Was taugen Billig-Zelte?

Fragen rund ums Zeltcamping

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Was taugen Billig-Zelte?

Beitragvon GSB » 23/5/2006, 18:59

Was taugen Billig-Zelte?


Billig-Zelte halten Wind und Wetter nicht immer stand.

Der Sommer naht und bald locken angenehme Temperaturen die Kinder wieder zum Zelten und Familien auf den Campingplatz - ein Dach über den Kopf muss her. Natürlich soll es viele Anforderungen erfüllen: wasserfest, geringes Gewicht, leicht zu transportieren und schnell aufgebaut soll es sein. Aber für viele muss eben auch der Preis stimmen. Deshalb bieten neben dem Fachhandel jetzt auch Lebensmittel-Discounter und Versandhäuser Billig-Zelte an. Doch was taugen die Geiz-Modelle in der Praxis? Die NDR-Sendung "markt" hat drei günstige Zelte unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist zwiespältig.


Schnäppchen von Fachhandel, Versandhaus und Discounter

Für den Test hat "markt" drei Billig-Zelte in Kuppelform für zwei bis drei Personen ausgesucht. Das Discounter-Zelt von Aldi für 25,99 Euro, das Versandhaus-Zelt "Beaver 3" von Quelle für 29,99 Euro und das Zelt "Easy Camp Torino" für 64,95 Euro aus dem Fachhandel. Geprüft wurden sie von zwei erfahrenen Campern und einem Fachjournalisten der Zeitschrift "Outdoor". Besonders beim Aldi-Zelt erwies sich der Aufbau als problematisch. Über 30 Minuten waren die Experten beschäftigt. Außerdem fiel es wegen der mangelhaften Verarbeitung auf: Nähte saßen schief, eine Nahtabdichtung löste sich und eine Befestigungsschlaufe fehlte ganz. Auch erwies sich das Modell als windanfällig und es hat mit 5,5 Kilogramm ein relativ hohes Gewicht. Allerdings ist es auch sehr preiswert und wasserdicht.


Viele Nachteile zu finden

Auch das Quelle-Zelt kann nicht restlos überzeugen. Zwar ist es in rund sieben Minuten schnell montiert und mit knapp drei Kilo ein echtes Leichtgewicht, doch es fehlt ein Innenzelt. Vor Regen schützt es trotzdem, aber das Raumklima ist schlecht, da Kondenswasser beim Schlafen nicht nach außen gelangt und sich im Innenraum ansammelt. Auch fehlt ein Vorzelt. Das hat das teurere "Easy Camp Torino" aus dem Fachhandel. Es ist dank farblich unterschiedlicher Stangen in 15 Minuten aufgebaut, 4,5 Kilogramm schwer, lässt als einziges Test-Zelt Wasser perfekt abperlen und die Belüftung stimmt. Doch auch dieses Zelt hat einen Nachteil: Die Nähte sind nicht optimal verarbeitet.


Günstige Behausungen können nicht mithalten

Mit Hochpreis-Modellen können die günstigen Zelte allesamt nicht mithalten. Bei teuren Zelten wird für die Stangen Aluminium verwendet und nicht, wie hier, bruchanfälliges Fiberglas. Daneben sind die Stahl-Heringe natürlich deutlich schwerer als die Alu-Heringe hochwertiger Stoffbehausungen, deren Böden auch nicht aus Polyethylen, sondern aus solidem Nylon gefertigt sind. Der Fachjournalist empfiehlt deshalb generell eher Zelte in einer Preisklasse oberhalb von 200 Euro. Die beiden Camping-Experten könnten sich zumindest für einige Tage mit einem Billig-Zelt anfreunden und dann, wegen des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses, am ehesten mit dem Aldi-Modell.

