Der Weg durchs Campinggerödel

Alles was nicht direkt mit dem Fahrzeug zu tun hat

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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon daf43 » 18/7/2014, 08:42

Hallo,
wenn ich gerade vom Wasserschlauch/-Anschluss lese:
Es war in Griechenland, gaaanz weit unten, da stand ein deutsche Camper auf seinem Platz, daneben gleich der Wasserhahn. Der nächste Deutsche, stellte sich genau daneben und schraubte seinen Wasserschlauch an den einzigen Wasserhahn. "Moment", sagte der erste, "da hole ich auch mein Wasser"...."aber ich habe meinen Wasserschlauch dran, der bleibt" sagte der zweite.
So ging es hin und her und letztendlich kamen beide wild streitend zur Beschwerde in die Rezeption.
Bei der Diskussion stellte sich heraus, der mit dem angeschraubten Schlauch hat zwar einen Abzweighahn dabei, aber den verwendet er nicht, wenn der erste einen Wasseranschluss will, dann soll der sich einen Abzweighahn kaufen.

Der griechische CP-Betreiber schüttelte nur lachend den Kopf und sagt: die Deutschen hier sind wie die kleinen Kinder, die sollen allein einig werden. Natürlich blöd, wenn man hier nicht einschreitet, wie hätte ich mich wohl verhalten?

(Ich war gerade zum Bezahlen an der Rezeption, habe alles mithören "dürfen", war ja laut genug).
Dieter
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon donalfredo » 18/7/2014, 10:16

Typisch deutsch schreibe ich jetzt nicht, obwohl mir das durch den Kopf gespukt ist.
Ich sage dir mein Fazit - ich hätte gaanz leise A....loch vor mich hingemurmelt und wäre umgezogen, und zwar sofort.
Bestes Beispiel - vergangenes Jahr, Nordsee, ein Stellplatz vor dem Deich, gähnend leer.
In der ersten Reihe standen vier/fünf Wohnmobile, ich stellte mich anschließend an das vorletzte hin, mit großem Abstand, es war ja Platz genug und nicht parzelliert.
Der Grund, warum ich mich in diese Reihe und auf diesen Platz stellte - nur dort war eine kleine Grasbrücke zum Zufahrtsweg über einen Graben hinweg und ich wollte vermeiden, daß mein Hugo - ich kannte ihn ja gut genug - noch auf dem Stellplatz das Beinchen hebt.
Kurz und gut, ich stehe auf Auffahrtkeilen, und habe grade mein Kabel eingesteckt, da schreit die "freundliche Nachbarin" im angrenzenden (ca. 20 Meter) Wohnmobil bei offener Tür - DA IST DER GANZE PLATZ LEER UND AUSGERECHNET DA MÜSSEN DIE SICH HINSTELLEN.
Ich keine Sekunde gezögert, Kabel raus, runter von den Böckchen und hundert Meter weiter ans nächste Brückchen gefahren, Zeitaufwand keine 5 Minuten.
Merke - Doofe kann man allerbestens mit Ignorieren treffen, auf so etwas lasse ich mich heute gar nicht mehr ein, und mit dem Wasserhahn hätte ich das ebenso gemacht.
Warum ich nicht Deutsche schreibe - wir standen in Charmes auf einem langgezogenen Stellplatz.
Musterkoffer-Ausleerstation und Frischwasserhahn waren wohlweislich weiträumig getrennt, ich sage mal - bestimmt über zwanzig Meter.
Direkt neben der Ablassstelle war ein Wasserhahn zum spülen.
Am brühheißen Tag leert ein Belgier seinen Klocontainer, läuft die zwanzig Meter und spült am Frischwasserhahn aus.
Gegenüber stand ein älteres holländisches Paar,lag in der prallen Sonne draußen aber mit Blickrichtung NICHT auf die schöne Moselle sondern auf Fahrstraße und Wasserstelle.
Der Holländer sieht das, springt auf, stemmt die Arme in die Hüften und blafft den Belgier auf deutsch an.
Ich hatte gerade genug Zeit, ins Wohnmobil zu springen und meine Kamera zu holen und schußbereit zu machen, da ging es los:
der Belgier schreit, denkend, das wäre ein Deutscher, was von Nazi, der Holländer schreit was von Wildsau und dann standen die Beiden Nase an Nase und kanzelten sich ab.
Ich habe nur drauf gewartet, daß die Fäuste flogen, aber den Gefallen haben sie mir nicht getan, die beiden Frauen haben "vermittelt".
Was sagt uns das - Blöde gibt es überall, das ist nicht zu verhindern und höchstens dann, wenn das Wasser kostenpflichtig ist.
Wolfgang -aka- donalfredo


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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 18/7/2014, 10:47

daf43 hat geschrieben: wie hätte ich mich wohl verhalten?.


