Solar Technik

Caravanbezogene, technische Fragen zum Camping

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Solar Technik

Beitragvon Winni » 30/12/2019, 19:11

Mal ein neues Thema anschieben und Euer Schwarmwissen nutzen:

Uns ist durch Zufall ein Oldie-Wohnwagen zugelaufen, der einfach sofort die Emotionen meiner Frau angesprochen hat :lach:

Da ich nun Zeit (fast) ohne Ende habe, möchte ich den im Frühjahr mit einer Solaranlage ausrüsten. Eine gut geladene 80 AH Batterie würde für unsere Bedürfnisse völlig ausreichen. Also, was genau braucht man? Was für ein Paneel, welches Equipment , um so eine relativ "kleine" Batterie zu laden. Macht ein Komplettpaket Sinn, oder einzeln zusammen stellen? Und wenn es geht, nicht eine Lösung für 1000 Euro, oder mehr. Es geht schon mehr um die Minimallösung.

Und bitte nicht plattreden, ob das Co² neutral ist, ob sich das lohnt, oder so :lach: :lach: Wir möchten damit zu einigen Oldtimerveranstaltungen, da steht man einige Tage ohne Strom, und wir möchten damit auch eine Skandinavienrundfahrt machen, und ich habe auch einfach Spaß daran, das zu bauen :ja:
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Re: Solar Technik

Beitragvon donalfredo » 30/12/2019, 19:23

Also - großes Wissen ist bei mir nicht vorhanden, nur eine kleine Erfahrung.
Beim Vorgängerwohnmobil hatte ich zwei Paneele drauf, die haben mich richtig Geld gekostet.
Genaugenommen ist es so, daß ich das niemals reinbekommen hätte (Summe Batterien+Solarpaneele+Ladegerät+Wechselrichter), deshalb war das Jetzige wieder ohne.
Ich habe zwei große Batterien (2x95), wenn wir den Kühlschrank mit Gas nutzen, würden die Wochen ausreichen.
Unser Fernseher ist 220 Volt, der läuft sowieso so gut wie nie.
Eine Zahl als Beispiel:
wir standen eine Woche in Saarburg auf dem Stellplatz. Ich habe pro Tag keine 50 Cent Stromkosten gehabt, da das Womo auf einem Schattenplatz stand und der Kühli dadurch keine Sonneneinstrahlung hatte. Also Stromverbrauch MIT Kühlschrank unter einem Kw und der hat Kapazität. Das sind 144 Liter mit separatem Gefrierfach. Licht (Jede LED 1,6 Watt) alleine, Pumpe und Klospülung, das kannste im Sommer kaum messen.

So, was würde ich machen, wenn ich an deiner Stelle wäre:
Ich würde mir zuerstmal eine gescheite Batterie einbauen, so in der Klasse 80 Ampèrestunden.
Einen normalen Netzlader dazu, und bei der ersten Ausfahrt testen, wie lange das ausreicht.

Solltest du erkennen, daß dir eine Solaranlage nötig erscheint, würde ich mich nach etwas transportablem umschauen.
Es gibt leichte, handliche Paneele, die man abgestützt ideal platzieren kann.

Bild

Leider habe ich die Adresse nicht mehr von dem Burschen, der unser Wohnmobil vor einigen Jahren auf LEDs umgerüstet hat.
Der stand in Füssen auf dem Womo-Stellplatz, und bot alles mögliche an.
Darunter waren transportable Paneele und auch kleine Windräder.
Das war alles nicht im Luxusbereich sondern sehr bezahlbar.

So, ich habe mal nachgeschaut.
Eine qualitativ gute AGM-Batt 80AH kostet dich 120/130, die Solarzellen mit 12Volt Ladegerät 120. Du kannst rechnen - also wärst du mit 250 dabei.
Ich würde es an deiner Stelle trotzdem mal ohne Solar testen, nachgekauft ist schnell.
Das Ganze getrennt so montieren, daß du wahlweise bei Campingplatznutzung ein 220 Volt Batterieladegerät ankoppeln kannst, im Solarfall dieses 12 Volt Teil ...
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Re: Solar Technik

Beitragvon Winni » 30/12/2019, 19:44

Jo, der Denkansatz ist gut, das hilft doch schon mal weiter. Erstmal eine Batterie einbauen, und mit der Batterie testen, was geht. Ich möchte die Kiste auf sehr gute LEDs umrüsten, die von 10 bis 14 Volt Licht bieten, sind aber auch nur 9 Stück. Viel mehr als Licht, und nach dem Klogang mal die Pumpen/wasserpumpe haben wir fast nicht. TV oder so, nicht vorhanden. Kühlschrank läuft dann auf Gas. Handy kann man im Auto laden, evtl der Läppi, um mal ein Handballspiel zu gucken. Aber da kann man auch Powerbanks benutzen.

