war an dem Tag wieder zwischen 15 und 20 Grad Minus zudem ein eisiger Wind in der Eifel. Er sprühte dann mit einer Meisterproper Pumpflasche Spüli in Wasser verdünnt auf sämtliche Anschlüsse was dort natürlich sofort gefror als es mit dem Metall in Berührung kam. Ich hab in meinem ganzen Leben noch kein so unprofessionelles Gebaren gesehen wie bei diesen "Gassachkundigen" die übrigens auch Gasprüfungen offiziell durchführen können und einem eine Prüfplakette aufkleben, die ich dort selbstverständlich auch bekam, bis 2014 :D .

Ich liess das damals nur aus purer Bequemlichkeit dort einbauen, im Steyr hatte ich ja die ganze Installation auch selbst eingebaut und nie Probleme gehabt. Zudem kam beim Weinsberg hinzu dass ich es nicht komplett selbst machen konnte weil einfach nicht genug Platz vorhanden war damit ich überall rankam und so musste also bei bestimmten Teilen der Arbeit Schlangenmensch und Boschfreund Pino ran. :lach:
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon Winni » 12/7/2012, 20:38

Jetzt weiß ich auch, warum ihr mit euren Womos so selten los fahrt.....es bleibt kaum Zeit zum Campen, ist ja immer irgendwas .........sehr interessant zu lesen :top: :top:
Irgendwas ist immer... .
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon steyr » 13/7/2012, 09:06

Winni hat geschrieben:Jetzt weiß ich auch, warum ihr mit euren Womos so selten los fahrt.....es bleibt kaum Zeit zum Campen, ist ja immer irgendwas .........sehr interessant zu lesen :top: :top:



Das täuscht Winni, all diese Sachen wurden unterwegs "en passant" erledigt. Auch die Ritte nach Polch zu Goldschmitt und Riepert oder zur Gasfachfrau wurden immer mit schönen Ausflügen und Kurzaufenthalten kombiniert. Warum glaubst Du dass ich die Sache mit Riepert z.b so locker genommen hab und nichtmal mit denen gestritten habe. Mir war besonders das eine Lehre wieder in Zukunft mein Geld zusammen zu halten und alles selbst zu machen. Das erste Mal wo ich nun den Weinsberg wegbringe ist nächste Woche wenn er zur grossen Inspektion geht, aber das ist so nah bei mir zu Hause dass ich ihn hinbring und mit Velo zurückfahren kann.

Die Nacharbeit bei Goldschmitt damals war besonders interessant für mich, da fuhr ich alleine hin und hab die Nacht auf dem Gelände von Goldschmitt verbracht, da gabs Strom und Wasser sowie Kaffee und Brötchen für Umme, ich durfte stundenlang in der Werkhalle rumlungern, beim arbeiten zusehn, Fragen stellen und Monteure damit nerven. Ich hab den ganzen Tag dort gefilmt und geknippst und mich mit anderen Kunden ausgetauscht. Was besseres kann doch einem Handwerker und Technik interessierten Menschen nicht passieren. Am Ende gab mir der Werkstattleiter eine Visitenkarte mit seiner persönlichen Telefonnummer und der Aufforderung dass ich Ihn zu jeder Zeit auch an Wochenenden anrufen könnte wenn mal was an der Federung wäre. Er war sich seiner Sache da wohl so sicher dass nun alles in Ordnung sei und Er vor mir seine Ruhe hat :D

Im Stich gelassen hat mich der Duc noch nie. Fehlermeldungslämpchen und Ölwechsel unterwegs war jedesmal ein Aufenthalt von nichtmal ner Stunde und heute weiss ich dass ich mit blinkenden Kontrollampen, wenn ich höre dass der Motor ordentlich läuft (das hab ich vorher auch immer gehört mich jedoch nie getraut weil der Duc mein erstes Auto ist wo es solche modernen Dinger überhaupt gibt :D ) das hab ich mich aus Unerfahrung mit sonem modernen Zeug am Anfang nicht getraut. Wenn heute unterwegs die üblichen Verdächtigen anfangen zu blinken fahr ich locker weiter ohne Umwege und wenn ich eine Fiat Pro-Werkstatt durch Zufall begegne fahr ich hin, wenn nicht fahr ich ruhig weiter und dann nach dem Urlaub zu Pino. Anfangs ist man halt verunsichert mit sonem modernen Zeug. Selten losfahren kann man bei um die 30000 km in knapp zwei Jahren wohl nicht sagen.
Zuletzt geändert von steyr am 13/7/2012, 09:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon Aragorn1513 » 13/7/2012, 09:07

Hallo Yves,

ist das mit den Bremsen bei allen Ducatos so oder jetzt speziell bei Deinem? Was hat Deiner für ein zulässiges Gesamtgewicht? Da müsste man sich ja ansonsten echt Sorgen machen, wenn man sich mal ein Womo auf Ducatobasis anschafft.
Welchen Pass seid ihr da gefahren? Hochtannbergpass?
Viele Fragen, aber das mit den Bremsen interessiert mich, weil mich die Alpenregion auch mit dem Womo reizen würde.

Gruß - Alex
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon steyr » 13/7/2012, 09:17

Ja das mit den Bremsen scheint ein allgemeines Transporterproblem zu sein, nicht nur bei Fiat, man kann es durchwegs bei sämtlichen marktüblichen Marken finden. Bei dem Duc kann man beim Ordern von Neufahrzeugen ja vorsorgen und die grösseren Bremsen bestellen. Bei den 16 Zöllern scheint es nicht so häufig vorzukommen. Auf meinem Fiat-Light-Fahrwerk sind 15 Zoll Reifen drauf und die zusammen mit knapp 4 Tonnen Zuladung müssen ganze Arbeit leisten. Aber zur Beunruhigung braucht es dennoch nicht zu kommen, die Bremsen bremsen perfekt und haben in ihrer Bremsleistung jedenfalls bei mir noch nie nachgelassen. Sie überhitzen halt in Extremsituationen sehr stark aber auch das kann man durch die Fahrweise stark beeinflussen. Aber wie es so schön heisst, nachher ist man immer schlauer. In den letzten Passabfahrten (ich kann Dir nicht genau die Namen der Pässe sagen aber es waren wie üblich bei uns ziemlich fickerige Strassen) hab ich so manchen bergabfahrenden Transporter überholt und mich gefragt warum die fast in Zeitlupe da runterfahren. Jetzt weiss ich es.
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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon Aragorn1513 » 13/7/2012, 09:28

Wenn ich Dich richtig verstehe, ist mit etwas zurückhaltendem Tempo beim Bergabfahren schon viel geholfen, damit es nicht zu einem heißlaufen der Bremsen kommen kann, oder?

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Re: Erfahrung Weinsberg/Ducato 250 160 Multijet

Beitragvon steyr » 13/7/2012, 09:32

Aragorn1513 hat geschrieben:Wenn ich Dich richtig verstehe, ist mit etwas zurückhaltendem Tempo beim Bergabfahren schon viel geholfen, damit es nicht zu einem heißlaufen der Bremsen kommen kann, oder? Gruß - Alex


Kann man wohl so sagen, obwohl man sich echt dazu zwingen muss bei einem so modernen Fahrzeug zu solch archaischen Mitteln zu greiffen :lach: :lach: :lach: Aber was solls Physik bleibt immer die Gleiche ob Ferrari oder Ducato :D
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