Ich hätte ruhig lächelnd meine kleine Gardenatasche aus dem Womo genommen, so viele Anschlüsse angeschraubt wie gebraucht werden und jeder wäre glücklich gewesen. Ist eben schon toll wenn man Campinggerödel dabei hat und für vieles gerüstet ist. Aber Deutsche sind eben so ich erlebs auch desöfteren. In Ostfriesland waren die Wasser und Abwasseranschlüsse so an den Parzellen angelegt dass man in einem kleinen Bogen die Schläuche anmachen musste um sie nicht zu knicken. Also der linke nimmt den rechten Anschluss und der rechte den linken. Was passiert, ein Nachbar kommt an und das erste was er macht, er kommt zu mir rüber und bittet mich doch die rechten Anschlüsse zu benutzen weil die linken die wären für die er bezahlt hat :lach: :lach: :lach:

Also ohne Kommentar mach ich das so wie er wollte weil meine Schläuche lang genug waren trotzdem im dann etwas grösseren Bogen verlegt zu werden. Was passiert bei Ihm ? Klar, jedesmal wenn er Wasser zapfen musste, stellte sich seine Frau an den Anschluss und musste mit beiden Händen den Knick aus der Leitung machen damit ihr Wasser fliessen konnte, weil ihr Schlauch war zu kurz um ihn im grossen Bogen zu verlegen. Beim Abwasser musste er mehrmals am Tag Morgens und Abends den Schlauch auseinanderziehn damit das Wasser abfliessen konnte. Bezahlt hat er schön für einen Stellplatz mit "Komfort" also Wasser und Abwasser, aber das hatte bei Ihm nichts mehr mit Bequemlichkeit zu tun. Aber es ging ihm wie er sagte ums Prinzip :lach: :lach: :lach: :lach: :lach:

Ich leihe oder verschenke auch ständig von meinem Campinggerödel das ich oft in doppelter Ausgabe mitführe, mir macht es Spass wenn ich helfen kann. Das waren schon öfters Gardena Aufschraubkupplungen in halb oder dreiviertelzoll, Gasanzünder, dann verleihen wir immer mal wieder diverse Ladegeräte und Adapter wenn Not an Mann und Frau ist und ähnliches. Am Bodensee hatte ein Wowabesitzer keinen Satempfang und ich sagte ihm er sollte seine Satschüssel zu uns rüber setzen um den Kirschbaum zu umgehen und ganz genau vor unserem vorderen Duc-Womofenster gabs denn Empfang er war glücklich. Ich will mich hier nicht brüsten, aber mit der Art und Weise wird mein zwischenmenschlicher Umgang erst Rund und einen Idioten kann man mit nichts mehr "bestrafen" als dass man freundlich und Nett zu Ihm ist. :ja:
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 18/7/2014, 10:54

donalfredo hat geschrieben:Am brühheißen Tag leert ein Belgier seinen Klocontainer, läuft die zwanzig Meter und spült am Frischwasserhahn aus..



Sowas kann aber auch mal aus Unwissenheit passieren oder aus Unachtsamkeit, da muss nicht gleich ein Vorsatz dahinterstecken. Unter den Campern gibt es oft Menschen die zum ersten Mal als solche unterwegs sind oder Camper mit geliehenem Material und am Anfang passieren eben solche Fehler. Das ist auch einer der Gründe warum ich eine Wasserzapfstelle zuerst reinige ehe ich meinen Schlauch anschliesse weil ich immer mit sowas rechne. Aber ich frag auch schonmal ganz freundlich ob ich helfen könnte oder und ob sie vielleicht nicht wüssten dass der Wasserhahn grad nicht gedacht ist um Toilette zu spülen und fast immer sind die Leute dankbar für den Hinweis und freuen sich weitere Tipps zu bekommen von jemandem der eben schon länger campt und am Anfang dieselben Fehler begangen hat.
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon Mephisto » 18/7/2014, 11:03

daf43 hat geschrieben:Hallo,
...."aber ich habe meinen Wasserschlauch dran, der bleibt" sagte der zweite.


Hat er was davon gesagt, daß die gesamte Länge dran bleiben soll? :ideadev: :anonym:
Et hät noch immer jot jejange!
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon Tscharlie » 18/7/2014, 14:18

Lustig das "typisch deutsch", ich kenne die Deutschen als sehr unterschiedlich, obs ein Bayer, ein Badenser, ein Ostfriese ist, alle sind extrem unterschiedlich.