Mich reizt aber auch mehr der Einbau, auch wenn es am Ende nicht wirklich sinnvoll ist, oder sich rechnet. Mich interessierr auch die Technik. Bisher null Ahnung.
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Re: Solar Technik

Beitragvon tomruevel » 30/12/2019, 19:57

Moin,

transportabel Module machen ja durchaus Sinn.
Weil man sie günstig zum Sonnenstand ausrichten kann. Und das ist schon ein Thema je weiter nördlich man kommt.

Zusätzlich muß dann der Caravan auch nicht zwingend in der Sonne stehen, d.h. Caravan i kühlen Schatten und Module in der Sonne.
Grüsse
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Re: Solar Technik

Beitragvon donalfredo » 30/12/2019, 20:02

In unserem Wohnmobil mit sieben Metern Länge sind 14 LEDs verbaut.
Davon brennen im allerschlimmsten Fall 5 gleichzeitig (zwei Sitzgruppe oder Bett, zwei Küche, eine im Klo oder über der Tür). Das sind in Summe lächerliche 8 Watt und das für eine ganze Stunde.
Deine Investition in gute, sparsame LEDs macht sich bezahlt.
Lass' dir vor allem nicht die Mär erzählen, wieviel LED-Watt du brauchst, um eine adäquate Glühbirne von beispielsweise 40 Watt zu ersetzen.
Da erzählen dir die Verkäufer was von 5:1, also 8 anstatt 40.
Das stimmt alles nicht, weil Glühbirnen streuen und LEDs spotten.
Dieser Verkäufer in Füssen hatte drei verschiedene LEDs anzubieten, ich habe die Schwächste ausgewählt und die hat der uns für eine Woche eingebaut.
Nach einer Woche kam der, und hätte entweder die LEDs wieder mitgenommen, beziehungsweise das Geld kassiert.
Ich habe sie behalten und bezahlt, weil ich gemerkt habe, daß mein täglicher Münzeinwurf an der Stromsäule sich gedrittelt hatte.
Vorher 1.50 für drei Kw, nach dem Einbau weniger als 50 Cent täglich ...
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Re: Solar Technik

Beitragvon Winni » 30/12/2019, 20:28

Stimmt Tom, das macht Sinn :top: Spricht für ein mobiles System

Und Wolfgang, das habe ich schon gelesen, dass man an den LEDs nicht sparen darf. Die meisten flackern bei 11,7 Volt oder 12, 3...
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Re: Solar Technik

Beitragvon tomruevel » 30/12/2019, 20:39

Moin,

der Trigano hat ja sofort LED Einsätze anstelle der Halogen Einsätze bekommen.
Da habe ich recht billige Dinger, die nun seit gut 9 Jahren ihren Dienst tun. Die haben wohl so um 3 Watt und laufen sowohl bei 13,8V (Netzbetrieb) als auch bei 12 V (Akku). ohne Ausfälle.
In den Leuchten mit Reflektor habe ich flache LED Einsätze eingebaut.
Einzig ist sich wohl nicht jeder Lieferant/Produzent so ganz einige was Warmweiß heißt, manche haben doch sehr weißes Licht

In 2 Lampen, Waschraum/Vorzelt, habe ich plane LED aufgeklebt (das sind eine Anzahl LED auf einem Klebepad).
Die haben knallweißes Licht, was aber bei den beiden Leuchten unwichtig ist.

Durch den Einsatz von LED kann man natürlich, wenn man auch das ändert, das Netzgerät für den Caravan deutlich kleiner wählen als beim Einsatz von Halogen oder gar den üblichen Autoleuchtmitteln.
Grüsse
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Re: Solar Technik

Beitragvon Winni » 31/12/2019, 12:28

War gerade tanken, kam an unserer ( einzigen) E Mobile Säule im Ort vorbei, und mir kam die Idee/Frage:

Kann man nicht die Batterie im Camper damit laden? Ich bin elektronisch eine absolute Niete, darum fahre ich ja alte Autos, da ist alles mechanisch. :ja:

Kann man nicht irgendeinen Apapter, Wandler, Widerstand oder so einbauen, dass man an so eine Säule fährt, und die Bordbatterien(n) lädt? Das wäre doch lustig.
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Re: Solar Technik

Beitragvon donalfredo » 31/12/2019, 13:18

Du weißt ja, was das bedeutet?

Vorgeschichte:
ich habe Kaufmann gelernt in einem Elektrobetrieb, der alles mögliche gemacht hat.
Ich habe die ersten Farbfernseher verkauft, durfte 68 zur Olympiade gewesen sein, habe staunend die BlackPower-Bewegung verfolgt - damals gab's ja schon die ersten dritten Programme.
Ich habe Röhrenbildschirme ausgebaut, Auftragslötarbeiten gemacht, UND - das hat natürlich dazugehört - trafowickeln.
Sowas hat man früher noch von Hand gemacht.
Berufe waren damals nicht so extrem fachbezogen wie heute, das hat mir in meinem späteren Leben mächtig genutzt.
Der Erste, der in Stuggitown Märklinlokomotiven digitalisiert hat, das war ich. Konnte mein Kunde am nächsten Tag abholen.
Meine Konkurrenz hat die ins Werk geschickt (Wartezeit 6 Wochen).