Quelle: NDR-Sendung "markt"
GSB
 

Beitragvon Winni » 13/6/2006, 14:54

:D Ich finde gerade nochmal diesen Threat, und da das eine Kid am Wochenende zelten fährt, auch wieder aktuell...übrigens zum zigten Male mit dem Aldi-Zelt.
Ich finde die Ergebnisse solcher Tests immer Klasse! Leute, kauft das gute, Teure??? In diesem Beispiel bekomme ich aber immerhin 8 ( in Worten acht) Aldi-Zelte für das eine teure, was da wohl länger hält???
>
gerade bei der Nutzung durch Kids werden Zelte
> mal irgendwo vergessen
> monatelang nass verstaut
>verliehen
> mit 15 Leuten genutzt, wo nur für 2 Platz ist
>
vollgekotzt vom nicht trinkfesten Kumpel bei der Gartenfete
>
mit fett nicht mehr waschbar auf der Mofa/ Roller vollgeschmiert
>
mit Funken übersät, weil direkt am Lagerfeuer gestanden
>
:D usw.
>
ob die Naht da etwas krumm ist, oder nicht? wen juckt`s?
>
meine Söhne schlagen das Aldi-Zelt in ca. 10 Minuten auf, weil einfacher gehts ja fast gar net!!!
>
Also wenn man es dafür kauft, wo`s für gedacht ist, für junge Leute, einfach nur zum Zelten, ist das Aldi -zelt in Ordnung....natürlich kann der Fachmann ein Hochpreiszelt für über 200 Euro empfehlen, aber welcher Familienvater kann sich das öfter mal leisten und steckt den Verlust so leicht weg, wie beim Aldi-zelt??? Ich find die Dinger für den Preis Klasse
TW
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Beitragvon Hadde » 13/6/2006, 15:23

Wenns Thema nochmal oben ist geb ich meine sechs dreiher auch noch dazu. Ich habe ein billig Zelt vom Penny. Da habe ich nach dem ersten Aufbau Nahtdichter draufgeknallt und seitdem nichts mehr gemacht. Das Ding ist dicht und hält auch starkenWind relativ gut aus. Aufbau ist rucki zucki allein zu berwerkstelligen. Ich nehm das Ding zum Paddeln oder bei der Rad oder Rollertour mit.
Ich kann mich dem Winni nur anschließen. Ich sehe das genauso. Wäre noch zu fragen wer den Test gesponsort hat. :D

Seit ich vor Jahren Opinion-Leading in der Dental-Branche gemacht habe, lese ich keine Tests mehr :mrgreen:

Gruß Hadde (wenn nicht mit dem Woni, dann mit dem Penny-Zelt unterwegs)
Hadde
 

Beitragvon Expat » 13/6/2006, 16:05

Nunja, mir lang(t)en meine Discounterzelte auch, für meine Zwecke mehr als genug. Dies vorab.

Aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass man sich als passionierter Zelter in nem "Marken"zelt besser aufgehoben fühlt, von den messbaren Unterschieden, Dichtheit, Materialien, Gewicht, oder der Leichtigkeit des Aufbaus mal abgesehen.
Und dieses Zelt hegt und pflegt der Zelter, so wie ja beispielsweise auch ein Wowa-Camper seinen Wowa erhält, oder der Trollwinni seinen ganzen alten Kram, auf den er so schwört :wink: , am Laufen hält. Es rechnet sich also auch über die Zeit.

Ebensogut könnte man fragen, ob man Kabe, Tabbert, Eriba oder andere "Luxus"wowa tatsächlich braucht? Ein Hobby oder ein Adria erfüllen doch den gleichen Zweck.
Ich wundere mich sowieso sehr, dass es noch keinen Aldi-Wowa gibt, den man nach max. 5-6 Jahren einfach in die Müllpresse drückt. Ich bin sicher, der Käufermarkt dafür wäre da, wenn der Preis stimmt.

Außerdem braucht die Wirtschaft solche Markenfirmen, die neue Ideen haben, Verbesserungen entwickeln und in den Markt bringen. Das kostet Geld, und das lassen sich die Firmen im Gegenzug auch bezahlen. Kopieren und billig kann jeder.

Sorry für den kleinen Exkurs!

Gruß, Holger
Man wird mit dem Alter nicht weiser. Man wird einfach alt.
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Beitragvon sunshine » 13/6/2006, 16:47

Hallo,
ich sehe das auch so wie Trollwinni: Wie viel Geld ich bereit bin für ein Zelt auszugeben, hängt maßgeblich vom Verwendungszweck ab.

Wir haben uns vor Jahren gleichzeitig zwei Iglu-Zelte gekauft, ein hochwertiges von Mc Kinley und ein preiswertes von Aldi.

