Statt Navi wieder selbst denken?

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Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon daf43 » 2/10/2017, 08:51

Hallo,

bei unserer Tour habe ich wie üblich die gebuchten Hotels natürlich vorab im Navi eingegeben und wurden problemlos geleitet. Dazu kam, dass der Radarwarner zumindest die festinstallierten Blitzanlagen vorgewarnt hat (aber, wie ich schrieb, man rast ja nicht mehr :lach: ).
Doch plötzlich schwächelte das 4 Jahre alte Navi, immer mehr Aussetzer. Anscheinend liegt es am Akku (trotz Stromanschluss) und dadurch werden nur etwa 10% der Strecke (Notlaufprogramm?) angezeigt und zwar immer dann, wenn eine Kreuzung kam; also immer noch etwas hilfreich.
Als wir dann von Royan aus nach Spanien starteten, fiel das Navi gänzlich aus, wir mussten den guten alten Michelin-Atlas zu Hilfe nehmen. Nach kurzer (Wieder-)Eingewöhnungszeit kam meine Frau mit der Landkarte wieder problemlos zurecht.
Kurz vor der spanischen Grenze dann Kartenwechsel, eine Karte von Nordspanien befindet sich im neu gekauften Reiseführer. Doch wo ist der von mir eigenhändig zurecht gelegte Reiseführer? Verflixt, nicht zu finden!! Also nehmen wir doch einfach den alten HB-Bildband Nordspanien!! Äääääh, der ist auch nicht dabei!!??
So mussten wir also nicht nur San Sebastian und dort unser Hotel ganz ohne Karte und Navi finden und wir haben es gefunden. Erst als es nach Hernani gehen sollte, wurde es kritisch und von dort aus musste Zarautz gefunden werden und den Rückweg zum Hotel. :rolleyes: :rolleyes:

Okay, wir haben das Hotel nach "etwas" kreisen im Ort gefunden.

Bei der nächsten Etappe haben wir (zwangsläufig) nur die Michelin-Karte benutzt und zusehends haben wir bemerkt, wie sich die Eigenorientierung/das "räumliche Denken" verbessert hat und meine Frau als Streckenscout auflebte.

Keine Frage, das Navi ist in der Stadt zur Suche einer Straße usw. sehr hilfreich, aber wir werden in Zukunft versuchen, als Hirntraining weitgehend ohne Navi auszukommen.

Anmerkung: Den HB-Bildatlas habe ich inzwischen daheim gefunden, den Reiseführer suche ich noch immer...ggrrrrrrrr
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon HD » 2/10/2017, 09:21

Ich hab meine Karten und Reiseführer für die angepeilten Gebiete immer dabei. Das Navi läuft aber nur, ohne Ton. Ich merkte schon, daß es manchmal ausstieg,(weggenommen, halbe Stunde gewartet lief es wieder, nur um dann gleich nochmal auszusteigen) es war die Sonne, die darauf schien. Das ergibt solch hohe Temperaturen daß die Elektronik ausfällt. Die Sonne ist nicht nur im Sommer hinter der Frontscheibe heiß. Nun habe ich es anders platziert und gegen direkte Sonne geschützt, jetzt läuft es ohne Probleme.
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon Susanne » 2/10/2017, 09:28

witzig, ich habe immer eine karte, auf der ich die strecke, die wir fahren, verfolge, ich liebe es, weil ich dadurch 1. einen überblick habe, welche orte in der nähe sind, also mich immer orientieren kann, wo ich bin, auf der karte auch manch interessantes entdecke = abstecher und ich manchmal mit der führung durchs navi nicht einverstanden bin. ich verlasse mich eigentlich wirklich nur in der großstadt aufs navi, weil mit dem wowa ist es schon einfacher, wenn es dir sagt, wohin du musstv ;)
grüßle Susanne
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würde doch jeder gründlich lesen und seine Antwort gründlich überdenken
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon Winni » 2/10/2017, 09:49

Luxusprobleme :lach: wir haben gar kein Navi.

