Das Leben auf dem Campingplatz

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Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Winni » 13/7/2016, 09:06

Guten Morgen,
die Vielfältigkeit des Campens zeigt sich auch immer in so einem Forum wie diesem. Ganz unterschiedliche Erlebniswelten?

Vor ein paar Tagen habe ich mich schlapp gelacht, als Yves von Herrn "Poritze" erzählte, zu knapp bekleidet und immer aufdringlich. Köstlich!!
Man liest hier viel über Beobachtungen auf dem Platz, welche Probleme andere Camper haben, wie sie genießen, wie sie sich quälen, wie sie mit ihren Kindern umgehen, was sie kochen, was sie essen......Ich lache mich oft kaputt, wenn ich hier solche Geschichten lese, von "Menschenstudien" und Beobachtungen. Es werden ganze Weltbilder entworfen und Zusammenhänge konstruiert. Lustig, aber es bleiben auch Fragen.


Nun campe ich schon über 50 Jahre, und ich kann da gar nicht richtig mitreden. Ich beobachte andere Camper irgendwie gar nicht, es interessiert mich auch überhaupt nicht. Okay, wir sind eigentlich auch nur zum Schlafen auf dem Platz, und sitzen tagsüber nicht vor der Wohndose. Oft merke ich erst nach ein paar Tagen, ob der Campingnachbar Holländer ist oder Türke. Wir stellen uns gerne abseits von der Masse, und dann auch so, dass man ungestört vor dem Touring/Zelt hockt. Irgendwie interessieren uns die anderen Menschen auf dem Platz nur wenig, da gibt es einfach zu viele bei uns im Alltagsleben. Natürlich grüßt man freundlich, und quatscht man mal beim Abwasch kurz mit anderen Campern, bleibt ja nicht aus. Aber wir genießen auch die Anonymität auf einem CP. Nichts mit Tiefgang. Wir haben noch nie eine "Urlaubsbekanntschaft" gemacht oder was hier welche "Camperfreunde" nennen. Wir wollen auf einem CP nicht mit anderen zusammen sitzen, trinken, spielen oder essen. Der Beobachter würde uns bestimmt komisch finden :lach: :lach: :lach: :lach: Und wahrscheinlich völlig falsche Schlüsse ziehen :lach: :lach: :lach: :lach:

Ist ein Campingplatz ein ständiger Ort der Beobachtung, beäugt da wirklich jeder jeden?
Irgendwas ist immer... .
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon HD » 13/7/2016, 09:10

Sei versichert, HD is watching you :rolleyes:
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Winni » 13/7/2016, 09:37

ja, ich ahne sowas!!! :top: :top: :top: :top:
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon daf43 » 13/7/2016, 09:39

Hallo Winni,
wieso schreibst du meinen Text? :lach: :lach: :lach: :lach: :lach:, wir sind/waren auch so komische Camper wie ihr.
Dieter

"Lieber verreisen als vergreisen".
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Winni » 13/7/2016, 09:49

Ja Daf, wusste ich :top:
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon steyr » 13/7/2016, 10:35

Ich mag die Offenheit der Camper und das ganze Feeling drumherum. Auch wenn ich jetzt nie persönlich den Kontakt suche, ich scheue ihn aber auch nicht und Freundschaften stell ich mich nicht in den Weg. Ich interessiere mich für die Mitmenschen und ihr Leben. Zu einem perfekten Urlaub gehören für mich auch die Menschen rundherum in ihrer Vielfalt und ihrer Farbe. Auf dem Platz in Lourmarin waren alle gut gelaunt und freundlich, fast jeder grüsste und es gab auch das ein und das andere Gespräch mit Engländern, Deutschen, franzosen, Holländern, Belgiern usw. Zwei Paare standen uns gegenüber und die wollten wohl mit niemandem etwas zu tun haben, sie haben immer auf den Boden geschaut, nie gegrüsst, ihre Wohnmobile standen mit den Eingangstüren zu den Hecken und dort in der Ecke sassen sie dann und sprachen mit keinem anderen ein Wort, die beiden Frauen genauso wie ihre Kerle, ständig übellaunig. Was machen dann solche Menschen auf einem Campingplatz wenn Sie so offen demonstrieren dass sie mit niemandem etwas zu tun haben wollen?

Camping mit Spass und Genuss ist doch erst richtig schön durch andere Camper um einen mit denen man sich gut versteht und gleichgesinnt ist. Wir sassen noch nie mit anderen Campern an einem Tisch und assen oder spielten (ausser vielleicht auf Treffen) aber trotzdem liebe ich das "Menscheln" auf dem CP mit all den "Intimitäten", man benutzt dieselben Toiletten, dieselben Duschen, dieselbe Spüle usw.. Von Menschen die sich davon absondern möchten schliesse ich keine falschen Schlüsse, ich finde sie nur fehl am Platz. Ich mag dieses kuscheln auf Stellplätzen nicht wo ich jeden Furz und jede Zigarette vom Nachbarn in meinem Womo mitbekomme, deshalb halte ich mich bewusst dort fern, weil ich weiss dass das nicht passt. Wenn ich dieses Gefühl auf einem CP auch hätte, würde ich mir ein anderes Hobby suchen. Ich bin z.b. in meinem Leben solange nicht auswärts Essen gegangen bis das Rauchverbot in Restaurants kam, ab dann hat es zu mir gepasst. So einfach geht das. Mit dem absondern auf einem CP zeigt man nach aussen eine Abwehrhaltung und die Aussage dabei ist "Wir sind was Besseres".
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon bieber » 13/7/2016, 11:40