Das Aldizelt hat uns viele Jahre gute Dienste geleistet, bis es schließlich undicht wurde. Das haben die Kinder zu allen möglichen Gelegenheiten benutzt, wie Winni oben schrieb, und natürlich nicht immer pfleglich behandelt. Das Mc Kinley Zelt haben wir wegen des Grundrisses gekauft : Geräumige Drei- Mann- Schlafkabine (kann für Zwischenübernachtungen die ganze Familie mal drin schlafen) und großer Vorraum für den Kühlschrank und das Küchengerümpel - so etwas gibt es nicht in billig.

Das Mc Kinley Zelt dagegen ist immer noch tadellos dicht, nur ein Reißverschluss ist inzwischen kaputt (... nachdem es die Kinder hatten... :wink: ).

Und wisst ihr was - meine Tochter ist am letzten Wochenende los mit unserem uralten, allerersten Baumwollhauszelt nach Südfrankreich zum Klettern. Zu viert wollen sie darin schlafen. Am Abreisetag hat sie es noch mit ihrem Papa zur Probe im Garten aufgebaut, da sie bisher nur Igluzelte aufgebaut hat. Dieses Zelt ist noch tadellos, nur eben schwer und sperrig...
Wie gut, dass wir fast alles aufheben... :lol:
Grüße aus dem Schwarzwald!
Iris

„Ich weiß, du hast recht. Aber meine Meinung gefällt mir besser.“
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Beitragvon wombiroo » 13/6/2006, 20:30

Hi Hadde!
Was bitte ist:
"Opinion-Leading in der Dental-Branche"
:?: :?: :?:
Please clear me up!
wombiroo
 

Beitragvon Stephan » 14/6/2006, 12:45

sunshine hat geschrieben:...Und wisst ihr was - meine Tochter ist am letzten Wochenende los mit unserem uralten, allerersten Baumwollhauszelt nach Südfrankreich zum Klettern...


Hallo miteinander!

Wir heben auch noch so etwas auf: ein etwa 30 Jahre altes Baumwoll-Hauszelt (relativ teuer) für 3 Personen mit Fast-Stehhöhe und ein ebenso altes Polyester-Hauszelt (spottbillig) für 2 Personen zum Hineinkriechen. Beide erfüllen ihren Zweck, angenehmer ist's in der Baumwolle. Eigentlich brauchen wir beide nicht, aber man kann ja nie wissen. Vielleicht ist unser Sohn (jetzt 13) irgendwann mal froh darüber? Wenn nicht kann man's ja immer noch entsorgen :D
Stephan
 

Beitragvon ben » 14/6/2006, 13:16

Hallo,
ich möchte mal auf einen ganz anderen Aspekt bei Billigzelten aufmerksam machen. Wie ist das eigentlich mit den chemischen Ausdünstungen (Weichmacher etc)? Aldi zum Beispiel musste schon mal Billigwerkzeug zurücknehmen, weil die Griffe für die Haut gefährliche Substanzen abgesondert haben. Unsere Kinder liegen einen ganzen Urlaub lang in solchen Zelten mit Kunststoff ringsum und Boden aus Plastik. Hat das überhaupt schon mal einer überprüft?
Habt ihr eigentlich schon mal in so ein neues Zelt hineingerochen?

Bauwollzelte sind unter diesem Aspekt natürlich auch nicht von vorn herein die beste Lösung. Der Stoff wurde viele Male gegen Fäulnis und Pilze behandelt, von der Produktion der Wolle bis zum fertigen Zelt.

Gruß
ben
ben
 

Beitragvon neucamper27 » 14/6/2006, 13:35

Wadde Hadde du de da?

Hadde meint sowas wie Meinungsführer/Macher: Die Industrie macht seit Ewigkeiten Kurse und ganze Studien darüber, wie man uns etwa verkaufen kann oder auch, wie man uns glaubhaft machen kann, was wir eben glauben sollen.

