Reifen platzt, was passiert

Caravanbezogene, technische Fragen zum Camping

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Reifen platzt, was passiert

Beitragvon ben » 5/8/2006, 09:09

Guten Morgen,
wie verhält sich ein Gespann, wenn ein Reifen am WW schlagartig die Luft verliert?
Ich habe es noch nicht erlebt. Hat jemand Erfahrungen?

Und noch eine zweite Frage: Wie wirkt sich ein Plattfuß am WW aus? Wie bemerkt man es? Auch da habe ich noch keine Erfahrungen machen müssen.
Gruß
ben
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Beitragvon Tscharlie » 5/8/2006, 09:24

Hallo ben,
das führt oft zu schweren Unfällen. Ein Reifen platzt aber normalerweise nicht einfach so. Nur durch Überalterung, so ab 6 Jahren wenn der WW immer draußen war, in dunklen Hallen müßten Reifen eigendlich länger halten. Platzen könnte auch bei Überlastung geschehen. Ein in Deutschland zugelassener WW hat nicht automatisch Reifen für die Geschwindigkeiten z.B. in Frankreich, fahren die Gespanne ja locker 130 Km/h dann Überladen + 45 Grad Temperatur +noch ein bisschen zu wenig Luft, da kanns schon mal krachen.
Habe selbst mit meinem Gespann schon ein schweizer Gespann gestoppt, raus auf den Standstreifen, war links am WW praktisch platt, aber trotz geschlingere ist der locker mit 95 unterwegs gewesen. War dann ein bischen was von seiner Urlaubsbräune weg als er das gesehen hat.
Also immer wieder prüfen:
Reifenalter?
Reifendruck? Sieht man auch mit bloßem Auge ungefäir wenn man weiß wies aussehen soll.
Gewicht?, umladen in PKW.
Wird der Reifen bei der Fahrt warm? Handkontrolle. Vorsicht bei Passfahrten kann die Felge sehr heiß werden!
Schlingert das Gespann? Sofort bei nächster Gelegenheit halten und obiges kontrollieren.
Angeblich verunglückt jedes 8te WW Gespann irgendwann, habe ich im Radio gehört, ob das stimmt weiß ich nicht.

Nun denn gute Fahrt,
Tscharlie (Martin)
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M. Ghandi
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Re: Reifen platzt, was passiert

Beitragvon herbie » 5/8/2006, 10:25

ben hat geschrieben:Wie wirkt sich ein Plattfuß am WW aus? Wie bemerkt man es?


Ist 'nem Freund von mir auf der Autobahn bei Bellinzona passiert, linke Spur. Ich konnte es durch den Rückspiegel miterleben: Lauter Knall - Luft schlagartig raus. Er hatte eine Bombenreaktion und sehr viel Glück. Er schleuderte eine Zeitlang über die Autobahn (die anderen Verkehrsteilnehmer waren ebenfalls aufmerksam und reaktionsschnell) und bekam dann das Gespann zum stehen. Der Ruck im WW war so stark gewesen, dass es ihm einige Schränke fast 2 cm aus der Wand gezogen hat (war halt ein Hobby :oops:).

Weiter ist glücklicherweise nichts passiert - er hatte wohl mehrere Schutzengel und verdammt viel Glück, mit fahrerischem Können allein hätt's wohl nicht gereicht. Ich habe auch schon andere WW gesehen, denen das gleiche passiert war. Die waren in Einzelteile zerlegt oder lagen auf dem Zugwagen.

Seitdem achten wir beide penibelst auf den Reifenzustand, -druck und -alter und haben grundsätzlich ein Reserverad dabei.
herbie
 

Re: Reifen platzt, was passiert

Beitragvon Artox » 5/8/2006, 11:26

herbie hat geschrieben:
Der Ruck im WW war so stark gewesen, dass es ihm einige Schränke fast 2 cm aus der Wand gezogen hat (war halt ein Hobby :oops:).

Weiter ist glücklicherweise nichts passiert - er hatte wohl mehrere Schutzengel und verdammt viel Glück, mit fahrerischem Können allein hätt's wohl nicht gereicht. Ich habe auch schon andere WW gesehen, denen das gleiche passiert war. Die waren in Einzelteile zerlegt oder lagen auf dem Zugwagen.


Hallo,

widersprichst Du Dir nicht ein wenig? Auf der einen Seite die angeblich fehlende Hobby- Qualität, auf der anderen die Einzelteile anderer WW? :wink:
Ansonsten reicht mir der Platzer am Zugwagen, war auch nicht angenehm, den Reifen auf der Fahrerseite auf schmalem Seitenstreifen bei 35° zu wechseln. Und dann das Kofferraumausräumen, um an das Ersatzrad zu gelangen :?