Je weniger um uns rum umso besser. Ich liebe fast leere Camps, wo wir uns ungestört ausbreiten und dem Hund Bällchen schmeißen können. Mindestens auf einer Seite neben dem Wohni muss frei sein, sonst wechseln wir den Stellplatz oder ziehen weiter.
Trotzdem haben wir immer wieder Bekanntschaften und sogar Freundschaften auf CP geschlossen, die über Jahrzehnte gehalten haben. Und wurden schon öfter zum Essen eingeladen, zuletzt Ostern in Spanien zum Artischocken essen. Wie das kommt, weiß ich auch nicht. Vielleicht ist das ein Fall von "birds of a feather flock together", was zusammen passt, findet sich schon.
Leute beobachten ist nicht unser Hobby, aber das eine oder andere bemerkt man schon. Beobachten lassen würden wir uns aber auch nicht, dann zögen wir um.
Steyr, manchmal sind die Leute einfach nicht kommunikativ veranlagt. Ich würde eher mangelndes Selbstbewusstsein und Unsicherheit vermuten, wenn jemand nicht mal grüßt und sich in die Ecke zurückzieht, aber bestimmt nicht, dass sie sich für was Besseres halten. Ich finde, Standesdünkel passt generell nicht zu Campern, das findet man eher in Hotels oder bei Finca Mietern.
Man kann alles fragen. Aber mit der Antwort muss man dann auch leben. (Frei nach D.Hansen)
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon donalfredo » 13/7/2016, 11:59

Ich möchte auf die vielen Bekannt- und Freundschaften, die sich im Laufe der Campingjahre gebildet haben, um nichts in der Welt verzichten.
Keine Urlaubsform ist so klassenlos wie Camping.
Auf der einen Seite einen Maurer oder Zimmermann, auf der Anderen ein Hochschulprofessor, das ist es, was den Reiz ausmacht.
Daß mal jemand sich absondert oder keinen Kontakt haben möchte, ist doch völlig ok ...
Wolfgang -aka- donalfredo


"Wir grillen jetzt Oma"
.....Satzzeichen können Leben retten
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon HD » 13/7/2016, 12:48

Wir, Frau, ich, Hund, haben schon oft abends, bei Regen oder Sonne unter unserer Markise, beim Touribg unterm Sonnensegel mir anderen Campern zusammengesessen und geplaudert.
Meist waren es Alleinreisende, die ich eingeladen habe, zum Wein, zum Tee, oder auch zu Obst, ja, auch schon zu Merguez. Leute, die allein nur mit leichtem Zelt wandern, .mit dem Fahrrad fahren, ja, einmal mit einem Maultier gewandert und, wobei das Muli Packter war, einmal mit einem Paar mit Hund und einem Bauwagen, davor zwei Pferde., das war in Abreschviller.
Wir hatten schon tolle Gespräche, warum, wieso, woher, wohin wie lange und überhaupt.

Ich bin auf einem CP (wahrscheinlich auch sonst) ganz anders gestrickt als Winni, ich kann auf alle Leute zugehen, und man vertraut mir. Das werden diejenigen bestätigen können, die mich kennen. Ich bin offen für alles, wenn ich auch nicht alles vollumfänglich teile. Ich setze mich auch nicht auf einem CP in die letzte Ecke ab, ich verbarrikadiert mich nicht. Ich kann mit Franzosen, Engländern, Holländern, Luxemburger, Belgiern Schweizern, Österreichern durchaus so viel reden, daß ich verstehe und verstanden werde. Ich bin sowieso meist auch Durchgangscamper.
Daß ich jemand allerdings nach Hause eingeladen habe oder umgekehrt, das passierte nur bei Treffen, sonst nicht. Muß ja auch nicht sein.

Dadurch hab ich schon tolle und abenteuerliche Geschichten erfahren, die ich nicht missen möchte.
Aber, man darf sich nicht in die letzte Ecke absondern, sondern offen und freundlich auf Leute zugegen und sie nicht auslachen, nicht heimlich, auch nicht nur innerlich, das überträgt sich auch nach Außen. Ich hab dafür ein sehr feines Gespür.
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Winni » 13/7/2016, 14:11

Hey ho, ihr müsst aber Urlaub und normales Leben unterscheiden, auch du HD! Ich bin ein absolut kommunikativer mensch, habe einen echten laberjob, bin immer unter menschen, und gerade die vertrauensbildung ist eine der wichtigsten Fähigkeiten in meinem Beruf. Ich bin im verein engagiert, in der kirche und der politischen gemeinde. Ich bin jeden tag nur mit menschen am reden und fühle mich mitrendrin in diesem lebenund ich habe nie probleme mit der kontaktaufnahme. Alle bezeichnen mich als absolut offenen menschen, ich mache mediationen und supervisionen....ich spreche auch vor 300 leuten und bin glaube ich ziemlich locker.