Deine Vorgabe lautet - reduziere einen Ladestrom von bis zu 800 Volt und bis zu 150 Ampère auf ein Wohnwagenmaß.
Ein Transformator dazu wäre höchstwahrscheinlich hausgroß oder eine Elektronik, sollte es sie überhaupt geben, schweineteuer.
Der Preis wäre so lustig, daß das winni sicher nicht kaufen würde.
Außerdem müßte deine Batterie schnellladetauglich sein, und sowas gibt's meines Wissens nicht ...
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Re: Solar Technik

Beitragvon JaH » 31/12/2019, 14:16

Nunja .... mit Trafo wird das so einfach nicht gehen, denn die laden meines Wissens mit Gleichstrom und den kann man erst transformieren, wenn man wieder Wechselstrom daraus gemacht hat. Kann man machen, ist aber ziemlich aufwendig und nicht trivial.
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Re: Solar Technik

Beitragvon R.Fuller » 31/12/2019, 18:35

Moin,

kann mal jemand eine Instellation- und Einkaufsliste erstellen,

Dann könnte ich mir die Teile auch besorgen, der Einbau ist kein Problem.
Grüsse aus Hannover
Ralf


Reise mit SAAB 9-5 Bj. 2002, Kombi, Automat, 185PS oder SAAB 9-3 Bj. 1999, Automat, 130PS, Hobby 370 TN Bj. 1992, CADAC CHEF Bj. 2014
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Re: Solar Technik

Beitragvon Touringgit » 3/1/2020, 12:15

Moin,

eine mobile Anlage hat aus meiner Sicht mehr Nachteile als Vorteile. Sie lädt nur dann, wenn man Zeit und Lust hat, sich ständig damit zu beschäftigen und zu beaufsichtigen. Das geht während der Fahrt gar nicht, und im Stand nur dann, wenn man nicht anderweitig unterwegs ist. Der Tagesablauf wird von der Solaranlage bestimmt; wer will sich denn unnötig darin binden? Die Semiflex-Panelen sind inzwischen sehr günstig zu haben. Die sind leicht, man sieht sie nicht, wenn sie direkt auf dem Dach kleben, allenfalls die Dachdurchführung für das Kabel. Mit einem gescheiten Laderegler daran, und alles auf seinen Bedarf abgestimmt, braucht man anschließend kaum noch einen Gedanken daran verschwenden.
Schöne Grüße
Touringgit
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Re: Solar Technik

Beitragvon Susanne » 3/1/2020, 13:11

ok, wir haben kein Solar, weil ich für den Preis lange Strom beziehen kann, aber unser Wowa ist ja schon immer autark.

Sprich, wir haben seit 15 Jahren eine 80AH Gelbatterie verbaut, wenn die voll geladen ist, stehen wir damit locker 3 Tage auf der Wiese, Kühli auf Gas, kein Fernsehen, also für Lichter (LED) und 2 Pumpen (Küchen + Toilette). Inzwischen habe ich das Gefühl, wir brauchen bald eine neue Batterie, sie lädt nicht mehr voll.

Wichtig ist, dass auf alle Fälle ein Trennschalter einbaut wird, der verhindert, dass die Batterie leergezogen wird, ist uns ganz am Anfang 1 x passiert, danach waren wir schlauer.
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Re: Solar Technik

Beitragvon donalfredo » 3/1/2020, 13:24

Dann les' mal über die Nachteile einer Gel-Batterie gegenüber einer AGM.
Sie sollte NIEMALS zu mehr als 50% entladen werden.
Zum Zwecke eines Aufenthalts ohne Netz ist eine AGM-Batterie geeigneter.
Ihr einziger Nachteil, das etwas höhere Gewicht, kompensiert sie durch den Preis.

Wenn ihr eure Wowa-Batt ersetzen solltet, dann schaut mal nach, was euer Ladegerät liefert.
Ob es auch AGM-Batts lädt. Wenn ja, würde ich eine solche kaufen.

In meinem Womo sind zwei 95Ah große AGM-Batterien drin, die ich niemals durch Gel ersetzen würde, höchstens durch Li-Io, aber die sind mir zu teuer ...
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Re: Solar Technik

Beitragvon Susanne » 3/1/2020, 13:58

ich weiß Don, aber wir fahren ja jetzt schon 15 Jahre mit der 1. Batterie und das problemlos, sie hat das 1x totale Entladung überstanden und macht keine Zicken, bei 3 Tagen freistehen geht sie auf 11 runter, das ist ok für mich.
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