Viele Grüße
Horst
Artox
 

Beitragvon Hadde » 5/8/2006, 12:18

Meinem Nachbarn ist es passiert. Er sagte, er hätte zunächst überhaupt nichts bermerkt,lediglich etwas geschwankt habe der WOhnwagen. Er hat es auf Spurillen zurückgeführt. Als es immer stärker wurde habe er angehalten. Der Protektor hatte bereits den Radkasten des Wohnwagens beschädigt.
Der Reifenhändler meinte es sei ein Flankenschaden des Reifens gewesen, der irgendwann bei einer Randsteinberührung ausgelösst worden sei.
Mir Schlingerkupplung merkt man es offensichtlich nicht sofort.
Die Reifen der Wohnwagen sind immer an ihrer Grenzbelastung, das sollte man immer bedenken.
Ich schau bei jedem Stop auf Temparatur und mache eine Sichtkontrolle.
Ich habe mir schon überlegt einen Innenfühler zu montieren. Habe aber bis jetzt noch nichts praktikables gefunden. Für LKW und PKW gibt solche System schon lange.


Gruß Hadde
Hadde
 

Re: Reifen platzt, was passiert

Beitragvon herbie » 5/8/2006, 12:36

Artox hat geschrieben:widersprichst Du Dir nicht ein wenig? Auf der einen Seite die angeblich fehlende Hobby- Qualität, auf der anderen die Einzelteile anderer WW? :wink:
Aber nein! Die waren höchst wahrscheinlich von der selben Marke.

STOP! Ich denke, man sollte in diesem Zusammenhang über die WW-Qualität keine Witze machen. Hiermit nehme ich den "Hobby" feierlich zurück!
herbie
 

Beitragvon wollfröschin » 5/8/2006, 12:46

Hallo

Als uns der Reifen am Wohni geplatzt ist, haben wir erst nur den Knall wahr genommen, nach ein paar Sekunden allerdings sah mein Mann im Außenspiegel das Gummi flog! Wir sind sofort auf den Standstreifen und haben den ADAC gerufen!
Da wir einen Tandem haben, rollte der Wohni noch einigermaßen ruhig weiter, ich weiß nicht wie das bei nem Einachser ausgesehen hätte.

Der Reifen hat uns dann noch die Verkleidung am Radkasten weggeschossen:

Bild
Bild
Bild

Für die "erste Tour" war das doch ein hammer Erlebnis!!! :lol:

Grüße us Kölle von der Fröschin
wollfröschin
 

Beitragvon Nova550 » 5/8/2006, 17:46

Hallo ben,

dazu kann ich etwas aus eigener Erfahrung berichten:
Rückfahrt von der Ille de Re vor 4 Jahren. Kurz vor Lyon. Zu Vernehmen war nur ein "Plopp" und beim Blick in den Rückspiegel war zu erkennen, dass der linke Wohnwagenreifen platt war. Also Standspur, Warnblinker, Warndreieck.
Riss in der äusseren Flanke, ungefähr 20 cm lang.
ADAC schickte Depannage. Depannage nahm Felge mit und kam mit montiertem Reifen in falscher Grösse zurück. Bei langsamer Fahrt würde es bis nach Hause gehen.
50 km weiter, wieder "Plopp". Wieder kein Schlingern des WW (wegen AKS?).
Diesmal Flankenriss am rechten! Reifen.
Gleiches Spiel wie zuvor, nur dass diesmal der WW huckepack in eine Werkstatt gebracht wurde. 2 Tage Zwangsaufenthalt bis 2 Reifen der richtigen Spezifikation da und montiert waren.
Ich hatte allerdings so ein vielfach angepriesenes Wundermittel vor Abfahrt in die Reifen füllen lassen. Dieses dichtet bei Beschädigungen blitzschnell die schadhafte Stelle ab. War bei den Flankenrissen natürlich überfordert, aber ich weiss nicht, wie die Situation ohne das Zeug gewesen wäre.

Gruss aus Soest vom Werner
Nova550
 

Beitragvon Schlotschmed » 5/8/2006, 17:50

Hadde hat geschrieben: Für LKW und PKW gibt solche System schon lange.

http://www.bi-automotiv.de/index.php?cat=c34_Reifendruckkontrollsystem-TTC.html
Das könnte auch am Caravan funktionieren (4 bis 7 Sensoren anschließbar, Funkübertragung) .

Grüße
Harald
Schlotschmed
 

Beitragvon WaNL » 5/8/2006, 18:03

Hinweis: Wer mit richtigen (eingestellten) Zusatzspiegeln reist und den Wohni und den rückwärtigen Verkehr dauernd im Auge behält merkt SOFORT das der WW in Schieflage hinterhereiert.