Manch einer würde es Volksverars...e nennen

Maddin
neucamper27
 

Beitragvon Winni » 14/6/2006, 14:51

:D Moin, als Volkswirt kennt man den sogenannten"Giffen"Effekt, nach einem Wirtschaftswissenschaftler genannt:
Ein bestimmtes Gut kommt auf den Markt, keiner kauft es....dann landet es auf dem Grabbeltisch, keiner kauft es.....dann wird der Preis drastisch erhöht, und um das Produkt eine Geschichte gesponnen...dann läufts..
>

Auf der Schiene laufen sehr viele Marken-Klamotten.....bei uns machen viel zu viele Leute den Fehler, Qualität über den Preis messen zu wollen. Teuer gut - billig schlecht. So einfach ist die Welt aber nicht mehr.
Irgendwas ist immer... .
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Beitragvon ben » 14/6/2006, 15:52

Hallo,
also ich habe jetzt noch mal bei google "schadstoffe in zelten" eingegeben. Es gibt einige Untersuchungen zum Thema.Manche Zelte - auch hochpreisige sind offenbar erheblich belastet.
Gruß
ben
ben
 

Beitragvon wombiroo » 14/6/2006, 17:31

Da muss man für sich das "kleinste" Risiko selber entscheiden:
Entweder vom "sauren Regen" zerfressen oder vom "Weichmacher" verblödet, mal abgesehen von den Imprägnier-Mix in Baumwollzelten...

Ich denke mal so ein Billig-Zelt ist meist nicht schlechter in Verarbeitung und Haltbarkeit, als so manches "Markenfabrikat", zumal wenn es in der selben Fabrik in Bangladesh hergestellt worden ist... - das ist doch genau so mit den antibiotika-überfrachteten Garnelen aus Fernost, die hier auch Otto-Normal-Verbraucher geldbeutelmäßig erlauben, mal scheinbar luxus-lucullische King-Prawns zu naschen - immerhin ist hinterher Grippe und Fusspilz geheilt, auch wenn das nicht das vordergründige Ziel ist...
Und wenn ich immer sehe, WER eigentlich bei Aldi&Co. diese Billig-Hummer/Garnelen/Champagner/Gänseleber so kauft, bzw. in welch Karosse dann vom Parkplatz gedaimlert wird..., da kann man sich seinen Teil zu denken ("ist ja nur für die Gäste..., WIR selber kaufen für uns nur bei Feinkost-Raupe" (oder wie der sechsfüssige Krabbler heisst)

Plastikzelt ist Plastikzelt und bleibt Plastikzelt! Und wer´s mag... - für sowas kann man per Label aufgehübscht locker doppelt bezahlen, aber es bleibt eben ein Plastikzelt! Oder? :roll: :?
wombiroo
 

Beitragvon urcamper » 8/1/2007, 18:19

Hallo zusammen

Ich habe mir vor zwei Jahren ein Lidl- Zelt gekauft. Wenn ich alleine fahre reicht dieses Zelt immer fürs Wochenende.
Wenn ich für längere Zeit, oder mit mehreren Personen fahre nehme ich mein Tunnelzelt mit. Das ist auch von der Qualität her erheblich besser.

Regendicht sind beide und erfüllen ihren Zweck. Wer mit dem Zelten anfangen möchte sollte sich immer ein preiswertes Zelt kaufen, wer weiß ob er das noch einmal benutzt. :cry
Vor allem sollte es einfach aufzubauen sein!
Wer dann später, nach ein paar Schlechtwetterperioden immer noch Zelten möchte der kann sich ja dann ein teureres kaufen.

Heinrich
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Beitragvon ben » 8/1/2007, 20:16

Hallo,

unsere Kinder benutzen seit Jahren Iglu-Zelte im Urlaub. Ich finde, der Aufbau ist regelmäßig ziemlich lästig. Die ellenlangen Stangen müssen zusammengesteckt und durch Tunnel geschoben werden. Beim Abbau lösen sich die Verbindungen.. Gut kann ich mich noch an die alten Hauszelte erinnern. Zwei senkrechte Stangen aufgestellt, ein paar Heringe und fertig.
Frage: Gibt es eigentlich noch preiswerte Hauszelte?

Gruß
ben
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Beitragvon BaG » 8/1/2007, 20:45

Ja ben, sogar aus Baumwolle
zB. bei Obelink ab 19 Euro bis --- unentlich mit Innenzelt.
Ich hab so eins für Faltboottouren! 2 Stangen und 8 Häringe 2 min steht das Teil! Link unten!




Überings warum die Stangen beim Igluzelt nicht zusammenschraubbar sind ist mir sowieso schleierhaft. Meine Tochter hat auch so ein Stecksystem ---- grauenhaft besonders beim Abbau!

http://www.h-bpeters.de/mediac/400_0/media/Rursee1.jpg
und denk daran!....

...Man kann nicht alles wegwerfen,
was alt ist. Wo wärst du denn sonst heute?!
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