Ich benutze aber in Städten ab und zu Google Maps, um eine Adresse zu finden. Unterwegs aber nicht, habe nicht mal eine halterung im auto. Meine Frau nimmt immer aktuelle Karten mit, ist ihr Hobby. Und ich habe eine sehr gute Orientierung. Wo ich einmal war, finde ich mich auch nach jahren wieder hin.
Irgendwas ist immer... .
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon Lofottroll » 2/10/2017, 11:59

Wenn ich in mir bekanntem Gebiet fahre, benutze ich auch kein Navi. Wozu auch?! In unbekanntem Gebiet, vor allem in Städten, fahre ich immer mit Navi.
Früher hatte ich ein Navigon, das hat mich nie im Stich gelassen. Im neuen Tiguan ist ein Festeinbau drin, auch das funktioniert tadellos.
schöne Grüße von der Elbe

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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon HD » 2/10/2017, 12:29

Man kann ein Navi auch ohne eingegebene Strecke und ohne Ton mitlaufen lassen. Es zeigt aber mindestens die Fahrrichtung und die genaue Geschwindigkeit an. Auch Höhenprofil. Auch die Karte kann man auf gewünschte Größe einstellen.
Ich hab da kein Problem damit, auch kein Luxusproblem. Manch einer lässt die Mucke im Radio laut spielen. Ich bräuchte im Auto garkein Radio. Auf Autobahnfahrten ist es zwar an, aber stumm, nur die Verkehrsfunknachrichten kommen laut rein und die stellen sich selbst laut.
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon sunshine » 2/10/2017, 14:57

Also, ich bin froh, dass es Navis gibt, weil ich eine ganz schlechte Orientierung habe.
Ich verfahre mich regelmäßig, wenn ich in fremden Gegenden unterwegs bin.
Wolfgang findet alles wieder, wenn er nur einmal dort war. Oder wenn er zuvor auf der Karte geschaut hat, weiß er stets, welche Richtung er nehmen muss.
Sowas gelingt mir einfach nicht.
Aber ich kann mir dafür Orte und Ortsnamen gut merken und erkenne jeden Ort wieder, an dem ich schon mal war. Das gelingt meinem Mann nicht.

Für Frankreich haben wir einen Straßenatlas, der im Urlaub immer dabei ist. So kann man notfalls nachschauen, wenn das Navi mal versagt.
Wir haben ein mobiles und im S-MAX ein fest eingebautes Navi.
Weil auf dem mobilen die Campingplätze drauf sind, haben wir oft beide in Betrieb. Und die schicken uns dann regelmäßig auf verschiedene Strecken.
Das mobile Navi habe ich schon oft verflucht, weil es einen immer durch die Innenstädte schickt und nicht auf die Umfahrungen, was mit dem Wohnwagen hintendran nicht immer spaßig ist.
Grüße aus dem Schwarzwald!
Iris

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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon Killerdackel » 2/10/2017, 22:12

sunshine hat geschrieben:... Das mobile Navi habe ich schon oft verflucht, weil es einen immer durch die Innenstädte schickt und nicht auf die Umfahrungen, was mit dem Wohnwagen hintendran nicht immer spaßig ist.

Hast Du "kürzeste" Strecke eingegeben ?
Falls ja auf "schnellste" Strecke ändern. *tip*
sDaggele grüßt ausm Wilden Süden = wo nicht nur Camper Urlaub machen
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon sunshine » 2/10/2017, 22:36

Nö, niemals gebe ich kürzeste Strecke ein.
Da landet man unweigerlich auf Feldwegen... :nein:
Beide Navis sollen immer die schnellste Strecke zeigen, manchmal aber Mautstraßen vermeiden.
Grüße aus dem Schwarzwald!
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon sebbarca » 3/10/2017, 07:47

Hola, buenos dias!

Unser Navi weiß nicht was er mit Wohnwagengespann machen soll. Ich gebe zum Teil dann als Fahrzeug LKW an. Damit werde ich z.T. um Städte herumgeleitet.

Hasta luego!
Klaus
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon HD » 3/10/2017, 09:05

Ich habe ein WW/WOMO Navi von Garmin quasi für ein Apfel und ein Ei günstig abgekauft. Das hat Gespann oder solo drin. Das leitet nicht durch Feldwege oder durch Innenstädte. Dafür hat es eine andere Macke, es will immer auf Autobahnen, egal ob ich “Mautfrei“ einstelle.
Das ist dann insofern nicht schlimm, da ich dann einfach die Nationalstrasse weiterfahre. Die laufen sowieso in F meist parallel'
Ich habe aber noch mein altes Garmin Navi, wenn ich da ohne Maut eingebe, dann macht es das auch sehr zuverlässig.
Beide sind sehr hochtemperaturempfindlich. Ich hab nun Halterungen am Armaturenbrett und nicht mehr am Saugfuß hinter der Frontscheibe.
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon bieber » 3/10/2017, 09:35

Witzig, Sunshine, das ist bei uns exakt genauso. Bieberman hat einen unschlagbaren Orientierungssinn und ich verlaufe mich auch schon im Supermarkt und finde den Ausgang nicht. Dafür weiß ich aber noch Namen von Orten, wo wir schon vor 20 Jahren waren. Das liegt ein wenig auch am Reisetagebuch führen. Wir notieren sowas und lesen es auch manchmal nach langer Zeit erneut, wenn wir was suchen. Das trainiert das Namensgedächtnis.