Wer Ohne oder,ich habs oft gesehen nur mit einem Aussenspiegel fährt oder garnicht reinguckt hat schlechte Karten.
IMMER noch Touring,was sonst???
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Beitragvon wombiroo » 5/8/2006, 19:57

Aber wie bitte kommts denn innerhalb 50km zu zwei Flankenrissen, nachdem Werner aus Soest es immerhin bis F. geschafft hat mit den Reifen?
Waren die jetzt schon zu alt, oder dauerhaft mit zu wenig Druck gefahren? Aber das glaube ich eher nicht bei Nova550...
sollte es etwa am
ich hatte allerdings so ein vielfach angepriesenes Wundermittel vor Abfahrt in die Reifen füllen lassen
gelegen haben?
DAS wäre natürlich fatal und eine Gefahr für alle, die dies Zeugs haben, oder? Werner, bitte erzähl doch mal mehr über das damalige Reifenalter und vor allem über das "Wundermittel"... :roll: :oops:
wombiroo
 

Beitragvon Nova550 » 6/8/2006, 12:29

Hallo,

also, das "Wundermittel" gab`s bei einem Shoppingsender. Wird über das Ventil eingefüllt und verteilt sich während der Fahrt im Reifen. Es besteht aus irgendeinem Faserzeug, das bei einer Reifenbeschädigung durch Nägel etc. die schadhafte Stelle blitzartig abdichtet.
Die Wohnwagenreifen waren 4 Jahre alt. Ich habe den Vorfall damals in einer Newsgroup geschildert und bekam die Info, dass seinerzeit bei Knaus in einer Serie ein Reifenproblem bestand mit genau diesen Flankenrissen. Es handelte sich dabei um Semperit (Conti)-Reifen.
Meine defekten Reifen schlummerten natürlich auf einer Deponie in Frankreich. Bei Hymer konnte man mir nicht sagen, welche Reifen an meinem WW ab Werk verbaut waren.
E-Mail an Service bei Continental brachte natürlich sofort die Frage nach den Kennziffern auf den Reifen. Vom Urlaub ein Jahr zuvor hatte ich ein Foto, auf dem sich unsere Hunde unter dem WW wegen der Wärme eingebuddelt hatten. Direkt neben dem Reifen. Foto an Conti gemailt, nachtelefoniert und der freundliche Servicemensch konnte die Daten der Reifen dem Foto entnehmen. 1 Woche später ein Barscheck über 200,- Euro :D
Es handelte sich wohl eindeutig um einen Produktionsfehler.

Gruss aus Soest vom Werner
Nova550
 

Beitragvon Killerdackel » 6/8/2006, 16:58

550er - da hast aber echt mehrfach "Schwein" gehabt - Glückwunsch dazu :!:
sDaggele grüßt ausm Wilden Süden = wo nicht nur Camper Urlaub machen
T3 Bulli oder Pololo zerren Dackelgarage Puck(eldimuckl) doraus + detnaus
Wenn no älle wäred wie i sei sodd
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Beitragvon Nova550 » 6/8/2006, 17:30

Hallo Daggele,

das sehe ich auch so. Zumal die ganze Abschlepperei in Frankreich vom ADAC übernommen wurde :D

Gruss aus Soest vom Werner
Nova550
 

Beitragvon Spätheimkehrer » 7/8/2006, 10:36

Guten Morgen Ben,

das ein Reifen aufgrund eines Herstellerfehlers ausfällt ist eher selten und schwer nachweisbar.

Die häufigste Ursache ist falscher, zu niedriger Luftdruck. Dies kann ein Einstellfehler sein ausgelöst durch Fehlinformation des Fahrers oder ein defekter Luftprüfer. Meistens geschieht dies aber durch schleichenden Luftverlust, dem jeder Reifen unterliegt. Dieser entsteht durch Fremdkörper, Korrosion der Felge und ein gewisser Luftverlust durch den Reifen selbst vor allem mit zunehmenden Alter. Wird dieser Reifen dann über längere Strecken gefahren erwärmt er sich durch die erhöhte Walkarbeit. Am Übergang von der Lauffläche zur Seitenwand ist diese Belastung am größten. Irgendwann verabschiedet sich dann schlagartig die Lauffläche ganz oder teilweise. So auch bei den Bildern der Wollfröschin - auf dem Bild 1 sieht man deutlich im "intakten" Bereich der Flanke die "Walkspur" ein 1-2cm breiter umlaufender Streifen, bei dem sogar die Beschriftung nicht mehr lesbar ist. Am Straßenrand sieht man häufig komplette Laufflächen liegen - meist von Nutzfahrzeugen. Begünstigt wird das ganze durch Überladung und hohe Temperaturen. Um das zu vermeiden hilft nur die regelmäßige Druckkontrolle. Pannenschutzmittel würde ich nicht benutzen - die sind wohl eher was für Nutzfahrzeuge in schwierigen Einsätze (Bau, Recycling o.ä.) bei kleineren Reifen geht die Kosten-Nutzenrechnung nur schwer auf. Außerdem kommt man auch hier nicht um eine regelmäßie Kontrolle herum - das gleiche gilt für die Stickstofffüllung, die bei fast allen Reifenhändlern angeboten wird - in meinen Augen eher eine "Gelddruckmaschine" Ich denke regelmäßige Kontrolle, frühzeitiges erneuern und schonende Fahrweise (ohne Bordsteinkontakt) reicht aus um sicher unterwegs zu sein.

Viele Grüße

Andreas

PS: nur aus der Optik Schlüsse auf den korrekten Druck zu ziehen ist gefährlich - siehe Tandemhänger - da trägt das andere Rad halt ein bißchen mehr und wird zusätzlich überlastet - im schlimmsten Fall knallen dann beide kurz hintereinander.
Spätheimkehrer
 

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