Aber vielleicht gilt das ja im winzlingland Luxemburg, da sind wohl alle wie "Schonklod" :lachtot:

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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 19/7/2014, 08:16

Tscharlie hat geschrieben:
Aber vielleicht gilt das ja im winzlingland Luxemburg, da sind wohl alle wie "Schonklod" :lachtot:

Tscharlie


Gott bewahre Tscharlie :D Aber die Tatsache dass jedes Volk seine Ticks und Eigenheiten hat kannst Du nicht aus der Welt reden und schreiben. Es gibt bei jeder NAtion verschiedene Verhaltensmuster die man bei anderen nicht findet. Es gibt Situationen und Konflikte wo man weiss dass alles gut geht bis zu dem Punkt wo Deutsche mit im Spiel sind. Es gibt natürlich auch Ausnahmen aber die Erfahrung die man im Laufe seines Lebens macht, zeigt klar wie es ist. Wenn wir wie letztlich am Bodensee, so in Touristensituationen unterwegs sind kann man schon bei vielen Situationen im Voraus sagen wann es Ärger gibt und mit wem. Als Forenbetreiber müsstest Du es nach vielen Camperfriendsjahren doch auch wissen. Als Betroffener will man das ja nicht hören, aber es ist ja nicht so dass man die Deutschen deshalb nicht mag. Im Gegenteil, eigentlich gibts kein interessanteres und spassigeres Volk als die Deutschen, es ist immer was los wenn sie in der Umgebung sind. Franzosen dagegen sind kotzlangweilig, wenn ich inmiten von Franzosen bin schlaf ich meist ein.
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon Tscharlie » 19/7/2014, 08:30

Nehmen wir halt die Franzosen, auch ein großes Land, und obwohl schon lange eine Einheit, kann man doch feststellen:

Ein Bretone wird sich anders verhalten als ein Einwohner von Nizza. Das steht doch außer Frage.

Einheitliches deutsches Auftreten gibt es allenfalls in der Frage des Nationalstolzes und des Holocaust.

Sonst haben Bayern und Hamburger vieles gemeinsam, Bayern und Niedersachsen eher wenig.

Ich denke auch man erkennt sehr wohl noch ob es EX DDRler sind oder BRDler.

Was ist also typisch Deutsch??

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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 19/7/2014, 09:09

Tscharlie hat geschrieben:
Was ist also typisch Deutsch??

Tscharlie



Allein schon die Frage :D
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 19/7/2014, 09:11

Tscharlie hat geschrieben:Nehmen wir halt die Franzosen, auch ein großes Land, und obwohl schon lange eine Einheit, kann man doch feststellen:

Ein Bretone wird sich anders verhalten als ein Einwohner von Nizza. Das steht doch außer Frage.


Du solltest mal öfters Urlaub in Frankreich machen, ein Bretone ist kein Franzose sondern Bretone. Und ein Einwohner aus Nizza ist auch meist kein Franzose mehr, aber das oft aus anderen Gründen wie beim Bretonen :lach: :lach: :lach:
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon donalfredo » 19/7/2014, 12:35

Bretonen (Kelten) sind vom"Franzosen" respektive Pariser (noch schlimmer) ungefähr so weit entfernt wie Mongolen.
Kleiden sich auch ähnlich :lach: , stinken nur nicht so ...
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 19/7/2014, 12:49

Beim letzten Urlaub in der Bretagne war ich in einer Metzgerei und wurde dort recht ruppig behandelt. Plötzlich kam die Cheffin rein und fragte mich (wohl wegen meinem schulfranzösisch) ob ich aus Paris käme (ich schreib jetzt extra nicht "ob ich pariser wäre ;) ). Als ich das vernneinte fragte sie gleich ob ich Belgier wäre, da entfährt mir immer ein entsetztes "Um Gottes Willen Nein" :D und dann sagte Sie "alors c'est bon" und legte mir ein paar extra Fleischstücke obendrauf, alle waren sehr freundlich zu mir und wir redeten noch eine Weile miteinander :lach: :lach: Die Bretonen sind ein sehr eigenwilliges Völkchen ;D
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon donalfredo » 19/7/2014, 13:06

... et très sympathique ...
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon MarkusNoll » 2/8/2014, 11:33

Wenn ich bedenke, was alles in meinem Keller liegt bzw. auf dem Dachboden .. :D
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Re: Der Weg durchs Campinggerödel

Beitragvon steyr » 19/7/2015, 10:35

Hab mal wieder Campinggerödel gekauft, den bestimmt 6ten Staubauger für unterwegs seit wir Wohnmobilisten sind, alle anderen liegen schon auf dem Müll. Mal wieder einer von Black&Decker den ich gestern im Geschäft per Zufall sah, ausprobierte und dann kaufte. Cooles kleines kräftiges Akkuteil mit hoher Saugkraft und langem Schlauch alles schön kompakt für Womo oder Wowa. Mal sehn ob der sich nun bewährt, bei der letzten Ausfahrt wär das Teil mal wieder sehr nötig gewesen.

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B ... 1_55ab6d21

Werde irgendwann mal berichten ob er was taugt.
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