Daf, ich glaube nicht an den Unsinn, dass die "Medien" uns dumm machen und entmündigen. Wenn man eine Weile nur mit Navi gefahren ist und keine Karte angeschaut hat, hat man nicht automatisch die Fähigkeit verloren, eine Karte zu lesen. Wer als Kind schwimmen gelernt hat und erst mit 60 wieder ins Wasser geht, der kann trotzdem immer noch schwimmen...
Man kann alles fragen. Aber mit der Antwort muss man dann auch leben. (Frei nach D.Hansen)
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon daf43 » 3/10/2017, 10:31

bieber hat geschrieben:Daf, ich glaube nicht an den Unsinn, dass die "Medien" uns dumm machen und entmündigen. Wenn man eine Weile nur mit Navi gefahren ist und keine Karte angeschaut hat, hat man nicht automatisch die Fähigkeit verloren, eine Karte zu lesen. ...

Hallo bieber: da ist ja einiges falsch rübergekommen: Also dass die Medien dumm machen und entmündigen, das habe ich weder geschrieben noch gemeint. Nur dass ICH bemerkt habe, dass ich mit dem Navi die Fähigkeit der Orientierung im Kopf verliere, that's all. Kartenlesen verlerne ich auch nicht.

.....................
Zitat repariert,
Gruß Mod sunshine
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon klappwohnwagen » 3/10/2017, 12:21

ich glaube nicht an den Unsinn, dass die "Medien" uns dumm machen

Hallo Camper,

als Lehrer merke ich aber schon, dass der extreme Medienkonsum Auswirkungen auf die Schüler hat!

Wer nur noch Youtube konsumiert und kein einziges Buch besitzt, der hat schon langfristig Probleme mit dem Lesen. Auch WhatsApp fördert nicht gerade die Schreibfähigkeit.

Das führt langfristig dazu, dass die entsprechende Personengruppe nicht mehr in der Lage ist, selbstständig ihre heiß geliebten Kindergeldanträge oder den Alg2-Antrag ( Hartz4) auszufüllen.

Auch das Lesen von Straßenkarten ist diesem Klientel völlig fremd geworden! Sie können es einfach nicht mehr!

So einen Kompetenzverlust innerhalb einer Generation, finde ich schon erschreckend!

Viele Grüße aus Münster
Unterwegs mit einem Eura 580LS
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Re: Statt Navi wieder selbst denken?

Beitragvon donalfredo » 29/10/2017, 08:46

Ich bin erschüttert, wenn ich hier lese, was angeblich so alles tadellos funktionieren soll.
Weder mein teures, im Wohnmobil eingebautes Blaupunkt-Navi noch das im Benz(Becker) sind makellos.
Beide (identische Kartenlieferanten) machen in Stuggi den gleichen Fähler, der sich hartnäckig hält trotz mehrerer Updates.
Mein Wohnmobil-Navi beispielsweise kann nicht zwischen mehrspurigen Bundesstraßen und Autobahnen unterscheiden.
Schließe ich also ABs aus, tuckre ich folgerichtig über Land (was ich gerne mag) und brauche für manche Strecken doppelt so lange.
Meine Konsequenz - ich nutze nur noch Tante Gockel, die deutlich präziser beschreibt und viel aktueller ist.
Gekrönt werden diese Fähler vom Navi meines Freundes in seiner E-Klasse - er hat für das große Command stolze dreitausendsechshundert Steine liegen lassen, und hat nicht mal Koordinateneingabe.
Daß man durch die permanente Nutzung von Elektronik verblödet, kann ich mir nur dann vorstellen, wenn man damit verheiratet ist und ohne Händie nicht mehr leben kann.
Wer es als das nutzt, was es ist, nämlich ein multifunktionales Werkzeug, hat tolle Hilfsmittel an der Hand - beispielsweise wenn die Beifahrerin keine Karten lesen kann während der Fahrt. Dann denke ich zurück an fünf-achthundert Kilometerfahrten mit riesigen Wohnwagen hintendran und einer unglaublichen Zettelwirtschaft.
Und wer tatsächlich glaubt, daß nicht auch Kartenhersteller Fähler machen, der irrt.
Meine heißgeliebten Aralkarten hätte ich so manches mal während der Fahrt entsorgen können.
Insofern - das Leben ohne moderne Elektronik wäre ärmer und antrengender - sagt meine Freundin Sieri ...
Wolfgang -aka- donalfredo


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