Aber ich brauche genau im urlaub das nicht. Ich fahre doch nicht weg, um das bunte camperleben zu erleben, das habe ich jeden Tag ;D
Der einsame platz irgendwo ist der traum.....
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Susanne » 13/7/2016, 14:33

ja, ich denke, das macht den unterschied. ich sitzte gezwungenermaßen seit 5 jahren täglich 9 std in einem büro und kann kein wort reden, außer am telefon, mein mann beklagt sich manchmal schon, dass ich zuhause zuviel rede ;) ;D und von daher hab ich nichts dagegen ab und zu auf dem cp mit jemandem zu reden. grüßen gehört eh dazu, das gehört grundsätzlich zum umgang miteinander. allerdings mag ich es nicht, wenn ich das gefühl habe, nachbars cp-leben hängt davon ab, was wir ihm bieten.
grüßle Susanne
------------------------------------------------------
würde doch jeder gründlich lesen und seine Antwort gründlich überdenken
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon HD » 13/7/2016, 14:50

Du glaubst wohl, Winni, ich wäre schon immer Rentner gewesen. Ich bin kein Robinson, war nie einer, und auch der hatte dann seinen Freitag. Wäre das so hätte ich nie mal ein Treffen veranstaltet, ich bin durchaus auf andere Menschen neugierig. Ihr Lebebsentwurf muss ja nicht meiner sein, trotzdem ist er interessant für mich.
Mein Beruf war bestimmt mehr von Kommunikation geprägt als deiner als ich dich kennenlernte.Schon vergessen?
Aber das nur am Rande, es ist mir wirklich wurscht, ob du dich auf einem CP in die hinterste Ecke stellst
und deine gewählte Kontaktlosigkeit auslebst. Ich erkenne so etwas ziemlich schnell, dann wirst du vor mir garantiert Ruhe haben.
Du hast das Thema gestartet, nun nur du auch mit den Antworten leben.
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Winni » 13/7/2016, 15:31

Ja, ich habe alle Antworten gelesen. Aber ich habe nicht das Thema gestartet " Suche auf dem CP Kontakt oder nicht", sondern " es gibt neugierige Camper, die andere den ganzen Tag beobachten", ihre Schlüsse daraus ziehen, Feldstudien machen und sich so ihr Lebensbild schaffen :lach: :zzz:


Es ist aber absolut spaßig, was hier daraus schon wieder gemacht wird. Man will nur mal seine Ruhe haben, also ist man kontaktarm und schlechtgelaunt und unhöflich. Und hat auf einem CP nichts zu suchen. Watt?????

Man stellt sich so hin, dass einem andere nicht auf den Teller schauen, schon "verbarrikadiert" man sich. Watt???

Man mag menschenleere Plätze am liebsten, schon ist man Menschenscheu und Kontaktarm :lach: ?????


HD, als Du mich kennen lerntest ( 1999-2000) da war ich (noch) Geschäftsführer von einer Firma mit 35 Angestellten, fing gerade an nochmal zu studieren und mich umzuorientieren und hatte eine Lern-Betreuung für Jugendliche gegründet und begann gerade, eine Handballmannschaft aufzubauen. Ich konnte mich da auch nicht gerade über Kontaktlosigkeit beklagen :lach: :lach: :lach: :lach:

Ich habe auch schon mehrere Treffen veranstaltet, und fahre auch gerne auf Treffen, leider sind die Campertreffen etwas eingeschlafen, aber gibt ja noch die Oldies und Nostalgiecamper, da waren wir die letzten Jahre dann mehr. Treffen sind aber auch zum Beäugen da, das ist aber auch oft anstrengend und kein Erholungsurlaub, aber voll okay.

Aber so, wie es Susanne schildert, macht es am meisten Sinn. So wie man sein tägliches Leben verbringt, ist wahrscheinlich
das Verhalten auf einem CP geprägt.
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon HD » 13/7/2016, 16:19

Du redest schon wieder um den Brei herum, den du angerührt hast, der Worte sind genug gewechselt.
HD
Ps als ich dich kennen lernte, warst du Hausmann und hattest eine Embolie hinter dir.
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Re: Das Leben auf dem Campingplatz

Beitragvon Winni » 13/7/2016, 17:15

Jau HD, darum war ich am Leben umkrempeln :top: und hatte mich an der Uni eingeschrieben. :top: Und ich glaube, ich bin nie der, der um den Brei herumredet :lach: :lach: :lach: :lach: :lach:



Am Ende ist es wie immer: Die Rentnergang möchte, dass alles so ist, wie es immer ist, wie es immer war, und alles, was anders ist, das soll nicht sein. Hauptsache, es ist alles beige :lach: :lach: :lach: :lach: :lach: :lach:
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